Probleme mit illegalem Glücksspiel in Bayern nehmen deutlich zu

In den vergangenen Jahren hat sich in Bayern das illegale Glücksspiel zu einem handfesten Problem entwickelt. Die neuesten Statistiken zeigen, dass im vergangenen Jahr in Bayern 1.185 Verfahren, in denen es um illegales Glücksspiel ging, eingeleitet wurden. Die neuen Zahlen stammen aus einer parlamentarischen Anfrage, die von den Grünen im Bayerischen Landtag gestellt wurde.

Illegales Glücksspiel in Bayern auf Rekordniveau

Die bayerischen Behörden sind alarmiert. Das bayerische Innenministerium hat bekannt gegeben, dass die Anzahl der Ermittlungsverfahren, in denen es um illegales Glücksspiel geht, von 762 auf 1.185 gestiegen ist, und zwar innerhalb eines Jahres. Eine Steigerung um mehr als 50 % ist ein deutliches Signal, dass dringend etwas getan werden muss.

Schaut man etwas weiter in die Vergangenheit, wird deutlich, dass es sich um ein junges Problem handelt. Im Jahr 2018 registrierte die Polizeistatistik nur 77 Verfahren, in denen es um illegales Glücksspiel ging. Allerdings muss auch erwähnt werden, dass die Anzahl der Verurteilungen am Ende relativ klein ist. Für 2023 gibt die bayerische Polizei an, dass es in 36 Verfahren zu Verurteilungen gekommen ist.

Auch wenn keine detaillierten Statistiken vorliegen, ist davon auszugehen, dass es sich bei dem überwiegenden Teil der Fälle um terrestrisches Glücksspiel handelt. Manipulierte Spielautomaten, illegale Hinterhof-Casinos und ähnliche Themen spielen dabei erfahrungsgemäß die Hauptrolle. Ob es auch zu Ermittlungen im Bereich des Online-Glücksspiels gekommen ist, lässt sich aus den Statistiken nicht ablesen.

Starke Nachfrage nach illegalem Glücksspiel in Bayern

Eine eindeutige und unbestreitbare Erkenntnis aus den aktuellen Zahlen ist, dass es offenbar eine große Nachfrage nach illegalem Glücksspiel gibt. Die bayerischen Glücksspiel-Fans haben, genauso wie die Glücksspiel-Fans in anderen Bundesländern, das Problem, dass in den vergangenen Jahren die Glücksspielregulierung erheblich verschärft wurde.

Die Anzahl der Spielhallen ist kleiner als noch vor einigen Jahren. Zudem gibt es erhebliche Beschränkungen, etwa hinsichtlich der Einsatzhöhen und der Öffnungszeiten. Eine strenge Regulierung führt dazu, dass das legale Angebot im Vergleich zum illegalen Markt relativ unattraktiv ist, jedenfalls für viele ambitionierte Glücksspiel-Fans.

Gerade die High Roller, die mit großen Summen spielen möchten, finden auf dem legalen Markt kaum Möglichkeiten. Es gibt zwar ein paar Spielbanken in Bayern, aber in klassischen Spielhallen ist es heutzutage kaum noch möglich, mit großen Beträgen zu spielen. Das ist eine gute Basis für illegale Glücksspielanbieter, die fast alles möglich machen.

Für die Spieler ist das fatal, denn illegale Glücksspielanbieter setzen fast durchweg auf manipulierte Spiele. Deswegen verlieren die Spieler in den Hinterhof-Casinos nicht nur schneller Geld, sondern auch oft deutlich höhere Summen als in legalen Casinos.

Legale Online-Casinos lösen Probleme nicht

Im Jahr 2021 wurden in Deutschland Online-Casinos legalisiert. Doch die legalen Online-Casinos sind so streng reguliert, dass viele Glücksspiel-Fans abwinken. Das Problem mit Online-Casinos ohne Lizenz ist vielleicht sogar deutlich größer als das Problem mit illegalen terrestrischen Casinos. Allerdings haben die Behörden kaum Möglichkeiten, gegen illegale Anbieter im Internet vorzugehen.

Die Firmen sitzen meist außerhalb der Europäischen Union. Aber auch innerhalb der EU ist es keineswegs einfach, gegen Glücksspielanbieter wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen. Das illegale terrestrische Glücksspiel ist ein erhebliches Problem. Aber das illegale Online-Glücksspiel wird zumindest auf lange Sicht das deutlich größere Problem sein.

In der deutschen Politik herrscht überwiegend der Glaube, dass Glücksspiele nur streng genug reguliert sein müssen, um das Problem zu reduzieren. Doch in mancherlei Hinsicht ist genau das Gegenteil wahr. Mit einer strengen Regulierung werden gerade die besonders gefährdeten Spieler vom legalen Markt verdrängt und in die Fänge illegaler Anbieter gedrückt.


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