Pokerlegende Phil Hellmuth hat überraschend angekündigt, dass er nicht am WSOP Main Event 2025 teilnehmen wird. Dies ist das erste Mal seit 1988, dass der 17-fache Bracelet-Gewinner das prestigeträchtige Turnier auslässt. Seine Begründung: Die Main Event-Struktur sei ein reiner „Ausdauertest“, der ältere Spieler benachteilige.
„Ich liebe das WSOP, aber ich kann es nicht mehr spielen“, erklärte Hellmuth in einem Social-Media-Video. Die fehlenden Pausentage und die Marathonlänge des Turniers seien für ihn nicht mehr tragbar. Der 60-Jährige verwies auf andere bekannte Profis, die ebenfalls an Erschöpfung gescheitert seien. Während jüngere Spieler von der Struktur profitieren, hätten ältere Teilnehmer einen erheblichen Nachteil.
WSOP-Organisatoren bleiben standhaft
Die World Series of Poker reagierte auf Hellmuths Forderung nach einem zusätzlichen Ruhetag, zeigte sich jedoch unnachgiebig. „Wir versuchen, das Event für alle Spieler fair zu gestalten“, erklärte WSOP-Direktor Ty Stewart. Er betonte, dass die tiefen Strukturen und langen Blind-Level essenziell für den Charakter des Turniers seien. Zudem sei das Turnier bereits mit mehreren freien Tagen geplant.
Die WSOP sei nicht bereit, den Ablauf für eine Minderheit zu ändern, auch wenn Spieler wie Hellmuth und Faraz Jaka Anpassungen fordern. Jaka schlug unter anderem kürzere Spieltage und flexiblere Startzeiten vor, um die Belastung für alle zu verringern.
Negreanu und Seiver widersprechen – Pokerwelt uneinig
Pokerstar Daniel Negreanu, der sich als enger Freund von Hellmuth sieht, kann dessen Argumente nachvollziehen, bleibt jedoch skeptisch. „Die WSOP war schon immer ein Marathon“, erklärte er. „Es ist eine Herausforderung, aber das gehört dazu.“ Ähnlich äußerte sich Scott Seiver, der darauf hinwies, dass der Wettbewerbsvorteil jüngerer Spieler natürlich sei – wie in jedem Sport.
Andere Profis, darunter Nadya Magnus, argumentierten hingegen, dass lange Turniertage nicht nur ältere Spieler, sondern auch Teilnehmer mit gesundheitlichen Einschränkungen benachteiligen könnten.
Auf Social Media entwickelte sich eine hitzige Debatte. Einige sahen Hellmuths Entscheidung als überfällig an, während andere ihn verdächtigen, seine Meinung bis zum Start des Main Events doch noch zu ändern.
Bleibt Hellmuth wirklich außen vor?
Ob Hellmuth tatsächlich das Main Event verpassen wird, bleibt abzuwarten. Der „Poker Brat“ hat in der Vergangenheit oft große Ankündigungen gemacht und später zurückgerudert. Sein Berater betonte jedoch, dass seine Aussage dieses Mal ernst gemeint sei. Trotzdem spekulieren viele, dass es Hellmuth doch noch zurück an den Tisch ziehen könnte.
Sollte die WSOP einknicken und die Struktur des Events anpassen, wäre eine Rückkehr jedenfalls nicht ausgeschlossen. Fest steht: Hellmuths Absage ist ein Weckruf für eine Diskussion über die Zukunft der WSOP-Struktur und die Balance zwischen Ausdauer und Können.
