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Fast schon unfair: Chidwick überrollt Gegner bei der Triton Series in Jeju

  • Triton-Sieg: Stephen Chidwick gewinnt das 200.000-US-$-Short-Deck-Event der Triton Series 2025 in Jeju.
  • 72-Millionen-US-$-Marke: Der Brite rückt Bryn Kenney in der Allzeit-Bestenliste auf die Pelle.
  • Short-Deck-Magic: Alle drei Triton-Titel von Chidwick stammen aus Short-Deck-Turnieren.

Stephen Chidwick hat wieder einmal zugeschlagen.  Und wie. Beim 200.000-US-$-Short-Deck-Event der Triton Series in Jeju ließ der Brite seinen Gegnern keine Luft zum Atmen. Und das, obwohl die Besetzung des Finaltisches mitnichten auf einen Spaziergang hindeutete.

Steven Chidwick nach seinem Sieg in Jeju.
Kenney hat einen starken Verfolger im Nacken.

 

Aber wenn Chidwick an einem Short-Deck-Tisch sitzt, ist er aktuell nun mal der Mann, den es zu schlagen gilt. Drei Titel in drei Jahren, darunter ein €100.000-Main-Event in Madrid, ein 20K-Sieg in Jeju 2024 und nun eben sein bislang größter Triumph.

Absolute Dominanz von Anfang bis Ende

Chidwick fing so an, wie man es von ihm gewohnt ist: aggressiv, dominant und effizient. Schon zu Beginn von Tag 2 marschierte er unaufhaltsam durch das Feld, am Finaltisch saß er dann mit dem doppelten Stack im Vergleich zum Spieler mit der zweitbesten Ausgangsposition.

Dabei zeigte sich der 36-Jährige Brite bescheiden und hatte sich nach eigener Aussage kaum vorbereitet: „Ich war ziemlich eingerostet, es gab anfangs nur ein 50K-Event. Dann musste ich hektisch meine alten Notizen [zu diesem Format] suchen“, so Chidwick nach dem Turnier. Dass er in dieser Variante dennoch seinen dritten Triton-Titel holte, spricht für sein außergewöhnliches Spielverständnis.

Feuerwerk am Finaltisch

Isaac Haxton (10.), Danny Tang (9.) und Richard Yong (8.) verpassten knapp den Finaltisch. Übrig waren sieben Spieler. Winfred Yu fiel früh auf Platz sieben, nachdem sein A♦️10♥️ gegen A♠️Q♣️ von Daniel Dvoress unterlag. Kurz darauf erwischte es Elton Tsang, der mit Damen in die Asse von Rene Van Krevelen lief. Dvoress schied schließlich aus, nachdem er mit Top Pair gegen Chidwicks Broadway-Straße auf dem River scheiterte. Esti Wang verabschiedete sich mit K♦️10♣️ gegen Chidwicks K♣️Q♣️. Van Krevelen verlor einen Flip mit 10♠️10♣️ gegen Kiat Lees A♠️K♠️, fiel wenig später allerdings mit A♦️10♦️ ebenfalls Chidwick (10♠️9♦️) zum Opfer, der erneut eine Straße traf. 

Im Heads-up war es dann ein ungleiches Duell: Chidwick hielt 152 Antes, Lee nur 19. Die Entscheidung fiel schnell., und zwar erneut mit 10♠️9♦️, die Chidwick zur letzten Straße des Abends ausbaute und sich so seinen dritten Short-Deck-Titel sicherte.

Die finale Tabelle sah schließlich folgendermaßen aus:

Platz Spieler Preisgeld (US-$) Preisgeld (€)*
1 Stephen Chidwick 3.445.000 2.928.250
2 Kiat Lee 2.465.000 2.095.250
3 Rene Van Krevelen 1.591.000 1.352.350
4 Esti Wang 1.234.000 1.048.900
5 Daniel Dvoress 971.000 825.350
6 Elton Tsang 754.000 640.900
7 Winfred Yu 590.000 501.500

Drei Titel, 72 Millionen Dollar und ein Ziel: Bryn Kenney

Chidwick kassierte für seinen Sieg 3.445.000 US-$ und durchbrach damit als zweiter Spieler überhaupt die Marke von 70 Millionen US-$ an Live-Gewinnen. Genauer gesagt steht er jetzt bei 71.729.542 US-$, und damit nur noch rund 6,7 Millionen hinter Bryn Kenney. 

Triton-Mitspieler Jason Koon hatte zuletzt prophezeit, dass Chidwick, der sich zuletzt über mentale Gesundheit im Pokerbusiness äußerte, ihn einholen werde. Und nach diesem Turnier klingt das nicht mehr nach einer reinen Prognose, sondern so, als ob es bald Realität werden würde.

Chidwick selbst bleibt bescheiden und schiebt den Erfolg der „Varianz“ im Short Deck zu. Doch angesichts von nun drei Titeln in genau diesem Format ist klar: Er versteht das Spiel besser als fast jeder andere. Der Weg zur Spitze der All-Time-Money-List ist frei und Chidwick scheint fest entschlossen, ihn zügig zu gehen.

    Yannick Schroth

    Yannick findet man immer dort, wo das WLAN stabil ist und Poker gespielt wird. Als digitaler Nomade schreibt er seit Jahren über das, was ihn wirklich packt: spannende Hände, emotionale Showdowns und die Menschen hinter den Chips. Während des Studiums machte er sich selbständig, um seine Reisen mit dem Schreiben zu finanzieren, blieb dann aber zumindest journalistisch am Pokertisch hängen. Heute liefert er Hintergrundberichte, News und Momentaufnahmen aus der Szene.

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