Die „Dirt Road“ ist eine unbefestigte Straße und nur bei trockenem Wetter befahrbar. Na großartig, und am Horizont türmen sich schon die Wolken! Wenn das mal gut geht! Sie führt 46 Meilen durch das Grand Staircase Escalante National Monument hindurch, und unsere Kompassnadel dreht gen Süden zum Highway 89. Die felsige Landschaft präsentiert sich erst relativ flach, in Erdtönen, durchsetz mit leichtem Grün der Sträucher, ungeschminkt, – wunderschön. Wurde hier etwa Winnetou gedreht? 
Nach dreieinhalb Stunden Fahrt haben wir zwar Meilen, aber keine Zeit gespart. Die Dämmerung hat auch schon einsetzt, daher entscheiden wir, darüber nicht unglücklich, erst eine Dinnerbreak in Kanab einzulegen, und danach unsere Heimreise nach Vegas anzutreten.
Mitten in der Nacht, bei trockenen warmen Temperaturen, falle ich glücklich, zufrieden und hundemüde in mein Queensizebett! Was will man mehr? Nur noch den längst überfälligen Cash, bitte!

Zunächst glaube ich beim falschen Event gelandet zu sein, da bereits schon ohne mich, sechs Ladys am Tisch Platz genommen haben, – ich starte mal wieder verspätet im zweiten Blindlevel. Doch auf den zweiten Blick entdecke ich noch zwei Vertreter des männlichen Geschlechts. Einer der beiden wird für mein verfrühtes Turnieraus in weniger als einer viertel Stunde sorgen. Zuerst gehen pre Flop meine Chips in die Mitte, und anschließend meine Cowboys gegen ein gerivertes Set Queens in Flammen auf. 
Resümee:
Amerika ist toll! Las Vegas ist großartig! Und wohl keine andere Metropole weckt so viele Sehnsüchte – Erfolge – Enttäuschungen – und Illusionen wie Vegas. Zwar habe ich eine Höllenfahrt durch die Varianz erlebt, aber das schmälert nicht meine Begeisterung für die Stadt, dem Land. – wenn auch nur für einen Urlaub. Und seit meiner Rückkehr habe ich eine harmlose, vielleicht sogar schöne Sucht, – Sehnsucht!
