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	<title>Poker Firma &#187; Stephan Kalhamer</title>
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	<description>Die ganze Welt ist Poker!</description>
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		<title>On Odds</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 06:26:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Bei Grundeinsätzen von 50 und 100 eröffnet ein Spieler aus früher Position mit 250. Es wird einmal bezahlt ehe die Action beim Big Blind landet. Er hält 44 und bezahlt. Eine gewöhnliche Situation – nichts besonders. Genau deshalb ist sie so wichtig. Sie zu verstehen braucht eine wenig Mathematik – keine neue oder tiefliegende Mathematik; aber dennoch eine, nach der ich sehr sehr häufig gefragt werde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Bei Grundeinsätzen von 50 und 100 eröffnet ein Spieler aus früher Position mit 250. Es wird einmal bezahlt ehe die Action beim Big Blind landet. Er hält 44 und bezahlt. Eine gewöhnliche Situation – nichts besonders. Genau deshalb ist sie so wichtig. Sie zu verstehen braucht eine wenig Mathematik – keine neue oder tiefliegende Mathematik; aber dennoch eine, nach der ich sehr sehr häufig gefragt werde.</p>
<p>Obige Situation trat in meinem jüngsten Workshop auf und ich habe (natürlich <img src='http://www.pokerfirma.com/wp-content/plugins/smilies-themer/poker/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ) eine Tafel dazu vollgemalt:</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.com/wp-content/uploads/2012/01/OnOdds.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-108792" title="OnOdds"><img class="alignnone  wp-image-108793" title="OnOdds" src="http://www.pokerfirma.com/wp-content/uploads/2012/01/OnOdds-721x1024.jpg" alt="" width="274" height="387" /></a></p>
<p>Das fertige Tafelbild bringt ehrlich gesagt nur dem etwas, der das Wirken von Odds ohnehin schon versteht. Mein Ziel in den folgenden Zeilen ist es, das Tafelbild erneut zu entwickeln. Am Ende soll jeder Leser auf dem Stand derer sein, die das Bild gleich komplett verstanden haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Farbe Grün:</strong></p>
<p>Die ersten drei Zeilen (+150, +250, +250) erfassen den aktuell gesichert möglichen Zugewinn für den Big Blind. Die 4. Zeile (+650) fasst die ersten drei Zeilen zusammen. Der BB mit dem Pocketpaar kann also &#8211; sollte er im Spiel bleiben &#8211; mindestens 650 Chips hinzugewinnen.</p>
<p>Dafür hat er aber einen Preis zu entrichten. Dieser steht in der 5. Zeile mit -150. Sowohl die 4. als auch die 5. Zeile werden dann mit den Faktoren x1 bzw. x8 belegt. Das ist ein wichtiger Punkt.</p>
<p>Um die Entscheidung des BB (hier mit 44 zu bezahlen) unmittelbar bewerten zu können, muss man wissen, dass die Wahrscheinlichkeit aus einem Paar einen Drilling am Flop zu entwickeln in etwa bei 1:8 liegt. Es wird also wie folgt kalkuliert, um ein Gefühl für die Situation zu bekommen:</p>
<p>Angenommen der BB foldet diese Situation immer, so gewinnt er nie etwas hinzu, verliert aber auch nie weitere Chips. Sein aktueller Stack spielt also trivialerweise +-0. Bezahlt er aber immer und nehmen wir der Einfachheit halber an, dass er bei gemachtem Drilling immer gewinnt &#8211; ohne Set am Flop aber immer verliert &#8211; so verliert er langfristig eben achtmal so oft 150 als dass er 650 gewinnen kann. Dies führt zu dem langfristigen rechnerischen Minus von 550 (650&#215;1 – 150&#215;8) aus der 6. Zeile. Ohne jede weitere Überlegung ist also Fold (+-0) besser als Call (-550).</p>
<p>Doch gerade am Pokertisch ist es keineswegs verboten zu überlegen! Was passiert denn im Folgenden, wenn der BB callt? Es gibt gesichert einen Flop. Der Pot ist gesichert bei 800 und der BB hat 2 Gegner im Spiel. Er darf also folgende Überlegung anstellen:</p>
<p><strong>Die Farbe Blau:</strong></p>
<p>Glaube ich, dass ich in den Fällen, in denen ich einen Drilling mache, das rechnerische Minus kompensieren kann? Diese Frage deutet der blaue Pfeil von „x1“ (dem Falle eines Sets) auf die blauen „+550“ an. Was bedeuten diese blauen positiven 550? Das sind die benötigten Implied Odds, ab denen Call besser als Fold wird.</p>
<p>Der Big Blind callt also dann mit Recht, wenn er weitere bezahlte Wetten von durchschnittlich mindestens 550 erwarten darf. Deshalb ist eine natürlich notwendige Bedingung für diesen Call, dass die Stacks im Spiel ausreichend groß sind – was hier keine wirkliche Hürde sein sollte.</p>
<p>Weiter gelten folgende Relationen für die Beurteilung des fraglichen Calls:</p>
<p>- je größer die beteiligten Stacks, desto besser für den Call.</p>
<p>- je höher die Spielfreude der Gegner desto besser für den Call.</p>
<p>Deshalb gilt auch etwas, das auf den ersten Blick irritieren kann:</p>
<p>- je besser die vermuteten Starthände der Gegner, desto besser für den Call!</p>
<p>(Denn gerade dann wenn der BB trifft, dann will er, dass die Gegner Toppaar oder gar ein Overpair halten. Denn gerade dann geht viel in den Pot &#8211; insb. mehr als 550.)</p>
<p>Insgesamt ist die beschriebene Situation ein ziemlich klarer Call. Denn gegen 2 Gegner und bei einem Pot von bereits 800 ist es durchaus plausibel an eine weitere bezahlte Wette von 550 zu glauben.</p>
<p>Die beiden untersten Zeilen links neben +550 und der bilanzierenden Null stellen eine weitere bilanzierende Null und +1.150 dar. Beides führt zum folgenden Alternativbeispiel in Rot.</p>
<p><strong>Die Farbe Rot:</strong></p>
<p>Hätte sich der Initialraiser statt einer Wetthöhe von 250 für 350 entschieden und wäre auch dann einmal gecallt worden, so hätte der BB 850 gewinnen können und hätte dafür 250 bezahlen müssen. Das treibt das langfristige rechnerische Minus auf 1.150. Man braucht also eine höhere Erwartung an das Folgespiel (man braucht höhere Implied Odds), um immer noch profitabel callen zu können. Eine einfache bezahlte Wette tut es nun schon nicht mehr.</p>
<p><strong>Die Farbe Schwarz:</strong></p>
<p>Wäre schließlich das neue erhöhte Opening nicht durch eine dritte Partei bezahlt worden (die zweiten roten 350 werden schwarz durchgestrichen), so blieben die Kosten für einen Call des BB natürlich gleich hoch, aber der aktuelle Pot würde auf 500 sinken. Somit steigen die Implied Odds auf 1.500 bei nur einem Gegner und einem gleichzeitig geschrumpften Pot.</p>
<p>Hier ist ein Call nur mehr dann profitabel, wenn man einen wirklich guten Folgeplan hat, der konkrete Merkmale des Gegners mit hoher Wahrscheinlichkeit ausnutzt. Das verlässt dann aber das Thema meines heutigen Beitrags. Die Mathematik hilft eine Situation zu verstehen. Sie gibt die Rahmenbedingungen für eine gute Pokerentscheidung vor. Nicht mehr, aber sicher auch nicht weniger.</p>
<p>Zahler zocken – Könner kalkulieren</p>
<p>Stephan Kalhamer für</p>
<p><a  href="http://gaming-institute.de" target="_blank">gaming-institute.de</a></p>
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		<title>Nicht meine Hand Teil 2</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 20:15:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Wie versprochen „x-e“ ich euch heute noch meine Behauptung aus, dass Tim's Bluff-5-Bet aus <a href="http://www.pokerfirma.com/news/nicht-meine-hand/106817">meinem letzten Beitrag</a> zum meinem großen Missgefallen nicht nur erfolgreich sondern auch noch wertschöpfend war.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Wie versprochen „x-e“ ich euch heute noch meine Behauptung aus, dass Tim&#8217;s Bluff-5-Bet aus <a  href="http://www.pokerfirma.com/news/nicht-meine-hand/106817">meinem letzten Beitrag</a> zum meinem großen Missgefallen nicht nur erfolgreich sondern auch noch wertschöpfend war.</p>
<p>Ehe ich beginne will ich noch auf zwei Dinge eingehen:</p>
<p>1. Dass Tim mit seinem Bluff Wert schöpft, muss mir missfallen! Denn wenn er Wert schöpft und ich in der Hand bin, so zieht er diesen Wert wohl aus meiner Line – ganz nach Sklanskys großem Pokertheorem&#8230;</p>
<p>2. Ich versuche die beiden Artikel analog wirklichen Pokerdenkprozessen aufzubauen: „Live und in Farbe“ also als Spieler mache ich mir meist nur logische, in deutsch formulierte Gedanken. Es kommen selten Zahlen vor. Zahlen laufen im Hintergrund ab. Sie sind die Basis für die Logik in meinen Gedanken. Ich habe schon so viel gerechnet, dass ich vieles einfach schätzen darf und weiss, dass ich dabei kaum irre. Auch rechne ich oft genug im Nachgang und erhalten mir so das Selbstbewusstsein auch in Zukunft mit schnellem Schätzen hinreichend präzise zu sein. <strong>Bauchentscheidungen muss man sich erarbeiten. Man darf sie sich nicht einfach selbstgefällig leisten! Dann trifft man zwar auch Bauchentscheidungen, aber eben keine guten.</strong></p>
<p>Gehen wir also an die Arbeit:</p>
<p>Tims 5-Bet investiert frische 3.800, welche er im Vergleich zur gegebenen Alternative „Fold“ riskiert. Er kann dafür aber, falls er unmittelbar gewinnt, 3.850 (=50+100+800+2.100+800) einstreichen, was per „Fold“ natürlich unmöglich wäre. Zieht man hier Bilanz, so sieht man, dass er schon ab einer Erfolgsquote von 50% „Plus macht“.</p>
<p>Geht man einen Schritt weiter und bedenkt, dass Tims letztes Raise seinen Stack committet &#8211; er also jedes All In zu callen hat, weil er mindestens 3:1 in Chips geboten bekommt und ausser gegen Asse allein gegen jede andere Range mit seiner Hand (A6) im Mittel die benötigten 25% Equity besitzt – so rechnet man in etwa folgendes:</p>
<p>Wenn ich pushe und Tim callt, so ist in etwa 1k Deadmoney im 21k Pot zwischen uns. Tim hält für diesen Fall in etwa 30% Equity, weil er meist dominiert ist oder nur eine Overcard gegen ein Paar hält. Sein Wert im Topf beläuft sich also auf ca. 6.300. Er vernichtet also auch in dieser Betrachtung keineswegs einen Wert der die Chance (unmittelbarer Gewinn von 3.800, s.o.) übersteigt. Es bleibt somit dabei: Tim muss zu mindestens 50% mit seinem Bluff durchkommen und er schöpft Wert.</p>
<p>Letzte Aufgabe der Mathematik in Kombination mit Pokersachverstand ist es nun, diese benötigten 50% auf Plausibilität in der gegebenene Situation einzuschätzen:</p>
<p>Mit welchen wirklichen Händen „leiste“ ich mir einen Flatcall im CO mit all seinen Multiwaygefahren? Wenn überhaupt, dann maximal mit AA, KK, AK, AQ, dann wird es schon dünn. Denn schon QQ oder AJ wären hier überspielt per Flatcall, arbeiten besser als 3-Bet. Diese Menge ist also sehr klein im Verhältnis zu den vielen vielen Händen mit denen ich wegen des Postflopspiels (in Position und bei dickem Stack) ein gegebenes (weakes) Opening calle. Da ich tatsächlich J6s halte, sieht man klar, dass ich tatsächlich viel öfter Mist habe als Premium.</p>
<p>Doch diese Einschätzung ist noch nicht entscheidend. Denn erst nach Tims gecallter 3-Bet und meiner 4-Bet muss man fragen: Ist es wahrscheinlicher, dass ich eine der plausiblen Tophände erst flatcalle und dann aufdrehe oder dass ich situationsbedingt mit einer schlechten Hand „durchdrehe“. Tim hat seine Abwägung gemacht und Recht behalten. Ich hoffe für mein Spiel, dass er nur wenig „Wert geschöpft hat“ sprich: dass ich im Allgemeinen in solchen Spots zumindest zu 40% ein Monster halte. Da Poker unvergleichlich komplex und unsere Zeit als Spieler doch recht kurz ist, werden wir das wohl nie wirklich erfahren.</p>
<p>Ich hoffe euch ein wenig produktiv unterhalten zu haben und wünsche einen guten Start in 2012!</p>
<p>Zahler zocken – Könner kalkulieren</p>
<p>Stephan Kalhamer für<br />
<a  href="http://gaming-institute.de" target="new">gaming-institute.de</a></p>
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		<title>Nicht meine Hand</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 19:12:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Wie gerne redet man doch über die eigenen Siege, ja Triumphe - über die Niederlagen der „Opfer“: dieser Kreaturen, die den Namen Gegner „einfach nicht verdienen“. Poker ist wirklich super. Es bietet jedem die Option seine Siege uneingeschränkt zu feiern und Niederlagen einfach per Statement „massives Pech gehabt“ hinunter zu spülen. Heute will ich mal den Werdegang einer persönlichen Niederlage dezidiert abspulen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Wie gerne redet man doch über die eigenen Siege, ja Triumphe &#8211; über die Niederlagen der „Opfer“: dieser Kreaturen, die den Namen Gegner „einfach nicht verdienen“. Poker ist wirklich super. Es bietet jedem die Option seine Siege uneingeschränkt zu feiern und Niederlagen einfach per Statement „massives Pech gehabt“ hinunter zu spülen. Heute will ich mal den Werdegang einer persönlichen Niederlage dezidiert abspulen.</p>
<p>Wir saßen in einem Level 2 Coaching von mir und Pokertronic schrieb mit (<a  href="http://www.pokerfirma.com/wp-content/uploads/2011/12/101009182048.pdf">Protokoll PDF</a>). Es wurde fullring und recht deep gespielt. Micha openraist bei 50-100 auf 250 aus mittlerer Position und ich bezahle im CO ohne Hand (J7s), weil ich an diesem Tisch gerne gegen Micha in Position spielte und im konkreten Fall glaubte, dass mein Call genügend Kraft hat, um HU oder maximal 3-handed meist in Position weiter zu spielen.</p>
<p>Nun aber raist Tim am Button auf 800 und nur der Initialraiser Micha bezahlt. Ich gebe hier beiden keine Hand: Micha nicht, weil er als Spielertyp imo eine wirklich gute Hand hier nie nur callen würde und Tim (Reese, Mitglied des Weltmeisterteams von London und auch per se ein sehr guter Spieler) nicht, weil er in der Lage ist, zu antizipieren, warum ich hier calle und dass ich dafür nicht notwendig eine Hand brauche.</p>
<p>Ich 4-bete also auf 2.100 und scheitere ebenso wie Micha an Tim&#8217;s 5-bet auf 4.600.</p>
<p>Im Video sieht das wie folgt aus:</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/gC-bK9HVFsc?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Ja, es gibt schmeichelhaftere Videos für mich&#8230; <img src='http://www.pokerfirma.com/wp-content/plugins/smilies-themer/poker/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Wirklich zum (hoffentlich lesenswerten) Thema wird das Spiel imo nur deshalb, weil zu dieser Hand leider festzuhalten ist, dass nicht einfach die „größeren Eier“ nach „wildem Gebolze“<br />
gewonnen haben, sondern MEIN Flatcall (aufgrund MEINES Wissenstands um das Spiel) im ersten Zug eine zu weite Range aufgemacht hat, als dass MEINE 4-Bet gegenüber Tim mit DESSEN Wissenstand um das Spiel an sich (und im besonderen um MEINE Spielauffassung) noch glaubwürdig genug sein kann. Tim hat hier also leider „for Value“ gegen mich ge-bluff-5-bettet. Möge es mir eine Lehre sein. <img src='http://www.pokerfirma.com/wp-content/plugins/smilies-themer/poker/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Im Ernst: Es ist imo sehr wichtig für die Entwicklung eines jeden Pokerspielers, dass er immer in der Lage bleibt, eigene Fehler einzusehen. Mir gefällt meine Line im allgemeinen. Aber ich muss gestehen, dass sie von einem versierten Spieler, wie Tim es nun mal ist, ausgespielt werden kann (wie auch tatsächlich geschehen). Das habe ich im Eifer des Gefechts leider nicht bedacht und dafür bezahlt.</p>
<p>(Wie sich die Situation in Zahlen ausdrückt und warum Tim hier wissentlich wertschöpfend bluffen kann, liefere ich gerne in ein paar Tagen, wenn die Weihnachtsbraten besser verdaut sind. Frohe Festtage euch allen!)</p>
<p>Zahler zocken – Könner kalkulieren</p>
<p>Stephan Kalhamer für<br />
gaming-institute.de</p>
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		<title>Der eigentliche Wert der IFP Weltmeisterschaft</title>
		<link>http://www.pokerfirma.com/news/der-eigentliche-wert-der-ifp-weltmeisterschaft/102775</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 20:29:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Bewegte Zeiten! German Federation of Poker, International Federation of Poker (IFP), IMSA, IOC, SportAccord, Deutscher Poker Sportbund (DPSB), erste sportlich anerkannte Weltmeisterschaft, Deutsches Team, Pius Heinz. Gigantisches Medienecho, wenig Klarheit. Ich will versuchen, ein wenig aufzuräumen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Bewegte Zeiten! German Federation of Poker, International Federation of Poker (IFP), IMSA, IOC, SportAccord, Deutscher Poker Sportbund (DPSB), erste sportlich anerkannte Weltmeisterschaft, Deutsches Team, Pius Heinz. Gigantisches Medienecho, wenig Klarheit. Ich will versuchen, ein wenig aufzuräumen&#8230;</p>
<p>Die International Federation of Poker (IFP) wurde im April 2009 im schweizerischen Lausanne gegründet. Damit betrat der Mindsport Poker das Parkett internationaler Sportverbände. Deutschland zog mit seinem nationalen Verband im Oktober 2009 nach. Dieser startete als German Federation of Poker und betonte damit seine Verbundenheit zur IFP. Heute heißen wir Deutscher Poker Sportbund e.V. und dürfen auf eine echte Erfolgsgeschichte zurückblicken.</p>
<p>Bereits im April 2010 erwirkte die IFP die Anerkennung des Pokersports als Mindsport vor der International Mind Sports Association (IMSA). Damit war Poker endlich da angelangt, wo es hingehört: in eine Reihe mit Schach, Bridge oder Go &#8211; und somit endlich weg aus der gedanklichen Nachbarschaft zu Roulette oder einarmigen Banditen. Im Nachlauf der Olympischen Sommerspiele 2012 von London wird Poker erstmalig ein Teil der World Mindsport Games sein. So ist der aktuelle Stand.</p>
<p>Dass Poker fälschlicherweise als olympische Disziplin neben Ringen oder Schwimmen gefeiert wurde, entsprang einzig phantasievollen Weiterführungen von falsch verstandenen Halbwahrheiten. Nächstes Ziel von Poker ist eine Zusammenarbeit mit SportAccord, dem wichtigen internationalen Sportdachverband neben dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC).</p>
<p>Das etwas komplizierte Zusammenspiel der verschiedenen federführenden Instanzen ist nun nach bestem Wissen genannt. Ganz ehrlich: Es wird nicht alles so heiß gegessen wie es gekocht wird. Poker bahnt sich einfach seinen Weg in die Mitte einer sportlich denkenden internationalen Gesellschaft. Damit genug der Politik.</p>
<p>Auch national und gerade auf spielerischer Ebene dürfen wir von einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte sprechen. Wenige Tage nach Pius Heinz gigantischem Sieg in Vegas traf sich ein von mir nominiertes Deutsches Aufgebot in London und spielte mit 11 anderen Mannschaften um die erste sportlich anerkannte Pokerweltmeisterschaft.</p>
<p>Zehn der elf anderen Teams waren ebenso wie wir „Nationalmannschaften im klassischen Sinne“: ein Teamchef beruft den Kader und man spielt als Team für die eigene Nation. Die USA etwa trat mit Barry Greenstein (als Captain), Vanessa Selbst, Jennifer Leigh, Antonio Esfandiari, Ali Eslami, Isaac Haxton und Matt Matros mit einem beeindruckenden Team an. Doch weder die anderen Nationen noch wir mussten uns verstecken.</p>
<p>Mit Sandra Naujoks, Sebastian Ruthenberg, Hans Martin Vogl, Konstantin Bücherl, Tobias Reinkemeier, Moritz Kranich und Tim Reese brachten wir geballte Pokerkompetenz an die Tische. Besonders möchte ich den guten Teamspirit betonen, für den sich natürlich die Spieler selbst, aber auch unser Verbandsumfeld um die beiden Vizepräsidenten, Jürgen Bachmann und Mike König, sehr verdient gemacht haben.<br />
<a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2011/11/Kaffeepause.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-102775" title="Kaffeepause"><img class="alignnone size-large wp-image-102776" title="Kaffeepause" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2011/11/Kaffeepause-1024x768.jpg" alt="" width="322" height="243" /></a></p>
<p>Ich denke, wir waren die Nation, die dem besonderen Modus der WM am meisten Aufmerksamkeit geschenkt hat. Da wir auch die Nation sind, die den Cup gewonnen hat und sich nun Weltmeister nennen darf, kann es schon sein, dass unser gemeinsames Verständnis für das Spiel unter gleicher Kartenvergabe an allen Tischen (Duplicate Poker) ein Grundstein unseres Erfolgs war.</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/cM6KAp7LMVw?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Wie wurde also gespielt und wer war die zwölfte „Nation“ im Nations Cup?</p>
<p>Zynga, die Pokercommunity des sozialen Netzwerks Facebook, stellte als erste „digitale Föderation“ die zwölfte Nation. Sie ist damit Vorreiter in einem Konzept der IFP, das mittelfristig Brücken zwischen digitaler und realer Ausübung des Mindsports Poker schaffen soll.</p>
<p>Im Nations Cup wurde 6-handed Pot Limit Texas Hold&#8217;em gespielt. Es wurden wie im obigen Videolink gezeigt an allen Tischen die gleichen Karten verteilt. Dazu saßen jeweils sechs Nationen an sechs Tischen um jeweils einen Platz versetzt. Wären also in Spiel 1 an Platz 1 AA an Platz 2 22, dann 33, 44, 55 und an Platz 6 66 als Starthände verteilt worden, so hätte jede Nation jeden Spot genau einmal zugeteilt bekommen. Denn auch der Button liegt überall gleich und selbst das Board kommt überall gleich – so es denn kommt. Es gibt pro Hand ein Bettingcap bei 100 BB und nie hat ein Spieler vor einer Hand weniger als 100 BB im Stack. Es herrscht also größtmögliche Vergleichbarkeit zwischen den Aktionen der Spieler.</p>
<p>Wer versteht es im Vergleich zu seinen eigentlichen Gegnern in den selben Spots an den anderen Tischen weniger zu verlieren oder aber mehr zu gewinnen? Nach allen gespielten Händen erringt der beste Saldo pro Seat 6 Punkte für seine Nation. Der Zweitbeste erzielt 5, dann 4, 3, 2 Punkte. Der schlechteste Saldo schließlich bekommt noch einen Zähler fürs Vaterland. Somit kann eine Nation maximal 36 Punkte erringen. Wir wurden mit 24 Punkten vor Brasilien und Spanien (je 22 Punkte) Weltmeister! Gratulation ans Team!</p>
<p><a  href="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2011/11/TeamGermany.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-102775" title="TeamGermany"><img class="alignnone size-large wp-image-102777" title="TeamGermany" src="http://www.pokerfirma.de/wp-content/uploads/2011/11/TeamGermany-1005x1024.jpg" alt="" width="291" height="296" /></a></p>
<p>Auch in der Einzelweltmeisterschaft schlugen wir uns gut. Deutschland trat mit 9 Spielern in diesem klassischen MTT an. Die bereits genannten 7 Spieler und ich wurden von Pius Heinz als neunten Starter verstärkt. Wir brachten mit Sandra und Tim zwei Deutsche Spieler aus dem hochkarätigen 135er Starterfeld an den 9er Finaltisch – an „The Table“. Dort erzielte Tim den 8. Platz und Sandra den 6. Platz. Sieger wurde der Spanier Raul Mestre, vor der Engländerin Victoria Coren und dem Brasilianer Igor Trafane. Glückwunsch auch nach Brasilien!</p>
<p>Ein wirklich bewegtes 2011 geht damit in die Schlusskurve. Tolles wurde erreicht, vieles ist auf dem Weg. Wir freuen uns auf alles was Poker ausmacht in 2012. Die typischen Rollercoasterrides zwischen Deeprun und Bad Beat kommen mit Sicherheit wieder auf allen Ebenen &#8211; und trotzdem werden sie uns überraschen!? That&#8217;s Poker.</p>
<p>Stephan Kalhamer, Präsident<br />
Deutscher Poker Sportbund e.V.</p>
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		<title>Poker ist Sport++</title>
		<link>http://www.pokerfirma.com/news/poker-ist-sport-3/96938</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 08:40:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Fast 2 Jahre ist es her, da schrieb Rosi „<a href="http://www.pokerfirma.de/news/poker-ist-kein-sport/37489">Poker ist kein Sport</a>“. Ich „min-raiste“ sie sportlich mit „<a href="http://www.pokerfirma.de/news/poker-ist-sport/40018">Poker ist Sport</a>“ und „<a href="http://www.pokerfirma.de/news/poker-ist-sport-2/40445">Poker ist Sport+</a>“. Das Thema wurde heiß diskutiert, ebbte dann wieder ab. Immer habe ich meine in den beiden Artikeln dargelegten Überzeugungen weiterverfolgt. Heute möchte ich mit Teil 3, einem Statusbericht, anschließen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Fast 2 Jahre ist es her, da schrieb Rosi „<a  href="http://www.pokerfirma.de/news/poker-ist-kein-sport/37489">Poker ist kein Sport</a>“. Ich „min-raiste“ sie sportlich mit „<a  href="http://www.pokerfirma.de/news/poker-ist-sport/40018">Poker ist Sport</a>“ und „<a  href="http://www.pokerfirma.de/news/poker-ist-sport-2/40445">Poker ist Sport+</a>“. Das Thema wurde heiß diskutiert, ebbte dann wieder ab. Immer habe ich meine in den beiden Artikeln dargelegten Überzeugungen weiterverfolgt. Heute möchte ich mit Teil 3, einem Statusbericht, anschließen.</p>
<p>Die German Federation of Poker (GFP) gibt es nun seit drei Jahren. Sie ist ein eingetragener Verein und dient als Kommunikationsorgan und Plattform für die sportlichen und rechtlichen Interessen der Pokervereine in Deutschland. Ziel ist die gesellschaftliche Anerkennung von Poker als Denksport. Die GFP organisiert die Austragung nationaler Ligen und Meisterschaften sowie Teilnahmen an internationalen Team- und Einzelwettbewerben. Sie bündelt die Aktivitäten von Vereinen und Clubs zu einer bundesweite Live Poker Liga. Darüber hinaus bestreitet ein GFP-Auswahlteam internationale Nationenvergleiche. Zu den Aufgaben der Organisation gehören die Förderung des Nachwuchses und der Arbeit in den einzelnen Vereinen. Des Weiteren entwickelt die GFP ein „Gütesiegel für Pokersysteme“. Als exklusives Mitglied der International Federation of Poker (IFP) vertritt die GFP seit 2009 die Denksportdisziplin Poker in Deutschland.</p>
<p>Die International Federation of Poker (IFP) wird noch in diesem Jahr die ersten offiziellen Poker- Weltmeisterschaft vom 17. bis 20. November in London ins Leben rufen. Eine Landing Page mit Informationen zu den Verbänden und den bevorstehenden Events ist bereits unter http://de.pokerfed.org erreichbar. Auf einer Online Poker-Plattform werden Mitglieder in Zukunft die Möglichkeit haben, sich für offizielle Turniere, darunter auch die Europa- und Weltmeisterschaft, zu qualifizieren und an IFP-Online-Turnieren teilzunehmen. Dem Charakter des „Social Gaming“ Rechnung tragend, werden darüber hinaus auch inoffizielle Turniere von Gruppen, Marken oder Einzelpersonen möglich sein. Zur Transparenz des sportlichen Wettbewerbs trägt zudem die Abbildung offizieller Rankings auf internationaler und nationaler Ebene bei.</p>
<p>Soviel zum generellen Status &#8211; ganz konkret waren wir jüngst mit der GFP auf Europas größter Jugendmesse, der YOU in Berlin. Dies war unsere erste richtig offizielle Action, unser öffentlicher Launch. Es war ein großer Erfolg. Unser Stand war an allen Messetagen proppenvoll. Wir saßen im Bereich Education neben anderen Mindsports wie Go, Bridge oder Schach &#8211; wo wir auch hingehören. Für die Printausgabe 6/2011 der Royal Flush  habe ich (neben einem persönlichen Artikel zum 10-jährigen Jahrestag von 9/11) einen ausführlichen Beitrag zur GFP auf der YOU abgegeben.</p>
<p>Poker ist nun auf dem Weg. Ich bleibe überzeugt, dass es seine verdiente Anerkennung als Mindsport in  den Köpfen der Gesellschaft noch erfahren wird. Es ist als Spiel einfach zu gut als dass es ewig verkannt bleiben könnte. Gute Pokerspieler sollen für das geschätzt werden, was sie sind: hervorragende Entscheider. Unter massivem Druck und großer Unsicherheit treffen sie weitreichende Entscheidungen in hoher Taktung. Sie erfahren die stets extremen Resultate ihrer Entscheidungen ungebremst, dürfen nach Niederlagen nicht aufstecken nach Siegen nicht<br />
abheben. Ich habe Respekt vor (den wenigen) wirklich guten Spielern, weil ich Respekt vor dem Spiel habe. (Im Pokerfirmateil der bereits erwähnten Royal-Flush-Ausgabe schreibe ich übrigens über meine Gedanken zum Thema „Angst am Pokertisch“ – dabei spielt Respekt dann auch eine Rolle&#8230;)</p>
<p>Zahler zocken – Könner kalkulieren</p>
<p>Stephan M. Kalhamer als<br />
Präsident German Federation of Poker</p>
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		<title>Raus in Runde Eins</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Aug 2011 15:32:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Vier unserer achtzehn Bundesligaclubs hat es in der ersten Runde des DFB-Pokals erwischt – natürlich gegen „Fische“. Wie kann das nur passieren? Ich will nicht wieder alles aufrollen, was ich bereits zum Zusammenspiel von Glück und Geschick im Sport geschrieben habe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Vier unserer achtzehn Bundesligaclubs hat es in der ersten Runde des DFB-Pokals erwischt – natürlich gegen „Fische“. Wie kann das nur passieren? Ich will nicht wieder alles aufrollen, was ich bereits zum Zusammenspiel von Glück und Geschick im Sport geschrieben habe.</p>
<p>Gerne verweise ich alle Interessierten zum Beispiel auf meinen Beitrag <a  href="http://www.pokerfirma.de/news/das-gluck-der-fussballer/84466">„Das Glück der Fußballer“</a>. Heute aber will ich ein paar Überlegungen zu Wettquoten anstellen.</p>
<p>Wenn ich wette, will ich gewinnen. Doch was heißt „gewinnen“ überhaupt in diesem Kontext? Wer einfach immer auf die Favoriten setzt, gewinnt natürlich am häufigsten seine Wetten. Aber er ist deshalb nicht zwangsläufig ein Gewinner am Wettmarkt.</p>
<p>Ein wahrer Gewinner zu sein bedeutet, dass die Summe der Gewinne die Summe der Wettausgaben übersteigt.</p>
<p>Spätestens jetzt muss einfach die Brücke zum Poker kommen. Gewinner am Pokertisch gehen im Mittel schwerer aus dem Casino raus als sie reingegangen sind.</p>
<p>In beiden Welten müssen einzig die Relationen stimmen. Jede Wette muss öfter halten als es die jeweilige Quote erfordert. Jeder Einsatz muss öfter gewinnen als es nach Chance-Risiko-Verhältnis von Nöten ist. Der Einsatz soll im Spiel Mehrwert generieren. Er „arbeitet“ für den Entscheider.</p>
<p>Wann Pokereinsätze wie stark für den jeweiligen Spieler arbeiten, steht heute nicht im Mittelpunkt. Heute soll es ja um Wetten gehen. Ich überlege einmal folgendes: angenommen besagte 18 Pokalspiele „David gegen Goliath“ würden alle zur gleichen Wahrscheinlichkeit für den jeweiligen Goliath ausgehen. Unter welcher Wahrscheinlichkeit bräuchte es dann wie viel Pech, dass einfach per Zufall mindestens vier Erstrundenfavoriten „busten“?</p>
<p>Zugegeben die Frage liest sich etwas kompliziert. Sie ist aber interessant und etwas geistige Anstrengung durchaus wert. Nehmen wir gleich ein konkretes Beispiel:</p>
<p>Ich unterstelle, die Erstligisten sind so überlegen, dass ex ante zu erwarten ist, dass 6 von 7 weiterkommen. Man „würfelt“ also 18 mal einen 14%igen Suckout aus. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass dabei mindestens vier Favoriten auf der Strecke bleiben?</p>
<p>Der gute alte Bernoulli liefert uns die Lösung: 1 &#8211; B(18, 3, 0.14, cum) gilt es in Excel zu haken und herauskommt: 24%. Falls der gemeine Bundesligist also tatsächlich eine Favoritenstellung von 6/7 in Runde 1 des DFB Pokals haben sollte, so sollte es jede vierte Saison vorkommen, dass (mindestens) solches passiert wie jüngst geschehen &#8211; dass also vier Favoriten ausscheiden.</p>
<p>Warum ist dies nicht nur für Mathefetischisten interessant? Weil man daraus Wert schöpfen kann! Ehe ich wette, bilde ich mir meine Meinung dazu (oder sehe in der Historie des DFB-Pokals nach) wie häufig es vorkommt, dass mindestens vier Bundesligisten in Runde 1 KO gehen. Angenommen ich glaubte, dass dies jede zweite Saison passierte, so läge das nach Rechnung adäquate Bustrisiko pro Team bei 20%. Denn 1 &#8211; B(18, 3, 0.2, cum) ergibt gerade 50%. Nach dieser Rechnung ist es dann ein leichtes auf die benötigten Quoten für lukratives Wetten zu schließen:</p>
<p>Damit ein 20%-Dog eine Wette wert ist, brauche ich mindestens eine Quote von 5. Denn dann kompensiert ein Gewinn die Verluste aus vier Niederlagen. Umgekehrt gilt natürlich, dass ein 80% Favorit erst ab einer Quote von 1.25 für Wetten interessant ist. Denn erst ab dieser Quote spielen die vier langfristig zu erwartenden Wins das Kapital ein, welches das eine Loss verbrennt.</p>
<p>Nun aber genug davon. Wer gerne noch ein wenig mehr über Zahlen rund um Wettabschlüsse lesen möchte, dem empfehle ich <a  href="http://gambling-institute.de/pokertexte/Stephan%20Kalhamer%20-%20Faszination%20Sportwetten.pdf" target="_blank">z.B. „Faszination Sportwetten“</a> zu überfliegen. Allen, denen das nun zu viel Mathematik war, lege ich auch gerne noch etwas nützliche Psychologie ans Herz. Letztes Jahr habe ich im Beitrag <a  href="http://www.pokerfirma.de/news/entscheidendes/68213">„Entscheidendes“ </a>von Jonah Lehrers Buch „Wie wir entscheiden“ geschwärmt.</p>
<p>Meine Begeisterung dafür hält an. Gut kommt darin rüber, wie ungeeignet unser Gehirn doch für Statistiken ist. Dies zu akzeptieren bedeutet bares Geld für Pokerspieler wie Sportwetter. Pokertische sind zu schlagen, weil man gegen fehlbare Gegner antritt. Sportwetten sind (etwas schwerer) zu schlagen, weil man gegen einen fehlbaren Markt antritt.</p>
<p>Man sucht also gezielt nach Fehleinschätzungen und beutet diese aus. Am Pokertisch zahlt manch einer gerne z.B. unter 2:1 in Jetons bei nur 8:38 in Karten. Denn er bastelt halt gerne. Bei Sportwetten setzen viele gerne z.B. in Deutschland auf Deutschland. Damit aber die Wettanbieter nicht im Risiko stehen, balancieren sie die Quoten auch nach den Geldflüssen und nicht nur nach den Kräfteverhältnissen unter den gegnerischen Mannschaften. Es kann somit Wert entstehen, wenn man gegen die aktuell medial gehypten Teams setzt.</p>
<p>In beiden Welten gibt es unzählige vergleichbarer Möglichkeiten, zufallsbeeinträchtigte Konstellationen nüchtern zu betrachten und im Folgenden wertschöpfend zu handeln. Deshalb ist und bleibt das Spielen mit dem Zufall wohl so reizvoll. Gutes Blatt!</p>
<p>Zahler zocken – Könner kalkulieren<br />
Stephan M. Kalhamer für</p>
<p>gambling-institute.de<br />
- calculated gaming -</p>
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		<title>Ode an Udo</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jul 2011 14:36:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>„(...) Und König Vier off muss man under the sun auf jeden Fall mit viel Fun mal reraisen. Schließlich fehlen ja nur noch maximal sieben Karten für den Gunshot. (...)“ Damit hat er mich erwischt, der Gartenbach – so gelesen in seiner jüngsten Machenschaft „Herzflush mit Kicker Herz“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>„(&#8230;) Und König Vier off muss man under the sun auf jeden Fall mit viel Fun mal reraisen. Schließlich fehlen ja nur noch maximal sieben Karten für den Gunshot. (&#8230;)“ Damit hat er mich erwischt, der Gartenbach – so gelesen in seiner jüngsten Machenschaft <a  href="http://www.pokerfirma.de/news/herzflush-mit-kicker-herz/92150">„Herzflush mit Kicker Herz“</a>.</p>
<p>Ich lese ihn eigentlich immer &#8211; schon allein, weil ich ihn als Person und in seiner Schreibtechnik sehr schätze. In seiner rigorosen Themenverarbeitung oder in Bezug auf sein Pokerspiel muss ich allerdings schreiben, dass er sich da (zumindest was meinen bescheidenen Support anbelangt) ganz auf sich allein gestellt sehen sollte. Ich habe einfach zu viel Respekt vor Pokertheoretischem oder dem Thema einer gesellschaftsfähigen Regelung für unseren Sport, als dass ich derartige Belange rein humoristisch angehen wollte. Trotzdem stelle ich neidlos fest, dass etwa <a  href="http://www.pokerfirma.de/news/pimmel-ev/87486">„Pimmel e.V.“</a> als Text super erfolgreich ist. Schade um die Pokercommunity, dass ein solch wichtiger Belang die größten Wellen als Parodie schlägt. Jeder Gemeinde den Papst, den sie verdient? Wie auch immer&#8230;</p>
<p>Nun aber endlich zu dem, was ich heute eigentlich schreiben will: ich habe mich doch glatt hingesetzt und ausprobiert, ob ich ein fiktives „Board“ aus sieben Karten bilden kann, ohne dass K4 einen Gutshot bildet! Dabei wurde meine Aufmerksamkeit vermutlich durch Udos überraschend präzise eingrenzendes Wort „maximal“ in besagtem beiläufigen Satz unausweichlich angesogen. Triviale Lösungen mittels gleicher Werte am Tisch (etwa 7777TTT) oder gar der fast schon blasphemische Gedanke, dass es gar kein Board mit sieben Karten gäbe, haben mich in meinem Bemühen nicht aufgehalten.</p>
<p>Ich habe also ein wenig herumgekritzelt und konnte tatsächlich maximal ein „Board“ mit sechs Karten formen, ohne dass K4 zumindest einen Gutshot bildet! Treffer sind dabei natürlich ausgeschlossen. (Es sei denn innerhalb dieser verqueren Gedankenwelt, in der man nach der maximalen Entfernung einer fragwürdigen Starthand hin zum Ziel „Gutshot“ sucht, ist ein Paar weniger wert als ein fast erreichter Gutshot!? Das aber kann wohl nur Udo beantworten&#8230;)</p>
<p>Ich bin also beeindruckt ob Udos sauberer Vorbereitung seines Witzes. Er blafft uns offensichtlich nicht einfach leer Blöffendes entgegen. Seine Witze, die er so nebenbei streut, sind wohl formuliert und halten selbst unangemeldeter Pedanterie stand (was ganz nebenbei bemerkt im Pokerbusiness auch schwer nötig ist). Hut ab und Glückwunsch dafür, Udo!</p>
<p>Ehe ich für heute schließe, komme ich noch meiner „Verantwortung“ (zumindest wird es mancher wohl so sehen) als Friend of Full Tilt Poker nach. Ich schreibe also auch dazu, wozu ich eigentlich schon allein deswegen nicht schreiben will, weil ich offensichtlich nichts darüber weiß. Aber gut, ich werde nun einmal sehr viel und auch verständlicherweise nach „dem Stand der Dinge“ gefragt.</p>
<p>Meine klare und ehrliche Aussage lautet: ich weiss um die laufenden Geschehnisse bei Full Tilt nicht mehr als alle, die aktuell meinen, darüber schreiben zu wollen. Alles, was ich dazu also schreiben könnte, kann mit mindestens gleichem Wert „direkter“ (sprich in den Originalmutmaßungen zum Sachverhalt) im Internet gefunden werden.</p>
<p>Genauso stellt sich mein Sachstand dar und ist meinerseits schlichtweg nicht zu ändern. Mein Antrieb in all meinen Projekten in der Branche war, ist und bleibt es, das Pokerspiel in seinen Werten zu kommunizieren. Das ist mir das Spiel einfach wert. Bis zum nächsten Mal und dann auch wieder in rein spieltaktischem Kontext: keine Oden, erst recht kein Odium. Ich freue mich darauf.</p>
<p>Zahler zocken – Könner kalkulieren<br />
Stephan M. Kalhamer für</p>
<p>gambling-institute.de<br />
- calculated gaming -</p>
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		<title>Wat n Pech</title>
		<link>http://www.pokerfirma.com/news/wat-n-pech/84586</link>
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		<pubDate>Mon, 02 May 2011 09:19:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Der Launch der Liveseminare im Rahmen von FullTiltPokerAkademie.net am Samstag in Berlin hätte es eigentlich auf das Titelblatt der BamS schaffen müssen. Ein medialer Royal Flush Draw quasi...
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			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Der Launch der Liveseminare im Rahmen von FullTiltPokerAkademie.net am Samstag in Berlin hätte es eigentlich auf das Titelblatt der BamS schaffen müssen. Ein medialer Royal Flush Draw quasi&#8230;</p>
<p>Aber nein – es musste ja unbedingt auf der Insel royal geheiratet werden. Als dann in Dortmund auch noch vorzeitig die Pressephotos zum Meisterschaftsgewinn flushten, war das Titelthema endgültig geplatzt. Bestimmt nur deswegen! Heute nun vermasselt die Nachricht von der Erschiessung Bin Ladens auch noch den zentralen BILD-lichen Nachbericht zur Akademie. Wat n Pech! <img src='http://www.pokerfirma.com/wp-content/plugins/smilies-themer/poker/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Muss ich eben selbst ran&#8230;</p>
<p>Spass bei Seite. Die neuen Livecoachings mit Stefan Rapp und mir haben also am Wochenende ihre Premiere erfahren. Im sehr wertigen Umfeld der Tagungsräume des Andel&#8217;s Hotel unterstützten Stefan und ich die Teilnehmer thematisch unterteilt nach Ring Game und Turnierpoker.</p>
<p>Konzeptionell läuft das Seminar so, dass an den Tischen einfach gespielt wird. Stefan oder ich unterbrechen von Zeit zu Zeit die Partien und gehen mal kürzer oder auch mal etwas ausführlicher auf das situativ gerade wichtige Thema ein. So bleibt das Spiel in all seinen Elementen erhalten.</p>
<p>Es wird normal gespielt. Man beschaeftigt sich mit normalen Fragestellungen. Man muss teilweise knappe Entscheidungen gegen echte Gegner unter echter Unkenntnis treffen. Wir arbeiten nicht mit gestellten Szenarien oder unter theoretischen Annahmen. So kommt im Seminarverlauf einfach per Zufall alles Mal auf den Tisch, was wichtig ist. Pokerthemen sind ja auch gerade dann von Bedeutung, wenn sie vernünftig oft vorkommen.</p>
<p>Was und mittels welchen Methoden Stefan oder ich trotz Unkenntnis von gegnerischen Karten und deren genauen Spielerprofilen über eine realistische Spielsituation in Erfahrung bringen und wie wir dann entscheiden, das erklären wir. Dabei gehen wir auch das Risiko, selbst einmal daneben zu liegen. Das ist eine gewollte Krux im Konzept. Man soll Poker lernen so wie es ist. Man muss mit Gegnern, einem gewissen Maß an Unkenntnis und dem Risiko zu irren, sinnvoll umgehen können, wenn man ein guter Spieler sein will.</p>
<p>Einzig eines war uns noch etwas zu realistisch: Der Wissensstand der Teilnehmer war teilweise arg inhomogen. Daran, noch zielgruppenorientierter und damit dann noch effizienter coachen zu können, wollen und werden wir bis zur nächsten Veranstaltung in Wiesbaden arbeiten. Ich freue mich darauf.</p>
<p>Zahler zocken – Könner kalkulieren<br />
Stephan M. Kalhamer für<br />
gambling-institute.de<br />
- calculated gaming -</p>
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		<title>Das Glück der Fussballer</title>
		<link>http://www.pokerfirma.com/news/das-gluck-der-fussballer/84466</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Apr 2011 09:26:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Immer wieder interessant finde ich, dass man Poker als Geschicklichkeitsspiel so hartnäckig, ja kämpferisch zu verargumentieren hat, während doch Fußball ebenso hartnäckig wie kämpferisch als Skillgame bejubelt wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Immer wieder interessant finde ich, dass man Poker als Geschicklichkeitsspiel so hartnäckig, ja kämpferisch zu verargumentieren hat, während doch Fußball ebenso hartnäckig wie kämpferisch als Skillgame bejubelt wird.</p>
<p>Dabei haben diese beiden Sportarten hinsichtlich des Zusammenspiels von Glück und Geschick ziemlich viel gemein. Kurzfristig kann hier wie da wirklich alles passieren. Dass etwa die Schalker zu Hause klar ManU unterliegen, wussten wohl noch „mal wieder alle“. Aber dass Real ebenso klar zu Hause Barca unterliegt, können mit vertretbaren Gewissen nur mehr Wenige behaupten. Und diese hatten auch etwas Glück!</p>
<p>(Natürlich verkünden immer die aktuell Glücklichen ihr „Wissen“ besonders lautstark in Bars oder Foren; eben weil sie sich selbst am meisten wundern, dass sie doch tatsächlich mal Recht hatten. Und schon bekommt die schweigende Mehrheit mindestens subtil die Auffassung, dass das Ergebnis mal wieder allen anderen klar war, deshalb wohl für Sachverständige vorhersehbar war und schweigt folglich vor peinlicher Betretenheit gleich weiter&#8230;)</p>
<p>Im Siegestaumel will natürlich keiner von Glück sprechen, in der Niederlage von Pech aber schon. Das ist vielleicht die ultimative Hürde, die Poker auf dem Weg zum anerkannten geistigen Kräftemessen zu nehmen hat. Fußball ist quasi „Heads Up“. Jedes zweite Team gewinnt. Mehr noch: ein Unentschieden ist oft als Punktgewinn kommunizier- und damit feierbar.</p>
<p>Ganz anders ist da Poker. Meist foldet man, was unbefriedigend ist. Wenn man in der Hand ist, bekommt man oft nicht die gewünschte Action, was unbefriedigend ist. Wenn man die Action aber bekommt, passt vielleicht der Flop nicht, was unbefriedigend ist. Diese Reihe lässt sich wirklich sehr lange fortsetzten und immer wieder steht der Refrain „was unbefriedigend ist“. Erst ganz am Ende, wenn wirklich einmal alles passt und alles zu uns geht, ja dann sind wir einen Moment lang zufrieden vielleicht sogar glücklich &#8211; ehe die nächste Hand schon wieder gefoldet wird&#8230;</p>
<p>Ich behaupte, dass sich Poker auch deshalb in seiner Anerkennung als Geschicklichkeitsspiel noch schwer tut, weil es viel mehr emotional negativ behaftete Spielausgänge bietet als positive. Damit handeln viele Gespräche unter Pokerspielern von Niederlagen und damit – weil man ja in der Niederlage nichts dafür können mag – von Pech. Dadurch wird der Eindruck erweckt, dass Poker überwiegend mit Zufall zu tun hat. Im Fussball aber wird häufig und gesellig gefeiert. Dafür will man natürlich nicht einfach Glück verantwortlich machen. Es muss also Geschick sein. Dass Wissenschaftler Letzteres auch anders sehen können, zeigt zum Beispiel dieser interessante Beitrag, der mir Anlass für meine heutigen Überlegungen war:<br />
<a  href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,754907,00.html" target="_blank">http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,754907,00.html</a></p>
<p>Meiner persönlichen Meinung nach bieten beide Disziplinen genügend Freiraum, sich positiv wie negativ auszuzeichnen und dadurch auf Spielausgänge Einfluss zu nehmen. Ebenso sind beide Disziplinen hinreichend unüberschaubar, dass auch Glück eine Rolle spielt. Wie groß diese jeweils ausfällt, hängt in erster Linie von den jeweiligen Umständen ab.</p>
<p>Bei einem kurzen Bolzplatzkick oder im Elfmeterschießen herrscht viel Zufall. In einem Ligamatch über 90 Minuten schon weniger. Eine ordentliche Meisterschaft schließlich geht sehr häufig an einen wirklich verdienten Sieger. Ebenso rult im Pokersport bei Momentaufnahmen das Glück, aber bereits mittelfristig tritt es mehr und mehr zurück.</p>
<p>Zu Recht gibt es also neben Institutionen wie Barca oder ManU ja auch Institutionen wie Ivey oder Dwan.</p>
<p>Zahler zocken – Könner kalkulieren<br />
Stephan M. Kalhamer für<br />
gambling-institute.de<br />
- calculated gaming -</p>
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		<title>Spieltheoretisches</title>
		<link>http://www.pokerfirma.com/news/spieltheoretisches/83599</link>
		<comments>http://www.pokerfirma.com/news/spieltheoretisches/83599#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 16 Apr 2011 12:26:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Gelebte Praxis pur ereignete sich kürzlich am 6-handed Rushpokertisch. In diesem Ringgame pushte UTG 66 Big Blinds mal locker aus der Hüfte. Er sah sich dabei von allen ausser einem 40 BB starken Button gecovert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Gelebte Praxis pur ereignete sich kürzlich am 6-handed Rushpokertisch. In diesem Ringgame pushte UTG 66 Big Blinds mal locker aus der Hüfte. Er sah sich dabei von allen ausser einem 40 BB starken Button gecovert.</p>
<p>Alle folden zu mir. Ich sitze im Big Blind und calle mit meinen Pocketdamen. UTG zeigt 66.</p>
<p>Was heißt das nun alles?</p>
<p>1. Meine Chips arbeiten konkret sehr gut. Ich habe 50% des Pots bezahlt, halte aber 80% Equity. Das entspricht einer internen Verzinsung von 60% auf wenige Sekunden. Lecker also. <img src='http://www.pokerfirma.com/wp-content/plugins/smilies-themer/poker/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> <br />
(Zur Erläuterung: Ich zahle 66 BB in den Pot (von 132) und mein Gegner auch. Man gewinnt mit QQ gegen 66 vier von fünf Spielen. Damit erziele ich auf fünf solcher Spiele erwartete Gewinne von 4x(132)=528. Das entspricht einem Wert von 264/5=105,6. Das sind ca. 40 mehr als die eingezahlten 66. Somit „verzinst“ dieser Pot zu ca. 60%.)</p>
<p>2. Meine Chips arbeiten auch nach Erwartung sehr gut. Denn ein Spieler, der mit 66 pusht, der tut dies wohl auch mit anderen Händen. Gegen einen Range wie etwa: 22+, AT+ und KQ steht QQ wie folgt:</p>
<p>80% vs. 22-JJ<br />
20% vs. KK und AA<br />
50% vs. AK<br />
70% vs. AT-AQ und KQ</p>
<p>Das ergibt vorsichtig abgeschätzt im Mittel 70% Equity und damit eine interne Verzinsung von 40%. Mein Call wird erst negativ, wenn UTG tighter als TT+ und AK pusht. Denn dann liege ich zweimal vorne (vs. TT, JJ), zweimal hinten (vs. KK, AA) und einmal auf Augenhöhe (vs. AK). So tight habe ich ihn nicht eingeschätzt und Recht behalten.</p>
<p>3. UTGs Move ist sinnarm. Angenommen der ganze Tisch callt nur mit JJ+ und AK. Eine solche Hand tritt zufällig pro Spieler in ca. 3% aller Fälle auf. Da 5 Spieler nach UTG diese Chance haben, mag UTG den Pot in 85% aller Fälle stehlen. Damit ergaunert er sich jeweils 1,5 BB. In den 15% aber, in denen er bezahlt wird, liegt er in ca. doppelt so oft bei nur 20% Equity also bei ca. 50%. Damit ist seine gemittelte Gewinnerwartung nach einem Call bei ca. 30%. Sein Move tauscht also 66 BB in 30% Siegwahrscheinlichkeit in einem 132-BB-Pot. Das ist 40 BB wert. Damit vernichtet er im Callfall 26 BB – ein Verlust, den das Plus der Summe der Foldfälle nicht kompensieren kann.</p>
<p>Auch wenn man andere Ranges am Tisch unterstellt, ist die Bilanz des Push fast immer negativ. Erst wenn der Tisch zu tight callt (KK+ only) oder massiv zu loose callt, entsteht Wert für den Push. Im ersten Fall über die extrem hohe Erfolgsaussicht des Steals, im letzten über den Wert des Paares 66.</p>
<p>Für das Beispiel, dass der Tisch nur mit KK und AA callt, will ich es noch vorrechnen: KK+ bekommt jeder Spieler zu knapp 1%, der Tisch also zu 5% nach dem Push von UTG. Also gewinnt UTG in 95% unmittelbar 1,5 BB. In 5% aber steht UTG bei 20% Equity in einem 132er Pot. 19&#215;1,5 =28,5 was leicht größer ist als 1&#215;20%x132=26,4. Ich wüsste nicht, warum UTG einen so tighten Range am Gesamttisch eins Rushpoker-Ringgames so sicher annehmen dürfte, dass er es für diese dünne Marge tun sollte.</p>
<p>Insgesamt sieht man, dass die Wirkung von allem, was man am Pokertisch tut, mit der Güte der Annahmen über das Verhalten der Gegner steht und fällt. Poker ist zu keinem geringen Anteil spieltheoretisches Kalkül. Dieses wird zum Beispiel auf FullPokerAkademie.net aus- und weitergebildet.</p>
<p>Zahler zocken – Könner kalkulieren<br />
Stephan M. Kalhamer für<br />
gambling-institute.de<br />
- calculated gaming -</p>
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		<title>Tricky tricky</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Mar 2011 08:04:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Collusion, Chip Dumping, organisiertes Bandenspiel, helfende Bloggergesten hinter Photoapparaten. All das hat am Pokertisch nun wirklich nichts zu suchen. Es sei denn man befindet sich in einer ganz besonderen Situation.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Collusion, Chip Dumping, organisiertes Bandenspiel, helfende Bloggergesten hinter Photoapparaten. All das hat am Pokertisch nun wirklich nichts zu suchen. Es sei denn man befindet sich in einer ganz besonderen Situation.</p>
<p>Am Sonntag den 20. März 2011 traf das aktuelle Team der German Federation of Poker (GFP) unter Schirmherrschaft der IFP im <span style="color: #ff9900;"><a  href="http://www.pokerfirma.de/news/osterreich-besiegt-deutschland-im-poker-landermatch/79492" target="new">Rahmen eines Ländervergleichs</a> </span>auf das Team der Austrian Pokersport Association (APSA). Details zu diesem Wettkampf sind den einschlägigen Presseberichten zu entnehmen. Ich will hier taktisch Interessantes diskutieren.</p>
<p>Poker ist auch deshalb so attraktiv, weil es immer wieder neue Fragestellungen aufwirft. Man handelt als guter Spieler nicht einfach aus stupider Gewohnheit heraus, sondern weil man größere Zusammenhänge verstanden hat. Es ist also der Weiterbildung des eigenen Spiel förderlich, auch hin und wieder über exotische Situationen nachzudenken. Denn dabei hinterfragt man automatisch auch die eigenen Standards, welche sich eingebürgert haben aber nicht zwangsläufig ideal sind.</p>
<p>Auf ins Gefecht also! Fünf Spieler der GFP saßen immer abwechselnd mit fünf Spielern der APSA rund um den Orbit eines SnGs im Rahmen des genannten Nationenvergleichs. Die zu erringenden Punke waren wie folgt vereinbart: 1, 2, 3, 5, 7, 9, 12, 15, 18, 22. Der zehnte Spieler erringt also zumindest einen Punkt für die eigene Nation. Der Erste gewinnt 22 Punkte fürs Vaterland.</p>
<p>Es ergab sich eine Situation, die viel und kontrovers diskutiert wurde. Unser Teamcaptain, Tim Reese aus Berlin, hat mir dazu auch folgende Mail geschrieben:</p>
<hr />
<p>Hallo Stephan,</p>
<p>der Handablauf war folgendermaßen:</p>
<p>Team Deutschland hatte eine 3 zu 2 Überzahl zu diesem Zeitpunkt. Zudem hatte sich der österreichische Spieler direkt in der Hand davor gegen Charlie in einer All-In-Situation gecrippled.</p>
<p>Blinds: 300/600</p>
<p>2 Folds, der Österreicher am Button pusht mit etwa 2.300, Charly callt nach kurzem Überlegen mit ihrem 12K+ Bigstack und schaut danach erwartungsvoll auf den Hamburger Kameraden im BB. BB hat in diesem Moment etwa 7K behind. Mit den Worten &#8220;macht das mal unter Euch aus&#8221; foldet BB schliesslich. Seine Hand ist 7h4h. Charlie geht also alleine mit dem Ösi in den Showdown und verdoppelt ihn. Ösi zeigte TT, Charlie zeigte 76o. BB hätte mit 7h4h einen Flush gemacht und den Gegner eleminiert. Genau jener Spieler sitzt auch noch am Ende mit Charlie im HU und gewinnt auch noch letztendlich.</p>
<p>Hier noch mal meine Gedanken zu der Hand:</p>
<p>Der Österreichische Shortstack hatte sich direkt in der Hand gecrippled und pusht nun direkt vom Button noch nicht einmal 4BB. Wenn er ein Thinking Player ist, weiß er, dass er hier einen von maximal 2 folgenden Spots hat, in denen er überhaupt mit Foldequity pushen kann. In der nächsten Hand hätte unser Spieler Matthias im BB gesessen, was bedeutet dass der Ösi in 3 feindliche Spieler hätte pushen müssen. Also nutzt er folglich verzweifelt den einen Spot, der wenigstens ein bisschen Überlebenschancen bietet. Seine Pushing-Range sollte also nicht mega-tight sein. Er zeigt zwar letztendlich TT, dies aber als Maßstab zu sehen scheint für mich stark ergebnisorientiert.<br />
Charlie callt im SB mit einem Bigstack eine marginale Hand(76o) mit der Intention dass BB overcallt, um den Ösi vom Tisch zu nehmen, was sie unserem Spieler anscheinend auch non-verbal mitteilen wollte. Dieser erkennt aber die Situation nicht und schaut nur auf seine Karten und seinen Stack und bekommt Charlies Signale nicht mit und foldet schliesslich mit oben genannter Bemerkung. Mit 7K behind bekommt BB auch sensationelle Odds, um den Overcall zu machen.</p>
<p>Entscheidend sollte doch die Betrachtung sein, welches Risk/Reward-Verhältnis hier für Team Deutschland vorliegt. Das Risiko ist doch lediglich, dass der Ösi-Shortstack auf 6,9K verdreifacht. Im Verlustfall verliert SB 2K von einem 12K+ Stack und BB 1,7K von einem 7,5K Stack. Der Stack bleibt also weiterhin gesund. Unser BigBlind fällt zwar stackmässig unter 10BB hat aber eine sehr günstige Position am Tisch, um gefahrlos Chips von den anderen Teammitgliedern zu erhalten. Die große Chance besteht darin, den Ösi, dessen Range wie gesagt nicht als zu tight einzustufen ist, vom Tisch zu nehmen und eine 3gegen1-Situation am Tisch herzustellen. Die Chancen des verbleibenden Gegners noch Plätze gutzumachen, hätten gegen Null tendiert.</p>
<p>Ich freue mich schon sehr auf Deine Ausführungen zu diesem hochinteressanten Spot.</p>
<p>Liebe Grüße</p>
<p>Tim Reese</p>
<hr />
<p>Ich habe mir meine Gedanken dazu bereits gemacht, habe eine klare Meinung und werde diese auch noch veröffentlichen. Doch zunächst ich will euch, die Pokercommunity auf Pokerfirma, offen dazu einladen, die Kommentarfunktion konstruktiv zu diesem taktischen Thema zu nutzen. Ich bitte, dabei zu beachten, dass es hier rein um das Spiel und eure Vorschläge zu einem optimalen Verhalten beider deutschen Spieler in diesem absoluten Nonstandard-Team-Spot gehen soll. Alle anderen Themen wie der Pokersport im Allgemeinen, die GFP im Speziellen, der Spielmodus, das Team, meine Person oder was auch immer dem geneigten Leser sonst noch auf der Seele brennt, stören an dieser Stelle die hoffentlich interessante Diskussion. Ich freue mich auf eure Ansätze.</p>
<p>Zahler zocken – Könner kalkulieren<br />
Stephan M. Kalhamer für<br />
gambling-institute.de<br />
- calculated gaming -.</p>
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		<title>On „Mr. Lucky“</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 23:31:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>(…) Er fuhr fließend und laut denkend fort, ob nicht vielleicht Phil Ivey ihn staken könnte. „Wieso sollte Ivey dich staken wollen?“ fragte ich ihn. „Du hast keine guten Ergebnisse in Turnieren vorzuweisen.“ (...) Für die Printausgabe 5 des Pokerfirma Magazines hatte ich euch einen <a href="http://gambling-institute.de/pokertexte/Stephan%20Kalhamer%20Meet%20Mr.%20Lucky%20by%20Chad%20Brown.pdf" target="_blank"><span style="color: #ff9900;">sehr gelungenen Artikel Chad Browns</span> </a>übersetzt und versprochen, diesen hier online nachzubereiten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>(…) Er fuhr fließend und laut denkend fort, ob nicht vielleicht Phil Ivey ihn staken könnte. „Wieso sollte Ivey dich staken wollen?“ fragte ich ihn. „Du hast keine guten Ergebnisse in Turnieren vorzuweisen.“ (&#8230;) Für die Printausgabe 5 des Pokerfirma Magazines hatte ich euch einen <a  href="http://gambling-institute.de/pokertexte/Stephan%20Kalhamer%20Meet%20Mr.%20Lucky%20by%20Chad%20Brown.pdf" target="_blank"><span style="color: #ff9900;">sehr gelungenen Artikel Chad Browns</span> </a>übersetzt und versprochen, diesen hier online nachzubereiten.</p>
<p>Gerne fasse ich euch zunächst den Inhalt des Artikels kurz zusammen:</p>
<p>Ein Standardpokerspielerprofil (maximales Ego, aber minimal flüssig, weil einfach maximal oft nicht einmal minimales Glück erfahren wird&#8230;) frägt nach Staking. Nach so mancher fast schon normal-abstrusen Erklärung des flachen (weil noch verkanten) Künstlers am Tisch rät Chad folgendes: „Lucky, ich rate dir, die Turniere mit großen Buyins erst mal zu streichen und dich auf Online Poker zu konzentrieren. Spiele in den nächsten sechs Monaten so viele Turniere wie nur möglich. Danach hast du alle möglichen Statistiken und die Felder sind viel softer als bei großen $10.000-Turnieren. Wenn du nach sechs Monaten keinen nennenswerten Profit gemacht hast, gibt es wohl ein paar Schwächen in deinem Spiel. Und wenn du richtig viel gewinnst, brauchst du niemanden nach einem Staking fuer große Turniere zu fragen.“</p>
<p>Diese Grundeinstellung arbeitet Chad im Verlauf des Artikels noch weiter heraus. Nicht vorenthalten möchte ich euch folgende zwei Stellen:</p>
<p>(…) Diese Poker-Ego-Krankheit von Lucky ist zwar extrem, aber es gibt viele Spieler, die genau an ihren Symptomen leiden. Sie haben eine kleine Bankroll, aber viel größere Erwartungen an ihr Spiel. (…)</p>
<p>(…) Eine der wichtigen Eigenschaften auf dem Weg nach oben ist Ehrlichkeit mit sich selbst. Wenn du dir selbst eingestehst, dass du in einer Session schlecht gespielt hast, dann bist du in der Lage, das Problem zu lösen, und es wird weniger wahrscheinlich erneut auftreten. Wenn du dir aber selbst einredest, dass du einfach nur Pech hattest, dann wirst du nichts lernen und die Schwachpunkte in deinem Spiel werden bleiben. (&#8230;)</p>
<p>Chad trifft in diesem Artikel den Nagel auf den Kopf. Fertigkeiten am Pokertisch sind extrem schwer messbar. So ist es keine Seltenheit, dass stete Beinahe-gewinner in einer Sache tatsächlich erfolgreich sind und bleiben: darin, sich selbst einzureden, dass z.B. der Teufel Schuld daran ist, dass die Sonne immer anderswo scheint. Dabei braucht es keine Dämonen, um bereits mittelfristig Erklärungen für erfolgreiche aber auch für verlustreiche Karrieren zu finden. Entscheidungsqualität und Erfolg am Pokertisch hängen nun einmal unbestreitbar voneinander ab.</p>
<p>Der beste Indikator für gutes Spiel ist und bleibt deshalb die eigene Bankroll. Da kann man 100 Mal das trostspendende Märchen erzählen, dass ein guter Spieler auch mal broke sein muss: wer wirklich gut ist, dem verbietet es sich, kein Kapital zu haben. Poker beginnt nicht mit der ersten Hand am Tisch. Es beginnt mit der Entscheidung, welche Ressourcen (in Zeit und Kapital) man an welche Tische bringt und es endet mit der Entscheidung, wann man diese Mittel wieder abzieht.</p>
<p>Ist man in diesem Gesamtprozess &#8211; also vor, während und nach dem Spiel &#8211; ein guter Entscheider, dann verdient man das Prädikat „guter Spieler“; dann geht man auch nicht broke und dann muss man seine Umwelt auch nicht mit Geschichten vom Teufel amüsieren.</p>
<p><em>Zahler zocken – Könner kalkulieren</em><br />
Stephan M. Kalhamer für<br />
gambling-institute.de<br />
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		<title>Entscheidendes</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 11:34:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Jonah Lehrers Buch „Wie wir entscheiden – Das erfolgreiche Zusammenspiel von Kopf und Bauch“ fasziniert mich. Es hat mir gezeigt, wie gutes Entscheiden aus aktueller neurowissenschaftlicher Sicht auszusehen hat. Ich meine nun ganzheitlich davon profitieren zu dürfen. Denn was außer entscheiden tue ich als Pokertrainer wirklich Entscheidendes?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Und wenn man ihm doch glaubt, stimmt etwas mit den Dopamin-Neuronen nicht.</p>
<p>Jonah Lehrers Buch „Wie wir entscheiden – Das erfolgreiche Zusammenspiel von Kopf und Bauch“ fasziniert mich. Es hat mir gezeigt, wie gutes Entscheiden aus aktueller neurowissenschaftlicher Sicht auszusehen hat. Ich meine nun ganzheitlich davon profitieren zu dürfen. Denn was außer entscheiden tue ich als Pokertrainer wirklich Entscheidendes?</p>
<p>Ich werde im folgenden manche Stelle aus dem Buch aufgreifen, empfehle aber in jedem Fall die komplette Lektüre. Ich glaube nun besser verstanden zu haben, dass man immerfort im Kleinen logisch kalkulierend abwägen muss, um seinen eigentlichen Schatz – die Gefühle – gut ausgerichtet und trainiert zu wissen. Im Großen, Wichtigen und Komplexen hört man dann aber auf seine Gefühle und darf auf sie vertrauen.</p>
<p>Das ist eine mächtige These. Ich glaube an sie und hoffe mit den folgenden Auszügen ihren Kern gut zu treffen. Read Montague, Prof. für Neurowissenschaften an der Baylor-Universität, wird im Buch wie folgt zitiert: „Die Dopamin-Ausschüttung geschieht wahrscheinlich zu 99,9 Prozent, ohne dass wir es merken, aber dafür bestimmen die Informationen und Gefühle, die durch sie an andere Hirnteile übermittelt werden, wahrscheinlich zu 99,9 Prozent unser Verhalten.“</p>
<p>(…) Die Tätigkeit unserer Dopamin-Neuronen zeigt, dass Gefühle nicht nur animalische Instinkte widerspiegeln. Platons „unbändige Pferde“ handeln in Wahrheit aus Erfahrung. Unsere Gefühle entspringen den Vorhersagen höchst lernfähiger Hirnzellen, die ihre Verbindungen untereinander ständig an eine sich verändernde Umwelt anpassen. Immer wenn wir einen Fehler machen oder auf Neues stoßen, reagieren unsere Gehirnzellen hektisch mit einer Aktualisierung. Unsere Gefühle wurzeln zutiefst in der Erfahrung.</p>
<p>Es gilt also tatsächlich: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn man ihm doch glaubt, stimmt etwas mit den Dopamin-Neuronen nicht. (…) Wir können uns aber nicht allein auf solche zellulären Emotionen verlassen. Vielmehr müssen unsere Dopamin-Neuronen immer und immer wieder trainiert werden, damit die Zuverlässigkeit ihrer Prognosen erhalten bleibt. Auf Gefühle zu vertrauen, verlangt eine beständige Wachsamkeit. Intelligente Intuition ist das Ergebnis bewusster Übung.</p>
<p>(…) Bevor unsere Nervenzellen Erfolg haben können, müssen sie wiederholt Fehler gemacht haben. Dieser schmerzliche Prozess lässt sich leider nicht abkürzen.</p>
<p>(…) Während wir uns Experten gewöhnlich als Leute vorstellen, die eine gewaltige Menge an Informationen im Kopf haben und deren Intelligenz auf einem bewussten Wissen aufbaut, lösen diese ihre Probleme in Wahrheit weitgehend intuitiv. Wenn sie eine Situation einschätzen, gehen sie weder systematisch alle Wahlmöglichkeiten durch, noch analysieren sie bewusst die relevanten Informationen. Sie verzichten auf ausgeklügelte Kalkulationen und lange Auflistungen der Vor- und Nachteile einer Option. Vielmehr stützen sie sich auf Gefühle, die von Dopamin produzierenden Nervenzellen erzeugt werden. Ihre Vorhersage-Fehler haben sich in nützliches Wissen verwandelt, so dass sie sich bei der Lösung von Problemen auf ihr Gespür verlassen können, auch wenn sie dieses nicht zu erklären vermögen.</p>
<p>Die Bedeutung all dessen ist für uns – gerade als Pokerspieler – nicht zu überschätzen. Der Laie fühlt und schätzt, aber natürlich nicht gut. Dann lernt er, kalkuliert das Spiel. Selbst wenn er dies gut macht, bleibt es anstrengend und zeitraubend. Außerdem fehlt es einem rein kopfgesteuerten Spieler an geistiger Kreativität. Sein Spiel ist noch nicht rund. Erst wenn er wieder aus dem Bauch heraus zu schätzen beginnt, wird er ein Experte am Tisch – nicht, weil er schätzt, sondern weil er nach viel Rechnerei effizient und präzise zu schätzen vermag. Das Buch zeigt auch Grenzen von Gefühlen auf. Ein Beispiel dafür ist eine Untersuchung zum Hot-hand-Phänomen bei Basketballspielern:</p>
<p>Tversky und Gilovich begannen ihre Untersuchung damit, Statistiken der Philadelphia 76ers durchzugehen. Sie schauten sich jeden Wurf jeden Spielers an und zeichneten auf, ob diesem eine Serie des Erfolg oder des Misserfolgs vorangegangen war. Wenn das Hot-hand-Phänomen real war, dann müssten die Spieler nach einer Serie von Treffern aus dem Feld eine höhere Trefferquote haben als nach einer Serie von Fehlwürfen. Die Erfolgsserie müsste sich in einer verbesserten Spielleistung widerspiegeln. Und was fanden die Wissenschaftler heraus? Dass es für die Existenz des Hot-hand-Phänomens absolut keinen Anhaltspunkt gibt. (…)</p>
<p>Die 76ers reagierten auf dieses Ergebnis schockiert. Andrew Toney (…) war besonders schwer zu überzeugen. Er glaubte fest daran, dass er als Werfer „heiße“ und „kalte“ Phasen durchlaufe. Doch die Statistiken besagten das Gegenteil. In der regulären Saison brachte Toney 46 Prozent seiner Würfe ins Ziel. Nach drei Treffern hintereinander – ein sicheres Zeichen dafür, dass er „in der Zone“ war, so der einschlägige Ausdruck – sank seine Trefferquote (…) auf 34 Prozent ab. Während sich Toney in einer „heißen“ Phase wähnte, war er in Wahrheit eher in schlechter Form. Und wenn er sich in einer „kalten“ Phase sah, kam er offenbar erst so richtig auf Touren: Nachdem er drei Würfe hintereinander verfehlt hatte, schnellte seine Trefferquote auf 52 Prozent nach oben – eine signifikante Verbesserung gegenüber seiner durchschnittlichen Leistung.</p>
<p>Warum glauben wir, dass Spieler Glücks- oder Pechsträhnen haben? Weil uns unsere Dopamin-Neuronen täuschen. Obwohl diese Nervenzellen besonders nützlich sind – sie helfen uns, Prognosen zu vorhersagbaren Ereignissen zu treffen –, können sie uns auch in die Irre führen, insbesondere, wenn wir mit zufälligen Abläufen konfrontiert werden. Solche Vorgänge, wie die in Spielautomaten oder eben bei Würfen im Basketball, halten mitunter positive Überraschungen bereit, die bei uns Glücksgefühle auslösen.</p>
<p>Unsere Dopamin-Neuronen geraten angesichts eines Spielers, der wieder einen Ball im Korb versenkt hat, oder eines Automaten, aus dem Münzen prasseln, so sehr in Erregung, dass wir die Vorgänge völlig falsch interpretieren. Wir vertrauen auf unser Gefühl und nehmen Muster wahr, die in Wahrheit gar nicht da sind.</p>
<p>Zahler zocken – Könner kalkulieren<br />
Stephan M. Kalhamer für<br />
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		<title>Traurig Schlecht&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Oct 2010 09:13:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>… verstanden sehe ich meinen <a href="http://www.pokerfirma.de/news/tragisch-gut/65329">letzten Beitrag „Tragisch gut“</a>. Wer sonst denn ich als Autor ist hierfür verantwortlich? „hunter22“ jedenfalls sicher nicht. Im Gegenteil: Er hakte konstruktiv nach:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>… verstanden sehe ich meinen <a  href="http://www.pokerfirma.de/news/tragisch-gut/65329">letzten Beitrag „Tragisch gut“</a>. Wer sonst denn ich als Autor ist hierfür verantwortlich? „hunter22“ jedenfalls sicher nicht. Im Gegenteil: Er hakte konstruktiv nach:</p>
<p>„Stephan, wenn ich deinen Beitrag richtig verstehen, dann hätte der Thomas – als Underdog – mehr zocken müssen. Sprich: Alle Chips in die Mitte, selbst wenn er sich 40:60 hinten sieht. Dass nennt sich dann kalkuliertes Zocken, weil er bewußt mit ner schlechteren Chance “ans Werk” geht?! Warum auch nicht! Wenn er mit dem Luck-Faktor einen treffer landet, dann redet in einer Woche niemandmehr darüber, wie schlecht der Move in Wahrheit ist. Und aus dem “zockenden” Underdog, wurde wie von Geisterhand der kalkulierende Könner.“</p>
<p>Auch ist es zu 100% mir anzulasten, dass ich nicht sofort auf hunters Anmerkung aufmerksam wurde. Zu Recht macht er gut 24 Stunden später seinem Unmut darüber Luft:</p>
<p>“Lucken” als Besonderheit des Underdog … Zahler zocken – Könner lucken … das ist ne Erfolgsformel.“</p>
<p>Ich sehe aber nicht nur die emotionale Färbung, ich sehe auch den durchaus interessanten Inhalt in hunters Statement. Mein Fazit im letzten Beitrag wirkt tatsächlich zunächst verstörend:</p>
<p><i>Die Lehre, die wir alle daraus ziehen können, ist, dass es massiv PlusEV sein kann, zu erkennen, wann man unterlegen ist. Eine Entscheidung ist immer nur so gut wie die beste Alternative. Gerne versucht jeder aus einer 60% Gewinnchance eine 65% Chance zu machen. Viel mehr kann es aber wert sein, wenn man in den (hoffentlich seltenen) unschönen Situationen, in denen man hinten ist, so ehrlich mit sich selbst ist, dass man sagen kann: wenn ich hier „wild“ spiele und deshalb zu immerhin vielleicht 40% gewinnen werde, so ist das deutlich besser als wenn ich mich auf den Kampf mit der feinen Klinge einlasse, obwohl ich deutlich unterlegen bin.</i></p>
<p>Natürlich habe ich mir gerade über diesen Abschnitt schon vor Veröffentlichung intensiv Gedanken gemacht. Nun habe ich ihn erneut mehrfach gelesen und bleibe davon überzeugt, dass eigentlich alles drin steht. Besonders wichtig ist die Aussage, dass eine Entscheidung immer nur so gut ist wie die beste Alternative. Ein Beispiel:</p>
<p>Wir halten einen Flushdraw am Flop und der Gegner geht effektiv mit halben Pot All In. Ist das dann ein klarer Fold, weil man ja gewiss hinten ist? An dieser Stelle ist keine eindeutige Antwort zu geben. Jeder vernünftige Pokerspieler kann aus den wenigen, bisher gegebenen Informationen ein Szenario für einen klaren Call und ebenso gut ein Szenario für einen klaren Fold konstruieren.</p>
<p>Wichtig ist einzig der Blickwinkel des Entscheiders auf die Gesamtsituation. Er wählt dann gut, wenn er insbesondere daran glaubt, die Beste der ihm zur Verfügung stehenden Alternativen ausmachen zu können. Das muss keineswegs immer per se eine Plus-Entscheidung sein. Man trifft  auch dann eine tolle Entscheidung, wenn man in unkonfortablen Situationen den Weg findet, der am wenigsten kostet.</p>
<p>Meine Aussage im letzten Beitrag ist also keineswegs, dass Thomas mehr hätte zocken MÜSSEN. Sie darf auch keinesfalls so verstanden werden, als solle man frohlocken, wenn man die „Vorzüge des Daseins als Dog“ für sich verwenden kann. Was ist also meine Aussage?</p>
<p>Als gewinnorientierter Pokerspieler sucht man Spielformen, Tische und Gegner, denen man überlegen ist, die man nachhaltig schlägt. Nun ist Poker aber kein Wunschkonzert und gerade in Turnieren kann es auch einmal vorkommen, dass man plötzlich mit wenig oder aber mit gar keinem Edge am Tisch sitzt &#8211; einfach deswegen, weil die anderen besser sind. (Je besser man spielt, desto seltener kommt solches natürlich vor.) SOLLTE es aber nun einmal vorkommen, so gilt es für jeden gewinnorientierten Spieler auch diese Situation optimal zu spielen. In dieser Situation steht auch das Optimum nun einmal unter  negativer Erwartung – sonst wäre man ja nicht unterlegen.</p>
<p>Sich dies im Bedarfsfall eingestehen zu können und das eigene Ego dann ausschalten zu können, um auch in solch tragischer Situation die eigenen Möglichkeiten optimal auszuspielen, kann nicht nur sehr lukrativ sein: es handelt sich meines Erachtens nach um eine der schwersten Pokerentscheidungen überhaupt. Es stellt einen Sieg über die eigene Eitelkeit dar. Spieler von wirklichem Format können auch dies. Sie wissen nicht nur, wann und durch welche Moves sie vorne sind, sondern auch, wann es Zeit ist, vom hohen Ross zu steigen.</p>
<p><i>Zahler zocken – Könner kalkulieren</i></p>
<p>Stephan M. Kalhamer für<br />
<i><a  href="http://www.the-gambling-institute.eu" target="new">the-gambling-institute.eu</a><br />
- calculated gaming -</i></p>
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		<title>Tragisch gut</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 06:04:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Kalhamer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<br/>Ist das fair? Da spielt sich Thomas durch die harte online Quali für das diesjährige Premium Liveevent von FullTiltPoker.net: der MEC in Wien. Da performt er auch brick 'n' mortar so gut, dass er den Shot auf die drei Heads Ups um bis zu 1.000.0000 Euro nehmen darf. Und dann...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br/><p>Ist das fair? Da spielt sich Thomas durch die harte online Quali für das diesjährige Premium Liveevent von FullTiltPoker.net: der MEC in Wien. Da performt er auch brick &#8216;n&#8217; mortar so gut, dass er den Shot auf die drei Heads Ups um bis zu 1.000.0000 Euro nehmen darf. Und dann&#8230;</p>
<p>… ja dann findet er dreimal seinen Meister in Chris Ferguson, Mike Matusow und Gus Hansen &#8211; so gesehen am Samstagabend zur Primetime auf Sport1.</p>
<p>30K sind ihm damit immerhin sicher, aber wer die Preissprünge 100k, 300k und 1.000.000 so greifbar nahe hatte, dem darf man nicht (zumindest noch nicht heute) zu 30k gratulieren. Ich will ihm aber dennoch zu seinem Spiel gratulieren und dabei auch die Tragik von purem gutem Spiel aufzeigen.</p>
<p>Ich habe eine ganze Weile Tischtennis gespielt (nicht wirklich gut wie etwa Stefan Rapp, aber doch im Ligabetrieb, also als Wettkampf). Was ich gut konnte, war meine Shots als Dog zu nehmen. Schließlich war ich oft Dog. <img src='http://www.pokerfirma.com/wp-content/plugins/smilies-themer/poker/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Im Ernst: Im Tischtennis kann ich entweder konservativ den Ball zurückspielen oder aber das Risiko eines Angriffsschlages &#8211; eines Winners – nehmen. Wann ich was tue, hängt von meiner Sicht auf die Situation am Tisch ab. Glaube ich die Mehrzahl der unspektakulären Bälle zu gewinnen, so stehen die Zeichen auf Sieg für mich und ich werde kein Risiko gehen. Merke ich aber, dass mein Gegner mehr Sicherheit im Spiel hat als ich, so gehe ich Risiko. Denn ohne Risiko würde ich sicher verlieren, mit Risiko aber gewinne ich hin und wieder per „Glück“ &#8211; ein Glück, das ich bewusst gesucht habe, aber natürlich nicht immer finde (sonst wäre es ja auch kein Glück).</p>
<p>Wäre ich z.B. der viertbeste Spieler von zehn Spielern und spielte jeder gegen jeden, so würde ich – rein nach Edge – 6 meiner 9 Spiele gewinnen. Habe ich aber das Glück, dass sich alle mir unterlegenen Spieler ihrem Schicksal ergeben und nichts „riskieren“, während ich diese Partien konservativ heim schaukle und bin ich smart genug, in den drei Spielen in denen ich Dog bin, dies zu erkennen und deshalb mein Glück im erhöhten Risiko zu suchen, so schaffe ich vielleicht am Ende den Sprung aufs Treppchen, obwohl ich da rein technisch gar nicht hingehöre.</p>
<p>Zurück zum Poker: Ich behaupte, Thomas stand zu Recht in den Heads Ups. Sein Spiel ist sauber und gut. Er hat seine Tische im Griff, spielt seine Lines logisch. Damit gewinnt er nachhaltig gegen alle, die mit ihm maximal auf Augenhöhe sind. Ironischerweise wendet sich dies analog der beschriebenen Situation im Tischtennis dann gegen ihn, wenn er einmal unterlegen ist. Dann kehrt sich das positive Wort „logisch“ in das negativ Behaftete „durchschaubar“. Denn Weltklassespieler wie Chris, Mike oder Gus kennen natürlich alles, was logisch ist am Pokertisch und spielen es noch einen Tick logischer, routinierter.</p>
<p>Die Lehre, die wir alle daraus ziehen können, ist, dass es massiv PlusEV sein kann, zu erkennen, wann man unterlegen ist. Eine Entscheidung ist immer nur so gut wie die beste Alternative. Gerne versucht jeder aus einer 60% Gewinnchance eine 65% Chance zu machen. Viel mehr kann es aber wert sein, wenn man in den (hoffentlich seltenen) unschönen Situationen, in denen man hinten ist, so ehrlich mit sich selbst ist, dass man sagen kann: wenn ich hier „wild“ spiele und deshalb zu immerhin vielleicht 40% gewinnen werde, so ist das deutlich besser als wenn ich mich auf den Kampf mit der feinen Klinge einlasse, obwohl ich deutlich unterlegen bin.</p>
<p><i>Zahler zocken – Könner kalkulieren</i></p>
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