Kolumnen

Werthans Stories of Poker Vol 3

Eine alte Geschichte von einer französischen Boxerin, eine unbestätigte Legende zugunsten der Stars, ein TV-Star am Nebentisch, ein Spielverbot für Jachtmann und sechs Dinge, welche man während eines Limit Holdem Turnieres machen kann.

Antoine Saout hat offensichtlich wieder einen Vertrag bekommen und zwar bei PokerStrategy. Der Grund dafür, dass sein Vertrag bei Everest Poker nicht verlängert wurde, dürfte aber nicht an der Angelegenheit im letzten Jahr auf der Everest-Playersparty gelegen haben. Der bisher unter Verschluss gehaltene Vorfall war folgender:
Am Nachmittag des 4. Julis, dem amerikanischen Nationalfeiertag, spielfreien Tag und klassischen Partyabend der WSOP, kam Saout mit einem Cut unter seinem Auge im Rios vorbei. Auf die Frage weshalb er aussieht wie nach einer unangenehmen Begegnung mit George Foreman, hieß es nur, dass er „Stress“ mit seiner Freundin hatte.  Sie hatte ihm aus unberechtigter Eifersucht heraus in der Everest-Villa eine „gewischt“. Um einer weiteren Eskalation auszuweichen, bat sein damaliger Hauptsponsor „Everest Poker“, dass seine Freundin möglichst nicht auf die abendliche Party ins Caesars kommen möge.

Die Everest-Parties sind weit über die Grenzen Europas hinaus bekannt und bis 22 Uhr gab es Open Bar. Sämtliche Presse war anwesend, Pokerpromis aller Plattformen und andere die sich irgendwie reingeschummelt hatten. Antoine wollte offensichtlich seinen nachmittäglichen Frust mit Unmengen Alkohol vernichten, was ihm auch wirklich gut gelang. Gegen 21:50 war er so derartig dicht, dass er das gerade Stehen in keiner Weise mehr beherrschte. Trotzdem war er bereit meiner höchst attraktiven und charmanten Kollegin Theresa von Tiedemann ein TV-Interview zu geben. Allerdings musste er sich am Oberarm von TvT festhalten um zumindest ungefähr im Bild bleiben zu können.
Dummerweise kam genau in diesem Augenblick seine etwas zu eifersüchtige Freundin auf die Party und sah die völlig harmlose Berührung. Quaterbackhaft stürmte sie durch die Partygäste und schlug Antoine mit der Faust ins Gesicht. Saout fiel um wie ein Dominostein am dazugehörigen Tag. Dann setzte sie sich auf den am Boden liegenden und schlug mit beiden Fäusten auf ihn ein – nur schwer konnten die Securities die heißblütige Französin von ihrem Freund trennen.
Aber irgendwie typisch Amerika: SIE wurde auf der Polizeistation gefragt, ob sie Anzeige gegen ihn erheben möchte – sie lehnte ab.
Sie sind noch immer ein Paar – Liebe muss also offensichtlich auch weh tun.

Ob das jetzt stimmt oder einfach eine Vegas-Legende ist gilt es noch genauer zu recherchieren. Die Legende ist folgende. Wenn man sich bei der WSOP für ein Turnier eingekauft hat, sich dann aber nie an den Tisch setzt, also keine Hand spielte und sich so runter blinden lässt, bekommt man das Buy-in zurück. Wirklich glaubhaft ist es ja nicht, allerdings würde es erklären, weshalb die amerikanischen „Über-Drüber-Super-Profis“, wie Negreanu, Dwan und Kumpanen sich für jeden Event schon am Anfang der WSOP einkaufen. Falls sie im einen Turnier ausscheiden, können sie gleich zum nächsten gehen – wenn sie weiter kommen, kriegen sie ihr Buy-in zurück. Ganz unmöglich erscheint das ja nicht und würde vieles erklären.

Die einzig anwesende deutsche Fachpresse, also Werthan, war etwas verwirrt und etwas aufgeregt, als er beim Event #8 ganz selbstverständlich Brad Garret sitzen sah. Garret in unseren Breiten bekannt aus zB. „Alle lieben Raymond“ saß ganz brav zwischen den anderen Tausenden Spielern. Die amerikanische Fachpresse schenkte ihm keinerlei Beachtung – offensichtlich dürfte er Stammgast sein in den Casinos in Las Vegas und so selbstverständlich sein wie bei uns … haben wir eigentlich einen regelmässig pokerspielenden TV-Star?  Wie auch immer. Aber auch für solche Überraschungen ist die WSOP gut. Ganz unverhofft sitzt man neben einem echten TV-Star und niemand kümmerts. Im letzten Jahr war es Shannon Elizabeth die oft an den Tischen gesehen wurde.
Obwohl Elizabeth oder Garret eigentlich keine Entscheidung bedarf.

Werthan hatte geübt, gespart und sich körperlich vorbereitet um eines der $10.000 Turniere spielen zu können. Leider wird aus dem jetzt nichts. Ohne Angabe genauerer Gründe dürfen die Medienvertreter in diesem Jahr an keinem Turnier teilnehmen. Verflixt aber auch. Was aber macht Jan-Peter Jachtmann – der war nämlich in den letzten Jahren immer in Doppelfunktion auf der WSOP. Jetzt muss er sich wohl entscheiden. Ist er mehr Spieler, oder doch mehr der Herausgeber des Poker-Blattes.

Limit Holdem ist ja nicht wirklich etwas für die jungen Wilden. Etwas zu alt und etwas zu langsam. Die die dann doch teilnehmen, verwenden die Wartezeit dafür, Dinge zu tun, für die im Laufe der WSOP normalerweise keine Möglichkeit bleibt.

Zum Beispiel mit der Sitznachbarin flirten

…oder eine gemütliche Runde Chinese Poker spielen

…Eishockey gucken

…Film Ansehen

… wieder einmal die Facebookfreunde kontaktieren

…in Ruhe essen

 

…oder die Pokerfirma lesen


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