Südlich vom Grand Harbour, dem großen Naturhafen der Insel ragen drei markante Felszungen ins Wasser: Senglea, Vittoriosa und Kalkara heißen die zugehörigen Siedlungen. Dort wohnten traditionell Dockarbeiter, See- und Schauerleute, die in den angrenzenden Hafenanlagen Arbeit fanden.

Wo besser könnte man ein Casino vermuten als dort? Wenn es dann auch noch den renommierten Namen Casinò di Venezia Malta trägt, darf man Klasse erwarten.
Das Gebäude ist beeindruckend. Ein mehr als 500 Jahre alter Palast, errichtet aus Korallenkalk, dem bevorzugten Baumaterial der Insel. Schon immer residierten dort prestigeträchtige Institutionen, z.B. die Hafenbehörde oder die Admiralität. Im zweiten Weltkrieg wurde der Palast stark zerstört und vor etwa 15 Jahren durch Finanzierung der Betreibergruppe des Casinò di Venezia behutsam entsprechend den Auflagen der maltesischen Denkmalsbehörden renoviert. Natürlich nicht nur aus purem Engagement für die zerstörte Bausubstanz Maltas, denn seit zehn Jahren haben die Venezianer dort eine Casinolizenz.

In derartiger Atmosphäre kann man im Obergeschoss den üblichen Tischspielen wie American Roulette, Black Jack und Punto Banco frönen. Kuriosität ist das alte Kartenspiel „Trente et Quarante“, das hier tatsächlich noch an einem Tisch angeboten wird. In sonstigen europäischen Casinos findet man es seit nahezu einem Jahrhundert nicht mehr.
Wesentlich trendigere Kartenspiele werden seit 2005 im Pokerroom des Venezia Malta angeboten. Er ist riesig und beherbergt 20 Turnier- und 6 Cashtische. Zum Spielen kommen Einheimische und Touristen. Allerdings – so gibt Casinomanager Miljan Miljanovic zu, verzeichnet er in jüngster Zeit einen Schwund an Kunden. Die Kapazität des Pokerrooms kann nur bei größeren Turnieren voll ausgenutzt werden. Cashgames laufen zu allen Blinds, die die Kunden möchten, in der Hauptsache auch hier – wie in den anderen maltesischen Casinos mit Blinds 1-2 je nach Kunde.
Fazit: der etwas weite Weg heraus nach Vittoriosa lohnt sich schon allein wegen des Hafen- und Yachtenpanoramas. Wem nach Poker in mittelalterlichem Ambiente ist, der sollte das Casinò di Venezia Malta keinesfalls verpassen.