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Maltesischer Casino- und Poker-Magnat auf Kaution freigelassen – Vorwürfe des Auftragsmords weiter ungeklärt

Der maltesische Geschäftsmann Yorgen Fenech, Betreiber mehrerer Malta Online Casinos und Mehrheitseigner der Tumas Group, wurde am vergangenen Freitag auf Kaution freigelassen. Ihm wird vorgeworfen, die Ermordung der Journalistin Daphne Caruana Galizia im Jahr 2017 in Auftrag gegeben zu haben.

Die Investigativreporterin hatte Korruptionsfälle innerhalb der Regierung aufgedeckt und wurde durch eine Autobombe getötet. Ihre Enthüllungen basierten unter anderem auf den „Panama Papers“, einem gigantischen Datenleck, das weltweite Korruptionsnetzwerke aufdeckte.

Anonyme Gefangenen-Silhouette, die ungelöste Verantwortung im Fenech-Fall symbolisiert

Kurz vor ihrer Ermordung hatte Caruana Galizia weitere belastende Dokumente erhalten, die die Verstrickungen maltesischer Politiker mit dubiosen Finanzströmen belegen sollten. Doch dazu kam es nicht mehr: Am 16. Oktober 2017 explodierte eine Bombe unter ihrem Auto in der Nähe ihres Hauses – ein Mord, der Malta und die Welt erschütterte.

Trotz zahlreicher Indizien gegen Fenech wurde bisher kein Prozess angesetzt. Der Unternehmer hat die Anschuldigungen stets bestritten. Sein Verteidigungsteam argumentiert, dass die Beweise gegen ihn auf fragwürdigen Zeugenaussagen und manipulierbaren digitalen Daten beruhen.

Kritik an Justiz und Regierung

Die Entscheidung, Fenech auf Kaution freizulassen, löste heftige Kritik aus. Caruana Galizias Familie sowie internationale Organisationen wie Reporter ohne Grenzen sehen darin ein Versagen der maltesischen Justiz. Die Stiftung der ermordeten Journalistin erklärte, der Staat habe sie nicht nur in ihrem Leben im Stich gelassen, sondern habe auch im Kampf um Gerechtigkeit versagt.

Kritik an Justiz und Regierung

Die Kautionsauflagen für Fenech sind derweil streng: Er darf sich nicht in Küstennähe oder an Flughäfen aufhalten, muss eine tägliche Meldepflicht erfüllen und zahlte eine Kaution von 80.000 Euro sowie eine persönliche Garantie von 120.000 Euro. Zudem hinterlegte seine Tante, die derzeitige Leiterin der Tumas Group, Unternehmensanteile als zusätzliche Absicherung.

Politische und wirtschaftliche Verstrickungen

Die Ermittlungen in dem Mordfall offenbarten enge Verbindungen zwischen Fenech und hochrangigen Regierungsmitgliedern, darunter mit dem damaligen Premierminister Joseph Muscat sowie dessen Kabinettschef Keith Schembri. Über seine Firma „17 Black“ soll Fenech mutmaßlich Zahlungen an Offshore-Konten geleistet haben, die mit lukrativen Regierungsaufträgen in Verbindung stehen.

Politische und wirtschaftliche Verstrickungen

Die Enthüllungen führten 2019 zu Muscats Rücktritt und lösten landesweite Proteste gegen Korruption aus. Zwei Komplizen, die den Sprengsatz gelegt haben, wurden bereits zu 40 Jahren Haft verurteilt, während ein dritter durch eine Kronzeugenregelung einen milderen Schuldspruch erhielt.

Poker, Casinos und ein ungelöstes Verbrechen

Fenech ist unter anderem Eigentümer des Portomaso Casinos, das in der Vergangenheit bedeutende Pokerturniere ausrichtete. Die Entscheidung, ihn freizulassen, zeigt einmal mehr die anhaltenden Probleme Maltas mit Korruption und Justizversagen.

Poker, Casinos und ein ungelöstes Verbrechen

Während einige Täter bereits verurteilt wurden, bleibt der mutmaßliche Drahtzieher auf freiem Fuß – und mit ihm die Frage, ob politisch motivierte Morde wie der an Galizia in Malta jemals vollständig aufgeklärt werden.


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