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Stephan Kalhamer auf Pokerfirma.de

Stephan Kalhamer

Hör mal wer da kalhamert

Gründer und Chef vom Gaming Institute. Brillanter Mathematiker und ausgezeichneter Stratege – einer der besten Coaches, die Deutschland zu bieten hat.

www.kalhamer.de
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Poker ist Sport++
am Mittwoch, Oktober 12, 2011

Fast 2 Jahre ist es her, da schrieb Rosi „Poker ist kein Sport“. Ich „min-raiste“ sie sportlich mit „Poker ist Sport“ und „Poker ist Sport+“. Das Thema wurde heiß diskutiert, ebbte dann wieder ab. Immer habe ich meine in den beiden Artikeln dargelegten Überzeugungen weiterverfolgt. Heute möchte ich mit Teil 3, einem Statusbericht, anschließen.

Die German Federation of Poker (GFP) gibt es nun seit drei Jahren. Sie ist ein eingetragener Verein und dient als Kommunikationsorgan und Plattform für die sportlichen und rechtlichen Interessen der Pokervereine in Deutschland. Ziel ist die gesellschaftliche Anerkennung von Poker als Denksport. Die GFP organisiert die Austragung nationaler Ligen und Meisterschaften sowie Teilnahmen an internationalen Team- und Einzelwettbewerben. Sie bündelt die Aktivitäten von Vereinen und Clubs zu einer bundesweite Live Poker Liga. Darüber hinaus bestreitet ein GFP-Auswahlteam internationale Nationenvergleiche. Zu den Aufgaben der Organisation gehören die Förderung des Nachwuchses und der Arbeit in den einzelnen Vereinen. Des Weiteren entwickelt die GFP ein „Gütesiegel für Pokersysteme“. Als exklusives Mitglied der International Federation of Poker (IFP) vertritt die GFP seit 2009 die Denksportdisziplin Poker in Deutschland.

Die International Federation of Poker (IFP) wird noch in diesem Jahr die ersten offiziellen Poker- Weltmeisterschaft vom 17. bis 20. November in London ins Leben rufen. Eine Landing Page mit Informationen zu den Verbänden und den bevorstehenden Events ist bereits unter http://de.pokerfed.org erreichbar. Auf einer Online Poker-Plattform werden Mitglieder in Zukunft die Möglichkeit haben, sich für offizielle Turniere, darunter auch die Europa- und Weltmeisterschaft, zu qualifizieren und an IFP-Online-Turnieren teilzunehmen. Dem Charakter des „Social Gaming“ Rechnung tragend, werden darüber hinaus auch inoffizielle Turniere von Gruppen, Marken oder Einzelpersonen möglich sein. Zur Transparenz des sportlichen Wettbewerbs trägt zudem die Abbildung offizieller Rankings auf internationaler und nationaler Ebene bei.

Soviel zum generellen Status – ganz konkret waren wir jüngst mit der GFP auf Europas größter Jugendmesse, der YOU in Berlin. Dies war unsere erste richtig offizielle Action, unser öffentlicher Launch. Es war ein großer Erfolg. Unser Stand war an allen Messetagen proppenvoll. Wir saßen im Bereich Education neben anderen Mindsports wie Go, Bridge oder Schach – wo wir auch hingehören. Für die Printausgabe 6/2011 der Royal Flush habe ich (neben einem persönlichen Artikel zum 10-jährigen Jahrestag von 9/11) einen ausführlichen Beitrag zur GFP auf der YOU abgegeben.

Poker ist nun auf dem Weg. Ich bleibe überzeugt, dass es seine verdiente Anerkennung als Mindsport in den Köpfen der Gesellschaft noch erfahren wird. Es ist als Spiel einfach zu gut als dass es ewig verkannt bleiben könnte. Gute Pokerspieler sollen für das geschätzt werden, was sie sind: hervorragende Entscheider. Unter massivem Druck und großer Unsicherheit treffen sie weitreichende Entscheidungen in hoher Taktung. Sie erfahren die stets extremen Resultate ihrer Entscheidungen ungebremst, dürfen nach Niederlagen nicht aufstecken nach Siegen nicht
abheben. Ich habe Respekt vor (den wenigen) wirklich guten Spielern, weil ich Respekt vor dem Spiel habe. (Im Pokerfirmateil der bereits erwähnten Royal-Flush-Ausgabe schreibe ich übrigens über meine Gedanken zum Thema „Angst am Pokertisch“ – dabei spielt Respekt dann auch eine Rolle…)

Zahler zocken – Könner kalkulieren

Stephan M. Kalhamer als
Präsident German Federation of Poker

18 KOMMENTARE
simon am Mittwoch, Oktober 12, 2011

nimm doch lieber mal zu FTP stellung.

jsmu am Mittwoch, Oktober 12, 2011

Wenn Poker ein Sport wäre, würde es auch ohne Geld Spaß machen – tuts aber nicht ;)

Pokerfirma Redaktion am Mittwoch, Oktober 12, 2011

@jsmu – warum haben wir bei den Kommentaren keinen “Gefällt mir” Button….. hab ich schon vor zwei Jahren gesagt, dass die einzige dauerhafte Herausforderung bei Poker das Geld ist :-)

MuyA am Mittwoch, Oktober 12, 2011

Beim Sport würde niemals einer der schlecht spielt gegen einen gewinnen der “Perfekt” spielt, beim Pokern ist das anders.

@jsmu/Red. – Auch “Sport” ist ohne die Möglichkeit etwas zu “gewinnen” (auch wenn es kein Geld ist und es nur um die “Ehre” geht), langweilig. Wer würde schon Fußball spielen ohne die Tore zu zahlen?

krustyDC am Mittwoch, Oktober 12, 2011

@MuyA:
Schon mal gezählt, wie oft beispielsweise im Fußball die deutlich unterlegene Mannschaft gewinnt, weil ein Duseltor rein ging?

MuyA am Mittwoch, Oktober 12, 2011

@krustyDC – Dann hat die Überlegene Mannschaft aber nicht Perfekt gespielt, weil sie 1. Ihre Überlegenheit nicht in eigene Tore ummünzen konnte (auch BVB – Syndrom genannt) und 2. das Gegentor durch einen oder mehrere Fehler zugelassen hat (ohne Fehler keine Tore). Also hat Sie nicht “Perfekt” gespielt.

Ps. Ich weiß, dass “Perfekt” spielen kaum möglich ist, wollte nur den Unterschied aufzeigen

Tassilo am Mittwoch, Oktober 12, 2011

Nicht von Euch auf Andere schließen… Es gibt in Deutschland eine sehr aktive Vereinslandschaft, die Poker ausschließlich als Sport betreibt.

Poker KANN also durchaus Sport sein, daran besteht wohl kein Zweifel.

Abgesehen davon verdienen auch Fuß- und Basketballer sehr viel Geld und halten ihre Knochen oft genug überwiegend wegen des Geldes hin. Und trotzdem bleibt es ein Sport. Auch beim Golf zahlt man Startgebühren, die (zzgl. Sponsorengeldern == Add On o. Guaranteed Price) Ausgeschüttet werden. Trotzdem bleibt auch Golf ein Sport.

Ergo: nur weil man etwas berufsmäßig (zum Geldverdienen) betreibt, heisst es nicht, dass es kein Sport ist. Und schon gar nicht ist dieser Schluß von einer kleinen Gruppe Berufspokerspieler auf die große Gruppe der Hobbyspieler übertragbar.

Ergo: Poker ist Sport – egal, aus welchem Grund es der Einzelne betreibt.

Jetzt verstanden, Frau Grünstäudel? ;-)

MuyA am Mittwoch, Oktober 12, 2011

@ Tassilo – Was hat den die Möglichkeit ob man Geld gewinnen kann oder nicht, damit zu Tun ob etwas Sport ist oder nicht. Ob man jetzt um Geld, Sachpreise, Titel oder die Ehre spielt ist hat mit der Einordnung als Sport nichts zu tun.

Pokerfirma Redaktion am Mittwoch, Oktober 12, 2011

@ Tassilo, warum gehen dann die Vereinsspieler und SPT-Spieler regelmäßig ins Casino? Oder sind ganz gierig drauf, Sponsorenpackages zu gewinnen? Wegen der sportlichen Herausforderung?

jsmu am Mittwoch, Oktober 12, 2011

Und wieder sehne ich den Tag herbei (also eigentlich nicht) wo Poker kein Glücksspiel mehr ist und dann plötzlich besteuert und alle rufen: Poker muss wieder ein Glücksspiel werden! *g*

MuyA am Mittwoch, Oktober 12, 2011

@jsmu – Ist doch, wenn es nach dem Finanzamt geht, schon so.

Btw. Ich weiss auch nicht warum die Leute ein solches Problem damit haben das Poker Glücksspiel und kein Sport ist. Wenn die sowieso nicht um Geld spielen wollen, dann stören die deutschen Gesetze und die Einordnung als Glücksspiel ja nicht.

jsmu am Mittwoch, Oktober 12, 2011

@MuyA: Nur in Deutschland – in Österreich nicht :)

Tassilo am Donnerstag, Oktober 13, 2011

@ Muya: genau das wollte ich sagen!

@Pokerfirma: es ist legitim mit seinem Sport, den man beherrscht, auch Geld zu verdienen. Und ja, auch wegen der sportlichen Herausforderung. Ich erinnere zum Beispiel an Michael Keiner, der bei seinem Bracelet-Gewinn (übrigens sehr glaubwürdig IMHO) aussagte, dass es ihm vornehmlich ums Bracelet ging, weniger ums Geld.

Alex am Donnerstag, Oktober 13, 2011

Ich verstehe dieses strikte Geldthema nicht so richtig. Aus welchen grund spielt man Poker bzw. fängt überhaupt damit an? Doch wegen dem Spiel bzw. dem Spaß, oder ist Pokern für Euch reine Arbeit? In diesem Fall verstehe ich den Geldgedanken.
Jeglicher Sport oder auch jegliches Spiel betreibt man doch zumindest am Anfang rein wegen des Sports selber, oder haben die heutigen Bundesligaprofis auch mit dem Gedanken angefangen das man damit Geld verdienen kann? Dem wiederspricht das viele Profis ihren Sport auch noch Privat im Freundeskreis ausbüben, und das genau, einfach zum Spaß.

edo am Donnerstag, Oktober 13, 2011

kurzes Statement zu FTP wäre wirklich mal lesenswert … gern auch weniger kurz ..

ferdnand am Freitag, Oktober 14, 2011

wenn der grosse Meister in einer weiteren Folge, dann NUR noch von MINDSPORTS schreibt (auch in der Headline)dann kann auch ich damit leben… ich habe mal eine einfache Frage in den Raum gestellt – wenn Poker tätsächlich als SPORT anerkannt würde und demzufolge eines Tages Olympisch würde – wann würde denn den Olympiasiger erkoren im Winter oder im Sommer??

tennisfreack am Freitag, Oktober 14, 2011

beim tennis gibt es 3 mögliche sieger wenn federer nadal und djokovic spielen.(immerhin) beim 100 meter lauf 2 (aber nur wenn bolt einen fehlstart macht) bei pokerturnieren gibt es jährlich ca. 27349 verschiedene sieger.das zum thema turnierpoker ist sport.

ferdi am Samstag, Oktober 15, 2011

ich MUSS mich nochmals melden (Tassilo)was ist das doch für ein nonsens was du hier erzählst..

wenn man 100 menschen bittet sport zu definieren was glaubst du denn wieviele davon sagen würden: “an einem Tisch sitzend 2 karten anschauend und ab und zu ein paar chips vom stapel in die tischmitte bewegend…” das soll irgend was mit sport am hut haben und dann noch als gipfel der peinlichkeit das geld als grund ins feld zu führen – dümmer gehts wohl nümmer ;-)

im übrigen spricht diesbezüglich der DOSB eine ganz klare sprache:

Was ist eine Sportart? Und was nicht?

Dart zählt dazu, Poker nicht. Und was ist mit Einradfahren? Nur unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes wird Sport zum Sport. Doch die Hürden sind hoch.

Jede neue Sportart muss sich der Aufnahmeordnung des DOSB stellen. Hierbei wird unterschieden in sportliche und organisatorische Voraussetzungen. Was Sport sein will, muss “eine eigene, sportartbestimmende motorische Aktivität” sein. Das ist “bei Denkspielen, Bastel- und Modellbautätigkeit, (…) Dressur von Tieren (…) und Bewältigung technischen Geräts ohne Einbeziehung der Bewegung des Menschen” nicht der Fall. P o k e r h a t k e i n e C h a n c e, zu wenig Bewegung. eSport auch nicht, zu viel Technik.

ich habe fertg…