Robert Werthan
am
Freitag, Juni 26, 2009 „Daniel du bist also einer der Spieler, der die neue Generation der Pokerspieler verkörpert. Jener Hardcore-Online-Spieler, der täglich mindestens sechzehn Stunden Online pokert und dabei mehrere tausend Euro gewinnt, sich ausschließlich vom Pizzadienst und TK-Pizza ernährt,…
….dessen soziales Umfeld nur aus anderen Onlinespielern besteht und ihr euch nur unter dem Nickname, wie „Ace-high86“ oder „pocket88“ kennt, wobei die jeweilige Zahl gleichzusetzend ist mit dem Geburtsjahr, euch aber noch nie im echten Leben getroffen habt, noch im Hotel Mama wohnt und außer Pokern keine weiteren Interessen habt. Wie sieht dein Tagesablauf aus?“
„Ich bin ja gerne ein Langschläfer, da kann es schon mal passieren, dass ich bis Mittags schlafe. Das erste ist den Rechner einschalten, dann Frühstück.“
„Burger und Cola wäre jetzt zu klischeehaft.“
„Ja, wäre es, deshalb schwarzer Kaffee und Nutellabrot. Mein Frühstücksfernsehen ist „Two And A Half Men“. Wenn das erledigt ist und ich den inneren Schweinehund überlisten kann, mache ich Sport. Sit-ups und ähnliches. Eigentlich möchte ich immer ins Fitnessstudio gehen, aber dazu müsste ich ja fast fünfzehn Minuten gehen oder fünf Minuten mit dem Rad fahren (lacht). Duschen und erst dann geht es an die Online-Pokerarbeit, aber nur für ca. eineinhalb Stunden.“
„Macht du dann einen Unterschied ob du vom Geld her hinten oder vorne bist?“
„Sollte ich nicht, passiert aber auch manchmal.“
„Gut, dann ist es ca. siebzehn Uhr, was kommt dann?“
„Dann kommt wirklich die Salami-Paprika-TK-Pizza um wenigstens ein Klischee aufrecht zu erhalten (lacht wieder). Anschließend wieder NLH oder PLO.“
„Wenn du pokerst, kann es passieren, dass du mediale Ablenkung hast?“
„Nein, meistens konzentriere ich mich auf das Spiel und wenn, nur Musik. Alles zwischen Punk, Ska und Metall. Fernseher fast nie. So spiele ich bis etwa einundzwanzig Uhr. Dann ist entweder die Analyse der Handhistory, also die grossen Hände, dran oder es kommen Freunde zum spielen oder einfach zum abhängen und reden vorbei. Am Wochenende ist es dann ein Club oder eine Kneipe. “
„Wie, ihr spielt dann Poker, wenn deine Freunde kommen?“
„Nein auf keinen Fall. Wir spielen dann so was wie Robo Rallye oder ein völlig entspanntes UNO. Wenn sie dann weg sind, nochmals an den Rechner, dann werden die Pokerseiten gecheckt, seit ich dich kenne auch die pokerfirma.de. Wahrscheinlich kennt das eh jeder, wenn plötzlich durchs Surfen ein paar Stunden vergangen sind. Um etwa drei Uhr ins Bett und noch ein Buch lesen, Pokerbücher eher weniger.“
„Das heißt aber, dass du nicht sechzehn Stunden, sondern nur ca. vier Stunden täglich spielst und mit Handanalyse auf etwa sechs Stunden kommst und damit findest du dein finanzielles Auskommen?“
„Ja, ich habe keinen teuren Ansprüche und bin mir bewusst, dass es echtes Geld ist, um das ich spiele. So jetzt muss ich aber zur Registratur für den siebzehn Uhr Event. Bis später dann.“
„Ja, bis später.“
Ein ganz normaler Student geht den Gang der WSOP hinunter, einer der einfach anstatt zu kellnern seinen Job im Poker fand. Auch wenn er damit, in einer uns noch immer etwas fremden Online-Welt etwas mehr verdient als andere, so ist nichts geblieben vom „Poker-Nerd“ sondern ein sympatischer, höflicher und freundlicher Student, so wie es sie tausendfach gibt.
so ist nichts geblieben vom „Poker-Nerd“
Wie bitte?
Mehr Nerd als dieser Tagesablauf geht doch nicht..
werter schall und rauch, ganz kann ich deinen gedankengang nicht folgen, zumal aufstehen, frühstück, sport treiben, arbeiten, essen, arbeiten, abends freunde treffen und mit einem buch einschlafen ein völlig gängiger tagesablauf ist.











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