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Full Tilt Poker – was passiert mit Ray Bitar?

Nach 15 Monaten auf der Flucht hat sich Raymond Bitar dem FBI gestellt. Der Verantwortliche bei Full Tilt Poker strebt einen Deal mit der Staatsanwaltschaft an, allerdings scheint der US-Amerikaner hier wohl etwas zu optimistisch zu sein.

Die Staatsanwaltschaft erhob am 15. April 2011 Anklage gegen den Vorstandschef von FTP, doch Ray Bitar tauchte in Dublin unter. Nun hat sich der US-Amerikaner freiwillig den Behörden gestellt und ist zusammen mit seinem Anwalt nach New York geflogen.

Allerdings ist der Zeitpunkt wohl nicht zufällig getroffen, denn wie man aus Kreisen der Staatsanwaltschaft in Manhattan hört, scheint der Aufkauf von Full Tilt Poker durch PokerStars so gut wie beschlossen zu sein. Nun vermuten Insider, dass der vermeintliche Schuldige am FTP-Debakel in letzter Minute guten Willen zeigen möchte, um Strafmilderung zu bekommen.

Allerdings hat die Staatsanwaltschaft wohl andere Absichten, denn bereits die Ankunft am John F. Kennedy International Airport verlief alles andere als geplant. John Baughman, Ray Bitars Rechtsbeistand, hatte die Behörden vorgewarnt und angekündigt, dass sich sein Klient stellen möchte. Nichtsdestotrotz betraten Beamte des Federal Bureau of Investigation (FBI) das Flugzeug kurz nach der Landung und nahmen den Gesuchten in Gewahrsam.

Auch die vorher angekündigte Kaution wurde kurzerhand hochgesetzt. Ursprünglich sprach die Staatsanwaltschaft von $250.000, doch bei der Anhörung forderte Arlo Devlin-Brown vom U.S. Attorneys Office (USAO) eine Ablehnung des Kautionsantrages. Richterin Debra Freeman vom im Gericht des Southern District of New York (SDNY) legte die Kaution letztendlich auf $2,4 Millionen fest, wobei eine Million in bar hinterlegt werden muss.

Ebenfalls unvorhergesehen war die Erhöhung der Anklagepunkte. Ursprünglich war Bitar in fünf Punkte, darunter Geldwäsche, Bankbetrug sowie Verstoß gegen den Unlawful Internet Gambling Enforcement Act of 2006 (UIGEA), angeklagt. Nun sind es insgesamt neun. Neu dazu gekommen sind Anklagepunkte im Rahmen der verschwundenen Spielergelder. Wird Ray Bitar am Ende zum Sündenbock und stellvertretend für alle anderen zur Rechenschaft gezogen?

Am kommenden Montag sollen die Vorverhandlungen weitergehen. Spannend ist auch die Frage, ob Richter Lewis Kaplan den Fall übernehmen wird. Kaplan hat bisher alle Gerichtsverhandlungen im Rahmen des Black Friday geführt, hat jedoch für die gleiche Kanzlei wie John Baughman (Paul,Weiss,Rifkind, Wharton & Garrison LLP) gearbeitet. Üblicherweise hat Kaplan bisher darauf verzichtet, Fälle mit seinen ‚ehemaligen Kollegen‘ zu bearbeiten. Lewis Kaplan gilt als konservativ und fand wenig Gefallen an den bisher milden Strafforderungen der Staatsanwaltschaft.

Quelle: diamondflushpoker.com


1 Kommentar
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asiasepp
8 Jahre zuvor

SCHEINT der Aufkauf von Full Tilt Poker durch PokerStars SO GUT WIE BESCHLOSSEN zu sein.
Bla Bla Bla BLa