Geldautomaten-Sprenger in Casino bei dreister Geldwäsche erwischt

Seit einigen Jahren treiben Geldautomaten-Sprenger in zahlreichen europäischen Ländern ihr Unwesen. Auch Deutschland und die Schweiz sind betroffen. Ein aktuelles Gerichtsverfahren aus der Schweiz zeigt, dass die Kriminellen auch Casinos nutzen, um das Geld zu waschen. Doch dieses Mal funktionierte der Plan nicht, denn das Casino-Personal war aufmerksam.

Geldautomaten-Sprenger aus den Niederlanden in Schweizer Casino gefasst

Geldautomaten sind für Bankkunden in der heutigen Zeit unentbehrlich, um rund um die Uhr Geld abheben zu können. Die Anzahl der Bankfilialen ist erheblich gesunken, sodass es ohne Geldautomaten in vielen Situationen schwierig bis unmöglich wäre, Bargeld zu bekommen. Geldautomaten sind allerdings auch verführerisch für Kriminelle.

Im November 2022 gab es in der Schweiz im Kanton Baselland zwei Geldautomaten-Sprengungen. Die Beute belief sich auf etwa 400.000 Franken. Allerdings erlebten die Täter eine böse Überraschung, denn mit der Sprengung wurde auch eine Farbpatrone in die Luft gejagt, die dafür sorgte, dass die erbeuteten Geldscheine markiert wurden.

Geldautomaten-Sprenger aus den Niederlanden in Schweizer Casino gefasst

Die Täter kamen zu der Überzeugung, dass Geldwäsche im Casino die beste Möglichkeit wäre, die Beute zu nutzen. Der Plan war einfach: Die Geldscheine sollten in Spielautomaten genutzt werden. Der Gewinn wäre dann die Beute minus Bankvorteil. Doch am Ende scheiterte der Plan, nicht zuletzt an aufmerksamen Casino-Mitarbeitern.

Im Swiss Casino Zürich funktionierte der Plan aber zumindest anfänglich. Den Tätern, einem 20-jährigen und einem 22-jährigen Niederländer, gelang es, 72.300 Franken zu waschen, indem sie die markierten Scheine in Spielautomaten verwendeten. Auf diese Weise wurden die Casino-Karten, die im Casino Zürich genutzt werden, aufgeladen. Am Ende konnten sich die kriminellen Spieler im Casino Zürich das Kartenguthaben auszahlen lassen.

Geldwäsche scheitert im Casino Schaffhausen

Im Swiss Casino Schaffhausen wollte der 20-jährige Täter die Geldwäsche wiederholen. Allerdings kooperierten die Spielautomaten nicht. Die gefärbten Scheine wurden immer wieder zurückgewiesen. Der Täter fuhr daraufhin nach Zürich zurück, um im Swiss Casino Zürich die Geldwäsche fortzusetzen.

Geldwäsche scheitert im Casino Schaffhausen

Allerdings hatte das Casino-Personal aufgepasst und den Betrug entdeckt. Bei der Rückkehr des Täters schritt das Sicherheitspersonal ein. Anschließend verhaftete die Zürcher Stadtpolizei zunächst den 20-jährigen Niederländer. Kurz darauf wurde auch der 22-jährige Täter gefasst. Ein 18-jähriger Niederländer wurde nach kurzen Recherchen mit markierten Geldscheinen gefasst. Weitere vier Täter, die versuchten, 33.000 Franken im Swiss Casino Zürich zu waschen, fielen nur eine Woche später auf.

Geldwäsche ist traditionelles Casino-Problem

Geldwäsche ist ein riesiges Problem und nicht immer sind die Täter so unvorsichtig wie die festgenommenen Niederländer in der Schweiz. Wer problematische Banknoten veräußern möchte, ohne aufzufallen, ist auf einen Umtausch angewiesen. In Casinos funktioniert der Umtausch, indem ein Teil des Geldes als Glücksspiel-Verlust abgeschrieben wird.

Allerdings hat sich im gerade abgeschlossenen Gerichtsverfahren, bei dem die Täter zu kurzen Gefängnisstrafen und Geldstrafen verurteilt wurden, gezeigt, dass die Casinos in der Schweiz Farbdetektoren haben. Unklar ist allerdings, warum diese Farbdetektoren im Swiss Casino Schaffhausen, aber nicht im Swiss Casino Zürich funktioniert haben.

Die nächsten Geldautomaten-Sprenger, die Geld waschen möchten, sollten sich diesen Fall genau anschauen. Das traditionelle Verbrecher-Handwerk wird durch moderne Technik deutlich schwieriger. Geldwäsche ist auch in Online-Casinos ein potenzielles Problem. Das ist einer der Gründe, warum jedes seriöse Casino die Identität der Spieler vor Auszahlungen überprüft.


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