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	<title>Poker Firma &#187; Jan Heitmann</title>
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	<description>Die ganze Welt ist Poker!</description>
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		<title>Poker ist wie Sex</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 17:55:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>In der aktuellen Ausgabe des Pokerfirma Magazins im Royal Flush Magazin dreht sich alles um Sex. Was Spieler denken, wie sie dazu stehen und amüsante Erfahrungsberichte. Jan Heitmann hat die Parallelen zwischen Sex &#038; Poker auf den Punkt gebracht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>In der aktuellen Ausgabe des Pokerfirma Magazins im Royal Flush Magazin dreht sich alles um Sex. Was Spieler denken, wie sie dazu stehen und amüsante Erfahrungsberichte. Jan Heitmann hat die Parallelen zwischen Sex &amp; Poker auf den Punkt gebracht.</p>
<h1>Poker ist wie Sex</h1>
<p>Zumindest manchmal. Fängt schon bei der Selbsteinschätzung an.</p>
<p>Frei nach Layne Flack: Jeder denkt, er wäre der Beste, aber kaum einer hat wirklich ne Ahnung.</p>
<p>Beim Turnierpoker sind auch nie alle zusammen fertig.</p>
<p>Je besser die Hände, desto mehr Spaß macht es.</p>
<p>Sobald man es beruflich macht, macht es weniger Spaß.</p>
<p>Es kommt sehr auf die Position an.</p>
<p>Geht live und online. Aber live ist irgendwie lustiger.</p>
<p>Es kommt nicht nur auf die Größe des Stacks an, sondern auch auf die Technik.</p>
<p>Zu früh raus ist blöd.</p>
<p>Es geht um Dominanz.</p>
<p>Multiway Action ist schwieriger.</p>
<p>Danach weiß es jeder besser. Aber währenddessen macht man eben Fehler.</p>
<p>Jeder hat eine Lieblingshand.</p>
<p>69 nur, wenn die Situation stimmt.</p>
<p>Die Erwartungen sind oft höher als die Resultate.</p>
<p>Manchmal wacht man auf und wünscht sich, die letzte Nacht wäre nur ein Albtraum gewesen.</p>
<p>Die Besten sind erst ganz am Schluss all-in.</p>
<p>Nur drüber lesen reicht nicht. Man muss es auch tun.</p>
<p>Alle können mitmachen.</p>
<p>Freier beleben das Geschäft.</p>
<p>Ein großes Paar ist schön.</p>
<p>Ein bisschen Alkohol kann helfen, zu viel ist meistens schlecht.</p>
<p>Schlecht ist immer noch besser als gar nicht.</p>
<p>Manchmal ist jede Hand gut genug.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; font-size: medium; color: #861800; padding: 5px; border-style: double; border-width: thin; text-align: center;">Das Pokerfirma Magazin im Royal Flush Magazin Ausgabe 01/2012!<br />
Alles zum Thema Sex &amp; Poker<br />
<a  href="https://www.wekashop.de/index.php?stat=170&#038;kid=&#038;src=&#038;kid=&#038;src=&#038;kid=&#038;src=" target="_blank">Aktuelle Ausgabe bestellen</a></p>
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		<title>Heiss auf die WCOOP</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 14:52:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Die PokerStars WCOOP 2011 ist in vollem Gange. Jeden Tag finden Turniere statt, mindestens zwei, manchmal drei pro Tag. Viele Varianten, viele Möglichkeiten, viel Preisgeld. - Und viiiiele Spieler.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Die PokerStars WCOOP 2011 ist in vollem Gange. Jeden Tag finden Turniere statt, mindestens zwei, manchmal drei pro Tag. Viele Varianten, viele Möglichkeiten, viel Preisgeld. &#8211; Und viiiiele Spieler.</p>
<p>Ich bin ganz heiss. Ich freue mich auf den nächtlichen Online Grind, die kurzen fünfminütigen Pausen, in denen man produktiver ist, als in jeglichen anderen fünf Minuten Abschnitten, die adrenalingefüllten Morgenstunden auf dem Weg zum Final Table.</p>
<p>Es geht um viel. Viel Preisgeld, viel Ehre, viel Selbstbestätigung. Und vor allem: viel Spaß und Spannung. Wenn jetzt noch Schokolade dabei wäre&#8230;</p>
<p>Jetzt habe ich dieses Jahr allerdings ein Terminproblem. In der ersten Woche der WCOOP habe ich fünf Coachingtermine für die TvTotal Pokerstars.de Pokernacht. Kann ich auch nicht verlegen, will ja, dass die Schüler in der nächsten Sendung (am 18. Oktober um 22:15 Uhr auf Pro7) ihr Bestes geben können. Vielleicht sind einige von den Promis nächstes Jahr dann bei der WCOOP dabei??</p>
<p>Erstmal kämpfe ich selbst darum, dieses Jahr noch möglichst viele WCOOP Turniere zu spielen. Ich kämpfe mit den Terminen und gegen die Müdigkeit. Nach 2 Stunden Autofahrt, 4 Stunden Coaching (d.h. 4 Stunden ununterbrochenem, leidenschaftlichen Reden) und nochmal 2 Stunden Autofahrt hatte ich gestern noch ne halbe Stunde, bevor das WCOOP 12 Heads Up losging. Gespielt habe ich trotzdem gerne.</p>
<p>Aber alles im Moment ein bisschen stressig.</p>
<p>Nichts desto trotz habe ich mir vorgenommen, die besten WCOOP Ergebnisse meiner Karriere einzuspielen. Ging schon gut los, mit den ersten beiden Cashes in WCOOP 1 und WCOOP 2, einmal sogar mit einem 82. Platz in &#8220;Sichtweite&#8221; zum Final Table.<br />
Reicht mir aber noch nicht.</p>
<p>Eine große Inspiration ist wie immer Kollege und Freund George Danzer, der fast alle angebotenen Turniere spielt und wieder einmal vehement das Leaderboard attackiert.<br />
Videoblogs seiner WCOOP Abenteuer gibt es hier &#8211; <a  href="http://www.pokerfirma.de/category/wcoop-george">George&#8217;s WCOOP Review</a></p>
<p>Wir sehen uns an den Tischen.</p>
<p>Euer Jan.</p>
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		<title>Der beste Pokerspieler aller Zeiten</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 22:05:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Eine oft von interessierten Laien-Journalisten gestellte Frage ist die, welche Eigenschaften ein Pokerspieler unbedingt haben sollte. Mindestens genauso oft werde ich gefragt, wer denn der beste Pokerspieler der Welt sei. Nun, es ist Zeit, diese Frage einmal etwas anders anzugehen. Es ist schwer zu sagen, wer der beste Pokerspieler der Welt ist. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Eine oft von interessierten Laien-Journalisten gestellte Frage ist die, welche Eigenschaften ein Pokerspieler unbedingt haben sollte. Mindestens genauso oft werde ich gefragt, wer denn der beste Pokerspieler der Welt sei. Nun, es ist Zeit, diese Frage einmal etwas anders anzugehen. Es ist schwer zu sagen, wer der beste Pokerspieler der Welt ist. Möglicherweise Phil Ivey. Zumindest wird er regelmäßig von Kennern unserer Branche in diesem Zusammenhang genannt. Aber wer weiß das schon genau? Vom bloßen Zusehen kann es ja keiner beurteilen.Und wer wird in zehn Jahren zur Weltklasse gehören? Auch schwer zu sagen. Im Morgen-Grauen des Zeitalters der Gentechnik könnte man langsam darüber nachdenken, welche Gene man mischen müsste, um einen optimalen Pokerspieler zu bekommen. Mal angenommen, wir hätten die freie Auswahl, wer käme in den Mix?</p>
<p>Hier meine Vorschläge:</p>
<p><strong>1. Chuck Norris: </strong>Klar. Chuck Norris ist einfach Chuck Norris.</p>
<p><strong>2. Der Dalai Lama:</strong> Der größte Vorteil des Dalai Lama liegt auf der Hand. Er ist so im Einklang mit sich selbst, mit dem Spiel, ja, mit dem Universum, dass er nie, aber wirklich nie auf Tilt gehen wird. Dies allein sollte ihm ein Riesen-Edge gegenüber der Konkurrenz sichern. Denn wer immer sein A-Game spielt, nie sein B-Game, geschweige denn sein C-Game, der ist sehr schwer zu schlagen. Zumindest, wenn das A-Game einigermaßen gut ist. Da kommt dann sofort der zweite Vorteil ins Spiel. Disziplin. Von Kindesbeinen an lernt der Dalai Lama. Sicher nicht nur Poker, aber man kann sich gut vorstellen, wie schnell ein so disziplinierter Mensch zu den besten Pokerspielern der Welt gehören könnte. Aber der Dalai Lama geht noch einen Schritt weiter. Er tiltet nicht nur nie, sondern er hat immerwährenden Spaß am Spiel. Wenn er einen Suck Out kassiert, so freut er sich über die Schönheit des Spiels – und darüber, dass sein Gegner den Pot gewinnt. Nebenbei ist er gebildet, verschmitzt und lustig. Der angenehmste Gegner. Es macht sogar Spaß, gegen ihn Geld zu verlieren. Wer schon mal mit Marcel Luske am Tisch gesessen hat, der weiß, wie groß das Vergnügen sein kann. Besonders Hobbyspieler haben auf einmal Spaß am Geldverlieren. Der Dalai Lama würde Marcel hier noch übertreffen, auch wenn er vielleicht nicht so gut singen kann. Das einzige mögliche Problem des Dalai Lama: Er ist an materiellen Werten nicht so interessiert. Und vielleicht nicht aggressiv genug. Hier kommen wir zum nächsten Gen-Spender.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>3. Jack Bauer (aus der Serie „24“)</strong>: Wer die Serie nicht kennt – sie lohnt sich. Kurz zusammengefasst: Jack Bauer verbringt seine Tage damit, Terroristen zu jagen und sein Leben für das „Greater Good“, das Wohl der USA, einzusetzen. Und er tut das völlig kompromisslos. Die Figur des Jack Bauer (gespielt von Kiefer Sutherland) hat einen hervorstechenden Charakterzug: sie tut immer das Richtige. Die Wahl kann noch so schwierig sein, noch so große moralische Fragen aufwerfen, noch so kompliziert sein und noch so große Selbstaufopferung erfordern: Jack Bauer tut immer das Richtige.<br />
Natürlich bringt er das für seinen Job perfekte Skillset mit: Härte, Wissen und klares, schnelles Denken unter Stress. Auf Poker übertragen hieße das: Er hat das Handwerk (Odds, Lines etc.) nicht nur perfekt drauf, sondern weiß es auch am Tisch umzusetzen; selbst in den stressigsten Situationen, auch wenn es um alles geht. Und er tut kompromisslos das Richtige. Wenn er bluffen muss, dann blufft er, wenn er folden muss, dann foldet er. Immer. Und aggressiv ist er. Immer einen Schritt aggressiver als seine Gegner. Und die sind immerhin harte Terroristen.</p>
<p><strong>4. Peter Pan:</strong> Wie? Peter Pan? Natürlich nicht, weil er mit grünem Filz bekleidet ist und deswegen so gut an den Pokertisch passt. Auch nicht, weil Peter Pan in vielen Illustrationen eine auffällige Ähnlichkeit mit Tom „durrrr“ Dwan hat. Sondern weil er immer jung bleibt. „Poker is a young man’s game.“ Poker gehört den jungen Leuten. Und das mit gutem Grund. Als ich vor ca. zwölf Jahren das erste Mal an einem Pokertisch saß, im schönen Wiesbadener Casino, da war ich mit meinen zarten 21 Jahren der Jüngste. Mit Abstand. Der Nächstjüngere war sicher schon jenseits der 45. Heute ist man als 21jähriger eher Mittelfeld. Und mit 45 gehört man schon fast zum alten Eisen. Ein guter Pokerspieler lebt von starkem Selbstbewusstsein und sorgenfreier, aggressiver Spielweise. Je sorgenfreier man spielt, desto besser spielt man. Als starker Pokerspieler muss man risikofreudig sein.</p>
<p>Als weltbester Spieler muss man gewillt sein, in guten Situationen alles zu riskieren. Je jünger man ist, desto leichter fällt das. Zudem ist der Poker-Lifestyle super geeignet, um es so richtig krachen zu lassen. Parties, Glamour, Reisen. Und lange Turnierstunden, gefolgt von durchzockten Cash-Sessions. Wenn der Tisch gut ist, sollte man auch mal 24 Stunden durchspielen. Oder 36. Die Jungen haben hier sicher einen Riesenvorteil. Zudem ist es erwiesen, dass das Gehirn frischer und schneller arbeitet, solange man jung ist. Ewige Jugend – oder zumindest ewige Frische – wären also garantiert ein Riesen-Edge.  Und wer nicht erwachsen wird, spielt eben gerne&#8230;</p>
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		<title>Slowrolling</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 11:18:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Poker ist hart und unerbittlich. Am Tisch gibt es keine Gnade und keine Gefangenen. Selbst, wenn ich mit meinem besten Freund George Danzer am Tisch sitze (wie beim ersten Tisch des Main Events der PCA 2010 vor wenigen Tagen), spielen wir hart gegeneinander. Trotzdem gibt es Höflichkeit am Tisch. Einige Dinge macht man einfach nicht, sie verstoßen gegen die Etikette des traditionsreichen Pokerspiels.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Poker ist hart und unerbittlich. Am Tisch gibt es keine Gnade und keine Gefangenen. Selbst wenn ich mit meinem besten Freund George Danzer am Tisch sitze (wie beim ersten Tisch des Main Events der PCA 2010 vor wenigen Tagen), spielen wir hart gegeneinander. Trotzdem gibt es Höflichkeit am Tisch. Einige Dinge macht man einfach nicht, sie verstoßen gegen die Etikette des traditionsreichen Pokerspiels.</p>
<p>Einer der schlimmsten Etikettenverstöße, sozusagen die Kardinalssünde am Tisch, ist die sogenannte Slowroll.<br />
Von Slowroll spricht man, wenn ein Spieler die offensichtlich beste Hand, die Gewinnerhand des Pots, nicht sofort umdreht, sondern z.B. wartet, bis sein Gegner seine Karten zeigt. Dadurch lässt der Spieler den Gegner oft im Glauben, den Pot gewonnen zu haben, nur um dann doch die Hand umzudrehen. Slowroll kann aber auch sein, wenn man erst eine Karte umdreht, dann die zweite. Tut das nicht! Hält nur auf und ist unhöflich, dem Gegner gegenüber, dem Dealer gegenüber (der muss schließlich drauf bestehen, dass die zweite Karte auch umgedreht wird) und den anderen Spielern gegenüber, die noch länger warten müssen, bis es zur nächsten Hand weitergeht.</p>
<p>Die schlimmste Art von Slowroll ist, wenn man die Nuts hält und noch überlegt, ob man all-in called. Natürlich überlegt man nicht wirklich, denn man hat schließlich die Nuts und kann auch nicht mehr raisen.</p>
<p>So wie das Team Germany im World Cup of Poker Finale 2010, auf den Bahamas.<br />
Wie?? Erst lange Moralpredigt, dann so was? Immerhin war doch der Heitmann Team Captain für Deutschland? Und dann haben die geslowrolled??</p>
<p>Aber von Anfang an.</p>
<p>Als Titelverteidiger bin ich auch 2010 wieder als Team Captain für Deutschland für den World Cup of Poker aufgestellt. Das Team setzt sich aus 4 Onlinequalifikanten und dem Captain zusammen. Insgesamt 9 Nationen treten drei Tage lang im Finale während der PCA Bahamas an.<br />
Zwei Tage lang wird in den Vorrunden der Chipstapel der jeweiligen Teams für das Finale ermittelt. Im Finale spielt immer ein Spieler pro Team am Finaltisch. Die Spieler werden nach 20 Minuten für jedes Blindlevel durchrotiert und der Team Captain kann nach Ablauf zweier Rotationen, also ab dem 11. Level, Substitutionen vornehmen.</p>
<p>Außerdem darf jedes Team ein Time Out nehmen. Und dieses Jahr zum ersten Mal sogar während einer Hand. Das heißt, bei einer schwierigen Entscheidung kann sich das gesamte Team WÄHREND einer Hand beraten.</p>
<p>Das Time Out, was dieses Jahr wirklich für Furore gesorgt hat, seht ihr hier:</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.com/news/slowrolling/38930"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Wie konnte es zu so einer Situation kommen?</p>
<p>Wer mich kennt, weiss, dass ich Slowrolls verachte. Ich habe in meinem Leben genau einmal (unbeabsichtigt) jemanden geslowrollt und habe mich umgehend bei meinem Gegner entschuldigt. Das ist jetzt viele Jahre her.</p>
<p>Sascha, der junge Spieler am Tisch für Team Germany, ist nervös. Erstes Live-Turnier, TV-Tisch, Kameras, Interviews, bekannte Pros am Tisch. Und dann noch das Team im Nacken. Da will man natürlich keinen Fehler machen oder sogar -  welch Albtraum! &#8211; ausscheiden.</p>
<p>Jan Heitmann, erfahrener Pokerpro, zum zweiten Mal Team Captain für Deutschland, Titelverteidiger und bescheidener Pokerfirma-Kolumnist <img src='http://www.pokerfirma.com/wp-content/plugins/smilies-themer/poker/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> beobachtet mit seinen Mitstreitern, wie sich ein Riesenpot anbahnt. Die Karten von Sascha kennt er nicht.</p>
<p>Als der Kanadier über das Reraise von Sascha all-in geht, ist das gesamte Team Germany auf den Füßen. Captain Jan hat die beiden Hände schon erhoben, die linke nur wenige Zentimeter orthogonal über der Rechten, noch nicht ganz zum international anerkannten Zeichen für Time Out zusammengefügt. Augenkontakt zu Neil, dem Announcer und Turnierdirektor wird hergestellt.</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2010/01/slowroll.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-38930" title="slowroll"><img class="alignright size-full wp-image-38931" title="slowroll" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2010/01/slowroll.jpg" alt="" style="border:none 0px" width="240" height="245" /></a>Doch halt, vielleicht hat Sascha ja Asse und callt sofort? Sehr, sehr langsame 15 Sekunden verstreichen und Sascha dreht sich fragend zum Team um. Jetzt überschlagen sich die Ereignisse.<br />
Sofort treffen die beiden Hände des Team-Captains aufeinander, der Augenkontakt zu Neil wird durch ein kräftig gerufenes Time Out noch unterstützt. Sascha bestätigt es noch einmal mit der gleichen Geste. Neil annonciert Time Out. Jan macht noch einen Scherz „Can we go to the truck to see the Hole Cards?“ und versammelt sein Team.</p>
<p>Auf dem Hinweg zur Time Out Ecke überlegt sich Heitmann schon, ob er in diesem Spot mit QQ pleite gehen muss. Und wie sieht die Mathematik mit AK aus? Buben wird er wohl wegwerfen können. Kann Darus Suharto (der kanadische Anführer und WSOP Finalist) hier einen Move machen? Scheint unwahrscheinlich.</p>
<p>Auf dem Rückweg denkt er sich: „Hoffentlich halten die Asse.“ Und: wie erkläre ich die schlimmste Slowroll dieses Jahrhunderts bloß den Kanadiern??</p>
<p>Die nehmen es erst ziemlich schlecht auf, als die Karten umgedreht werden. Zeitgleich werden die deutschen Kommentatoren von ihren internationalen Kollegen in der Kabine hinter der TV Arena ausgebuht. Zwei Facebook-Gruppen schiessen aus dem Boden.<br />
Nach der Hand geht Jan sofort zum Team Kanada und erklärt, wie es dazu kommen konnte. Er kannte ja die Hand nicht, und in dem Moment, wo Sascha sich fragend umdreht, ruft Jan sofort Time Out.</p>
<p>Darus nimmt es ziemlich gelassen. Und hinterher versteht er auch, wie es passieren konnte. Hut ab vor soviel Sportsmanship.</p>
<p>Die Hand wird uns noch länger verfolgen, Sascha und mich. Sascha war es sehr, sehr peinlich, er hat sich mehrmals entschuldigt. Aber böse Absicht war es nicht. Nur Nervosität. Und die überschnelle Reaktion seines Captains.</p>
<p>Diese Situation kam durch eine Verkettung von Umständen. Auf keinen Fall wurde hier mit Assen ein absichtliches Time Out gerufen und somit die schlimmste nur vorzustellende Slowroll verursacht. Wir haben uns sofort (und mehrmals) entschuldigt.</p>
<p>Absichtliche Slowrolls sind so ziemlich das niederste, was man am Pokertisch machen kann. Don’t do it.</p>
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		<title>Laudatio auf einen Pokerspieler</title>
		<link>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/laudatio-auf-einen-pokerspieler/37199</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 11:50:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Die Firma zeichnet aus. Bzw. die Leser der Pokerfirma wählen den <a href="http://spielerdesjahres.de/" target="new">Spieler des Jahres</a>.
Unter den letzten 12 sind natürlich große Namen der deutschsprachigen Pokerszene. Wie sollte es auch anders sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Als Götz mich vor ein paar Tagen fragte, ob ich ein paar wohlwollende Worte zu meinem guten Freund George Danzer schreiben wolle, war ich sofort Feuer und Flamme. Meiner Meinung nach hat es jeder dieser Namen verdient, in die Pokerannalen einzugehen. Werden sie wahrscheinlich auch alle. George auch.</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/12/george-portrait1.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-37199" title="George Danzer"><img class="alignright size-full wp-image-37200" title="George Danzer" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/12/george-portrait1.jpg" alt="" width="205" height="205" /></a>In den letzten Jahren wurde ich von Pokerjournalisten oft gefragt, wem ich einen großen Turnier-Erfolg am Meisten gönne. Die Antwort war immer diegleiche, immer die ehrliche, immer wie aus der Pistole geschossen: George Danzer. Den Zusatz „Direkt an zweiter Stelle, knapp dahinter komme ich, aus rein egoistischen Gründen.“ meine ich auch. Ist ja klar. Jeder gute Pokerspieler will gewinnen.</p>
<p>George auch. Und gewinnen kann er. Auf jedem Level, bei jedem Spiel. Ob bei großen Live-Turnieren, Cash Games, oder im Internet. Bei den letzten großen Online-Turnierserien auf Pokerstars, der SCOOP und der WCOOP, war er unter den besten 3 des Tournament Leaderboards. Und das, obwohl er „nur“ ein Bracelet geholt hat und kaum eins der High Roller Events gespielt hat. Er beherrscht alle Varianten gut, die meisten sehr gut. Und er ist ein Arbeitstier. 16 Stunden-Tage sind eher die Regel, als die Ausnahme bei den großen Turnierserien. Die Konstanz ist schon beeindruckend.</p>
<p>Beeindruckt bin ich oft von meinem Freund George. Es ist, als ob er im Kopf seines Gegners steckt. Innerhalb kürzester Zeit am Tisch hat er seine Gegner im Griff und weiß, wie sie spielen. Und dann passt er sein Spiel gnadenlos an, je nach Schwachstelle und Spielstärke des Opfers.</p>
<p>Schon fast legendär sind seine Reads am Tisch. Ich stand oft kopfschüttelnd daneben, als er ein Monster muckte, in einer Situation, in der ich das All-in meines Gegners mit Handkuss ge-fistpump-snapcalled hätte. George foldet offen, sein Gegner zeigt die Nuts. Wenn es sein muss, callt George aber auch mit einem Underpair. Oder mit König hoch. Je nachdem.</p>
<p>Reads auf George habe ich übrigens keine. Wir kennen uns schon jahrelang, spielen viel miteinander, diskutieren noch mehr und haben sicherlich schon hunderte von Hotelzimmern miteinander geteilt. Und ich habe keine Reads. Ich kann es nicht in Worte fassen, wie mich das aufregt. George schaut immer gelassen aus, egal, ob er gerade mit 6 hoch all-in stellt oder die Nuts hat. Seine Betsizes verraten nix, seine Stimmung schon gar nicht.</p>
<p>Ok. Also, er spielt gut Poker. Tun viele.</p>
<p>Was zeichnet ihn darüber hinaus aus?<br />
Spaß. George hat Spaß. An Poker, am Leben, an Leuten. Und die haben auch Spaß mit George, auch wenn sie viel Geld gegen ihn verlieren. Er scherzt, lacht, amüsiert sich. Vor allem, und da stellen sich mir die Nackenhaare auf vor Bewunderung, wenn er gerade einen Riesenpot mit einem Bad Beat verliert. Gut zu sehen bei den Pots zum Chiplead des Main Events der WSOP 2006 mit 300 Leuten übrig. Entweder auf youtube, oder auf <a  href="http://www.pokeramigos.de" target="_blank">www.pokeramigos.de</a>. George verliert den vielleicht größten Pot seines Lebens als 80-20 Favorit und kurze Zeit später lacht er mit seinem Gegner. Nicht über ihn. Mit. Respekt.  Und sofort verbreitet er wieder Spaß.</p>
<p>Momentan sieht man George oft bei den hohen Mixed Games auf Pokerstars. Die verschiedenen Varianten machen ihm am meisten Spaß. Hier kann er sich auf die Schwachstellen seiner Gegner einstellen. An 12 Tischen gleichzeitig. Schaut doch mal vorbei, aber auf eigene Gefahr&#8230;</p>
<p>Ach ja. Vergesst nicht, ihm <a  href="http://spielerdesjahres.de/" target="new">eure Stimme</a> zu geben. Verdient hat er sie.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wieso? Weshalb? Warum?</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 12:56:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Poker]]></category>
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		<description><![CDATA[<br/>Wieso leben wir? Weshalb sterben wir? Und warum spielen wir Poker? Und wieso, zum Teufel, tue ich mir das an? Gedanken über dies und das und einiges mehr. Die Session läuft nicht besonders gut. In den letzten vier Stunden habe ich drei Ein-Outer gegen mich kassiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Warum bezahlt der Typ eigentlich auf dem Turn noch? Und wieso passiert das immer mir? Ein-Outer in Riesenpots sollten verboten werden. Und warum treffe ich die eigentlich nie? Fragen über Fragen. Die letzte lässt sich allerdings ganz gut beantworten. Ich treffe viel seltener Ein-Outer, weil ich natürlich (als guter Spieler) viel seltener in die Situation komme, dass ICH treffen muss.<br />
Aus dem gleichen Grund bekomme ich auch öfter Bad Beats serviert. Klar. Wenn man immer als Favorit antritt …Wieso? Weshalb? Warum?<br />
<img class="alignright size-full wp-image-32607" style="border:none 0px" title="bild-2" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/10/bild-2.png" alt="" width="224" height="205" />Als alter Sesamstraßen-Fan ist man mit diesem Triumvirat der Fragestellung natürlich vertraut. Aber wieso sollte das für Poker relevant sein? Warum spielen wir Poker? Die Antworten auf diese Frage können sehr divers ausfallen. Für jeden Pokerspieler sind die Gründe und ihre Gewichtung ein bisschen anders. Sicher, alle behaupten immer, sie wollten ihren Profit maximieren. Aber was heißt das genau? Monetärer Profit ist ja nur ein Teil vom Gesamtnutzen. Manche Leute pokern wegen der Aufregung, des Adrenalins. Manche pokern zum Zeitvertreib, andere als Job, mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienen, wieder andere aus purer Faszination mit dem Spiel. Und bei den meisten ist es wohl eine Mischung aus mehreren Gründen.<br />
Wenn man weiß, warum der Gegner pokert, kann man wesentlich effektiver gegen ihn spielen, da man seine Beweggründe für alle Aktionen kennt. Auch während des Spiels ist die Warum-Frage ein gutes Instrument, um effektiver zu spielen. Warum raise ich meine Hand? Alleine nur, weil ich AKo in später Position halte, genügt mir nicht als Antwort. Das Raise mag automatisch sein, aber die Gründe sind wohlüberlegt.<br />
Pokertheoretiker-Gott Sklansky gibt sieben Gründe für ein Raise an:<br />
• To get more money in the pot when a player has the best hand: If a player has the best hand, raising for value enables him to win a bigger pot.<br />
• To drive out opponents when a player has the best hand: If a player has a made hand, raising may protect his hand by driving out opponents with drawing hands who may otherwise improve to a better hand.<br />
• To bluff or semi-bluff: If a player raises with an inferior or drawing hand, the player may induce a better hand to fold. In the case of semi-bluff, if the player is called, he still has a chance to improve to a better hand (and also win a larger pot).<br />
• To get a free card: If a player raises with a drawing hand, his opponent may check to him on the next betting round, giving him a chance to get a free card to improve his hand.<br />
• To gain information: If a player raises with an uncertain hand, he gains information about the strength of his opponent’s hand if he is called. Players may use an opening bet on a later betting round (probe or continuation bets) to gain information by being called or raised (or may win the pot immediately).<br />
• To drive out worse hands when a player’s own hand may be second best: Sometimes, if a player raises with the second best hand with cards to come, raising to drive out opponents with worse hands (but who might improve) may increase the expected value of his hand by giving him a higher probability of winning in the event his hand improves.<br />
• To drive out better hands when a come hand bets: If an opponent with an apparent come hand (drawing hand) bets before a player, if the player raises, opponents behind him who may have a better hand may fold rather than call a bet and raise. This is a form of isolation play.<br />
Ein Raise kann also viele Gründe haben – je nach Situation. Meinen Schülern stelle ich immer wieder die Warum-Frage. Warum erhöhst du hier? Was willst du bezwecken? Warum ist ein Check besser/schlechter? Warum ist die Situation für einen Resteal perfekt? Und so weiter. Aber die Frage nach den Gründen bezieht sich nicht nur auf das eigene Spiel, die eigenen Aktionen. Sobald man die Warum-Fragen für seine Gegner beantworten kann, hat man sie in der Tasche. Die Gegner und bald auch die Millionen.<br />
Warum raist der Gegner hier? Warum raist er so wenig? Wenn ich den Grund kenne, kann ich meinen Gegner enttäuschen, indem ich genau das Gegenteil von dem mache, was er von mir will. Will er, dass ich seine Value-bet calle, so folde ich. Will er, dass ich auf sein Bluff-Raise hin wegwerfe, so calle ich. Will er durch sein Raise Informationen bekommen, so gebe ich ihm die falschen.<br />
Wenn ich weiß, warum meine Gegner so spielen, wie sie spielen, dann bin ich in ihren Köpfen drin. Und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis ihr Geld in meinen Taschen klimpert. Das ist einer der Gründe, warum ich Poker spiele.<br />
Der Spieler, der die Warum-Fragen besser beantwortet, wird beim Poker gewinnen. Derjenige aber, der die Warum-Fragen des Lebens beantworten kann, schicke bitte eine Mail an heitmann@pokerfirma.de und lasse es mich wissen.</p>
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		<title>Viva La Vida &#8211; Viva Las Vegas</title>
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		<pubDate>Wed, 20 May 2009 16:54:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[danzer]]></category>
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		<description><![CDATA[<br/>„I used to ruuuule the World.... now I sweep the streets I used to own.“
Vor Las Vegas, nach Las Vegas. Ende des Monats ist es wieder soweit. Die Sachen sind gepackt, zumindest mental, die Flugtickets gebucht, vorsichtshalber auch schon für den Rückflug Mitte Juli. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Die wichtigsten, schönsten, aufregendsten und schlimmsten Wochen im Jahr eines Pokerspielers stehen an: Die World Series of Poker. Für mich ist es mein 6. Anlauf.  Seit 2004 bin ich jedes Jahr im Sommer zur Weltmeisterschaft in der Stadt der tausend Lichter. Und jedes Jahr bläst sie mir meins aus. Ich hatte noch nie ein Jahr, bei dem ich aus Vegas mit Plus nach Hause kam.</p>
<p>Im Gegensatz zu einigen Anderen liegt das bei mir noch nicht mal an anderen, verlustreichen Spielen, wie Craps, Roulette oder Spearmint Rhino. Auch nicht an exzessiven Party-Gelagen. Sondern eanainzig und allein an meinen Pokerverlusten.</p>
<p>Das schlimmste Jahr war 2007. Da habe ich 16 Turniere gespielt, war 17 mal all-in und habe 16 davon <img class="size-full wp-image-17994 alignright" style="border: none 0px;" title="jan_illu2" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/05/jan_illu2.jpg" alt="" width="206" height="167" />verloren. Das ist gar nicht so einfach. Wenn man immer als 20/80 Underdog reinstellt, dann sollte man trotzdem 3 davon gewinnen. Und meistens war ich sogar Favorit.</p>
<p>Letztes Jahr habe ich dann wenigstens in den beiden größten Turnieren der sieben Wochen gecasht. Einmal im 5000er NLHE, einmal im Main Event. Trotzdem bin ich auch letztes Jahr mit gutem Minus wieder in Deutschland aufgeschlagen. Und völlig fertig.</p>
<p>Nun ist man es als Pokerspieler ja gewöhnt, aus Turnieren rauszufliegen. Aber Vegas ist schlimmer und härter. Soviele Turniere in kurzer Zeit. Dazu noch diese pulsierende, spannende und wahnsinnig anstrengende Stadt. Aus allen Richtungen wird man mit Geld und Sex bombardiert oder zumindest den Versprechungen danach. Bei 6-7 Wochen Vegas habe ich mindestens einen Lagerkoller. Geht gar nicht anders.</p>
<p>Immerhin mieten wir uns seit drei Jahren immer ein Haus. Kostet zu fünft, siebt, oder mehr genauso viel wie wochenlanges Hotel, ist aber angenehmer. So kann man auch mal „zuhause“ abhängen, wenn es ein paar Tage lang schlecht lief. Und kochen kann man auch.<br />
Aber soll ich euch was verraten? Ich freue mich wahnsinnig.</p>
<p>Die Vorbereitung dieses Jahr war schon besser. Eine Woche Training mit George „pusteblume“ Danzer. Wir haben auf der Driving Range über Hand Ranges gesprochen, auf dem Golfplatz über Löcher im Spiel, beim Tennis über aggressive vs. defensive Strategien diskutiert und beim Anstehen an der Bar im Club über Lines.<br />
Zum Abschluss haben wir Sonntag abends 8 große Sonntagsturniere gespielt. So gut wie selten. Kein Cash. Macht aber nichts. Beim Poker kann man es ja nicht erzwingen, nur möglichst gut vorbereiten.<br />
Der Comic Relief in der Halbzeit ist auch eingeplant. Nach zweieinhalb Wochen WSOP kommen unsere beiden Traumfrauen rüber. Dann ist ausspannen und feiern angesagt, Erholung und Ermunterung. Danach geht es in den Endspurt.<a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/05/jan_vegas.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-17993" title="jan_vegas"><img class="alignright size-full wp-image-17995" style="border:none 0px" title="jan_vegas" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/05/jan_vegas.jpg" alt="" width="191" height="189" /></a><br />
Meine Vorhersage: George wird eine grandiose WSOP haben. Er hat die SCOOP dominiert, auf den Bahamas und in Monte Carlo gecasht, ein paar andere Male fast im Geld. Und strotzt vor Selbstvertrauen. Zu Recht.</p>
<p>Ich auch. Ich habe nach der Trainingswoche den Eindruck, einen großen Schritt weitergekommen zu sein in meinem Pokerspiel. Jetzt muss ich es nur noch abrufen.<br />
Wir werden irgendwo um die 10 Events spielen, nebenher Cash Game und online. Bei mir werden es wohl fast ausschließlich NLHE-Turniere, George spielt nach den Erfolgen in der SCOOP auch andere Varianten.<br />
Wie immer wird das Main Event die Letzte Große Hoffnung sein. Die letzte Chance, sich in die Poker-Annalen einzugravieren. Die letzte Möglichkeit auf einen großen Gewinn.<br />
Bis dahin werden wir aber sicher einige Abenteuer erleben, viele Niederlagen, viele Erfolge und viele Anekdoten. Ich freue mich schon, davon zu berichten.</p>
<p>Bis dahin,</p>
<p>Euer Jan.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Monte Carlo, wir kommen!</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 10:50:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Eigentlich wollte ich direkt unten bleiben, nach meinem Sieg in San Remo. Aber dann war ich überraschenderweise nur 2 Stunden 15 Minuten im Turnier bei der EPT San Remo und bin doch wieder nach München geflogen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Es ist immer frustrierend, aus einem Pokerturnier auszuscheiden. Bei jedem neuen Anlauf denkt man: Dieses könnte es sein. Das Turnier, mit dem ich in die Pokergeschichte eingehe. Als Gewinner.</p>
<p>San Remo war es nicht. Zumindest nicht für mich. Für einen  oder eine ist es das ja immer. Das ist das schöne am Poker.</p>
<p>Jetzt bin ich in Monte Carlo und sitze gemütlich auf der Terrasse. Ich gehe noch mal meinen Zeitplan durch.</p>
<div id="attachment_16022" class="wp-caption alignright" style="width: 220px"><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/04/jan_mc.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-15964" title="In Monte Carlo"><img class="size-full wp-image-16022" title="In Monte Carlo" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/04/jan_mc.jpg" alt="" width="210" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">In Monte Carlo</p></div>
<p>Monte Carlo, als EPT Finale, hat immer einen besonderen Rang. Letztes Jahr bin ich recht nah dran gewesen. Immerhin habe ich gecasht, bevor ich dann einen großen Coinflip verlor.<br />
Dieses Jahr wird aber  auf jeden Fall etwas Besonderes. Denn neben dem EPT Finale erwartet mich noch einiges mehr.</p>
<p>Am Tag 1A hatten die Shootingstars ein gemeinsames Foto-Shooting, zusammen mit Boris Becker. Danach spielten wir einige Heads-Up Battleship Duelle gegen die Gewinner der Challenge auf Pokerstars.</p>
<p>Tag 1B spiele ich dann das Turnier. Hoffentlich auch noch die weiteren Tage. Egal, ob ich am Tag 3 noch im Turnier bin oder nicht, es erwartet mich noch ein Termin. Der neu entstehende EPT Players Council trifft sich zum ersten Mal. Die Veranstalter der EPT haben eine beratende Runde ins Leben gerufen, in der acht Spieler und einige Organisatoren (allen voran Thomas Kremser und Neil Johnson) auf Belange aus den Reihen der Spieler eingehen sollen. So eine Art Betriebsrat. Ich wurde auch eingeladen, diesem Gremium beizutreten. Na klar. Ist mir eine Ehre.</p>
<p>Und dann kommentieren wir wie immer den EPT-Live-Stream.<br />
Monte Carlo wird also busy. So oder so. Aber lieber so, als so.  Wenn ihr versteht, was ich meine.</p>
<p>Mit der neuen Struktur (mehr Chips am Anfang) wird das Turnier eine wahre Wucht werden. Und ich habe vor, bis zum Ende zu spielen. Wenn es sein muss, bis zum bitteren.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Rollenspiel</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Mar 2009 12:11:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Geld spielt keine Rolle. <br />
Wir schon.<br />
Wo immer im Leben wir uns aufhalten, wir spielen eine Rolle. Jeder Mensch hat viele verschiedene. Arbeitskollege, Vater, Schüler, Saufkumpane, Freund, Liebhaber, ...
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Je nachdem, wer bei uns ist, wer im Raum ist, oder wen wir beeindrucken wollen, spielen wir andere Rollen, kehren einen anderen Teil unserer Persönlichkeit nach außen.</p>
<p>Am Pokertisch ist das ähnlich. Jeder Spieler hat ein Image. Aber nicht genau eins, sondern möglicherweise viele, ein Image in jedem der Köpfe seiner Gegner!</p>
<p>Die Hand, wegen der ich von Gegner A als looser Bluffer eingestuft werde, hat Gegner B möglicherweise gar nicht gesehen. Oder anders eingeschätzt. Oder eben doch gleich.<br />
Wenn man weiß, was für ein Image man bei einem bestimmten Gegner hat, dann kann man das gut und profitabel ausnutzen. Lustigerweise kann man verschiedene Images am Tisch aufbauen und nutzen. Wenn man zum Beispiel den ängstlichen Gegner aus einem kleinen Pot rausblufft und den Bluff extra so zeigt, dass der mutige Wilde ihn sieht. Gegen den hat man dann im großen Pot natürlich eine große Hand, die man wie einen Bluff aussehen lässt, aber in Wirklichkeit auf volle Auszahlung spielt.<br />
Ist man sich im Klaren über seine Außenwirkung, dann kann man diese ganz bewusst einsetzen. Perfekt ist es, wenn man sein Image am Tisch gezielt bestimmen kann.</p>
<p>Natürlich geht das nicht immer. In der wöchentlichen Heimrunde mit den besten Freunden wird man sich nicht langfristig verstellen können. Aber selbst da wird jeder Spieler eine Rolle übernehmen.</p>
<p>In einem Turnier kann man in den Anfangsrunden zu einem kleinen Preis ein Image etablieren, das man dann in den späteren Runden ausnutzen kann. Problem: Oft ist man nicht lange genug mit den gleichen Spielern am Tisch. Entweder sie fliegen raus, oder man selbst. Oder der Tisch wird aufgelöst.</p>
<p>Die „Rollenverteilung“ geht schon im ersten Augenblick los. Der erste Eindruck ist auch beim Poker wichtig. Ein großer, lauter Typ in Lederjacke, Tattoos und Schmuck wird am Tisch eher aggressiv spielen. Der kleine, dünne Buchhaltertyp wohl eher zurückhaltend. Mein guter Freund George Danzer wird sehr oft gecallt, da die Leute immer 9-hoch bei ihm vermuten. Klar, jung, witzig, Internet-Kid.<br />
Man wird aber auch manchmal von den Karten in eine bestimmte Rolle gedrängt. Bekommt man über Stunden hinweg keine Hand, ist es vielleicht bald Zeit, einen großen Bluff zu nutzen. Auch wenn man nur gute Karten hatte: war man in der letzten Zeit zu aktiv, hat das definitiv Image-Spuren hinterlassen. Das wichtigste ist, sich immer über seine Rolle am Tisch klar zu sein und sein Image auszunutzen.</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/03/jan_image.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-12244" title="jan_image"><img class="alignright size-full wp-image-12245" style="border: 0pt none;" title="jan_image" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/03/jan_image.jpg" alt="" width="212" height="224" /></a>Im Frühjahr 2006 beim WSOP Main Event, Tag 2, kam kein geringerer als Phil Hellmuth an meinen Tisch. Gefolgt von einem ESPN-Kamera-Team, natürlich. Phil spielt seit Jahren schon die Rolle des „Poker Brat“, des sich immer beschwerenden, jammernden, nach Aufmerksamkeit lechzenden Kleinkinds. Diese Rolle passt sehr gut zu ihm, denn er ist so. Er muss sich kaum verstellen, nur die Rolle noch etwas ausführlicher spielen.</p>
<p>An diesem Tag konnte man ihn schon von Weitem hören. Er erzählte allen auf seinem Weg zu unserem Tisch ausführlich von einem seiner Riesen-Laydowns. Er hatte am letzten Tisch innerhalb von 2 Stunden zweimal QQ vor dem Flop weggeworfen. Natürlich waren diese Folds unfassbar gut und nur von einem Spieler von absolutem Weltklasseformat zu bringen. Von ihm halt. An unserem Tisch wurde die Geschichte dann noch einmal in allen Details und vielen Superlativen ausgeschmückt. Er hatte sich kaum gesetzt, immer noch von seiner eigenen Großartigkeit begeistert, da erhöhte er in früher Position.<br />
Phil ist für seine Small Ball Strategie bekannt, d.h. er vermeidet große Preflop-Konfrontationen und versucht lieber, sein Riesen-Edge in kleinen Pots nach dem Flop auszunutzen. Dieses Image, gekoppelt mit seinen Laydown-Geschichten zeichnete eine recht große, offensichtliche Zielscheibe auf seine Stirn. Und so kam es dann auch. Alle foldeten zur Großen Blind, einem jungen Kid mit mittelgroßem Stack. Der pushte all-in vs. Hellmuths EP-Raise. Phil sprang fast aus seinem Stuhl, machte eine Riesenshow, versuchte, den Jungen zu lesen und legte dann seine Karten bildoffen weg: QQ!!</p>
<p>Ich dachte nur: was ein grottenschlechter Fold!! Nach der ganzen Vorgeschichte hat er ja quasi danach geschrieen, dass gegen ihn einer pusht! Ich meine, wer legt in so einer Situation schon QQ weg?? Der Junge zeigte natürlich 97o. Die folgende Aufregung kann man sich vorstellen.</p>
<p>Direkt in der nächsten Hand erhöhte Phil wieder, diesmal UTG. Alle foldeten zu mir auf dem Button, ich hatte AQs. Nach der Vorgeschichte eigentlich ein leichter Push mit meinem unterdurchschnittlichen Stack, da ich sogar gegen QQ auf einen Fold hoffen konnte und Phil nach außen offensichtlich auf Tilt war.<br />
Aber irgendetwas war anders. In der ersten Hand hätte ich hier sicherlich gepusht. Aber jetzt hatte Phil schon wieder erhöht, gerade nachdem er einen großen, katastrophalen Laydown gezeigt hatte. Er musste also eine Hand haben. Nach meinem recht schnellen Fold pushte der gleiche Junge wieder, diesmal aus der SB. Die BB hielt sich raus und Phil sprang wieder auf. Nach einiger Zeit und viel Gerede sagte er: „Even I am not good enough to lay this down.“ Und callte mit KK und verdoppelte sich.<br />
Beide Spieler, sowohl der Junge als auch Phil waren sich über ihr gegenseitiges Image nicht bewusst, dachte ich mir. Nach dem ganzen Tohouwabohou der QQ-Fold-Geschichten war es nur eine Frage der Zeit, dass jemand Phil preflop von einer großen Hand runterbringen wollte, als reinen Bluff. Es lag die ganze Zeit in der Luft. Da hätte Hellmuth mit den Damen snapcallen sollen.<br />
Aber der Junge ging ihm ja trotzdem voll in die Falle. Warum er dachte, dass Phil Hellmuth, einer der besten NLHE-Turnierspieler, direkt nach einem solchen Laydown wieder raisen und wieder wegwerfen würde, ist mir schleierhaft. Von den Stacksizes und der vorangegangenen Situation war es klar, dass Phil hier eine Hand haben musste. Ich denke, dass der Triumph von zwei aufeinander folgenden 3bet-Bluffs gegen eine Legende vielleicht seine Einschätzungen getrübt hat.<br />
Vielleicht dachte er auch, Phil Hellmuth sei komplett von der Rolle, mit all seinen Ausrastern nach der QQ-Hand.</p>
<p>Von der Rolle sollte man allerdings nie sein. Denn Tilt kann sich nur negativ auf die für den Pokerspieler so wichtige Bank-Roll(e) auswirken&#8230;<br />
Rock N Roll,</p>
<p>Jan.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Was-Wäre-Wenn Effekt</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jan 2009 20:07:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Es gibt im Poker, vor allem in Turnieren, ein interessantes Phänomen. Man könnte sagen, es wird durch Tilt hervorgerufen oder durch Emotionen. Ich nenne es den Was-Wäre-Wenn Effekt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Folgende Situation.<br />
Man startet den letzten Turniertag als Chipleader und verliert in der ersten Hand ein Drittel der Chips. Jetzt hat man zwar immer noch über Average, vielleicht doppelt so viel, aber man hat keinen dominanten Chiplead mehr, ist vielleicht nicht mehr Chipleader am Tisch.<br />
Blöde Situation. Hätte man den Pot gewonnen, den man womöglich noch durch einen Zweiouter verloren hat, dann wäre man auf und davon und könnte richtig Powerpoker spielen.<br />
Jetzt muss man sich wieder hochkämpfen. Aber der üble Nachgeschmack bleibt. Was, wenn ich den Pot gewonnen hätte? Dann wäre das Final Table fast sicher gewesen.</p>
<p>Anderes Turnier.<br />
Man war den ganzen Tag über short, hat sich aber mit 20 großen Blinds bei einem Re-Stealversuch mit J8s verdreifacht. Jetzt hat man – das erste Mal im Turnier – fast doppelt Average und kann endlich Poker spielen. Die Gegner sollten sich lieber anschnallen, ich hab jetzt Momentum.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-8798" style="border: 0pt none;" title="Was Wäre Wenn" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/01/bild-1-1.jpg" alt="" width="209" height="209" /><br />
Nanu? Zwei identische Situationen und doch so unterschiedlich? Nein. Aber die Bewertungen waren unterschiedlich. Und zwar durch den Weg dorthin geprägt, durch die Vergangenheit, durch eine Vorgeschichte. Durch ein Was-Wäre-Wenn Gedanken.</p>
<p>Gibt es natürlich auch im Cash Game. Wie oft habe ich das gehört (und sogar manchmal selbst gedacht): „Wäre ich doch lieber vor einer Stunde gegangen, als ich wollte. Dann wäre ich jetzt 200 vorne, statt 300 hinten.“</p>
<p>Die wohl häufigste Art des WWW-Effekts, zumindest bei Anfängern, hört man nach dem Flop. Der Spieler hat fast immer vor dem Flop gefoldet, meistens aus den richtigen Gründen. Der Flop kommt, oft mit Rags, oft mit einem Paar, und das Gesicht des Neuling verzieht sich, das Tuscheln beginnt. „Hätte ich doch das Raise mal mit 83o bezahlt! Ich hätte Full House gefloppt!!“ Das Gebahren der Anfänger dient dem Profi als Tell-Generator. Denn dann ist es weniger wahrscheinlich, dass ein anderer diesen Flop hart getroffen hat. Soll sich der Anfänger ruhig über seine oft richtige Entscheidung ärgern, vielleicht verleitet ihn das zu späteren Fehlern.</p>
<p>Der geübte Profi hat diese Gedanken nicht. Er sitzt am Tisch und foldet, callt und erhöht aus den richtigen Gründen. Vor dem Flop, auf dem Flop, auf Turn und River. „Hätte ich doch&#8230;“ gibt es nicht. Keine Reue. Zumindest so gut es geht. Ich kenne kaum einen Pokerspieler, der sich durch die Vergangenheit nicht beeinflussen lässt. Manchmal ergreift dieses Gefühl auch die alten Hasen.<br />
Aber ausschlaggebend sollte nur sein, was man jetzt aus der neuen Situation macht. Bin ich <span style="color: #ff9900;"><a  href="http://www.pokerfirma.de/kolumnen/in-the-zone/6585">„In the Zone“</a></span>, ist die Zukunft der Fokus.</p>
<p>Beim Pokerspiel kommt es darauf an, möglichst jede Situation wieder getrennt zu betrachten. Ob es eine üble Turnkarte ist oder eine völlig neue Turniersituation. Wichtig ist, was man ab jetzt daraus macht. Die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern. Man kann allenfalls aus ihr lernen. Für die Zukunft.</p>
<p>Ist übrigens wie im richtigen Leben.<br />
Ich wünsche euch für 2009 mehr Was-Wird-Werden Effekte,</p>
<p>Euer Jan.</p>
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		<title>In the Zone</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Dec 2008 18:29:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Noch bevor der Ball die Hand verlässt auf seinem scheinbar endlosen Flug über Meter und Meter durch den leeren Raum, weiß Jordan: der sitzt.  Er dreht sich noch während der Flugphase um, treffsicher, schon wieder auf dem Weg in die Defensive. Er hört noch den „Swoosh“-Sound, den der Ball macht, als er in den Korb fällt. Nothing but Net.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Tiger puttet und fühlt den Ball schon ins Loch rollen, lange bevor die kleine weiße Kugel ihr Ziel erreicht hat.</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/12/jan_swoosh.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-6585" title="Swoosh"><img class="alignright size-full wp-image-6586" style="border: 0pt none;" title="Swoosh" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/12/jan_swoosh.jpg" alt="" width="195" height="197" /></a>Es ist das Gefühl, dass heute und jetzt nichts schief gehen kann. Es ist die Sicherheit, die alle Sportler, Künstler und Spieler ab und an haben, die Großen öfter als die Möchtegerns.</p>
<p>So müssen sich Lennon und McCartney gefühlt haben, als sie „Yesterday“ fertiggestellt haben.</p>
<p>Auch am Pokertisch gibt es das. Jeder Read sitzt, jede Aktion bringt die gewünschte Reaktion, die Bluffs sind perfekt getimed, die Konzentration ist vollkommen, der Fokus ist beängstigend. Ivey nach 30 Stunden Cash Game, Hellmuth am Final Table eines WSOP-Events, Ruthenberg bei der EPT.</p>
<p>„In the Zone“ nennen das die Amerikaner. In the Zone trifft gute Vorbereitung mit stählernem Willen und perfektem Timing zusammen.</p>
<p>In letzter Zeit bin ich oft in diesem illustren Zustand. Ich spiele jede Hand so gut, wie ich es nur kann. Alle Möglichkeiten, eine Hand zu spielen, eröffnen sich mir wie eine bunte, komplexe, aber überschaubare Welt. Ich nehme mir die Zeit, bis ich weiß, was zu tun ist, bis der richtige Weg, die richtige Line sich vor mir auftut wie ein Theatervorhang, der sich hebt und eine grandiose Szene freigibt. Und dann tue ich es. Das Richtige. Ob es ein Bluff ist, eine Overbet oder eine dünne Valuebet. Und der Gegner tut genau das, was ich von ihm will. Manchmal helfe ich verbal oder durch eine Geste ein wenig nach. Wenn es nötig ist.</p>
<p>Auch die Folds fallen leicht. Ein Set auf dem River spiele ich an, werde geraised, nur ein Runner-Runner Flush schlägt mich. Ich gehe die Hand noch einmal durch, lese meinen Gegenüber, weiß genau, was er von mir denkt, kenne seine Spielweise, bin in seinem Kopf. Ich folde. Ohne zu zeigen. Mit der absoluten Gewissheit, einen guten Lay-Down zu machen.</p>
<p>Es fühlt sich gut an. Nein, großartig, grande, magnifique. Keine Zweifel, keine „Was-wäre-wenn-Überlegungen“, kein Schmerz.</p>
<p>Ich bin „in the Zone“.</p>
<p>Wenn ich dieses Gefühl nur einfangen könnte, aufbewahren könnte, mitnehmen könnte und in den wichtigen Situationen immer wieder auspacken könnte. Tommy Angelo, einer meiner Lieblings-Pokerautoren, hat einen Artikel geschrieben mit dem Titel: „If I could bottle this“. Dieses Gefühl, würde ich auch gerne eintüten, einschweißen, in eine Flasche packen und immer zur Verfügung haben.</p>
<p>Leider geht das nicht. Manchmal geht es einem genau konträr, da läuft gar nichts zusammen, jeder Read ist leicht daneben, man traut sich nicht, den Bluff durchzuziehen, nur um sich eine gewinnende Hand zeigen lassen zu müssen, die aber sicher weggeworfen hätte. Dann kommen die Zweifel, das Selbstbewusstsein ist stark angeknackst.</p>
<p>Was ist anders?</p>
<p>Um in die Zone zu kommen, kann man einige Vorraussetzungen schaffen. Unablässige Konzentration und größtmöglicher Fokus sind unabdingbar. Mir hilft es, wenn ich Spaß habe am Pokertisch. Wenn mich die vielen Facetten des Spiels faszinieren, wenn mich die komplexen Situationen und die schwierigen Entscheidungen nicht abschrecken, sondern herausfordern. Wenn ich bereit bin, aus meinen Fehlern zu lernen. Wenn ich bereit bin, mir selbst einzugestehen, dass ich ausgespielt wurde, dass mein Gegner gerade besser war. Das wiederum gibt mir die Gelegenheit zu lernen, mich zu verbessern, mehr über meinen Widersacher zu erfahren und mir schon für die nächste Konfrontation eine Konterstrategie zu überlegen.</p>
<p>Kurz: man muss auch am Pokertisch jede Gelegenheit wahrnehmen, sich zu verbessern.</p>
<p>Ein Gedanke, der mich besonders gut und regelmäßig aufbaut, wenn es mal wieder nicht so gut läuft: Gibt es einen Ort, an dem ich jetzt gerade lieber wäre? Gibt es etwas, das ich in diesem Moment lieber tun würde, als hier dem Spiel zu frönen, das ich so liebe? Wenn die Antwort auf beide Fragen ein klares „Nein“ ist, dann bin ich der Zone sofort ein großes Stück näher gekommen. Ist die Antwort auf eine der Fragen positiv, ist es vielleicht Zeit zu gehen.</p>
<p>Wenn ich In the Zone bin, stellt sich die Frage nicht. Dann bin ich auf der absoluten Höhe meines Könnens. Kein noch so minimales Detail am Tisch entgeht mir. Ich bin mir der sich stets verändernden Tisch-Dynamik zu jedem Zeitpunkt bewusst. Ich weiß, wie meine Gegner spielen, wie sie denken, was für Ängste sie haben. Ich bin in ihren Köpfen.</p>
<p>Und das nutze ich gnadenlos aus. Jetzt ist meine Zeit, mein Moment. Jetzt kann mich keiner stoppen. Selbst die Karten können nichts daran ändern, dass ich perfektes Poker spiele. Ein Bad Beat ist nur ein temporärer Setback, ein kurzes Stolpern. Er lässt mich kalt, hat keinen Einfluss auf meine Spiel und erst Recht nicht auf meine Emotionen. Ich bin kugelsicher, unangreifbar, unkaputtbar. Wenn meine Hand gut ist, dann calle ich . Auch mit K-high. Wenn ich auf dem River geschlagen werde, dann folde ich. Kein Chip wird verschenkt, keine Situation ausgelassen.</p>
<p>Kein Fehler schleicht sich ein, jede Hand wird komplett durchdacht, egal wie lange es dauert. Ich bin eine Macht, eine Naturgewalt, ein Schauspiel. Dies ist meine Zeit.</p>
<p>Swoosh.</p>
<p>Euer Jan</p>
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		<title>Unwörter und schlechte Sitten</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 20:23:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[flughafen]]></category>
		<category><![CDATA[Poker]]></category>
		<category><![CDATA[tilt]]></category>

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		<description><![CDATA[<br/>Tilt ist der größte Feind des Pokerspielers. Aber Tilt kann sich in vielen Lebenslagen einschleichen. Manches bringt mich auf die Palme, auch wenn ich dabei kein Geld verliere. Ich bin vielleicht auch durch mein BWL-Studium geprägt, schon immer ein Prozess-Optimierer gewesen. Beim Kochen, beim Wäschewaschen, beim Autofahren, etc. versuche ich immer, möglichst effizient zu sein. So auch beim Poker. Nur gelingt es nicht immer...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Tilt ist der größte Feind des Pokerspielers. Aber Tilt kann sich in vielen Lebenslagen einschleichen. Manches bringt mich auf die Palme, auch wenn ich dabei kein Geld verliere. Ich bin vielleicht auch durch mein BWL-Studium geprägt, schon immer ein Prozess-Optimierer gewesen. Beim Kochen, beim Wäschewaschen, beim Autofahren, etc. versuche ich immer, möglichst effizient zu sein. So auch beim Poker. Nur gelingt es nicht immer&#8230;</p>
<p>Pet-Peeves<br />
Pet Peeves ist ein Begriff aus dem Amerikanischen und bezeichnet so etwas wie persönliche „Unwörter des Jahres“ oder besser Undinge, die einen selbst sehr nerven. Beim Pokern habe ich einige solcher Pet Peeves. Hier ein paar Auszüge:</p>
<p><em>Fläsch.</em><br />
Nein. Hand Nr. 6 (von „X High“, also unten an gezählt) in der Rangfolge der Pokerhände heißt „Flush“. Wie man schon am „u“ im Wort sieht, hat der „ä“-Laut hier nichts zu suchen. Ausgesprochen wird es „Flasch“. Nicht „Fläsch“. Kann man sich doch wohl mal merken, oder??</p>
<p><em>Raisen „um“ soundsoviel:</em><br />
Ist Quatsch. Niemand muss wissen, um wie viel geraised wurde. Wichtig ist nur, AUF wie viel geraised wurde, also die Endsumme. Denn sonst verstrickt man sich innerhalb kürzester Zeit in unnötige Additionsaufgaben. Wenn Albert UM 30 erhöht, Berta UM 117, Christa UM 344, Doris UM 1357, wie viel muss Florian dann bringen? Genau. Man raist nicht UM, sondern AUF einen bestimmten Betrag.</p>
<p><em>Aufstocken beim Bezahlen.</em><br />
Wir kennen alle die Situation. Ein Spieler hat schon etwas gesetzt und muss jetzt einen Raise bezahlen. Plötzlich geht die Verwirrung los.<br />
„Ich hab schon 15 drin, es wurde erhöht, wie viel muss ich noch bringen?<br />
Egal. Wichtig ist, dass am Ende die richtige Gesamtsumme liegt. Der bei weitem einfachste Weg: Man sagt „Call“ (und gibt somit seine Absicht deutlich zu erkennen), legt die Gesamtsumme rein und NIMMT DEN REST SEINER WETTE RAUS. Durch das äußerst einfache Reinlegen von NEUEN Chips und Rausnehmen der schon gesetzten Chips erspart man sich lange Rumrechnerei. Beispiel: 17 habe ich angespielt, es wird auf 56 geraised. Ich nehme nun meine 17 raus und lege 56 (schon vorbereitete) Chips rein. Keine unnötigen Kopfrechen-Aufgaben. Einfach, schnell, unkompliziert.</p>
<p><em>Erhöhen auf ungerade Summen, wenn eine einfachere Summe keinen Unterschied macht.</em><br />
NUR IN LIVE GAMES<br />
Bei Blinds 1-2, die schon in mehreren Spots gecallt wurden, auf 11 zu erhöhen ist unpraktisch. Auf 12 wäre einfacher, denn dann muss jeder Caller genau 10 (meist ein einzelner Chip) nachzahlen.<br />
Ebenso kann man auf 10 erhöhen, statt auf 9. Erspart dem Dealer ne Menge Wechselarbeit und allen Spielern ne Menge Zeit. Trifft natürlich im Internet nicht zu.</p>
<p><em>Unnützes „Hollywooding“</em><br />
Unter Hollywooding versteht man beim Poker das mitunter sehr lange andauernde Schauspielern während einer Entscheidungsfindung. Ich habe nichts dagegen, wenn man in Ruhe über seine Entscheidung nachdenkt. Es macht mir auch nichts aus, wenn jemand kurz so tut, als hätte er eine Entscheidung. Beispielt: der Bluff auf dem River wird geraised. Wenn man jetzt sofort wegwirft, dann gibt man Informationen über seine Hand raus.<br />
Aber wenn jemand über völlig einfache Entscheidungen viel zu lange überlegt, den Gegner noch ein paar Mal fragt, „Was hast Du denn?“ und sich ewig Zeit lässt, dann verschwendet er unser aller Zeit. Schneller!!</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/11/heitmann_airport.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-4680" title="Airport_illu"><img class="alignright size-full wp-image-4681" style="border: 0pt none;" title="Airport_illu" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/11/heitmann_airport.jpg" alt="" width="209" height="148" /></a><em>Anstehen am Gepäckband</em><br />
Ok, zugegeben, gehört nicht direkt zu Poker. Hat aber einen festen Platz im Leben eines vielreisenden Pokerprofis. Wer kennt das nicht? Man kommt nach einem (manchmal recht langen) Flug am Zielflughafen an, alle gehen mehr oder minder gemütlich an das Gepäckband und warten. Die ersten, die das Gepäckband erreichen, stellen sich in die erste Reihe. Samt Handgepäck und Gepäckwagen. Manchmal auch zwei. Die komplette Familie steht auch noch dort. Und ziemlich schnell ist das Förderband von eifrig nach ihren Koffern ausschauhaltenden Mengen umstellt.<br />
Es folgt die einzig richtige Art, auf sein Gepäck zu warten: alle stehen zwei bis drei Meter vom Band weg. VOR ALLEM DIE WAGEN! So hat jeder, dessen Koffer GERADE vorbeikommt, genug Platz, diesen vom Band herunter zu nehmen und zu seinem Wagen zu rollen. Danach haben die Reisende dann wiederum genug Platz, um mit ihren Wagen vom Band weg Richtung Ausgang zu  schieben. Wer sich direkt ans Band stellt, behindert die ganze Wartezeit für alle anderen. Man rempelt sich gegenseitig an, die Hinteren können ihre Koffer nicht ankommen sehen, die Vorderen können schlecht vom Band weg, wenn sie ihren Koffer endlich haben. Vor allem mit Wagen nicht.<br />
Helft doch nächstes Mal alle mit. Einfach ein bisschen weiter weg vom Band eine ordentliche Reihe bilden. Wer die meisten zum Mitmachen bekommt, hat gewonnen!!</p>
<p>Wenn ihr mal neben mir am Gepäckband steht, habt ihr die Wahl: ihr könnt versuchen, mit mir zusammen die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Oder ihr könnt mich auf Tilt bringen. Wenn ihr es schafft&#8230; Ansonsten landet ihr als schlechtes Beispiel in der nächsten Kolumne. &#8211; Die Welt wird dadurch vielleicht nicht wirklich besser und auch nicht schöner und gerechter, aber es ware doch irgendwie nett, wenn die lässige Höflichkeit einen klitzekleinen Triumph über die rücksichtlose Brutalität feiern dürfte.</p>
<p>Brutal und rücksichtslos kann man ja dann immer noch im Heads-up sein. Da passt das hin und da sollte es auch bleiben.</p>
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		<title>Promi-Coaching</title>
		<link>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/promi-coaching/3199</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 22:19:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[coaching]]></category>
		<category><![CDATA[game]]></category>
		<category><![CDATA[Poker]]></category>
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		<category><![CDATA[pro7]]></category>
		<category><![CDATA[raab]]></category>
		<category><![CDATA[turnier]]></category>

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		<description><![CDATA[<br/>Kennt ihr die Sendung „TV-Total Pokerstars.de Pokernacht“? Das ist die deutsche Variante des „Celebrity Poker“-Formats. Stefan Raab lädt 6mal im Jahr 5 Leute ein, mit ihm um 100.000 Euro zu pokern. Dabei sind immer: Stefan Raab und Elton, 3 Prominente aus Funk und Fernsehen und ein Internet-Qualifikant, der sich über Pokerstars.de gegen Zehntausende durchgesetzt hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Habt ihr euch schon mal gefragt, wer für das (zugegeben manchmal durchwachsene) Poker-Niveau verantwortlich ist? Wer hat denn bitte Karl Dall, Bernard Hoecker, Simone Thomalla et al. das Pokern beigebracht?</p>
<p>Nun, das bin ich. Schuldig im Sinne der Anklage.</p>
<p>Die Promis dürfen natürlich selbst entscheiden, ob sie ein paar Stunden ihrer wertvollen Zeit für ein Pokercoaching opfern oder lieber doch völlig unvorbereitet in die Sendung gehen. Aber wenn sie ein Training wünschen, dann bin ich (meistens) der dezidierte Pokercoach.</p>
<p>Wie sieht ein solches Training aus? Steigt ein, ich nehme euch mal mit zu einer Session.</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/10/heitmann_tvtotal_illu.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-3199" title="heitmann_tvtotal_illu"><img class="alignright size-full wp-image-3200" style="border: 0pt none;" title="heitmann_tvtotal_illu" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/10/heitmann_tvtotal_illu.jpg" alt="" width="198" height="177" /></a>Es beginnt alles mit einer Mail oder einem Anruf der wundervollen Signe, die sich bei Pokerstars in London für die Koordination aller möglichen Dinge und eben auch des Coachings verantwortlich zeichnet. Meist ist der Sendetermin für die Raab-Sendung schon lange bekannt, aber die Mitwirkenden werden erst kurzfristig gefunden. Kommt immer darauf an, wer Zeit hat, wer gerade noch einen Film oder ein Buch promoten soll oder wessen Sendung bald im TV erstausgestrahlt wird.</p>
<p>Also kommt mir so ein Coaching Termin immer recht kurzfristig ins Haus geflattert. Dann wird manchmal mehr oder weniger hektisch der Terminplan umgeworfen und mit den Assistenten oder Managern des zu coachenden Promis koordiniert. Ab und zu mache ich das, manchmal die gute Signe. Es klappt immer. Irgendwie.</p>
<p>Flux den Flug gebucht und auf geht’s. Pokerchips und vor allem die dazugehörigen Koffer, so habe ich recht schnell festgestellt, sind ziemlich gewichtig und daher oft für einen Übergewichts-Aufschlag beim Gepäck verantwortlich.  Ein kleines Set in einer Nylontasche verbessert die Situation. Trotzdem noch schwer.<br />
Meist treffe ich mich mit den Promis in deren Hotel, manchmal auch in den Privatgemächern.  Die Tür geht auf und vor mir steht ein Star aus der Deutschen Medien-Szene. Vor dem Star stehe nur ich. „Hallo, ich bin heute dein Poker-Trainer.“ Nach einer kurzen Kennenlern-Phase („Kann man wirklich davon leben??“ „Was sagen denn Deine Eltern dazu??“) geht es dann an einen Tisch, ich packe die Pokerchips aus und fange an. „Hast Du schon mal Poker gespielt? Nein? Macht nix, das kriegen wir schon hin.“ „Ich will nur nicht als Erster rausfliegen, der Rest ist mir egal.“</p>
<p>Alle waren bisher sehr nett. Liegt hoffentlich auch ein bisschen an meiner unkomplizierten und höflichen Art.</p>
<p>Promi-Coachen ist wie Nachhilfe. Man fängt ganz vorne an und muss alles zigmal wiederholen. Und dann fängt man oft noch mal von vorne an. Ist ja auch logisch, denn die meisten von ihnen haben noch nie vorher Poker gespielt. Da werden dann zunächst die Regeln erklärt. Ablauf einer Texas Hold’em Hand, Rangfolge der Hände, etc. Komplizierter wird es bei solchen Besonderheiten wie Side Pots und String Raises. Aber zum Glück wird die Sendung von Thomas Lamatsch als Turnierdirektor und der hervorragenden (und bezaubernden) Gaby als Dealerin geleitet. Da sind die Spieler in der Runde in guten Händen.</p>
<p>Da für das Coaching meist nur 3-5 Stunden zur Verfügung stehen, ist die Zeit sehr knapp. Ziele des Trainings: die Schüler sollen Spaß am Pokerspielen entwickeln, die Grundregeln und Abläufe verstehen und einige wichtige strategische Grundlagen verstehen: tight-aggressive Spielweise, Position und ein bisschen Sit `n Go Grundstrategie.  Ganz schön ambitionierte Ziele, wenn man bedenkt, dass ich das alles in wenigen Stunden theoretisch übermitteln soll. Manchmal ergibt sich noch eine Praxis-Runde. Immer ohne Geld. Leider. <img src='http://www.pokerfirma.com/wp-content/plugins/smilies-themer/poker/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> Da lassen sich dann die theoretischen Grundlagen zumindest ein bisschen vertiefen.</p>
<p>Alles in allem bin ich sehr stolz auf meine „Schützlinge“. Sie bekommen von mir ein paar Stunden lang Poker-Theorie ins Ohr gedrückt und werden dann ins kalte Wasser des Fischbeckens geworfen. Zum Glück ist das meistens Hai-frei. Selbst Stefan Raab, der ja immerhin bei jeder Sendung dabei war, ist bei weitem noch kein Poker-Hai. Liegt vielleicht am mangelnden Coaching&#8230; (Räusper, räusper). Insofern hat jeder gute Chancen. Der Online-Qualifikant hat natürlich die größte Erfahrung und damit die besten Gewinnaussichten. Allerdings ist er sicherlich auch der Nervöseste.</p>
<p>Die erreichten Platzierungen sind sehr unterschiedlich. Aber zumindest hat es der Online-Qualifikant jetzt nicht mehr ganz so einfach. <img src='http://www.pokerfirma.com/wp-content/plugins/smilies-themer/poker/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> Simone Thomalla und Tim Mälzer haben das Ding sogar schon gewonnen.</p>
<p>Bei den Aufzeichnungen bin ich, wenn es sich einrichten lässt, so oft wie möglich vor Ort. Einmal, um moralische Unterstützung zu bieten. Aber auch weil die Atmosphäre hinter den Kulissen bei der Produktionsfirma Brainpool unheimlich nett und witzig ist. Ich freue mich schon wieder auf die nächste Aufzeichnung am 5. November. Die Sendung wird am nächsten Tag ausgestrahlt, also am 6. November. Diesmal sind u.a. Sarah Wiener (Fernseh-Köchin) und Moritz Bleibtreu (Schauspieler, „Baader-Meinhof-Komplex“) dabei.</p>
<p>Nach der Runde sieht man, wie stark die Anspannung war. Und sofort wird über Poker geredet. „Hast Du gesehen, da hatte ich mal As-Königin und dann kommen doch nur kleine Karten.“ Soll passieren. „Mann, war ich aufgeregt! Ich hoffe, ich habe Dich nicht blamiert.“ „Im Gegenteil, ich war sehr stolz. Du hast echt super gespielt, auch wenn Du als Erster raus bist. Da konnte man nichts machen&#8230;“ Ich glaube wirklich, dass diese Sendung ein Meilenstein ist, um Poker salonfähig zu machen und dem Mainstream vorzustellen.</p>
<p>Schaut mal rein. Für alle pokertechnischen und strategischen Fehler bin natürlich ich verantwortlich. Die Promis können ja immer nur so gut sein wie das vorangegangene Training.</p>
<p>Aber seid gnädig. Denkt an euer erstes Mal zurück. Ich hab damals auch ab und zu aus der Big Blind gefoldet, obwohl ich hätte checken können. Und bei mir ging es nicht vor einem Live-Publikum im Scheinwerferlicht um 100.000 Euro. Da merkt man sogar kameraerfahrenen alten Hasen des Showgeschäfts ihre Nervosität an&#8230;</p>
<p>Schaut mal rein. 6. November auf Pro7.</p>
<p>Liebe Grüße,<br />
Euer Jan</p>
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		<title>Kleine Küchenkunde</title>
		<link>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/kleine-kuchenkunde/1878</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 14:11:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Heitmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[game]]></category>
		<category><![CDATA[home]]></category>
		<category><![CDATA[Poker]]></category>
		<category><![CDATA[turnier]]></category>

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		<description><![CDATA[<br/>Hallo liebe Pokerfreunde,<br />
Meine erste Kolumne hier, bei Pokerfirma.de.<br />
Ich möchte von einer meiner Leidenschaften berichten, euch von einer der schönsten Freizeitaktivitäten erzählen, die ich kenne. Eine Lanze brechen für eine der interessantesten Zeitverschwendungen, die sich ein Mensch leisten sollte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Da wir uns momentan im Internet befinden, weiß ich, dass  die folgenden Schilderungen einigen von euch wie schamloser Sensationsjournalismus vorkommen könnten. Denen, die diese Situation noch nicht erlebt haben sei geraten: macht es. Am besten noch diese Woche.</p>
<p>Andere von euch hingegen wissen genau, wovon ich schreibe. Ihr seid wahrscheinlich schon lange große Fans, vielleicht sogar schon vor der Zeit des Booms, so wie ich. Ihr werdet viele Kleinigkeiten wiedererkennen, vieles wird euch an euch oder eure Freunde erinnern. Und ihr werdet mal wieder Lust bekommen.</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/10/illu_heitmann.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-1878" title="illu_heitmann"><img class="alignright size-full wp-image-1879" style="border: 0pt none;" title="illu_heitmann" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/10/illu_heitmann.jpg" alt="" width="240" height="149" /></a>Ich rede von Live Poker Home Games.<br />
Von jenen Pokerrunden, wo es weniger um das Geld geht, sondern eher um den Stolz. Wo jeder am Tisch einen Spitznamen hat. Keinen „Nick“ mit einem „Avatar“, sondern einen Spitznamen, den er sich erst verdienen musste, wie ein junger Indianer, der auf der Namenssuche war und nach kargen, harten Wochen im Wald wieder zu seinem Stamm zurückkehrt, als Mann.</p>
<p>Die Runden, bei denen es um Centbeträge geht, an einem viel zu kleinen Küchentisch, im rauchverhangenen Neonlicht. Die Runden, bei denen es erst richtig losgeht, wenn alle 2.0 Promille haben und der „Clown“ jede Hand mitkommentiert.</p>
<p>Hier trägt keiner eine Sonnenbrille oder einen IPod. Für die Brille ist es zu dunkel und man möche auf keinen Fall die Gespräche verpassen. Deswegen ist man ja hier.</p>
<p>Hier spielen Freunde und gute Bekannte. Jeder kennt jeden. Seit Jahren. Die Rollen am Tisch sind klar verteilt.<br />
Es gibt einen Spielcaptain, meist in Personalunion mit dem Gastgeber. Er organisiert das Spiel, hat für die Kaltgetränke gesorgt (eine nicht unerhebliche Logistik-Aufgabe) und stellt die Örtlichkeiten, sowie Tisch, Karten und Chips. Idealerweise noch eine Filzunterlage oder gar einen semi-professionellen Pokertisch zur Verfügung. Eine Rake gibt es nicht, allenfalls ein Obolus für Speis und Trank. Davon sollte jeweils reichlich vorhanden sein, vor allem alkoholischer Art.</p>
<p>Der Clown. Der (zumindest in seinen Augen) witzigste am Tisch. Kaum eine Hand wird gespielt, ohne dass Potenzial für Comedy von ihm gesehen und genutzt wird. An ihm ist ein Poker-Experte fürs Fernsehen verloren gegangen. Seine Kommentare sind beissend und präzise, lustig und überraschend. Er versteht es wie kein anderer, die richtigen Spieler auf Tilt zu bringen, die, die es ihm langfristig nicht übel nehmen, aber kurzfristig ganz schön abgehen können.</p>
<p>Der Verpeilte. Einer ist es immer. Spätestens nach dem vierten Cuba Libre vergisst er die Blinds, die Einsätze und regelmäßig seine Karten. Das Spiel wird merklich verlangsamt, nicht nur direkt durch ihn, sondern auch durch seinen Einfluss auf die anderen. Allerdings ist er auch einer der liebenswertesten Charaktere in der Runde. Und – durch seine Verpeilung – eben auch einer der profitabelsten.</p>
<p>Der „Profi“. Es gibt ihn unweigerlich in jeder Runde. Den Möchtegern-Profi. Vielleicht überlegt er tatsächlich, mal zu versuchen, mit Poker seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Zumindest lässt er seine Expertise an den anderen aus. Jede Hand wird analysiert. Meist mit dem Ergebnis, dass er fehlerfrei spielt und die anderen keine Ahnung haben. Der Küchen-Phil-Hellmuth sozusagen.</p>
<p>Der Tilter. Egal, wie gut es am Anfang läuft, der Tilter verlässt nie mit Geld den Tisch. Irgendwann kommt der Zusammenbruch. Meistens kündigt er sich schon von weitem an. Unaufhaltsam ist er immer. Aber irgendwann, irgendwann wird auch er mal mit viel Geld nach Hause gehen. Wenn er es nicht vorher vertiltet, natürlich.</p>
<p>Der Wilde Hund. Er erhöht jede Hand, gibt immer Vollgas. Gegen die passiven Spieler macht er Gewinn. Ob er den auch mitnimmt, hängt von seinem Können gegen die guten Spieler ab. Von seinem Spielstil her ist er -  wie der Name schon sagt – ein Underdog. Aber er hat mit am meisten Spaß, da er jede Hand spielt und große Schwingungen verbucht.</p>
<p>Charaktere gibt es noch zuhauf. Sie unterscheiden sich in den Nuancen von Runde zu Runde, von Stadt zu Stadt. Aber irgendwie sind sie sich und uns ähnlich. Poker verbindet.</p>
<p>Diese Live-Runden in ihren mannigfaltigen Ausführungen sind eine große Leidenschaft von mir. Die Einsätze sind nebensächlich, es geht um die Stimmung. Wer eine solche „Küchenrunde“ hat, der weiß wovon ich spreche. Wer keine hat, der braucht eine. Und zwar dringend.</p>
<p>Schaut euch mal „The Odd Couple“ an. Ein brillanter Film mit Walter Matthau und Jack Lemmon. Die Pokerszene ist spektakulär. Poker, the way it is meant to be played.</p>
<p>Ladet mich mal in eure Küche ein, in meiner seit ihr immer willkommen.</p>
<p>Euer Jan</p>
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