Abt in Thailand verliert 8 Millionen EUR mit verbotenen Glücksspielen

An Geistliche werden in allen Religionen hohe Anforderungen gestellt, insbesondere wenn es um Moral und Zuverlässigkeit geht. Aber es gibt auch immer wieder Fälle, in denen deutlich wird, dass auch Priester nur ganz normale Menschen sind. Derzeit läuft in Thailand ein Verfahren gegen einen Abt, der im Laufe mehrerer Jahre insgesamt über 8 Mio. EUR mit Glücksspielen verloren hat. Besonders unangenehm: Das verlorene Geld hat der Abt in betrügerischer Weise von den Finanzen seines Ordens abgezweigt.

Thailändischer Abt wegen 8 Mio. EUR Glücksspiel-Verlust festgenommen

Thailändische Orden können allem Anschein nach durchaus lukrative Unternehmen sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass der thailändische Abt Phra Tham­ma Wachi­ranuwat über 8 Mio. EUR aus dem Ordensvermögen beim Glücksspiel verlieren konnte. Der 70-jährige Geistliche konnte in einem Zeitraum von etwa fünf Jahren die gigantische Summe aus der Finanzkasse des Ordens entnehmen.

Doch der Betrug fiel auf und als Konsequenz stellte sich der ertappte Abt der lokalen Polizei. Die Ermittlungen wegen Betrugs und Amtsmissbrauchs laufen. Aber schon jetzt ist klar, dass es sich um einen riesigen Skandal handelt. Der Abt hat nicht nur gigantische Summen verspielt. Glücksspiel ist in Thailand zudem auch noch illegal.

Das Geld stammt vom Tempel Wat Rai Khing. Bei den Ermittlungen muss sich zeigen, wie es passieren konnte, dass der Abt über Jahre hinweg hohe Summen auf sein privates Konto umleiten konnte. Spannend ist allerdings auch, was der Abt mit dem gestohlenen Geld gemacht hat. Anstatt im nächsten Hinterhof-Casino zu spielen, hat sich der Abt für einfach zugängliche Online-Casinos entschieden.

Online-Casinos ohne Lizenz sind in Thailand natürlich nicht legal. Aber das ändert nichts daran, dass die Online-Glücksspielanbieter bereitwillig thailändische Kunden, die gerne hohe Summen einzahlen, akzeptieren. Tatsächlich dürften die Online-Casinos die einzigen Gewinner sein. Es ist wohl anzunehmen, dass die verlorenen Summen nicht zurückerstattet werden.

Der Reichtum des Tempels, den der Abt gestohlen hat, entsteht in erster Linie durch zahlreiche Spenden. Der Tempel hat zahlreiche Besucher, die Spenden hinterlassen. Vor allem die Gläubigen, die den Tempel aus religiösen Gründen besuchen, spenden oft hohe Summen. Das wird sich wahrscheinlich auch nicht durch den aktuellen Betrugsfall ändern.

Spielsucht, fehlende Moral und einfache Verfügbarkeit der Online-Glücksspiele

Wahrscheinlich hat ein Abt, der mehr als 8 Mio. EUR in Online-Casinos verliert, ein ernstes Spielsuchtproblem. Es könnte aber auch sein, dass fehlende Moral eine Rolle spielte. Die Religionsgeschichte ist prall gefüllt mit Geistlichen, die Wasser predigten und Wein tranken. Der angerichtete Schaden ist glücklicherweise aber nur finanzieller Natur.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die exzellente Verfügbarkeit von Online-Casinos in Thailand. Ähnlich wie in Deutschland können thailändische Spieler jederzeitt online spielen. In Deutschland gibt es zwar auch legale Online-Casinos. Aber die Online-Casinos ohne Lizenz sind bei vielen Glücksspiel-Fans aufgrund ihrer höheren Attraktivität deutlich beliebter.

Echte Spielsüchtige sind am Ende immer mehr Opfer als Täter. Die Ermittlungen sind bislang nicht abgeschlossen. Aber alles deutet darauf hin, dass der thailändische Abt zwar riesige Summen gestohlen, aber nicht zur persönlichen Bereicherung genutzt hat. Das ist das typische Muster eines Spielsüchtigen, der alle anderen Bedürfnisse seiner Sucht unterordnet.

Für den Abt endet die Geschichte wahrscheinlich nicht gut. Am Ende dürfte alles auf eine Haftstrafe hinauslaufen. Der Verstoß gegen das Glücksspielverbot ist dabei nur ein Faktor. Viel schwerer dürfte der Betrug in Millionenhöhe vor Gericht wiegen. Zudem darf sich der Abt sicher sein, dass ihm keine Sympathien zufliegen werden.


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