Spielersperren: Slowakei und Dänemark melden neue Rekorde

In der Slowakei und Dänemark werden Spielersperren immer beliebter und erreichen neue Rekorde. In der Slowakei wurde kürzlich die Schwelle von 20.000 Spielersperren übertroffen. In Dänemark sind über 60.000 Spieler gesperrt. Die Spielersperren in diesen beiden Ländern beziehen sich nicht nur auf das Online-Glücksspiel, sondern auch auf das terrestrische Glücksspiel. Die Sperren sind zum überwiegenden Teil Eigensperren, mit denen sich die Spieler schützen möchten.

Slowakei und Dänemark erfolgreich mit Spielersperren

Eine wirkungsvolle Glücksspielregulierung ist ohne Spielersperren kaum vorstellbar. Es ist unstrittig, dass es Spieler gibt, die nicht dazu in der Lage sind, sich konsequent selbst zu schützen. In einer ungünstigen Situation tendieren diese Spieler dazu, zu viel Geld zu verlieren und sich selbst und ihrem Umfeld erheblich zu schaden.

Die klassischen Spielsüchtigen können sich durch die Spielersperren wirkungsvoll selbst schützen. In der Slowakei und Dänemark gibt es seit einigen Jahren Sperrsysteme, mit denen der terrestrische Glücksspielmarkt genauso wie der Online-Glücksspielmarkt erfasst wird. Aus Dänemark sind detaillierte Daten über die Nutzer des Sperrsystems ROFUS bekannt.

Etwa 58 % der gesperrten Spieler sind männlich und jünger als 40 Jahre. Bei den gesperrten Spielern unter 20 Jahren liegt der Anteil der Männer sogar bei 96 %. Das ist keine große Überraschung, denn Glücksspiele ziehen traditionell eher Männer als Frauen an. Dementsprechend haben auch mehr Männer ein Spielproblem, mit dem sie umgehen müssen.

Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden ermöglicht Spielern, schnell und unkompliziert eine dauerhafte Sperre einzurichten. Ist eine temporäre Sperre etabliert, ist es nicht möglich, die Sperre vorzeitig aufzuheben. Auch die Aufhebung einer unbefristeten Sperre ist nur mit viel Aufwand und großem Zeitverzug möglich.

Nicht alle verfügbaren Glücksspielangebote werden erfasst

Für den Spielerschutz ist es grundsätzlich eine gute Sache, wenn Spielersperrsysteme existieren und rege genutzt werden. Aber es liegt in der Natur der Sache, dass nicht alle verfügbaren Angebote von den Sperren erfasst werden. Die illegalen Glücksspielanbieter sind nicht an die Sperrsysteme angeschlossen, sodass die Spieler die Möglichkeit haben, auf diesem Weg weiterhin zu spielen, trotz Eigensperre.

Dieses Problem existiert auch im landbasierten Spiel. Die berüchtigten Hinterhof-Casinos existieren auch in Dänemark und der Slowakei. Noch einfacher ist es, in Online-Casinos ohne Lizenz zu spielen oder andere Glücksspielanbieter ohne Lizenz im Internet zu nutzen. Ein Spielersperrsystem kann deswegen nur ein Baustein eines umfassenden Spielerschutzsystems sein.

Die Bekämpfung des Schwarzmarkts ist ein wichtiges Thema in allen Ländern, die legales Glücksspiel haben. Das illegale Glücksspiel ist fast schon zwangsläufig nicht so attraktiv wie das Glücksspiel auf dem nicht regulierten Markt. Deswegen ist es notwendig, gezielt gegen die Anbieter auf dem Schwarzmarkt vorzugehen, etwa mit Razzien und Internetsperren. Aufgrund der lukrativen Natur des illegalen Glücksspiels helfen diese Maßnahmen aber nur begrenzt.

Auch Deutschland hat Spielersperrsystem

Mit OASIS gibt es in Deutschland ein anbieterübergreifendes Spielersperrsystem, das sowohl für das landbasierte Glücksspiel als auch für das Online-Glücksspiel gilt. Jeder Spieler kann eine Eigensperre einrichten. Zudem gibt es aber auch die Möglichkeit, eine Fremdsperre einzurichten, etwa durch Familienangehörige.

Das deutsche Spielersperrsystem hat den Spielerschutz in Deutschland eindeutig verbessert. Aber ähnlich wie in der Slowakei und Dänemark gibt es auch in Deutschland das Problem, dass es einen florierenden illegalen Glücksspielmarkt gibt, sowohl im terrestrischen Glücksspiel als auch im Online-Glücksspiel.

In Deutschland ist die Bekämpfung des Schwarzmarkts allerdings schwierig, da aus rechtlichen Gründen keine Internetsperren möglich sind. Die Betreiber der illegalen Glücksspielangebote sitzen in anderen Ländern, oft sogar auf anderen Kontinenten. Der beste Schutz für Spielsüchtige besteht deswegen darin, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und in einer umfassenden Therapie die psychologischen Ursachen der Sucht zu bekämpfen.


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