Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden greift durch. Gegen einen Casino-Influencer wurde eine Geldbuße in Höhe von 10.000 DKK (1.300 €) verhängt. Der Twitch-Influencer hatte mehrmals für einen illegalen Glücksspielanbieter geworben. Ob die kleine Geldbuße genügt, um den Influencer davon zu überzeugen, dass es eine schlechte Idee ist, für Online-Casinos ohne Lizenz zu werben, bleibt abzuwarten.
Dänische Glücksspielbehörde bestraft Influencer wegen illegaler Werbung
In Dänemark gilt wie in Deutschland, dass es nicht gestattet ist, für Glücksspielanbieter ohne Lizenz zu werben. Das hat einen in Dänemark recht bekannten Twitch-Influencer jedoch nicht davon abgehalten, Werbung zu betreiben. Für welches Casino die Werbung gemacht wurde, ist nicht bekannt. Aber es dürfte sich um einen der einschlägigen Anbieter auf dem Schwarzmarkt gehandelt haben.
Die Werbung über Twitch für Online-Glücksspiele, die nicht lizenziert sind, hat mittlerweile eine lange Tradition. Aber immer mehr Länder gehen gegen diese Form der Werbung vor. Für den dänischen Influencer ist die Sache am Ende allerdings glimpflich ausgegangen. Eine Geldbuße in Höhe von 1.300 € ist jedenfalls kaum geeignet, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen.
Dänemark ist ein kleines Land und wahrscheinlich hat der Influencer keine Millionen kassiert, um Werbung für einen illegalen Glücksspielanbieter zu machen. Aber umsonst hat der Influencer nicht geworben. Es wäre eine Überraschung, wenn die Einnahmen für die Werbetätigkeiten nicht deutlich höher als die Geldbuße waren.
Den ersten Verstoß registrierte die dänische Glücksspielbehörde bereits 2023. Es folgten eine Anzeige und Ermittlungen. An deren Ende steht nun eine kleine Geldbuße. Bei Spillemyndigheden geht man davon aus, dass es nur wenige ähnliche Fälle in Dänemark gibt. Das dürfte daran liegen, dass das Land klein und der Anreiz für illegale Glücksspielanbieter entsprechend klein ist.
Erst zum zweiten Mal wurde ein Streamer für Glücksspielwerbung in Dänemark bestraft. Grundsätzlich dürfte jede Geldbuße, über die öffentlich berichtet wird, dazu beitragen, dass Influencer sich dreimal überlegen, ob sie tatsächlich eine Anzeige riskieren. Sollte sich wider Erwarten die Zahl der Fälle mehren, gäbe es immer noch die Option, die Geldbußen zu erhöhen.
Casino-Influencer waren auch in Deutschland populär
Montana Black, Knossi und diverse andere Influencer haben in Deutschland angeblich Millionen mit Glücksspielwerbung verdient, bevor das Online-Glücksspiel in Deutschland reguliert wurde. Mit der Regulierung wurden auch Musternebenbestimmungen eingeführt, in denen klar und eindeutig geregelt ist, dass Influencer-Werbung für Glücksspiele nicht zulässig ist.
Seitdem haben sich alle großen Casino-Influencer in Deutschland andere Betätigungsfelder gesucht. Aber eine Sache ist damals deutlich geworden: Es gibt kaum eine andere Branche, in der Streamer so viel Geld verdienen können wie in der Glücksspielbranche. Mit Online-Casinos und Online-Sportwetten werden Milliarden umgesetzt. Davon profitieren umtriebige Streamer.
Klare gesetzliche Regeln sind notwendig, um Glücksspielwerbung über Influencer zu verhindern. Wenn hohe Strafen drohen und die Behörden durchgreifen, bleibt nicht viel Spielraum. Auch ein Wohnsitz im Ausland hilft in diesem Fall nicht, obwohl einige Streamer dies zeitweise probiert haben. Aber spätestens beim nächsten Besuch in Deutschland greifen die Behörden durch.
Der wichtigste Grund für das Verbot von Glücksspielwerbung über Influencer ist der Schutz Minderjähriger. Nahezu alle Streamer haben ein sehr junges Publikum. Schon aus diesem Grund ist es wichtig, dass die staatlichen Behörden diese Form der Werbung möglichst wirkungsvoll unterbinden. Das funktioniert erstaunlich gut. Trotzdem gibt es immer noch viel Werbung für Online-Casinos ohne Lizenz in den sozialen Medien.
