Seit Jahren wird darüber diskutiert, den einstigen Monopol-Glücksspielanbieter Holland Casino zu privatisieren. Doch auch die aktuelle niederländische Regierung wird dieses Vorhaben nicht umsetzen. Wie das Finanzministerium bekannt gab, werden Holland Casino und die Nederlandse Loterij nicht privatisiert. Die Entscheidung wird von Glücksspielkritikern befürwortet, von einigen Glücksspielexperten hingegen deutlich kritisiert.
Holland Casino auch in Zukunft ein staatlicher Glücksspielanbieter
Alle Niederländer, die in den vergangenen Jahren mit Glücksspielen zu tun hatten, kennen den staatlichen Glücksspielanbieter Holland Casino. Der Betreiber von Spielbanken und Spielhallen hat in den Niederlanden eine lange Tradition. Wie in den meisten europäischen Ländern gibt es aber auch in den Niederlanden eine Tendenz zur Privatisierung des Glücksspiels.
Erst vor wenigen Jahren wurde in den Niederlanden ein Lizenzsystem für private Online-Glücksspielanbieter kreiert, das ähnlich wie das deutsche Lizenzsystem funktioniert. Doch die Regierung der Niederlande ist nicht willens, Holland Casino ebenfalls zu privatisieren. Seit Jahren wird über dieses Thema debattiert.
Holland Casino war früher für die Niederlande eine Goldgrube. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Zuletzt gab es einige Berichte über wirtschaftliche Schwierigkeiten. Steigende Betriebskosten, zunehmende Konkurrenz und mangelnde Attraktivität der traditionellen Spielbanken sind dabei häufig genannte Argumente.
Eine große Zukunft hat Holland Casino wahrscheinlich nicht, denn derzeit geht es in erster Linie darum, Kosten zu sparen, um wieder in die Gewinnzone zu kommen. Wie das allerdings mit den beschlossenen Maßnahmen gelingen soll, ist unklar. Bekannt ist bislang, dass es darum geht, weniger Geld für Werbung auszugeben und die Öffnungszeiten zahlreicher Spielbanken zu verkürzen.
Holland Casino leidet unter neuer Glücksspielsteuer
Die Glücksspielsteuer in den Niederlanden ist schon seit Jahren hoch. Doch die Regierung hat eine zweistufige Erhöhung beschlossen. Die erste Stufe, ein Schritt von 29 auf 30,5 %, wurde bereits umgesetzt. Zum Jahreswechsel 2025/26 folgt eine Erhöhung auf 37,8 %. Viele Experten befürchten, dass Holland Casino und einige andere Glücksspielanbieter die nächste Steuererhöhung nicht überstehen.
Schon jetzt ist es schwierig für den alteingesessenen Glücksspielanbieter, gegen die moderne Konkurrenz zu bestehen. Spielerschutz ist aber nur dann wertvoll, wenn auch Spieler kommen, die sich schützen lassen. In jedem Fall wäre es eine gute Idee, den staatlichen Glücksspielanbieter in die Lage zu versetzen, Geld zu verdienen, denn nur dann ist das Geschäftsmodell nachhaltig.
Auch wenn die Gewinnerzielung nicht das oberste Ziel für Holland Casino ist, zeigt das wirtschaftliche Ergebnis am Ende doch auch, ob das Angebot von der Kundschaft angenommen wird. In den Niederlanden sind jedoch seit einigen Jahren politische Kräfte am Schalthebel, die alles dafür tun, um Glücksspiele unattraktiver zu machen.
Dabei weisen Experten seit vielen Jahren darauf hin, dass bei einer fairen Beurteilung des Spielerschutzes nicht nur die legalen Glücksspielanbieter betrachtet werden dürfen. Am Ende ist entscheidend, wie der Spielerschutz in der Realität ist. Spieler, die in Online-Casinos ohne Lizenz spielen, haben beispielsweise einen deutlich schlechteren Spielerschutz als Spieler, die in einer Filiale von Holland Casino aktiv sind.
Privatisierung könnte irgendwann zum Thema werden
Ob Holland Casino eines Tages privatisiert wird, ist in erster Linie eine politische Entscheidung. Regierungen können abgewählt werden und neue Regierungen können an die Macht kommen. Es ist durchaus vorstellbar, dass in einigen Jahren Holland Casino und die Nederlandse Loterij doch noch privatisiert werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die staatlichen Glücksspielanbieter bis dahin wirtschaftlich überleben.
