News

Daniel Negreanu fordert Reformen gegen Zeitspiel bei der WSOP 2025

Die World Series of Poker 2025 lieferte erneut epische Battles, große Emotionen und technische Perfektion – doch ein altes Problem überschattete viele Events: Stalling. Immer mehr Spieler nehmen sich absichtlich exzessiv Zeit für scheinbar einfache Entscheidungen. Einer will das nicht länger hinnehmen: Daniel Negreanu – einer der führenden Köpfe des Pokersports – fordert konsequente Reformen.

Auf dem YouTube-Kanal „Poker Bounty“ brachte „Kid Poker“ seinen Frust auf den Punkt. Seine Aussagen trafen die Szene mitten ins Herz. Für ihn ist Stalling keine taktische Feinheit, sondern ein klarer Missbrauch des Reglements. Namentlich kritisierte er Spieler wie Ike Haxton, der satte sechs Minuten über eine Entscheidung grübelte, sowie Martin Kabrhel und Will Kassouf, die für provokantes Verhalten und überlanges Zögern bekannt sind.

Negreanu bleibt dabei deutlich:
„Das ist kein High-Level-Poker mehr. Das ist Schauspiel. Es zerstört den Spielfluss. Und es gehört gestoppt.“

Seine Forderungen im Überblick:

  • Flächendeckende Einführung von Shot Clocks:
    Jeder Spieler soll nur einen festen Zeitraum für jede Entscheidung erhalten. Diese Uhren sollen in jedem WSOP-Event Standard werden – nicht nur bei ausgewählten Turnieren.
  • Zeitbank klar regeln:
    Überlegungszeit darf nicht zur Waffe werden. Eine feste Anzahl an Time-Bank-Karten je Phase – transparent, fair, überprüfbar.
  • Härtere Strafen bei wiederholtem Stalling:
    Verwarnungen, Time-Bank-Reduktion – bei Wiederholung klare Strafpunkte oder Blind-Penalties. Wer regelmäßig trödelt, soll dadurch echte Nachteile spüren.

Negreanu spricht nicht nur als Profi, sondern als Fürsprecher des Spiels. Tausende Hobbyspieler begegnen bei Live-Events dem Problem ebenso. Stundenlanges Spiel ohne Action frustriert, nimmt Emotionen und Dynamik aus dem Turnier. Langsames Spiel tötet das Erlebnis – nicht nur für Teilnehmer, sondern auch für Zuschauer.

Die WSOP hatte bereits in den Vorjahren Shot Clocks in ausgewählten High-Roller-Turnieren getestet. 2025 jedoch blieb deren Nutzung auf ein Minimum beschränkt. Dieser laxe Umgang ist für Negreanu nicht mehr tragbar. Er kündigte an, sich aktiv mit Veranstaltern in Verbindung zu setzen, Gespräche anzustoßen und Lobbyarbeit innerhalb der Poker Players Alliance zu leisten.

Was die WSOP 2026 daraus macht, ist ungewiss. Doch eins steht fest: Einer der einflussreichsten Stimmen des Spiels ist entschlossen, dem Stalling ein Ende zu setzen.

Und er steht dabei längst nicht allein.

Poker muss fair bleiben. Spannend. Echt.
Nicht inszeniert oder gedehnt bis zur Langeweile – sondern mit Respekt für Gegner, Zuschauer und das Spiel selbst.

Der Ruf nach Reform ist laut.
Und er wird gehört.


Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments