Kolumnen

Warum muss Poker Sport sein?

Der Deutsche Poker Sport Bund (DPSB) hat sich mit Jan Heitmann und Udo Gartenbach zwei neue, prominente Gesichter ins Team geholt (siehe Artikel vom 26. September) und wieder hallt das abgenutzte Thema „Poker ist Sport“ durch die einschlägigen Medien. Vor mehr als vier Jahren hatten Stephan Kalhamer und ich das Thema abschließend diskutiert. Zu viele Komponenten sind, nicht nur rechtlich oder steuerlich, ungeklärt. Überraschend ist, dass man sich nach wie vor der Illusion hingibt, Poker könnte eines Tages ein anerkannter, vielleicht sogar olympischer Sport sein und branchenfremdes Geld sprudeln lassen.

Wie schwierig das Thema ist und wie viele unterschiedliche Ansätze es gibt, zeigte eine emotionale Diskussion bei der EPT Wien im März 2014. Ich redete in einer Pause mit Jan Heitmann über das Thema „Poker ist Sport“. Innerhalb kurzer Zeit diskutierten sämtliche Spieler in unserer Umgebung intensiv mit. Übrig blieb, dass nicht einmal die betroffenen Spieler selbst sich einigen konnten, wie die Begriffe Poker und Sport zu vereinen wären.

Für mich ist Poker ein Spiel für Einzelkämpfer, dessen einziges Ziel es ist, Geld zu gewinnen. Es geht dabei nicht einfach ums Gewinnen, sondern explizit darum, Geld zu gewinnen. Der monetäre Reiz ist die einzige Langzeitmotivation beim Pokern. Das zeigt auch die geschichtliche Entwicklung vom Saloon im Wilden Westen, bis hin zu den kleinen und großen Turnieren der Jetztzeit. Der „sportliche“ Erfolg ist nur dann relevant, wenn er auch mit einer entsprechenden Bezahlung einhergeht. Sei es beim Turnier oder beim Cashgame: wenn es sich am Ende nicht in Euros oder Dollars niederschlägt, dann ist der Sieg nichts wert. Der monetäre Ansatz macht selbst die kleinsten Homegame Runden spannend. Der Einsatz ist zwar nur im Centbereich oder es geht um die Getränke o.ä., aber der bewusst finanzielle Aspekt macht den Reiz des Spielabends erst aus. Sonst könnte man auch Monopoly, Schach, Skat oder Rommé spielen, natürlich ohne finanziellen Anreiz. Sicherlich kann man mal nur um des Siegens Willen spielen, aber wie lange will man das?

Der DPSB hieß früher mal German Federation of Poker und war Mitglied der International Federation of Poker. Mit einer globalen Umsetzung des Sportgedanken verfolgte man das Ziel, Poker als Mindsport bei den Olympischen Spielen in London 2012 unterzubringen. Das Vorhaben ist kläglich gescheitert, veranstaltete Welt- und Europameisterschaften im Duplicate Poker gerieten gleich wieder in Vergessenheit. Ich will nicht sagen, dass Poker als Sport niemanden interessiert. Aber es interessiert offensichtlich niemanden, der notwendig wäre, um diese Vision Realität werden zu lassen. Jan Heitmann schwärmte beim Gespräch von den „BMW Poker Open“ oder den „Red Bull Poker Days“ und so weiter. Der Traum, dass namhafte und internationale Konzerne Pokerturniere sponsern könnten, ist alt und wird ein Traum bleiben. Zudem ist die Sportwelt keine karitative Welt. Alles nicht massenwirksame – wie die „Randsportart“ Poker – hat keinen medialen und somit auch keinen finanziellen Erfolg. Auf Startgelder und Manipulationen will ich hier gar nicht näher eingehen.

Manche mögen nun behaupten, dass mir die Vision des Großen Ganzen fehlt. Ich würde daran glauben, wenn ich nur einen Funken einer Chance sehen würde, dass die abermalige Diskussion zu einem Ende käme, dieses „Poker ist Sport“ Gequatsche eine Revolution der Pokerwelt bringen könnte und eine vernünftige Regelung gefunden werden würde. Allein mir fehlt der Glaube. Poker ist und bleibt ein Spiel um Geld. Mit vielen strategischen Komponenten und auch dem notwendigen Quäntchen Glück. Aber vielleicht sehe ich wirklich den Wald vor lauter Bäumen nicht, deshalb meine konkreten Fragen an die Verantwortlichen des DPSB:

1) Poker kann jeder gegen jeden spielen und das hat Poker populär gemacht. Warum braucht es ein Ligasystem, bei dem man sich erst für eine Teilnahme qualifizieren muss?

2) Warum soll gerade Poker das Spiel sein, dass als Breitensport klassische Sponsoren für sich gewinnen kann?

3) Poker ist Sport laut Definition des DPSB. Meint man damit nicht nur No Limit Hold’em Turniere? Was ist mit all den anderen Varianten und dem Cashgame?

4) Jeder Sportverband ist auf Mitgliedsbeiträge angewiesen. Warum ist es für einen Pokerspieler besser, seinen „Einsatz“ beim Verband als bei einem Turnier in einem Casino zu leisten?

5) Soll Poker in zwei Parallelwelten co-existieren? Oder soll Poker als Sport die uns geläufige Pokerwelt ersetzen?

Ich freue mich auf Eure Antworten!
Rosi Grünstäudl


41 Comments
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ABC Spieler
6 Jahre zuvor

Es kann alke Arten von Poker geben. Ob Sport oder Nichtsport. Ob Denksport oder Donksport.

Schnicks
6 Jahre zuvor

1 . Cashgame unterliegt gesetzlichen Regelungen und ist nur in Deutschland in staatlich beaufsichtigten Casinos zugelassen.
2.Eine Sportvariante in Vereinen angesiedelt ist im Vereinsland Deutschland durchaus denkbar, wird aber einen Amateurstatus behalten vorerst. Sollten im Laufe der Jahr mehr und mehr Spieler hinzukommen und einen dauerhaften Ligabetrieb aufstellen, werden Werbeträger hinzukommen. Ein langer Weg zu Olympia, welches ja eigentlich auch eine Amateur Veranstaltung ist:)

Wurst
6 Jahre zuvor

Richtig, Rosi.
Poker ist völlig untauglich, ein Breitensport zu werden. Spätestens wenn Menschen wie Ali T.s &Co um die Ecke kommen, zeigt Poker die riesige Schattenseite der „Szene“, die es immer geben wird.

Ziga
6 Jahre zuvor

Poker muss nicht Sport sein/werden. Poker ist in vielerlei Hinsicht Sport. Die Frage stellt sich nur Menschen, die Poker höchstwahrscheinlich für sich und als Spiel ziemlich schräg bereits absolut definiert haben.

Die meisten dieser Menschen begreifen Poker in der „Tiefe“ so sehr Sie das Gegenteil annehmen werden, selbst nicht. Dabei spielt es keine Rolle ob Sie Methoden entwickelt haben, am Poker Geschäft mitzuverdienen und wielange Sie das schon tun oder schon insgesamt am Geschehen dabei sind.Es ist in diesem Zusammenhang effektiv wenn das Verständnis fehlt irrelevant.

Poker muss nicht olympisch werden um Sport zu sein.Poker ist Sport. In jeder Top Sportart heutzutage ist der monetärer Aspekt stark ebenfalls anwesend. Als Argument gegen eine Daseinsberechtigung als Sportart ist wohl kaum zutreffend.

Bexx67
6 Jahre zuvor

Bevor Poker olympisch wird gewinnt der Udo drei Mal des WSOP Main Event in Folge.

highway
6 Jahre zuvor

Liebste Rosi.
Alles gut und recht, aber ab wann ist denn etwas Sport???
1. Dass es beim Pokern schwarze Schafe gibt (auf Seiten der Spieler und der Veranstalter, live und online) ist KEIN Argument, dass Pokern kein Sport sein könnte. Betrogen wird bei JEDER anerkannten Sportart.
2. Anerkannte Sportarten haben es an sich, dass man nach 10 Minuten komplett nassgeschwitzt ist. OK. Aber zeigt mir eine Sportart, bei der ein Spieler an bis 6 Tagen hintereinander je 10 bis 12 Stunden im Einsatz ist. Wer das schon mal erlebt hat, weiss, das Pokern mental und körperlich anstrengend ist.
3. Billard ist z.B. Liga-mässig organisiert. Es gibt Firmenmeisterschaften und Freizeitclubs. Es gibt Profis, bei denen es auch um sehr viel Geld geht. Gleichzeitig will aber niemand, dass Billard olympisch wird. Ist das eine Bedingung für die Anerkennung als Sportart?

Fazit
Eine Annerkennung könnte endlich diverse Unklarheiten bezüglich Steuern und legalen Veranstaltern eliminieren. Und wenn wir das auf keinem anderen Weg hinkriegen, dann halt auf dem Weg über die Sportzulassung. Das gibt verbindliche Strukturen, die sich kontrollieren lassen und wir werden endlich die Casinos los.

Und was für mich den viel grösseren Reiz ausmacht, als nur der monetäre Gewinn, ist die Tatsache, dass ich mich für ein paar Dollar (zumindestens online) mit den grössten Stars und den bekanntesten Namen an einen Tisch setzen kann – und wenn’s gut läuft, gewinne ich vielleicht sogar. Ganz egal, ob Mann, Frau, dick, dünn, jung alt, etc. Das kann man bei sämtlichen anerkannten Sportarten vergessen.

Vielleicht ist ja Pokern sogar der bessere Sport.

mhmm
6 Jahre zuvor

@highway: radsport (tour de france, tour de suisse etc.), gigathlon.. um nur mal 2 zu nennen, die mir gerade so spontan einfallen. Gibt sicher noch weitere Sportarten. Wobei da ist man nicht ganz 10-12h unterwegs aber mehr als 6 tage und bei einer etwas anderen Belastung 😉

Und ein glücksspiel wie poker als sport zu bezeichnen, find ich etwas gewagt. Denn der durchschnittliche „Breitensportler“ wird niemals die nötigen anzahl hände erreichen, bei der man vielleicht davon ausgehen kann, dass die varianz sich ausgleicht.

winnfield
6 Jahre zuvor

wenn poker sport wird hör ich auf.

ich will dabei saufen und rauchen dürfen und nachher meinen gewinn verhxxxx.

und das passt einfach nicht zu seriösem sport!!!!!

Meine Meinung
6 Jahre zuvor

@ winnfield 🙂 🙂 🙂

Richitg sooooo

Beim Pokern nach 14 std. ERSTER. Werden ca. €5000,- gewinnen und dann , weils lustig ist zum Black/Jack wechseln und in 10 min bissi die casino kasse aufbessern !! bravo

Poker ohne rauchen/saufen das geht gar nicht ( da bin ich deiner meinung 🙂 🙂 🙂

Eddy Scharf
6 Jahre zuvor

Dann würde ich mal vorschlagen, mit der Jugendarbeit anzufangen. So mit 10 in den Schulen , als Schulsport. Und zum Elternabend können die Erwachsenen die angefallenen Schulden begleichen, falls das Taschengeld nicht gereicht hat.
Keine schlechte Idee. Dann sind beim Abitur schon einige so verschuldet, dass sie gar nicht auf die Idee kommen können einen Beruf zu ergreifen. Bringt dann eh nichts mehr.
Diese ganze Diskussion ist der Tod des Spiels.

Eddy Scharf
6 Jahre zuvor

Wenn Poker Sport ist, dann sind auch Propbets Sport. Dabei geht es ausschließlich darum dem anderen Geld abzunehmen.

ieke
6 Jahre zuvor

…dessen einziges Ziel es ist, Geld zu gewinnen… Dies gilt nicht nur für Poker sondern trifft so ziemlich auch auf alle „richtigen“ Sportarten zu. Ein Usain Bolt würd keine 5 Meter laufen, wenn er dafür nix bekommen würde.

Alex
6 Jahre zuvor

Ja, nur Usain Bolt zahlt nichts um seinen Sport ausüben zu dürfen. Und wenn er mal nicht gewinnt verliert er auch nichts.

Jörg
6 Jahre zuvor

1. Gibt es sehr wohl Sportarten wo man nicht zwanghaft schwitzen muss wie ein verrückter: Curling, Bogenschießen, Golf, wo es auf andere Dinge ankommt.
2. Zahlt man in JEDEM Amateursport Mitgliedsbeiträge. z.b. in meinem Basketballverein zahlt jeder Spieler mehrere 100 Euro im Jahr damit er spielen darf und gewinnt ? GENAU 0. Und trotzdem spielens Leute über Jahre hinweg. – Siehe American Football in Europa. Es gibt Europameisterschaften, Österreich ist 2. und? RICHTIG die Leute zahlen Mitgliedsbeiträge und nehmen sich Urlaub für solche Veranstaltungen.
3. Geld kommt erst in den oberen Regionen zu tragen und dann eben auch die Profis, die dafür Geld bekommen. Da gibt es dann auch Sponsoren, aber das ist für Poker, sollte es je soweit kommen eben ein weiter weiter weg.

Fazit: Ich sehe es absolut nicht so, daß man Poker nur des Geldes wegen Spielen muss, so wie man es eben auch mit keinem anderen Amateursport macht.

Mensch ärgere dich nicht
6 Jahre zuvor

Aber der Glücksfaktor ist einfach zu groß.

Finde die ganze Debatte ziemlich lächerlich Poker mit Sportarten zu vergleichen. Selbst Schach haben sie nicht dorthin gebracht – obwohl da Gluck kaum eine Rolle spielt.

FranKKKK
6 Jahre zuvor

Meine Sichtweise:

– „Sport“ allgemein ist etwas, wobei sich Menschen gegenseitig Wettbewerb machen, körperlich (Radrennen) oder geistig (Schach) oder beides (Dart, Golf) oder Kombinationen
– „Geld“ ist ganz klar NICHT die Motivation bei vielen (z. Bsp. Alen Smurfit und viele andere, mich eingeschlossen). Ich war gerade in Seefeld bei der Turnierwoche, fast nur Porsches, BMWs und Mercedes auf dem Hotelparkplatz…kaum einer der Teilnehmer benötigt das Pokergeld zum Leben – klar, junge Abhängige gibt es auch, aber die Mehrheit wollte Spaß, eben „sich messen“, nette Leute treffen und sich ein paar nette Stunden machen…ergo ist der Faktor Geld zwar ein Element, aber eben nicht das einzige
– Geld kosten viele Sportarten….wenn ich so viel Golfen würde wie Pokern könnte ich mir meinen BMW nicht leisten 🙂

Ergo: Pokern ist Sport genau wie Golf, Dart, Bowling (wer sich da nicht konzentrieren kann hat keine Chance). Der Faktor Geld spielt wie bei vielen anderen Sportarten eben eine Komponente (je nach Ausprägung)

Wenn der Faktor Geld etwa zum „Nichtsport“ definiert…die armen Bayern München Spieler

Alex
6 Jahre zuvor

Schach ist zwar nicht olympisch, aber Schach ist meiner Meinung nach sehr wohl da wo sie es hinhaben wollen. Die WM letztes Jahr wurde komplett online gestreamt, das Preisgeld betrug 2,55 Mio. $.

Selbst ist der Mann
6 Jahre zuvor

Gebe Eddy Scharf 100 % recht. Lehrt den Jugendlichen Poker in den Schulen, gründet den Deutschen Jugend Poker Sportbund (DJPSB) und macht aus ihnen vernünftige Erwachsene – denn eine „SPORTART“ muss für Jedermann (Jung und Alt, Arm und Reich, Mann und Frau) ausübbar sein.

boris
6 Jahre zuvor

Das es euch profis nur ums geld geht ist verständlich und nachvollziehbar. Aber es gibt auch zb. Sachpreisanbieter wie zb ruhrpott-poker.de da spielen regelmäßig viele spieler denen es nicht ums geld geht so dern an spass an der sache.kann mir schon vorstellen das du das nicht kennst sonst wurdest du auch anxers denken über dieses thema.wenn du magst schau mal vorbei und mach dir dein eigenes bild.lg boris

Daniel Schweitzer
6 Jahre zuvor

Na das ist doch mal ne nette Diskussionsrunde hier 🙂 Hallo liebe Rosi! Hallo an alle anderen!
….. Dazu ist mir doch glatt mein Uralt-Kommentar aus 2008 eingefallen. Meine Meinung dazu hat sich bis heute eigentlich kaum verändert; außer vielleicht bei der Frage des Glücksanteils im „Pokerspiel-Sport“….. Hier der Link zur damaligen Sendung (und ja, ich weiß das ich dabei immer wieder auf meinen Spickzettel im Hintergrund der Kamera schiele und der Vortag ein wenig künstlich rüberkommt; aber den Text dazu habe ich brav ganz alleine verfasst und hatte für die ganze Sache nur ganz kurze Zeit zur Verfügung…); in diesem Sinne hoffe ich damit diese gute Diskussion noch ein wenig bereichern bzw. befeuern zu können…. So Long Daniel!:

http://www.pokertoday.com/pages/alle_sendungen/pokertoday-03.11.2008-%5B01161aaa0b6d1345dd8fe4e481144d84%5D.html

Daniel Schweitzer
6 Jahre zuvor

sorry; aber der Link für anscheinend nicht direkt zur entsprechenden Sendung. Ihr findet die Sendung auf dieser Seite aber unter „alle Sendungen“ und hier unter 03/2008; Sendung vom 11.03.2008 ….. Hier trotzdem noch mal der Link:

http://www.pokertoday.com/pages/alle_sendungen/pokertoday-03.11.2008-%5B01161aaa0b6d1345dd8fe4e481144d84%5D.html

Mensch ärgere dich nicht
6 Jahre zuvor

Wenn man die Poker WM ähnlich der Schach WM organisiert würde beim Poker trotzdem der Glücklichere gewinnen.

Jeder normale Zuseher würde das sofort erkennen.

Daher wird Poker nie ein Sport sein, und gar nie olympisch.

Alex12
6 Jahre zuvor

Gebe ich vollkommen recht. Beim Schach gewinnt zu 99% der Bessere. Poker ist ein Glücksspiel mit Geschicklichkeitsfaktor.

Oops
6 Jahre zuvor

Schon mal drüber nachgedacht wieviel „Glück“ bei Fussball ( Schiedsrichterentscheidungen, Lattentreffer, Verletzungen etc.) ausschlaggebend für ein Spiel, die Quali für die CL oder den Abstieg in der Liga sind? Klar, die letzte Hand im Turnier wird (fast) immer verloren – oft genug aber nicht allein durch Pech. Der Glückfaktor kann sicher kein Kriterium für die Definition Sport sein. frage mich aber hier, wann denn Stefan oder Jan in die Disskusison hier einsteigen oder zumindest Rosi’s Fragen kommentieren. Jan hat diesen Beitrag ja schon getwittert also sollte da was in Vorbereitung sein.

Alex
6 Jahre zuvor

Schiedsrichterentscheidungen hängen immer davon ab wie gut ein Schiedsrichter ist. Ist er „gut“, also steht er richtig, wendet die Regeln richtig an, etc. ist er nicht für das Ergebnis entscheidend.
Lattentreffer: der Ball wurde einfach zu unplatziert geschossen -> kein Glück, aber auch kein Pech = Unvermögen
Verletzungen gibt es immer in Sportarten mit Körperkontakt. Wenn ich im Fußball jemanden verletzten will, schaffe ich das auch, ist aber in diesem Fall wieder kein Pech.
Glück ist etwas das man nicht beeinflussen oder vorhersehen kann.
Spiele ich mit meiner Hobbymannschaft 100 Spiele gegen Real Madrid gewinne ich mit Sicherheit kein einziges (egal wieviel Glück oder Pech wir hätten). Lasse ich hingegen meine Oma (die noch nie gepokert hat) 100 Mal HU gegen Phil Ivey spielen und sage sie soll einfach jede Hand all in gehen gewinnt sie sicher mehr als nur einmal.

FranKKKK
6 Jahre zuvor

Glück.

OK, also ist das Argument, weil Pokern ein Glücksspiel mit Geschicklichkeitskomponente ist, ist es kein Sport. Streng angewandt. So far so good.

Bowling: Ihr könnt jeden Tag auf der Bahn sein, ohne eine sehr gute Ausrüstung und Ausbildung werdet Ihr nie dauerhaft über 200 Pins werfen. Profis werfen 230-300 mit guter Ausrüstung und viel Erfahrung. Und bei den Profis zählt AM ENDE der Glücksfaktor, ob jemand ein Turnier entscheidet.

Fussball und alle Ballsportarten genauso, sehr extrem ist auch Dart mit einem hohen Geschicklichkeits- und Glücksfaktor.

Wenn Sport etwas ist was keinen Glücksfaktor erlaubt, so gibt es ihn nicht.

Thema Breitensport : Gibt es finnische Kinder über 10 Jahren die nicht pokern können?

Wenn Menschen zusammenkommen, um sich aneinander zu messen, so gibt es dafür meiner Ansicht nach drei Schubladen: Arbeit, Politik und Sport. Für mich ist der kausale Kern, daß sich Menschen miteinander messen um zu sehen, wer der bessere ist.

Die 4. Schublade dazu ist Biologisch und die nennt man das Evolution.

Schöne Philosophie hier heute 🙂

FranKKKK
6 Jahre zuvor

was mich auf eine Uraltgedanken zurückbringt den ich vor 10 Jahren hatte, die Kneipen-Mixed-Olympiade:

1. Texas Holdem
2. Dart
3. Bowling
4. Billiard
5. Flippern

Ich wäre sofort dabei!

FranKKKK
6 Jahre zuvor

und als Zehnkampf mit

6. Backgammon
7. Monopoly
8. Skat (aus Sicht der Amis bestimmt ein Glücksspiel)
9. Airhockey (speziell für die Amis um den Glücksfaktor wegen Skat auszugleichen)
10. Bierdeckel-Kartenhausstapeln

highway
6 Jahre zuvor

@mhmm
Ach ja, Radsport. Wohl die Sportart in der am meisten gedopt und gemauschelt wird. Gutes Vorbild.

@Alex
Und warum sind denn Real Madrid, ManU oder Bayern München so gut?? Weil die Einheimischen dort soooo gut sind?? Wohl kaum. Eher, weil im Hintergrund für Hunderte von Millionen auf der ganzen Welt die besten Spieler eingekauft werden. Da geht’s nun wirklich NUR ums Geld.

@Eddy Scharf
Entäuschender Kommentar von einem Profi. Oder sollten Sie wirklich der Meinung sein, dass Sie eigentlich nichts können, aber einfach immer ein bisschen mehr Glück hatten als Ihre Gegner. Dann hatte ich bis anhin ja die bessere Meinung von Ihnen als Sie selber.

an alle: auch wenn’s einen Glücksfaktor gibt, bisschen was muss man schon können, wenn man erfolgreich sein will – oder nicht??

Alex
6 Jahre zuvor

Bowling hat praktisch keinen Glücksfaktor. Das Niveau ist einfach so hoch, dass die Tagesform entscheidet. Darts: Phil Taylor ist der beste Beweis, dass es eben nichts mit Glück zu tun hat, so wie er über viele viele Jahre das ganze alleine dominiert hat. Klar kaufen sich die Vereine alle guten Spieler zusammen, nur das ist ja auch keine Glückskomponente.
Was ist dann der Unterschied zwischen einem Glücksspiel und einem Geschicklichkeitsspiel? Sonst könnte ich ja genauso eine Black Jack-WM machen. Derjenige, der nach 5 Stunden am meisten Geld hat gewinnt. Warum wäre das dann kein Sport?

Oops
6 Jahre zuvor

@Alex hast du das wiirklich nicht begriffen? Klar, Schiedsrichter sind ja alle „qualitativ gleich“ unvermögen die Latte nicht treffen? Wohl noch nie Fussball gespielt. Aber ist wohl das gleiche Unvermögen QQ zu folden, wenn man doch wissen muss dass man in Asse rennt. Verletzungen frag mal Reuss oder Ballack oder Besser die Trainer der DFB-Elf vor den Weltmeisterschaften. Yep, passiert, wirkt sich aber immer auf die „nächsten Spiel aus“. Und zu deiner Oma..1-outer brauchen nunmal mehr Glück (oder viiieeell bessere Odds) als nen schlechter draw. Aber das, lass dir mal nen ganzen Tag durch den Kopf gehen, bevor Du eine Antwort darauf schreibst.

mhmm
6 Jahre zuvor

@highway
Ob doping oder nicht ist hier wohl nicht der entscheidende faktor. Die leistung ist trotzdem etwas höher einzuschätzen als nur am tisch zu sitzen. Darüber hinaus gibts auch profis die nicht dopen 😉 und wenn man bei allen Spielern beim wsop main event nach tag 4-5 einen „doping test“ machen würde, wäre das ergebnis wohl auch überraschend; )

mhmm
6 Jahre zuvor

@alex es gibt bereits eine blackjack wm

Alex
6 Jahre zuvor

Ich seh schon, dass du keine Ahnung hast was Glück bedeutet. Wenn er nur die Latte trifft, dann ist das definitiv kein Pech (oder Glück für die verteidigende Mannschaft). Er hat einfach zu ungenau geschossen, es war sein eigenes Verschulden. Wenn einer beim Darts nicht in die Triple 20 trifft, dann war er selber schuld. Das alles kann man aber durch Training verbessern. Ob beim Poker AA gegen KK hält kann ich nicht beeinflussen oder durch Training verbessern. Es ist schlichtweg Glück. Und nein, meine Oma braucht keinen 1-Outer. Wenn du das Buch Kill Phil kennst, was ist die beste HU-Strategie für einen Beginner? Genau, jede Hand all in gehen.

Alex
6 Jahre zuvor

@mhmm
Ja, aber nur so kleine. Viele Casinos nennen es selbst Black Jack WM, aber soweit ich informiert bin gibt es keine offizielle.

mhmm
6 Jahre zuvor

Doch es gibt eine world series of blackjack. Gibt glaub ich ungefähr 500k für den sieger 🙂 oder gab es zumindest mal.

Alex
6 Jahre zuvor

Ja die gabs mal, wurde aber eingestellt. Mal an die Verfechter, dass Poker Sport sei verfechter. Mir ist schon klar, dass Black Jack einen höheren Glücksfaktor als Poker hat, aber wieso sollte Black Jack (wo es auch eine WM gab) kein Sport sein. Nur als Randnotiz: Season 1 der Black Jack WM wurde von einem ehemaligen Mitglied des MIT-Black Jack Teams gewonnen. Ein gewisser Geschicklichkeitsfaktor ist ja auch hier vorhanden.

Ziga
6 Jahre zuvor

Alex …Du hast weiter oben gefragt was der Unterschied zwischen Glücksspiel & Geschicklichkeitsspiel denn ist.

Glücksspiel: Ein Spiel, wobei es unabhängig vom Spielablauf der Glücksfaktor sich im Verhältnis zur Geschicklichkeitsfaktor mindestens in Verhältnis von 3 zu 1(75%+) und mehr auswirkt .

Geschicklichkeitspiel: Ein Spiel, wobei es unabhängig vom Spielablauf, der Geschicklichkeitsfaktor sich im Verhältnis zur Glücksfaktor mindestens in Verhältnis von 3 zu 1 (75%+) und mehr auswirkt.

Dabei ist ein Spiel je nachdem wie sehr der jeweilige Faktor wirkt , entweder mehr oder weniger Geschicklichkeit bzw. Glückslastig.

Da bei Poker eindeutig der Geschicklichkeitsfaktor (weit) >75% beträgt (darüber lässt sich bei nähere Betrachtung kaum streiten), ist eins schon mal mit Sicherheit festzuhalten. Poker ist eindeutig im Bereich Geschicklichkeitspiel einzuordnen.

In wieweit diese Feststellung , als Argument für bzw. gegen eine Daseinsberechtigung als Sport fungieren kann, ist dennoch primär zweitrangig. Da die Definition Sport bzw. Sportlichkeit andere Elemente beinhaltet, die Poker unabhängig von dieser Feststellung bereits erfüllt.

Eddy Scharf
6 Jahre zuvor

@highway
1. Bin ich kein Pokerprofi, das ging schon rein zeitlich nich bei meinem Beruf.
2. Ja, ob du es glaubst oder nicht, ich hatte Glück, aber gar nicht so viel wie man glaubt, denn großartig was gewonnen, habe ich nicht. Ich habe mich ganz gut verkauft, aber gebracht hat das nichts.
3. Ich gebe zu, nach einem Turniererfolg habe auch ich dazu tendiert meine eigene Leistung zu überschätzen. Die Coinflips und die beats, die ich verteilt habe, geraten in Vergessenheit. Selbst wenn man im Interview, wie ich des öfteren, sagt, man habe Glück gehabt, heißt es: „Die letzte Szene bitte noch mal, laß das mit dem Glück bitte weg.“
4. Für alle Sportfreunde da draussen, gebe ich folgendes zu bedenken. Nach einem Turnier ist weniger Geld vorhanden als vorher. 5-10% an den Veranstalter. Das wäre so als wenn nach einem Fussballbundesligaspiel die BVB Spieler an Bayern ihr Gehalt abtreten würden minus 5-10% für den Ausrichter. (sorry BVB) Die Bayern wären dann Profis und zahlen Steuer, und die Plätze 10-18 ca wären Amateure, da sie ja Geld verloren hätten.

Ziga
6 Jahre zuvor

Sag mal bitte Eddy, bist Du der echte Eddy Scharf? Oder hast du nur etwas zu scharf gegessen und hältst dich für Eddy Scharf. 😉

riverman
6 Jahre zuvor

Natürlich ist Poker kein Sport…..es sei denn es geht um die WM fürs Arschplattsitzen…..ist einfach ein Glücksspiel mit hohem Geschicklichkeitsfaktor.Vergleiche mit anderen Sportarten sind ja hannebüchen,in einem Fussballspiel zb kann ein 3 Liga Verein an einem guten Tag schon mal einen Bundesligisten schlagen, kommt aber nicht allzu oft vor oder?Spielt man sagen wir ein 500€ Pokerturnier mit 200 Teilnehmern hat man eine Gewinnchance von 0,5% theoretisch gesehen….um so ein Turnier statistisch gesehen zu gewinnen müsste man also 200 mal antreten um zu gewinnen wenn ja wenn da nicht die varianz wäre und die unglaubliche vielfalt der Spieler manche wissen nicht was odds sind beherrschen nicht einmal die einfachsten Berechnungen ihrer Outs spielen mit karten raise und reraises die in gewissen Situationen nicht angebracht sind und können trotzdem gewinnen.Manchen sind die zb 500€ vollkommen egal und so spielen sie dann auch….viele gamblen einfach nach dem Motto kann ja kommen….Sieht immer gut aus wenn man viel casht aber wieviele Turniere muss man in der Regel spielen um eins zu gewinnen?In meinem Beispiel mit 200 Spieler müsste ich wahrscheinlich 5-6 Coinflips für mich entscheiden…das ist in einem Turnier unvermeidbar oder?
Ohne Glück geht gar nichts ,ich kann beim Poker immer nur gute Vorraussetzungen schaffen indem ich als favorit in das spiel einsteige oder auf dem flop gute aussichten habe das spiel für mich zu entscheiden……mehr geht nicht.
Poker macht Spaß ist aber kein Sport.
Und man kann sich für noch so gut halten das Spiel schlägt man nie……..die Varianz holt dich immer wieder ein….