Chinesischen Betrügern ist es gelungen, im Casino Zürich einen Schaden von 143.000 Fr. zu verursachen. Die China-Gangster waren im März 2024 aktiv und wurden auf frischer Tat ertappt. Bis dahin hatten die Kriminellen allerdings bereits große Erfolge gefeiert. Vom Bezirksgericht Zürich wurde der 51-jährige Haupttäter zu elf Monaten auf Bewährung verurteilt. Angesichts des großen Schadens ist es bemerkenswert, dass nicht einmal der Anführer der kriminellen Bande ins Gefängnis muss.
Chinesen nutzen schlechte Sicherheitsvorkehrungen im Casino Zürich
Viele Menschen träumen davon, im Casino einmal im Leben richtig abzuräumen. Mit viel Glück ist dies möglich. Eine vermeintlich einfachere Option besteht darin, das Casino zu betrügen. Die elf Chinesinnen und Chinesen, die am Betrug im März 2024 beteiligt waren, hatten sich ein cleveres Verfahren überlegt. Um beim Baccarat-Spiel Punto Banco sicher zu gewinnen, nutzten die Betrüger beim Spielen eine Handykamera, um ihre Karten zu filmen und die Information weiterzuleiten.
Um dies ungestört machen zu können, beschäftigten sich weibliche Mitglieder der Gangsterbande mit dem Croupier und dem Sicherheitspersonal. Mit gezielten Ablenkungsmanövern gelang es den Tätern erstaunlich oft, den Kamera-Trick anzuwenden. Immerhin wurde ein Gesamtschaden von 143.000 Fr. verursacht.
Mit den geteilten Informationen konnten die Gegenspieler, die auch zur Bande gehörten, zum richtigen Zeitpunkt hohe Einsätze platzieren. Auf diese Weise war es möglich, die Bank regelmäßig zu schlagen. Letztlich führte die Erfolgsserie des Anführers dazu, dass das Casino-Personal aufmerksam wurde.
An dieser Stelle machten die Betrüger ihren einzigen, aber letztlich auch entscheidenden Fehler: Anstatt die bereits erzielten Gewinne mitzunehmen und ein anderes Casino auszunehmen, kamen sie am 27. März erneut ins Casino Zürich. Doch dieses Mal war das Casino-Personal vorbereitet und konnte den Betrug dokumentieren und alle elf Mitglieder der Bande festnehmen.
In der anschließenden Untersuchungshaft verbrachte der Anführer der Bande 105 Tage, bevor im gerade abgeschlossenen Verfahren das Urteil gesprochen wurde: 11 Monate Haft auf Bewährung. Die Bewährung gilt für zwei Jahre. Wird der Verurteilte innerhalb von zwei Jahren nicht straffällig, muss er die auf Bewährung verhängte Haftstrafe nicht absitzen.
Verteidiger führt Schulden als Grund für Verbrechen an
Nach Aussage des Verteidigers sei der Haupttäter aus dem Kreise der China-Gangster nicht der Anführer, sondern nur der Spieler, der das größte Risiko gehabt habe. Deswegen habe er bis zu 70 % des Gewinns kassiert. Als Grund für die Tat nannte der Verteidiger im Verfahren hohe Schulden, die der Haupttäter in China habe.
Die Betrugsmasche sei keine Innovation gewesen, sondern weit verbreitet. Im Internet gebe es sogar spezielle Anleitungen, um Punto Banco auf die „chinesische Art“ zu schlagen. Deswegen trage das Casino Zürich, das erst beim vierten Besuch der Täter eingeschritten sei, eine Mitschuld. Das ist vielleicht eine etwas übertriebene Täter-Opfer-Umkehr, aber auch der Richter erkannte an, dass das Casino Zürich Mängel bei den Sicherheitsvorkehrungen hatte.
Immerhin akzeptierte der Täter, der aktuell in China weilt, die Strafe. Eine Rückkehr nach Europa sei geplant, da der verurteilte Straftäter in Italien arbeite. Das gesamte Verfahren sollte andere Casino-Betreiber, nicht nur in der Schweiz, daran erinnern, dass die Verlockungen groß sind, wenn es um viel Geld geht und ein Spieler nicht viel zu verlieren hat.

