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Poker-Profi George Janssen im Visier des FBI

Der US-amerikanische Pokerspieler und Autohändler George Janssen, der vor allem als vierfacher Gewinner der World Series of Poker Circuit (WSOPC) bekannt geworden ist, ist Protagonist in einem spektakulären Betrugsfall. Mehr als ein Jahr nach seiner angeblichen Entführung, bei der er von einer mexikanischen Gang erpresst und 33 Tage lang gefangen gehalten worden sein soll, sieht sich der 42-Jährige nun mit einer FBI-Untersuchung wegen Finanzbetrugs konfrontiert. 

Laut einer kürzlich veröffentlichten Klage wird Janssen beschuldigt, durch gefälschte Fahrzeugdarlehen mindestens 20 Banken um insgesamt 3,9 Millionen USD betrogen zu haben. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass er bereits Monate vor seinem Verschwinden im November 2023 in finanziellen Schwierigkeiten steckte, nachdem ihm die Geschäftslizenz für seinen Autohandel in Michigan entzogen worden war.

Verstrickung in einen Millionenbetrug

Janssen soll über Jahre hinweg fiktive Fahrzeugverkäufe genutzt haben, um sich und seinen Geschäftspartnern Kredite zu erschleichen. Bereits im August 2023 entdeckte das Michigan Department of State Office of Investigative Services demnach bei einer Prüfung seines Unternehmens, dass er mehrfach dieselben nicht existierenden Fahrzeuge als Sicherheit für Darlehen angegeben hatte. 

Kurz vor seinem Verschwinden hob er innerhalb weniger Wochen hohe Bargeldbeträge ab und ließ über sein Geschäft Bay Auto Brokers ungedeckte Schecks in Höhe von 1,4 Millionen USD einlösen. Ein Finanzinstitut schlug daraufhin Alarm und kontaktierte das FBI, was letztlich zur Einleitung der Ermittlungen führte. Während Janssen als vermisst galt, tauchten immer mehr unbezahlte Kredite auf, die von engen Bekannten in seinem Namen aufgenommen wurden.

Wachsende Zweifel an der rätselhaften Entführung

Im Dezember 2023 wurde Janssen schließlich blutüberströmt und mit Kabelbindern gefesselt am Straßenrand aufgefunden. Er behauptete, über einen Monat in einem Keller gefangen gehalten worden zu sein, nachdem ihn ein mexikanisches Kartell wegen angeblicher Schulden erpresst habe. 

Ein mysteriöses, handschriftliches Schreiben mit dem Wort „Kidnap“ ließ seine Familie und die Ermittler zunächst auf eine echte Entführung schließen. Mit der Veröffentlichung der Klage durch das FBI verdichten sich aber die Hinweise darauf, dass Janssen selbst der Drahtzieher eines Betrugssystems war und seine angebliche Entführung inszeniert haben könnte, um von seinen eigenen Finanzverbrechen abzulenken.

Belastung durch enge Vertraute

Besonders brisant: Janssens eigener Sohn Connor wird in der Anklageschrift als Mitwisser genannt. Er arbeitete in der Firma seines Vaters und half offenbar dabei, Schecks einzuzahlen und Kredite aufzunehmen. Laut seiner Aussage gegenüber den Ermittlern wusste er, dass die Darlehen auf nicht existierende Fahrzeuge ausgestellt waren. 

Freunde und Geschäftspartner distanzieren sich derweil zunehmend von Janssen, nachdem einige von ihnen aussagten, von ihm für die Aufnahme betrügerischer Kredite benutzt worden zu sein. 

Auch wenn bislang keine Anklage wegen einer vorgetäuschten Entführung erhoben wurde, steht Janssen nun wegen Finanzbetrugs vor Gericht – ein Vergehen, das in den USA mit bis zu 30 Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 1 Million USD geahndet werden kann.


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