Ein harter Schlag für die amerikanische Pokerszene: Der FAIR BET Act, ein Gesetzesvorschlag zur steuerlichen Entlastung professioneller Spieler, ist im US-Kongress gescheitert. Ab 2026 müssen viele der besten Pokerspieler des Landes mit deutlich höheren Steuerlasten rechnen. Für viele wirkt die Entscheidung wie eine systematische Schwächung des Berufs.
Der gescheiterte Vorschlag war Teil von Präsident Donald Trumps umfassender Steuerinitiative, bekannt als der „One Big Beautiful Bill“ (OBBB). Die enthaltene Regelung hätte die Abzugsfähigkeit von Spielverlusten auf 90 % der Gewinne begrenzt. Klingt technisch – hat aber massive Auswirkungen.
Statt wie bisher 100 % ihrer Verluste geltend zu machen, würden Profis künftig auf effektiv höhere Gewinne Steuern zahlen. Ein Beispiel macht es greifbar: Bei $150.000 Gewinn und $100.000 Verlust müsste ein Spieler künftig auf $60.000 versteuern statt wie zuvor auf $50.000. Für eine Branche mit knappen Margen und hohen Schwankungen ein schwerwiegender Unterschied.
Dina Titus, demokratische Abgeordnete aus Nevada und langjährige Verfechterin der Pokerszene, brachte mit dem FAIR BET Act (H.R. 4304) eine alternative Regelung ein. Ziel: Den vollen Verlustabzug retten. Unterstützt wurde sie vom republikanischen Senator Ted Cruz, selbst Pokerliebhaber. Trotzdem lehnte das republikanisch dominierte Rules Committee im Repräsentantenhaus die Gesetzesinitiative ab.
Titus bleibt kämpferisch: „Ich bin enttäuscht, aber nicht entmutigt. Wir geben nicht auf.“ Ihre Worte hallen durch die Community – eine Szene, die sich zunehmend übergangen fühlt.
Pokerlegenden schlagen Alarm. Phil Hellmuth twitterte empört vom „Poker Players Death Tax“. Daniel Negreanu kritisierte die politische Kurzsichtigkeit, während Phil Galfond betonte, wie unfair das System Performer mit hohen Volatilitäten behandelt.
Auch Experten sehen schwarz. Ray Kondler, Steuerberater aus Las Vegas, warnt in einem Interview mit PokerNews: „Die Auswirkungen werden groß sein – nicht nur für Vollprofis, sondern auch für ernsthafte Freizeitspieler. Das Finanzamt trifft eine ganze Kultur.“
Hinter der Debatte steht mehr als Geld. Für viele Spieler geht es um Anerkennung, um die Legitimität eines Berufs, der Strategie, Disziplin und Nervenstärke verlangt. Ein verpasster Gesetzesentwurf hier fühlt sich an wie eine Ohrfeige für jede Hand, die jemals unter Druck perfekt gespielt wurde.
Der Kongress hat den Kampf vorläufig entschieden. Doch Titus und Cruz wollen weitermachen. Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Die Pokerwelt schaut hin – und hofft, dass das Spiel noch nicht gelaufen ist.
