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Rainer Gottlieb auf Pokerfirma.de

Rainer Gottlieb

Berlin aktuell

Journalist, Autor und immer in der Berliner Pokerszene unterwegs. Er kennt jede Ecke in der Hauptstadt und weiß, was dort gerade angesagt ist.
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Step-Satellites am Potsdamer Platz – eine Zwischenbilanz
am Sonntag, Februar 7, 2010

Seit zwei Wochen laufen in der Spielbank Berlin am Potsdamer Platz die sogenannten Step-Satellites für die PokerStars European Poker Tour (EPT). Das System wurde bereits beschrieben, nun sollen hier die bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse vorgestellt werden.

Step 1, die „one-hand all-in Lotterie“ für € 7 wurde und wird nicht ernsthaft von den Gästen angenommen. Nach Auskunft eines Floorman hat zwar am ersten Tag der Turnierserie – dem 25.01.2010 – ein Spieler tatsächlich den Durchmarsch von Step 1 zu Step 4 geschafft, aber das Einstiegsturnier findet nur sehr selten statt, z.B. wenn sich spontan eine Zehnergruppe findet und man auf die Schnelle ein Buy-In für Step 2 „auslosen“ möchte.

Step 2 für € 20 ist heißbegehrt. Täglich außer samstags finden bis ca. 22:00 Uhr zahllose Step 2 Turniere statt. Der Andrang und die Nachfrage sind enorm. Anfangs kam es zu organisatorischen Problemen bei der Tischbesetzung. Spieler wurden einfach per Strichliste für die Satellites registriert, ohne dass Namen notiert wurden. Das führte häufig zu Streitereien unter den wartenden Spielern. Mittlerweile werden die Interessenten namentlich notiert und die Organisation läuft deutlich besser.

Eindeutiger Favorit bei den Gästen sind die Step 3 Satellites für € 80. Ein Grund ist vermutlich, dass hierbei drei von zehn Teilnehmern sich für die nächste Stufe qualifizieren und der /die Viertplatzierte ein Wiederholungsticket bekommt. In Step 3 sind also die Chancen zum Erreichen der nächsten Stufe am größten. Und tatsächlich gibt es mittlerweile eine Menge Spieler, die sich bereits mehrfach qualifiziert haben. Da man die Qualifizierungstickets auch addieren kann, versuchen viele, sich über mehrere Step 3 Gewinne (€ 200) ein Ticket für das samstägliche Main Satellite zu € 800 zu erarbeiten.

Step 4 zu € 200 Buy-in
ist die Vorstufe zum Main Satellite. Hier existiert eine Teilnehmermischung aus wenigen Leuten, die sich direkt einkaufen und vielen, die sich über die Vorstufen qualifiziert haben. Und so ist die Teilnehmerverteilung auch ein Indiz für die verfügbaren Bankrolls bzw. die Kaufkraft, die bei den Gästen der Spielbank am Potsdamer Platz vorhanden ist.

Das Main Satellite mit € 800 Buy-in hat bisher zweimal stattgefunden. Es handelt sich um ein sehr gut strukturiertes Deepstack Turnier mit 10.000 Startchips und Blindzeiten von anfänglich 30 Minuten, ab Level 4 sogar 40 Minuten, dann wird allerdings auch Ante fällig. Bisher gab es zur Struktur viele positive Kommentare. Hier hat Herr Plettrich, der verantwortliche Floorman, für die Entwicklung der Turnierstrukturen gute und kundenfreundliche Arbeit geleistet.
Im ersten Turnier am 30 Januar gingen 27 Spieler an den Start, vier davon haben mittlerweile das EPT-Ticket in der Tasche. Das zweite Main Satellite am 6. Februar hatte 44 Teilnehmer, 30% davon waren Direktzahler. Seitdem gibt es sechs neue EPT-Ticketbesitzer.

Fazit und Ausblick:
Die Satellite-Serie der Spielbank Berlin am Potsdamer Platz wird von den Gästen begeistert aufgenommen. Durch das Step-System werden auch Leuten mit schmalerer Bankroll Chancen auf die Teilnahme an der EPT Berlin geboten. Die Nachfrage ist ungebrochen und dürfte sich während der verbleibenden drei Wochen noch steigern. Dann könnte es zu echten Kapazitätsproblemen bei Tischen und Personal kommen. Zurzeit sind zwölf Pokertische verfügbar, im Januar hat es einen neuen Schulungskurs für Dealerinnen und Dealer gegeben, erfolgreichen Absolventen will man Arbeitsangebote machen. Vielleicht kommt die „Feuertaufe“ der neuen Mitarbeiter schneller als geplant.

1 KOMMENTAR
Robert am Sonntag, Februar 7, 2010

In der Tat, eine sehr interessante Serie. Ich habe selbst letzte Woche an mehreren Step´s teilgenommen.

Wie der Autor bereits beschrieben hat sind die Step 3 Tische, aufgrund der Gewinnstruktur, sehr beliebt. Bei den Step 4 Tischen ist es dagegen eher umgekehrt. Dort erhält der Erste und Zweite jeweils ein Ticket fürs Main Satellite und der Dritte geht leer aus.

Je nach Tisch gibt es aber Deals wobei alle zehn Spieler 20,- € zusätzlich bezahlen und der Dritte somit ein “Freiticket” für Step 4 erhält. Kommt aber eher selten zustande.

Kritisch anzumerken ist die teilweise Überlastung der Turnierleitung. Mit der Akkreditierung der Teilnehmer, der Tischverteilung und der Erfassung der Tischsieger scheint die Organisation zeitweilig etwas überfordert zu sein und es kommt zu erheblichen Wartezeiten.

Zudem stehen nicht alle Tische im Pokerfloor für die Step Turniere zur Verfügung. So wurden, an einem Freitag, sechs Tische für Cash Game reserviert. Leider wurden diese Tische auch nicht für Step´s freigegeben wenn keine, oder noch keine Cash Games zustande kamen.

Ob es sich hierbei um einen Mangel an Dealern handelt kann nur gemutmaßt werden. Wäre aber sehr nahe liegend, da selbst bei einer Warteliste von >13 Leuten auf den 2/2 Tischen nur 2 Cash Game Tische für 2/2 liefen und 2 Tische für 2/5. Erst als die Step´s ruhiger wurden, eröffnete ein dritter 2/2 Tisch.

Ich denke mal, dass sich das in den nächsten Wochen noch ändern wird, denn je näher die EPT rückt, desto mehr Spieler werden ihr Glück bei den Step´s am Potsdamer Platz versuchen.

Alles in allem ist das Team im Pokerfloor sehr bemüht und wenn man etwas Geduld mitbringt macht es auch Spaß. Mal abgesehen von den Bad Beats ;-)

Schöne Grüße
Robert