<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Poker Firma &#187; Niki Jedlicka</title>
	<atom:link href="http://www.pokerfirma.com/author/niki/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.pokerfirma.com</link>
	<description>Die ganze Welt ist Poker!</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 01:47:28 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Reflexionen  &#8211; &#8220;Passenger Hammerschmid&#8221;</title>
		<link>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/reflexionen-passenger-hammerschmid/14012</link>
		<comments>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/reflexionen-passenger-hammerschmid/14012#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 19:21:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Niki Jedlicka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[buch]]></category>
		<category><![CDATA[passenger hammerschmid]]></category>
		<category><![CDATA[Poker]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[seiter]]></category>
		<category><![CDATA[spieler]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pokerfirma.de/kolumnen/reflexionen-passenger-hammerschmid/14012</guid>
		<description><![CDATA[<br/>Ich habe das Buch vom ersten Moment gehasst. Noch bevor ich es gekauft hatte. Eine Freundin zeigte mir eine Rezension in der Presse. Wer ist dieser Bernhard Seiter?
Nie gehört, der muss ahnungslos sein. Unglaublich, was sich manche Leute herausnehmen heutzutage. Einfach mal ein Buch über einen Spieler schreiben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Aber das war nicht der Hauptgrund meines Hasses. Der Hauptgrund war mein Ärger, meine Angst, dass mir jemand mein Buch weggeschrieben haben könnte. Mein Lebenswerk, die Sache, auf die ich stolz sein könnte. Und meine Mutter. Ein Buch ist etwas Unvergängliches, ganz im Gegenteil zu all meinem Geld. Und dann kommt so ein Unbekannter und stiehlt mir meine Idee. Am Ende noch gut ausgeführt?</p>
<p>Nein, das kann nicht sein. Woher sollte der denn seine Erfahrung haben? Gleich ein paar Telefonate mit Szene- Insidern. Gut, niemand kennt den Burschen. Muss ich mir keine Sorgen machen. Wird keine Konkurrenz sein für mich. Habe noch genug Zeit, mein Meisterwerk zu vollenden. Genug Zeit, einmal damit zu beginnen.</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/03/jedlicka_ring.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-14012" title="jedlicka_ring"><img class="alignright size-full wp-image-14013" style="border: 0pt none;" title="jedlicka_ring" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/03/jedlicka_ring.jpg" alt="" width="206" height="205" /></a>“Der Spieler” würde ich es nennen. Die Leute würden es nicht verstehen, die Kritiker würden es loben, und alle Spielerkollegen und Möchtegern- Kaibuxxes würden es kaufen. Schon bald würde man extra darauf hinweisen müssen, wenn man zufällig nach einem Werk mit dem gleichen Titel suchen sollte. Aus grauer Vorzeit, Dostoj&#8230;wie? Oh, welche Genugtuung würde es sein, Einladungen zum literarischen Quartett oder Universitätsbesuche abzusagen.<br />
Ich nicht, laut euerem Bildungssystem bin ich doch nicht mal soviel wert wie irgendein Bäckerlehrling! Und ich könnte zurückdenken an diesen Tag, schon damals hatte ich gewusst das mein Titel besser sein würde.</p>
<p>“Passenger Hammerschmid”. Ich bitte dich!</p>
<p>Diese Leute meinen, ein interessanter oder kontroverser Titel wäre die halbe Miete. Ich würde beweisen, dass es mit einem kurzen und einfachen Titel klappen würde.<br />
Würde beweisen, dass ich mehr Ahnung habe vom Spielertum, würde beweisen, dass ich die damit verbundene Einsamkeit besser kenne, würde beweisen&#8230; dass mein Leben spannender ist als das von irgendeinem fiktiven Charakter mit so einem dümmlichen Namen. Würde die von Seiter beschriebene Gleichförmigkeit, die Gleichmäßigkeit des Spielens, welche gleichzeitig den großen Reiz bedeutet, die Möglichkeit, die Zeit zu knechten in einer fast schon meditativen Beschäftigung, noch besser ausführen, den Leser schwindlig schreiben mit Ausführungen und Vergleichen, mit Bildern und Liebe und Taubheit, ihm keine Chance lassen, einen Gedanken zu Ende zu führen, keine Chance lassen, das Problem zu lösen. Nein, das würde niemand schaffen, wenn nicht einmal ich es kann.<br />
Würde mir zu fein sein, auch nur eine einzige Pokerhand anzuführen, einen einzigen Statisten eine Bad Beat Geschichte erzählen zu lassen. Würde nicht auf niedere Mittel wie den Verlust seiner Bankroll zurückgreifen müssen, um das Scheitern darzustellen.<br />
Nein, so einfach würde ich es mir bestimmt nicht machen.<br />
Oh, wie würde dieses Buch die Welt verändern!</p>
<div id="attachment_14015" class="wp-caption alignright" style="width: 220px"><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/03/dsc00120_2.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-14012" title="Jedlicka, Seiter, Schrage"><img class="size-full wp-image-14015" title="Jedlicka, Seiter, Schrage" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2009/03/dsc00120_2.jpg" alt="" width="210" height="154" /></a><p class="wp-caption-text">Jedlicka, Seiter, Schrage</p></div>
<p>Aber dann denke ich mir, auch im “Hammerschmid” steht viel Wahrheit, und seit dem Beginn meines Philosophiestudiums vor einer Woche wird mir angeraten, etwas weniger radikal mit meinem Wahrheitsbegriff umzugehen. Vielleicht ist der “Hammerschmid” gar nicht so unwertvoll, wie man meint. Vielleicht hat die Angst, von jemand anderem eingeholt zu werden, mein Bild verzerrt.<br />
Und nett ist er auch noch, dieser Seiter. Hmm. Götz Schrage mag seine Schreibweise. Der ist vom Fach, der hat Ahnung. Schnell gelesen habe ich es auch, spricht das nicht normalerweise für eine sympathische Schreibweise? Vielleicht tue ich dem Kollegen unrecht. Eine gewisse Ahnung darf man ihm nicht absprechen. Eine gewisse Durchsicht hat er auf jeden Fall.</p>
<p>War es am Ende gar nicht die Angst, geschlagen zu werden im Duell um das Buch aller Bücher? Fühle ich mich etwa in meiner kritischen Stellung bedroht, möchte ich wirklich meinen Platz teilen? Mein Monopol aufgeben?<br />
Es scheint, als hätte man mir keine Wahl gelassen&#8230;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/reflexionen-passenger-hammerschmid/14012/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kleine Zweifel und große Gedanken</title>
		<link>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/kleine-zweifel-und-grose-gedanken/6511</link>
		<comments>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/kleine-zweifel-und-grose-gedanken/6511#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Dec 2008 15:38:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Niki Jedlicka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Poker]]></category>
		<category><![CDATA[prag]]></category>
		<category><![CDATA[reise]]></category>
		<category><![CDATA[zug]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pokerfirma.de/kolumnen/kleine-zweifel-und-grose-gedanken/6511</guid>
		<description><![CDATA[<br/>Poker. Was hat es mir gebracht, was hat es aus mir gemacht? Diese Fragen beschäftigen mich sehr in letzter Zeit. Schwer abzuschätzen das Ganze. Wer kann schon sagen, was einem Schulabbrecher wie mir in den letzten Jahren widerfahren wäre.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Schwer eine Sache aus einer Sicht zu definieren, was sich nur aus einer anderen beurteilen ließe. Denn die Sicht, selbst von der Sache beeinflusst, wenn nicht gar daraus geformt, kann nur aus Reue und Wünschen handeln und somit ein wenig verblendet ein schlechtes Urteil abgeben. Wäre ich ein Freund von Pro- und Contralisten, könnte ich wenigstens Geld in die linke Spalte setzen. Tückisch, dass mir Poker stets gelehrt hat, Geld nicht zuviel Wert beizumessen. Da bräuchte man wohl eine teure Leidenschaft, um nächtelanges Sitzen in den Rauchschwaden von sogenannten “erfolgreichen” Leuten, die als Art der Unterhaltung Poker gewählt haben, zu rechtfertigen. Moment.</p>
<p>Ich reise gerne.<br />
Somit hätte ich noch etwas für die linke Spalte. Viel gesehen von der Welt und viel gelernt über die Leute darauf. Viel gelacht und gut gegessen. Womit wir die zwei meist gelobten Begleiterscheinungen dieses Spiels genannt hätten.</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/12/waagschale_v2.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-6511" title="waagschale_v2"><img class="alignright size-full wp-image-6516" style="border: 0pt none;" title="waagschale_v2" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/12/waagschale_v2.jpg" alt="" width="200" height="168" /></a>Doch so oft sie auch genannt werden, so wenig werden sie auch geschätzt.  Wem kann man schon vorwerfen, nach Jahren des Spielens, in dem sich sämtliche emotionale Energie auf das Verarbeiten von Swings, von Verlusten und Gewinnen richtet, ein wenig gefühlstaub zu werden. Ein wenig selbstironisch, wenn man ihn fragt, ob er denn glücklich sei, vielleicht zu gut erzogen, zu viel Anstand besitzend, um eine ehrliche Antwort zu geben. Vielleicht aber auch einfach wirklich schon zu lange dabei. Oder einfach einfacher gestrickt. Oder auch freiwillig, um sich nicht für die Arroganz kritisieren lassen zu müssen, andere abzuurteilen. Und für die Arroganz, sogenannte “gescheiterte Existenzen”, also jeden zweiten Casinobesucher, mit Mitleid zu strafen.</p>
<p>Neben dem Luxus der westlichen Bildung, sein Leben selbst zu gestalten, seinen Sinn selbst zu begründen, findet so mancher auch noch Romantik, obwohl selbst erzogen, in seinem Dasein.</p>
<p>Ist es gut, seinen Umstand zu Glück zu formen zu suchen?</p>
<p>Sollte ich nun dankbar sein, wieder etwas Distanz zu etwas gewonnen zu haben, das mich eine lange Zeit so eingenommen hatte, um mir solche Fragen zu stellen? Gäbe es eine Einheit um Arroganz zu bemessen, wieviel würde es wohl zählen, der Menschen Glück infrage zustellen?</p>
<p>Mir bleibt wohl nur die Freude daran, wahrscheinlich schon viel Geld mit einer kleineren Chance, richtig zu liegen, investiert zu haben. Oder es noch machen werde. Irgendwie schade, dass sich dieses “Richtig” nicht mit einem Odds Calculator im Internet berechnen lässt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/kleine-zweifel-und-grose-gedanken/6511/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>16</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>DIE AESTHETIK DES ABSURDEN</title>
		<link>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/die-aesthetik-des-absurden/1261</link>
		<comments>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/die-aesthetik-des-absurden/1261#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Oct 2008 17:13:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Niki Jedlicka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[baden]]></category>
		<category><![CDATA[em]]></category>
		<category><![CDATA[geld]]></category>
		<category><![CDATA[Poker]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pokerfirma.de/?p=1261</guid>
		<description><![CDATA[<br/>Eigentlich sehe ich mich nicht als Pokerspieler. Das Spiel macht mir zur Zeit nicht allzu viel Spaß, es füllt mich nicht aus und es zwingt einen oft in die Gesellschaft von ungeliebten Menschen. Und trotzdem habe ich mich auf Baden gefreut. Da kommen nämlich immer die netten Leute, mit denen man sich gut unterhalten und Spaß haben kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>So auch diesmal. Die Partie selbst war seltsamerweise nicht allzu spannend und somit zog sich der Unterhaltungswert hauptsächlich aus diversen Gesprächen. Über andere Spieler, Golf, die Flasche Wein und diverse Pokershows wurde diskutiert, perverse Hotel- und Alkoholpreise verglichen.</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/10/preise.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-1261" title="preise"><img class="alignright size-full wp-image-1262" title="preise" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/10/preise.jpg" alt="" width="240" height="240" /></a>Über 18000 Euro Suiten, 300 Dollar Steaks und 2500 Dollar Gläser wurde philosophiert und mittendrin lief auch noch ein Pokerspiel. Das eigene Aufgehen in Dekadenz stets mit einem Haufen Selbstironie unterlegt, wenn man sich schon als Idiot deklariert, dann wenigstens als einer, der’s mit Humor nimmt.</p>
<p>Es wird gemutmaßt, ob ich mich vielleicht besser im Heben der 30 Millionen Euro geschlagen hätte als mein Nachbar, schließlich trainiere ich ja jetzt regelmäßig. Achja, und 8000 Euro gilt es zu bezahlen. Einen Drilling habe ich, aber mehr als Bottom Two ist der nun auch nicht wert.</p>
<p>Schlecht gespielt habe ich die Hand, wie auch schon die davor. 12000 Euro bin ich eh schon im Minus, soll es denn noch mehr werden?</p>
<p>Ich bezahle und verliere gegen eine Straße, nicht sehr überraschend.<br />
Ich schaue rüber zu Platz eins, unsere Blicke kreuzen sich und wir müssen beide lachen.</p>
<p>Man könnte meinen, wir denken dasselbe.<br />
All diese Geschichten über Verschwendung und den Spaß daran, und ich verliere 20000 Euro. Andere verlieren mehr, aber niemand ist schlecht gelaunt. Ich überlege, ob ich mich nicht vielleicht doch schlecht fühle, aber ich kann kein negatives Gefühl auftreiben. Das Geld ändert nichts für mich, der Verlust macht mich nicht ärmer und ein Gewinn würde mich nicht reicher machen. Und so geht es allen hier am Tisch.</p>
<p>Und ich bin gerührt von der Schönheit dieser Situation. Das Absurde sitzt auch am Tisch, mit direkter Position auf mich.<br />
Zufrieden bin ich, das einzig Wissenswerte, das einem das Spielen lehrt, so verinnerlicht zu haben. Die Wertlosigkeit von Geld, welches niemals des Problems Lösung, doch oft dessen Herkunft zu sein scheint.</p>
<p>Und so geht es weiter, mit 8 anderen Leuten mit sieben- oder achtstelligen Bankkonten, die auch gerne Chips herumschieben, und es ist schön zu wissen, dass man hier eigentlich nichts außer Geld verlieren kann. Und wie ich ja weiß, ist das nichts wert.</p>
<p>Solange man noch etwas hat zumindest.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/die-aesthetik-des-absurden/1261/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Eine Kolumne soll es werden, Blogs sind nicht mehr erwünscht</title>
		<link>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/eine-kolumne-soll-es-werden-blogs-sind-nicht-mehr-erwunscht/474</link>
		<comments>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/eine-kolumne-soll-es-werden-blogs-sind-nicht-mehr-erwunscht/474#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 22:53:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Niki Jedlicka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Poker]]></category>
		<category><![CDATA[prag]]></category>
		<category><![CDATA[reise]]></category>
		<category><![CDATA[zug]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://poker.firma.cc/poker-wp/?p=474</guid>
		<description><![CDATA[<br/>Das einem ungebildeten Schulabbrecher wie mir anzutragen erfordert schon einen gewissen verträumten Optimismus. Das einzige, was ich jemals mit irgendeiner Denkleistung angeschafft habe, sind ein paar Millionen Dollar, und selbst dabei wird mir besagte “Leistung” oft abgesprochen, zwangsläufig vielleicht nicht zu unrecht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Jedenfalls sollte man von mir keine mit Fremdwörtern gespickten, hoch auf Stilismus und Dramaturgie achtenden Artikel erwarten, dafür gibt es den Kollegen Schrage. Ich soll etwas niederschreiben, das hoffentlich ein paar Leute interessiert. Gar nicht so einfach, wenn man zur Zeit kein Poker spielt, das aber der einzige Bereich ist, in dem man seine Kompetenzen gegenüber anderen sieht.</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/10/zug.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-474" title="zug"><img class="alignright size-full wp-image-476" title="zug" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2008/10/zug.jpg" alt="" width="284" height="161" /></a>Da berichte ich doch lieber von meiner kleinen Reise. Mit dem Zug nach Prag. Ich liebe das Zugfahren. Ich würde auch nach Las Vegas mit Zug fahren, Wenn es nicht so weit wäre und wenn ich dort nochmals hinwollen würde. Prag ist außerdem praktisch mit der Bahn zu erreichen. Wahrscheinlich schneller als mit dem Flieger, wenn man die ganze stressige Zufahrt zum Flughafen mit einrechnet.</p>
<p>Jedenfalls liebe ich das Zugfahren, das monotone Geräusch dabei, das zum Lesen und Nachdenken verleitet, die kleinen Ortschaften, an denen man vorbeifährt, die Bewegungsfreiheit im Vergleich zu einem Flugzeug. So kam es, dass ich mich durch Teile von Zeitungen und Magazinen im Wert von 30 Euro las, ab und zu Musik hörte und ansonsten mit Kafka dem Land Respekt zollte.</p>
<p>Die Zugfahrt war ein Erlebnis für sich und als ich ausstieg fühlte ich mich wie damals, lange vor Poker, als ich noch über breitere Interessen und jugendliche Wissbegierde verfügte. Ein schönes Gefühl.</p>
<p>Ich traf eine Freundin und wir gingen zum Coldplay Konzert. Die Band spielte bemüht auf und die Stimmung war dementsprechend großartig. Chris Martin studierte extra ein paar tschechische Floskeln ein, nur blöd für ihn, dass er seine einzige Forderung des Abends, nämlich nach 5 Minuten Ruhe für “The Hardest Part”, nur auf englisch sagen konnte. Auch zu einem Vergleich von Chris Martin und Bob Dylan sollte es mich anregen.</p>
<p>Das Bob Dylan Konzert diesen Sommer in Wien war nämlich subjektiv betrachtet ein großer Reinfall, die Songwahl suboptimal und der Sound gerade zu peinlich. Nun werden viele einwerfen, Bob Dylan ist ein Original und überhaupt, er und seine Mundharmonika sind einfach eine Sache für sich. Das hat natürlich was Wahres und dem kann man nicht so ohne weiteres widersprechen.</p>
<p>Doch dann zückte Chris Martin seine eigene Mundharmonika während einer Acapella Version von “The Scientist” und plötzlich war der Kampf um den Sieger in meiner persönlichen Castingshow entschieden. Eine nette Zugabe gab es auch noch.<br />
So schön dieser Moment auch war, er sollte an diesem Abend noch getoppt werden. Gleich anschließend nämlich, auf dem Heimweg.</p>
<p>Einen eher gemütlichen Rolltreppenfahrer wie mich schüchtern die Highspeed Modelle der Prager Untergrundbahnen extrem ein und voller Sorge blickte ich auf zwei blinde Pensionistinnen, die auch noch durch die Menge an Konzertbesuchern zur ohnehin überfüllten U-Bahn wollten. Doch sie meisterten die Schwierigkeit bravourös, während ich wieder nicht umhin kam, meinem Vordermann sozusagen beim Absprung einen kleinen Stoß mitzugeben.<br />
In dieser ganzen etwas komischen Situation musste ich auch daran denken, wie diese zwei Blinden wohl das Konzert erlebt haben müssen und ich war glücklich, das die Tour Coldplay nach Prag geführt hat. Jedenfalls durfte ich an diesem Abend überaus zufrieden durch die schöne Prager Altstadt spazieren. Der Kopf war frei, das Gefühl war gut und wieder einmal offenbarte sich mir eine Fülle an Leben abseits des Pokertisches.</p>
<p>PS. Kleiner Pokernachtrag aus der Goldenen Stadt. Eine Freundin hier erzählte mir nach dem Konzert, dass sie mit dem Full Tilt Grillset, welches sie von einer Independence Day Party bei Phil Gordon mitgenommen hatte, bei jedem Grillfest in ihrem Prager Studentenwohnheim ein willkommener Gast sei.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pokerfirma.com/kolumnen/eine-kolumne-soll-es-werden-blogs-sind-nicht-mehr-erwunscht/474/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

