Als einer der dümmsten Überfälle ging der Raub bei der EPT Berlin im Hyatt Hotel am 6. März 2010 in die Geschichtsbücher ein. Dennoch hat es eine Weile gedauert, ehe die Berliner Polizei alle mutmaßlichen Täter gefasst hatte. Heute Montag, den 14. Juni 2010, wurde im Landesgericht Berlin der Prozess eröffnet.
Nur vier der sechs Täter stehen ab heute vor Gericht. Sie sind alle zwischen 19 und 21 Jahre alt und damit gilt für sie noch das Jugendstrafrecht. Zudem haben drei von ihnen bereits ein Geständnis abgelegt, was sich noch strafmildernd auswirken könnte. Für schweren Raub und gefährliche Körperverletzung können sie zu maximal zehn Jahren Haft verurteilt werden.
Wirklich neue Fakten gibt es seit der Festnahme der fünf Täter aber nicht. Und was weiterhin verschwunden bleibt, ist die Beute. Ganze € 4.000 hat einer der Täter zurückgeben, wo die restlichen € 200.000 geblieben sind, ist nach wie vor unklar. Einer der Täter, Jihad C., hat angegeben, dass er seinen Beuteanteil von € 40.000 vor seiner Abreise in den Libanon abgegeben habe. Da er sofort nach der Wiedereinreise in Deutschland verhaftet wurde, hat er dieses Geld nicht wiederbekommen – und er wisse auch nicht, wo es geblieben sei.
Die vier werden vermutlich glimpflich davon kommen, anders sieht es bei zwei weiteren Angeklagten aus. Sie sollen die Drahtzieher des Überfalls sein und für sie wird es ein eigenes Verfahren geben. Ob bis dahin das erbeutete Geld aber wieder auftauchen wird, ist fraglich. Vielleicht bringen die Prozesse mehr ans Tageslicht.
Für das Verfahren am Landesgericht Berlin sind zunächst acht Verhandlungstage anberaumt, für die zwei weiteren Verdächtigen gibt es noch keinen Verhandlungstermin.