Die neuen Spielregeln für Content Creator im Bereich iGaming sind eine Reaktion auf die steigende Anzahl an Videos mit problematischem Glücksspiel-Content. Die neuen Maßnahmen sollen zudem dazu beitragen, dass die legalen Glücksspielanbieter geschützt werden, indem die Monetarisierung über illegales Glücksspiel verboten wird.
YouTube verwendet in den neuen Moderationsregeln den Begriff „unapproved“ und nicht „illegal“. Ein Glücksspielanbieter, der „unapproved“ ist, erfüllt laut YouTube nicht die rechtlichen Vorgaben für Glücksspielanbieter in der jeweiligen Region. Zudem muss jeder Glücksspielanbieter, für den auf YouTube geworben wird, von Google oder YouTube als „approved“ eingestuft werden. Sollte die Liste der zulässigen Glücksspielanbieter veröffentlicht werden, wäre dies für YouTuber eine große Hilfe.
Schon vor der Einführung der neuen Moderationsregeln war es verboten, Links zu illegalen Glücksspielanbietern zu setzen. Die neuen Regeln erweitern das Verbot jedoch auf Werbung in Form von Texten und Logos. Auch verbale Empfehlungen sind nicht mehr zulässig. Damit dürfte jede Möglichkeit, Glücksspielanbieter, die nicht „approved“ sind, zu bewerben, ausgeschlossen sein.
Eine weitere neue Maßnahme betrifft den Jugendschutz. YouTube wird in Zukunft Videos, in denen es um iGaming geht, nur noch angemeldeten Zuschauern, die mindestens 18 Jahre alt sind, zugänglich machen. Das ist ein Fortschritt beim Jugendschutz. Bislang gibt es jedoch auch in den USA bei YouTube keine Pflicht zur Altersverifizierung, sodass es wahrscheinlich möglich ist, diese Maßnahmen relativ einfach zu unterlaufen.
Die neuen Richtlinien zum Jugendschutz betreffen ausdrücklich auch legale Online-Glücksspielanbieter. Schon lange gibt es diesbezüglich Forderungen aus der Politik und von Interessenverbänden. Durch den schnell wachsenden Online-Glücksspielmarkt in den USA hat sich die Thematik allerdings in den vergangenen Jahren erheblich verschärft. Darauf reagiert YouTube nun.
Es ist zudem nicht mehr erlaubt, für Online-Glücksspiele und Online-Sportwetten zu werben und dabei zu versprechen, dass garantierte Gewinne möglich sind. Bislang war es nur verboten, reißerische Sprache bei derartigen Versprechen zu verwenden. Aber in Zukunft sind Videos, in denen sichere Gewinne garantiert oder auch nur suggeriert werden, nicht mehr zulässig.
Kann YouTube die eigenen Regeln durchsetzen?
Es ist alles andere als einfach, eine gigantische Plattform wie YouTube zu moderieren. In der Vergangenheit gab es nicht selten Fälle, bei denen YouTuber oder einzelne Videos gesperrt wurden, die offensichtlich nicht gegen Richtlinien verstießen. Diese Gefahr sollte nicht unterschätzt werden, zumal es viele YouTuber gibt, die ihren Lebensunterhalt mit ihren Videos verdienen.
Die neuen Maßnahmen werden ab dem 19. März durchgesetzt. Es ist davon auszugehen, dass zahlreiche Videos gesperrt oder gelöscht werden. Vielleicht werden auch einige YouTuber bereits in vorauseilendem Gehorsam kritische Videos löschen. YouTube-Kanäle, die ausschließlich auf Werbung für illegale Casinos und Buchmacher schalten, stehen jedoch unweigerlich vor dem Aus.
Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass die angekündigten Maßnahmen vorerst nur für die USA gelten. Aber es ist durchaus wahrscheinlich, dass demnächst auch in Deutschland und der Europäischen Union die Richtlinien für Glücksspielwerbung verschärft werden.
