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Dienstag, 25.11.2014

Winning Player? Account closed!

am Dienstag, Januar 5, 2010

Nein, es handelt sich um keinen verfrühten April-Scherz. Wer zuviel gewinnt und das bei VC-Poker (Victor Chandler Poker), der wird derzeit recht uncharmant gebeten, sich doch bitte eine neue Plattform zu suchen. Noch schlimmer erwischte es sogar einen ganzen Pokerroom, denn Boyle Poker muss das iPoker-Netzwerk verlassen – wegen zu guter Spieler.

Die Pokerwelt hat sich in den letzten zehn Jahren drastisch verändert. Durch den weltweiten Pokerboom ist nicht nur die Zahl der Pokerspieler gestiegen, auch die Online-Rooms schossen aus dem Boden. Langsam aber wird aus dem Hype ein Business und es wird auch schwerer Geld zu verdienen – sowohl für die Spieler als auch für die Online-Rooms.

Das iPoker-Netzwerk ist hinter PokerStars und Full Tilt bereits der drittgrößte Pokeranbieter. Allerdings ist es eben ein Netzwerk mit über 60 Skins. Und da dürften nun Probleme auftreten, denn das Gleichgewicht zwischen den einzelnen Skins ist nicht mehr gegeben und wirkt sich negativ auf die „kleinen“ Rooms aus. Deshalb haben sich die Herrschaften vom iPoker-Netzwerk zum Jahreswechsel ein paar Veränderungen ausgedacht. Eine davon sieht dann für manch einen Spieler von VC-Poker so aus:

If you are not already aware iPoker will be implementing a new policy in the New Year which will categorise players depending upon certain criteria. The new policy will also impose penalties upon card rooms that in essence, have a high proportion of winning players in relation to losing players.
Regrettably therefore, we are being forced to restrict a number of accounts in order to comply with the new policy and to avoid penalisation by iPoker and it grieves me to inform you that we have no option for the time being other than to restrict the cash game stakes at which you can play on Victor Chandler Poker.
We sincerely regret having to take this action and hope that the policy will change in the future so that you may once again enjoy playing cash games at Victor Chandler Poker. In the meantime, please accept our apologies for any inconvenience that this action will cause but know that you can still play in our tournaments and on any other of the Victor Chandler suite of products.
Yours sincerely,
Victor Chandler International

Kurz zusammengefasst, wer im Cashgame zuviel gewinnt, darf zwar weiter Turniere spielen und auch das komplette andere Angebot von VC nutzen, aber von den Cashgames muss er die Finger lassen. Interessant ist dabei der Umstand, dass dies auf Anweisung des iPoker-Netzwerkes geschieht.

Boyle Poker, ebenfalls ein Skin von iPoker, wurde eine Frist von drei Monaten eingeräumt, um sich ein anderes Netzwerk zu suchen. Was anfänglich noch als schlechter Witz und Gerücht durch das weltweite Netz geisterte, entpuppt sich nun als bittere Wahrheit. Der Grund dafür, dass Boyle Poker umziehen muss, sind die vielen guten Spieler.

Obwohl, das mit den Sharks an den Tischen wird sich bald ändern. Denn eine weitere Neuerung gibt es im Rakesystem des Netzwerks. So wurde mit 2. Januar 2010 von „Dealt“ auf „Contributed Rake“ umgestellt. Das heißt für die Rakeback Spieler, dass es nur noch Punkte gibt, wenn man auch in den Pot einbezahlt hat. Zwar wurde der Umrechnungsschlüssel angehoben, aber eine Verbesserung zu Gunsten der Spieler ist es nicht. Im Forum von Poker Strategy wird schon herumgerechnet, ob es sich überhaupt noch lohnt, auf Seiten wie Titan, Mansion und anderen iPoker Skins zu spielen.

Dass diese Änderungen notwendig werden, wäre eigentlich vorhersehbar gewesen. Denn die Skins wurden wahllos vergeben, ohne einen entsprechenden Background zu überprüfen. Und nun geht so manchen Anbietern der finanzielle Atem aus bzw. ist es kaum noch möglich, gewinnbringend zu arbeiten und dabei auch noch zu wachsen. Noch schwerer wird es, wenn der ein oder andere Skin im Netzwerk viel größer ist und durch bessere Promotion-Aktionen auch noch bessere Spieler anwerben kann. Weil dann eben ein Ungleichgewicht zwischen guten und schlechten Spielern entsteht und auch ein Ungleichgewicht bei den Rake-Einnahmen. Problem ist dann, dass alle Skins gleich viel an das Netzwerk abliefern müssen und der Teufelskreis beginnt. Schlussendlich liefern die kleinen Rooms das Fischfutter für die großen Skins und dem soll nun Einhalt geboten werden.

Ob das der richtige Weg ist, wird sich zeigen. Denn so wirklich erfreut ist über diese Veränderungen niemand – wie man Strategy-Forum nachlesen kann.

Lesen Sie auch folgenden Artikel : Twist in my Sobriety
oder diesen Artikel : Marko Ilicic gewinnt das Swiss Ranking 2009
4 KOMMENTARE
hunter22 am Dienstag, Januar 5, 2010

Naja, eine echte “Grausamkeit” ist es nicht. Es gibt genug kleinere Netzwerke und unauffällige Skins, auf denen die “Sharks” durchaus profitabel spielen können. Aber, und das sollte bei iPoker nicht unterschätzt werden, ein gewichtiger Anteil am Rake entfällt auf/bei die/den Sidegames (Slots,Black Jack). Ich vermute also, dass schlicht eine andere Kundengruppe als der “nur/erfolgreiche Pokerspieler” aufgebaut werden soll.

Pokerdepp am Dienstag, Januar 5, 2010

Vielleicht vermutet man hinter den Winningplayers irgendeine Betrügersoftware, die aber nicht nachgewiesen werden kann. Was ist da leichter als das Gewinnen zu verbieten ? Im Grund aber eine irrwitzige Regelung. Irgendjemand muss und sollte gewinnen, das kann doch den Anbietern egal sein. Wenn man nur noch zum Rake bezahlen da ist, sollte doch so jedem ein Licht aufgehen.

Aufklärung am Dienstag, Januar 5, 2010

Hallo zusammen. Bevor die Spekulationen zu wild werden, möchte ich die Problematik ganz kurz näher erläutern:
Pokerrooms verdienen am Rake, der aus jedm Pot genommen wird. Ein Teil dieser Rake geht an den Betreiber des Pokerrooms (z.B. Titan), ein Teil geht an den Betreiber des Netzwerks (Playtech betreibt das iPoker Netzwerk). Beispiel: ein neuer Pokerroom investiert Millionen in Werbung und bringt viele neue, eher weniger erfahrene Spieler. Diese Spieler zahlen Geld ein, verspielen dieses aber verhältnismäßig schnell, da sie unerfahren sind, müssen also bald wieder eincashen, wenn sie weiterspielen (und damit raken!) wollen. Wenige sehr gute Spieler zahlen nie ein, obwohl sie viel mehr spielen (und raken!). Hat jetzt ein Pokerroom besonders viele gute Spieler, produziert dieser viel Rake, ohne dass seine Spieler einzahlen und somit neues Geld in Umlauf bringen. Playtechs Problem ist jetzt also, dass die neuen, kleinen Rooms mit viel Aufwand für neue Spieler sorgen müssen, von deren Geld dann aber überwiegend die etablierten Rooms mit den Topspielern profitieren. Daher hat iPoker Ausgleichszahlungen eingeführt. Die Entscheidung von VC, Spieler auszuschließen, ist also keine Entscheidung von Playtech. VC hat sich dazu entschieden, um diese Ausgleichszahlungen zu vermeiden.
Der Ausschluß von Boyle Poker ist eine Entscheidung, die allen anderen Rooms im Netzwerk zugute kommen sollte, sofern sie wie angenommen darauf beruht, dass Boyle tatsächlich zu viele gute und zu wenig neue Spieler hat. Außerdem profitiern alle durchschnittlichen Spieler im iPoker Netzwerk, da das durchschnittsniveau der Spieler dadurch etwas sinken sollte.
Fazit: nachvollziehbares und logisches vorgehen von Playtech, von dem wahrscheinlich alle profitieren, außer Boyle Poker, Spieler auf Boyle und Top-Spieler, die von ihren Rooms ausgeschlossen bzw. limitiert werden.

hunter22 am Dienstag, Januar 5, 2010

Wenn das Netzwerk Ausgleichszahlungen einführt – das ist ja echter Sozialismus -, ist das vielleicht löblich für die beteiligten “Kleinunternehmen”, aber auf jeden Fall dem Kunden vollkommen egal. Könnte es vielleicht daran liegen, dass viele, viele Neukunden zu gewinnen sind – die man durch regelmässige Verluste nicht verschrecken will -, weil kein Konzept vorhanden ist, wie mit den “erfolgreichen” Bestandskunden Geld erwirtschaftet werden kann?!

Mir wurscht … Für mich steht es allerdings ausser Frage, dass der “Rauswurf” von Spielern, die sich nichts weiter zu Schulden haben kommen lassen, außer gut und erfolgreich zu spielen, hochgradig unseriös ist.

Und sofern der Netzbetreiber nicht einschreitet, dieses Vorgehen also billigt, dann muss sich Playtech eben auch die Frage gefallen lassen: Wie seriös seit ihr eigentlich?