Der Prozess gegen Salman Behbehani, einen professionellen Pokerspieler und DJ mit kuwaitisch-amerikanischen Wurzeln, hat in Palma, Spanien, begonnen. Behbehani wurde im Juli 2021 auf Ibiza verhaftet, nachdem die spanischen Behörden in seinem Gepäck eine große Menge Drogen entdeckt hatten. Er war mit einem Privatjet aus Las Vegas angereist, begleitet von 30 weiteren Personen, darunter Freunde und andere Pokerspieler.
Die Guardia Civil und die Steuerbehörde fanden in seinem Koffer verschiedene Drogen, darunter Kokain, MDMA, Ketamin und Haschisch, mit einem Marktwert von über 26.000 EUR. Zudem wurden mehrere Tausend Euro in verschiedenen Währungen beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft fordert nun eine Haftstrafe von neun Jahren sowie eine Geldstrafe in Höhe von 53.000 EUR.
Ein wildes Leben im Luxus
Behbehani entstammt einer der reichsten Familien Kuwaits, die laut Forbes im Besitz eines der 100 größten Familienunternehmen im Nahen Osten ist. Trotz oder gerade wegen seines enormen Vermögens machte er sich vor allem als Pokerspieler einen Namen. In seiner Karriere hat er fast 3 Millionen USD in Live-Turnieren gewonnen – sein höchster Einzelgewinn lag bei ganzen 600.000 USD. Auch neben dem Glücksspiel genoss er einen luxuriösen Lebensstil mit Privatjets, exklusiven Partys und vielen Reisen zu Hotspots wie Ibiza und Dubai.
Sein Auftreten vor Gericht sorgt für mediale Aufmerksamkeit – nicht nur wegen seines prominenten Hintergrunds, sondern auch wegen seiner ungewöhnlichen Gelassenheit während der Festnahme. Ein Guardia-Civil-Beamter berichtete, dass Behbehani völlig unbeeindruckt blieb, als die Drogen vor ihm auf einem Tisch ausgebreitet wurden.
Verteidigung gegen schwere Vorwürfe
Während die Staatsanwaltschaft überzeugt ist, dass Behbehani die Drogen für den Handel nach Spanien einführte, argumentiert seine Verteidigung, dass sie lediglich für eine private Feier mit seinen Begleitern gedacht waren. Seine Anwälte, ein Team aus zwei Frauen und einem Mann, betonen, dass keine Beweise für eine Verkaufsabsicht vorliegen.
Der Prozess, der ursprünglich für Oktober 2024 angesetzt war, musste wegen gesundheitlicher Probleme des Angeklagten verschoben werden und wird nun über mehrere Tage geführt. Der Ausgang ist ungewiss: Sollte das Gericht die Argumentation der Anklage stützen, droht Behbehani eine mehrjährige Haftstrafe.
Das Gericht wird in den kommenden Tagen entscheiden, ob es der Verteidigung Glauben schenkt oder ob der einstige High Roller nun vor einer langen Haftstrafe steht. Sollte er Behbehani verurteilt werden, könnte das Urteil als Präzedenzfall für künftige Drogenvergehen von VIPs dienen.