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Freitag, 10.02.2012
WSOP 2010
Auf eine Zigarette mit Ville Wahlbeck
am Donnerstag, Juli 2, 2009

Zwanzig Uhr dreißig vor dem Rio Pavillon. Seit kurzem ist es dunkel. Nur wenige Menschen gönnen sich eine Auszeit von ihrem Spiel auf der noch immer viel zu heißen Terrasse. Auf den Stufen gleich neben dem eingetopften Olivenbaum sitzt zigaretterauchend Ville Wahlbeck. Werthan zündet sich seine Selbstgerollte an, Ville sieht ihn und hebt die Hand zur Begrüßung. Werthan schlendert zu ihm und setzt sich schweigend neben ihn.

Nach einigen Minuten sagt Ville, „Diese Pausen sind zu lang. Neunzig Minuten, da kommt man zu leicht aus dem Spielfluss raus, gerade beim Horse.“ Werthan reagiert darauf mit Kopfnicken.

Beide starren schweigend auf die hell beleuchtete und fragmentarisch sichtbare Skyline von Vegas. „Vegas ist verrückt“ murmelt der Mann, der ausgerechnet aus dem Land kommt, das unter allen europäischen Staaten als am verrücktesten gilt.

Beide ziehen schweigend an ihren schon fast abgebrannten Zigaretten. Das Schweigen entsteht nicht aus einer Peinlichkeit heraus, sondern aus der Sehnsucht nach Stille.

Ville spricht langsam, nicht müde, er nimmt sich Zeit für seine Gedanken.
„Nach der WSOP mache ich Urlaub. Irgendwo in Finnland, eine Blockhütte am Meer ohne Handy und ohne Poker. Hab schon lange keinen Urlaub mehr gemacht.“ Wieder vergeht eine angenehm gefühlte Ewigkeit bis er seinen eigenen Gedanken widerspricht. „Bei den Turnieren ist es auch manchmal wie Urlaub, aber nicht richtig, da ist immer Poker dabei.“ Ganz leicht erhellt sich sein Gesicht und vielmehr zu sich selbst, als zu seinem Gesprächspartner erwähnt er „Thailand wäre auch schön. Irgendwann mach ich Urlaub, aber jetzt muss ich spielen gehen.“

Ville und Werthan