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Jürgen Smutek auf Pokerfirma.de

Jürgen Smutek

Wenn der Pokermanager laut denkt

Pokermanager von win2day. Oft am Pokertisch zu finden, aber er schreibt über die andere Seite von Online-Poker. Denn auch das Leben ohne Bad Beats kann man manchmal anstrengend sein – und auch unterhaltsam.
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Das Glück des Eisler – Teil 2
am Montag, Mai 30, 2011

Also warum hat der Eisler nun so viel Glück? Was ist das Geheimnis des „Fungus Fortuna“ und wie kann ich auch so ein Schwammerl werden? In der heutigen Kolumne wird die Sache aufgeklärt und ich enthülle auch das „Eislersche Kryptonit“, das den unbesiegbaren Glückspilz in einen Donald Duck verwandelt.

Wer den ersten Teil der Kolumne versäumt hat, findet hier Teil 1. Für alle, die nicht mehr  wissen, was sie da vor 2 Monaten genau gelesen haben (denn: Glücklich ist, wer vergisst … *sing*, frei nach Johann Strauss), hier in Kürze was zuvor geschah: Das Glück ist nicht gleich verteilt, man kann es nicht erzwingen und es ist die Essenz des Spiels. Mir fällt grad auf, damit erfüllt meine Kolumne den Tatbestand eines Seminars bzw. der meisten Besprechungen. Da werden auch Dinge, die in wenigen Worten gesagt werden könnten, auf mehrere Stunden aufgeteilt.  :-)

Wie schon in Teil 1 besprochen, hadern viele Pokerspieler immer wieder mit dem Glück. Deshalb habe ich mir den Typus Glückspilz, den „Fungus Fortuna“, einmal näher angesehen und da ich gleich zwei besonders tolle Exemplare als gute Freunde bezeichnen kann, konnte ich hier am lebenden Objekt einige bahnbrechenden Beobachtungen machen.

1)    Have fun! Der Eisler und auch der Ulmer sind besonders lebenslustige Exemplare der Gattung „Fungus Fortuna“. Sie sind fröhlich, immer für einen Spaß zu haben und genießen das Leben. Es sind keine Grantler oder Nörgler, die immer nur das Negative sehen. So wie die beiden definitiv keine „No-Straddle-Zone“ sind, so sind sie definitiv auch keine „Suder-Zone“. Sie sudern nur, wenn sie einmal kein Glück haben – aber das kommt ja zum Glück nicht sehr häufig vor. Also zum Glück für sie, nicht für ihr Umfeld.

2)    Man muss für das Glück bereit sein! Der Fungus Fortuna erwartet das Glück richtig. Wenn der Ulmer mit seinem Gutshot mal wieder All-in geht und er sagt: „Hilft mir eh noch jeder 7er“, dann bräuchte man den River gar nicht umzudrehen, denn jeder im Raum weiß, dass am Deck der Herz 7er liegt – und zwar unter der Burncard. Schlimmer sind dann jene Tage, an denen er mit A4 gegen AK auf einem Flop AK2 All-in geht. „Kann ja eh noch 4-4 kommen“. Turn: 4, River: 4 und das Lächeln ist größer als von jedem Hutschpferd – und ich hab wieder mal eine Story, die ich irgendwann mal in einer Kolumne verwenden kann (oh – Achievement unlocked „Tell a Bad Beat Story“). Wobei, es hätte ja auch 3-5 kommen können, also genug Outs für den Ulmer. Der übrigens bei jedem Flush + Oben/Unten Draw nie trifft. Zu viele Outs für den Fungus Fortuna.

3)    Dem Glück eine Chance geben! Der Ulmer und der Eisler kaufen sich deshalb auch so viele Karten am River, weil sie genau an der Stelle mit ihren Draws sind. Jemand, der nicht als Glücksschwammerl sein Leben fristet, ist am Turn eher mit dem Topset, einem Paar Asse oder dem fertigen Flush All-in und kommt gar nicht in den Genuss, doch noch den Gutshot oder das Nuts Flush zu erhalten. Da fällt mir ein alter Witz ein, der eigentlich schon alles zu dem Thema sagt:

Der Karli betet jeden Tag zu Gott und in besonders großer Not, betet er: „Lieber Gott, ich hätte so gern einen Lotto 6er. Dann wäre ich alle Sorgen los.“ Aber am Sonntag gibt’s einen Jackpot. Da betet der Karli erneut: “Lieber Gott. Ich glaube so fest an dich, bitte bitte – ich würde doch so gern im Lotto gewinnen.“ Und es kommt wie es kommt, Doppel-Jackpot. Der Karli ist schon wütend „Lieber Gott – warum lässt du mich so hängen. Jetzt könnt ich so viel gewinnen aber es klappt net.“ Und tatsächlich bei der nächsten Ziehung, passiert das unerwartete – ein Dreifach Jackpot. Der Karli ist ganz aufgeregt und betet wieder: „Lieber Gott, ich bin so ein braver Mensch gewesen. Ich bitte dich ganz fest – lass doch mich gewinnen.“ Und plötzlich hört der Karli eine tiefe Stimme und Gott spricht: „Herst Karli, bitte gib mir doch eine Chance und gib amal einen Lottotipp ab.“

(Achievement unlocked – in einer Kolumne einen alten Witz erzählen)

4)    Glücks-Gene besorgen! Die DNA Forschung ist zwar noch nicht so weit, aber spätestens 2028 wird das Glücksgen entschlüsselt sein und dann ist es hoffentlich auf Rezept erhältlich – aber dazu mehr in 17 Jahren.

5)    Aberglauben wirkt! 2 rechte Socken anziehen, vor einem Pokerturnier nicht unter einer Leiter durchgehen, den Glücksbringer einpacken, sein Lieblings T-Shirt anziehen, vor dem Turnier ein bestimmtes Lied hören. Je mehr desto besser. Aber Achtung: Es wirkt nur, wenn man wirklich dran glaubt … leider in der Regel nur 1x und dass auch nicht immer, aber immerhin besser als komplett unvorbereitet ins Casino kommen.

6)    Akzeptieren, dass es so was wie Glück gibt. Ja, es gibt Glück und ja es ist Teil des Spiels. Je schneller man das akzeptiert, desto schneller wird man gewinnen! Und je länger man sich drüber aufregt, desto negativer ist man eingestellt und mit einer negativen Einstellung gewinnt man keinen Blumentopf! Think positive ist die Devise am Tisch oder wie Erich Kollmann in jeder Meldung erwähnt: „I love poker!“

Doch nicht verzagen, denn zum Glück gibt es ein Gegenmittel und das ist jetzt kein Spaß – es gibt es wirklich. Und nachdem der Eisler und der Ulmer unsere Nerven glückstechnisch schon überstrapaziert haben, folgt jetzt die große Enthüllung, das Kryptonit der beiden und der sichere Weg, den Fungus Fortuna in ein gewöhnliches Schwammerl zu verwandeln. Das Problem an der Sache ist nur, jeder Fungus Fortuna hat eine andere Schwachstelle und die gilt es zu finden. Also an alle Donald Ducks da draußen, die es satt haben – findet die weak spots eurer Glückspilz-Freunde und beherzigt die oberen Punkte, dann kann nichts mehr schiefgehen.

Ach so! Hier noch die absoluten Unglücksbringer für den Eisler und den Ulmer:

DER EISLER: Nachdem der Eisler die büroeigene „100er Omaha Nine Challenge“ (Danke nochmals an Sandra Naujoks fürs Zeigen in Seefeld) gewonnen hat, musste der Verlierer (Ich *sigh*) einen Preis besorgen. Nachdem der Eisler in seiner vollen Fungus Fortuna Blüte die Challenge großteils blind gespielt hat (Ka Spaß!) und somit de facto unbesiegbar war, habe ich ihm das einzige wahre Geschenk gemacht: Einen Glücksbringer Glückspilz !!!

Und was soll ich sagen, wenn der neben ihm steht, gewinnt er keine einzige Hand mehr – nichts, nada! Das ist wahrscheinlich sogar dem Glück zu viel ;-) Leider räumt er ihn ab und zu weg und macht dann das „Glücksbringer Minus“ im Nu wieder weg.

Wissenschaftlicher Lerneffekt: Leuten die viel Glück haben, einen Glücksbringer schenken!

DER ULMER: Um den Ulmer zu besiegen, ist etwas Raffinesse notwendig, denn er hat erst Glück, wenn eine Rettung vorbeigefahren ist (auch ka Spaß!). Drum ist er in der Regel bis 22:00 schon weit im Minus bis endlich das Sirenengeräusch ertönt, danach gibt’s kein Halten mehr und es stapeln sich die Gewinne.

Wissenschaftlicher Lerneffekt: Gesundheitsvorsorge verbessern, für sichere Straßen sorgen!

Jetzt liegt es an euch, ob ihr in Zukunft auch zu einem Fungus Fortuna werdet oder euch nur weiterhin über diese ärgert. Der Verzehr von Wiesen Champignons hat übrigens keinen positiven Effekt und ob der Fund eines 4-blättrigen Kleeblatts was nutzt, weiß ich auch nicht – ich hab noch nie eins gefunden!

Und wenn das alles nichts hilft, dann haltet euch an Herrn Rossi:

Bis zum nächsten Mal, wo es dann um das Thema „Weiße Gurkerl“ geht, zumindest hab ich mir das so notiert. Hätte wohl auch ein paar Details dazuschreiben sollen, ich hab nämlich keinen Plan mehr, was ich damit sagen will. :-)