Der amerikanische Präsident Donald Trump sorgt an den Börsen für fulminante Bewegungen. Ein Nebensatz in einem Interview oder ein Kommentar in einem sozialen Netzwerk genügen schon, um die Börsen auf Talfahrt zu senden oder gigantische Sprünge nach oben zu veranlassen. In den vergangenen Wochen waren nicht nur die amerikanischen Börsen ähnlich volatil wie ein Spielautomat im Casino. Viele Zocker haben sich bereits die Finger verbrannt und große Summen verloren.
Trump schockt mit erratischer Zollpolitik Börsen und Märkte
Es kommt selten vor, dass sich Wirtschaftswissenschaftler aller Richtungen bei der Bewertung politischer Strategien einig sind. Aber wenn es um Trumps Zölle geht, ist es schwierig, einen halbwegs vernünftigen Experten vor die Kamera zu bekommen, der die aktuelle Strategie verteidigt. Innerhalb kürzester Zeit ist es der Trump-Regierung gelungen, befreundete und verbündete Nationen gegen sich aufzubringen.
Dabei scheint es ausschließlich darum zu gehen, die Machtgelüste des amerikanischen Präsidenten zu bedienen. Jüngst sickerte durch, dass das US-Verhandlungsteam, das mit EU-Vertretern über einen Kompromiss verhandeln sollte, nicht einmal die Frage beantworten konnte, was für die USA das beste Ergebnis wäre. Das kann daran liegen, dass Donald Trump ständig seine Meinung ändert.
Mal werden gigantische Zölle gegen Pinguine verhängt, dann werden einzelne Unternehmen und Rohstoffe oder Produkte ohne Ankündigung ausgenommen. Alles folgt scheinbar zufällig, ohne jede Vorhersehbarkeit. Genau an dieser Stelle wird es schwierig für die Börsen. Mit klaren politischen Strategien, auch wenn sie vielleicht der Wirtschaft schaden, kann eine Börse umgehen, denn die Marktteilnehmer können sich auf die Situation einstellen.
Wenn der US-Präsident aber wie ein spätrömischer Kaiser agiert, ist das nicht nur für professionelle Investoren, sondern auch für viele Privatanleger ein riesiges Problem. In den USA wächst der Unmut über Trump aufgrund seiner Wirtschaftspolitik, denn ein großer Teil der Amerikaner ist darauf angewiesen, dass die Aktienmärkte steigen. Wenn ein großer Teil der Altersvorsorge an Börsenkurse geknüpft ist, sind Abstürze von 10 % oder mehr an einem Tag nicht nur ein mediales Problem.
Trump-Coin ($Trump) weist den Weg – werden Anleger abgezockt?
Der Trump-Coin ist ein Meme-Coin, den der Präsident kurz vor seinem Amtsantritt auf den Markt brachte. Das Ergebnis war, dass der Kurs in rasantem Tempo auf 72 € anstieg. Doch dann kam es wahrscheinlich zum berüchtigten „Rug Rull“. Den Anlegern wurde der finanzielle Teppich unter den Füßen weg gezogen, aber vermutlich machten einige wenige Anleger ein riesiges Geschäft. Wer könnte das wohl gewesen sein? Mittlerweile steht der Kurs des Trump-Coins unter 8 Euro.
Pure Zockerei oder fundamentale Probleme?
Schaut man sich die Experten bei Bloomberg oder CNBC an, erlebt man etwas, das wahrscheinlich einmalig in der modernen Börsengeschichte ist: Nahezu alle Experten haben keine Ahnung, was morgen, übermorgen, im nächsten Monat oder gar im nächsten Jahr kommen könnte. Der US-Präsident hat die Weltwirtschaft zu einem Casino gemacht. Aber einig sind sich die Experten an einem Punkt: Trumps Zollpolitik schadet der amerikanischen Wirtschaft und der Weltwirtschaft.
Wer besonders klug klingen möchte, spricht davon, dass „die Märkte sehr volatil bleiben“. Einfach übersetzt: Es geht heftig nach unten oder nach oben und keiner weiß, in welche Richtung der Ausschlag erfolgen wird. Für mutige Trader mit einer durchdachten Strategie und einem ordentlichen Budget sind volatile Märkte mit großartigen Chancen verbunden.
Aber Privatanleger sollten vielleicht besser in einen Börsen-Winterschlaf gehen, Sparpläne laufen lassen und erst wieder in ein paar Jahren in ihr Depot schauen. (Das ist natürlich keine Anlageempfehlung!)
