Kolumnen

Aussie Millions Spezial: Christian Heich im Interview

Klar, dass das Essen auf meine Rechnung gehen sollte. Schießlich hatte ich ihn eingeladen. Allerdings hatte ich dann meine Geldbörse im Hotelzimmer vergessen und das hätte peinlich werden können. Nicht bei Christian Heich – der ist freundlich und entspannt. Ein guter Start für ein hoffentlich gutes Interview.

Christian Heich und ich
Christian Heich und ich

Daniel Batliner: „Nettes Shirt! Hier in Melbourne gekauft?“

Christian Heich: „Ja. Gerade mal vor ein paar Tagen.“

Daniel Batliner: „Du bist ja schon seit Event #1 in Australien. Wie machst du das mit deiner Wäsche? Kaufst du dir einfach einmal die Woche einen Stoß neue Shirts?“

Christian Heich: „Ich habe vor einigen Tagen das erste Mal den Waschservice im Hotel in Anspruch genommen. Unglaublich teuer. In Zukunft werde ich mir etwas anderes einfallen lassen.“

Daniel Batliner: „Lange dauern die Aussie Millions ja nicht mehr. Ziehst du gleich weiter zum nächsten Event oder geht es erstmals zurück nach Deutschland?“

Christian Heich: „Nee. Vorerst sind ein paar Tage Urlaub angesagt. Ich sitze jetzt schon seit Wochen im Pokerraum, irgendwann reicht es. Nach den Aussie Millions werde ich mir wohl eine Woche Melbourne oder Sydney anschauen.“

Daniel Batliner: „Über einen Sonnenbrand brauchst du wirklich nicht klagen. Apropos Sonne: du bist einer der wenigen im Turnier, der keine Sonnenbrille trägt.“

Barney Boatman und Christian Heich
Barney Boatman und Christian Heich

Christian Heich: „Mit Sonnenbrille wird man mich wohl nie sehen. Auch Kopfhörer am Tisch sind nichts für mich. Im Ohr der Lärm, hinter mir ein Announcer, der die Action ankündigt. Neben mir macht Barney Boatman Witze. Da verzichte ich lieber auf Musik.
Normalerweise trage ich auch keine Kappe, aber bei all dem Scheinwerferlicht ist es doch angenehm, sich zum Nachdenken darunter zu verkriechen. Moment, bekomm gerade eine SMS …(tippt eine Antwort in sein Handy)
Am Tisch darf ich das Handy ja nicht rausholen ohne eine Zeitstrafe zu riskieren.“

Daniel Batliner: „Ich kann mir vorstellen, dass viele deiner Freunde zuhause alles mitlesen, was über dich berichtet wird.“

Christian Heich: „Ja, da gibt es schon einige, die sich die Nacht auf PokerNews um die Ohren schlagen.“

Daniel Batliner: „Wirst du inzwischen auch mit Interviewanfragen bombardiert?“

Christian Heich: (lacht)„Soweit ist es noch nicht. Und den deutschen Medien scheint das auch nicht wichtig zu sein. Gewisse Seiten sind überhaupt das krasseste. Haben keinen Reporter vor Ort und da stehen Dinge im Artikel die sie sich offensichtlich aus den Haaren gezogen haben. Über Pokerxxxxx habe ich mich neulich zum Beispiel geärgert. Sie haben bereits in der Vergangenheit über mich berichtet, plötzlich schreiben sie, ich würde hier mein erstes Pokerturnier überhaupt spielen!? Ein Blick auf die eigene Seite oder Google hätte gereicht. Da hab ich mich dann doch etwas geärgert.“

Daniel Batliner: „Ich bin ja von der Konkurrenz. Was hälst du übrigens von deinen weiblichen Konkurrenten im Turnier? Annette Obrestad und Annica Ivert haben ja lange die Chipcounts angeführt.“

Christian Heich: „Dass Annette mit ihrem Spiel erfolgreich ist, wundert mich nicht. Die Frau weiß einfach, was sie macht. Ich bin im Main Event kurz mit ihr am Tisch gesessen und war froh, als dieser aufgelöst wurde. Weißt du, wie spät es ist?“

Daniel Batliner: „Moment. Kurz nach acht.“

Christian Heich: „Weißt du, wann es wieder losgeht. Hab vergessen zu schauen.“

Daniel Batliner: „Sorry, so professionell arbeite ich hier nicht. Aber gehen wir lieber runter bevor du den Ten-Minute-Call verpasst.“

Christian Heich: „Ja, wir können gerne an der Bar im Pokerraum weiterreden.“

Von Schweißausbrüchen begleitet fällt mir wieder ein, dass ich meine Geldbörse nicht bei mir habe. An der Bar sind aber genügend andere Leute, ein bekannter Blogger zahlt das Bier. Zum Reden kommen wir nicht mehr wirklich. Man merkt auch, dass Christian Heich es nicht mehr erwarten kann, wieder ins Spiel einzusteigen.

Daniel Batliner: „Vielen Dank für das Gespräch.“

Christian Heich:
„Gerne. Werd mir auch sobald wie möglich eure Seite anschauen. Aus irgendeinem Grund komme ich hier mit meinem mobilen Internet nicht rauf.“

Daniel Batliner: „Ich bring dir die 20$ fürs Abendessen dann an den Tisch.“

Christian Heich winkt grinsend ab und nimmt seinen Platz ein.

P.S. natürlich wird er die 20 AUD für das Abendessen noch bekommen! Am Besten gebe ich sie ihm in dem Moment wenn er seine Irgendwas-Tausende australische Dollar Gesamtpreisgeld beim Cashier abholt.


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Christoph Weber
11 Jahre zuvor

Ein T-Shirt für Champions und ein gratis Abendessen: wird sich Daniel je wieder an den österreichischen Winter und ein weniger luxuriöses Leben gewöhnen können?

Und wann folgen Infos und Fotos über die australischen Mädels?