Im US-Bundesstaat Ohio ist ein Mann zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden, nachdem er bei einer Poker-Run-Veranstaltung drei Motorradfahrer angefahren und dabei schwer verletzt hatte. Joseph Boyer wurde vom zuständigen Gericht in Jefferson County am Montag wegen dreifacher schwerer Körperverletzung im Straßenverkehr schuldig gesprochen. Für jede der drei Anklagen wurde eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren verhängt, die nacheinander verbüßt werden müssen.
Der Vorfall ereignete sich im Rahmen eines Poker Runs, der von der Motorcycle Memorial Foundation organisiert wurde – einer Non-Profit-Organisation, die sich für verletzte oder getötete Motorradfahrer einsetzt. An besagtem Tag nahmen zahlreiche Teilnehmer an diesem Benefiz-Event teil, als ein Fahrzeug von Boyer in eine Gruppe von Fahrern geriet. Drei Personen wurden dabei schwer verletzt.
Schwere Verletzungen bei Benefizveranstaltung
Die Staatsanwaltschaft betonte, wie tragisch es sei, dass es ausgerechnet während einer Veranstaltung zur Unterstützung verunfallter Biker zu einem derartigen Unglück gekommen sei. Jane Hanlin, Staatsanwältin des Jefferson County, äußerte sich nach der Urteilsverkündung: „Judge Miller brachte es treffend auf den Punkt: Es ist eine Schande, dass an dem Tag, an dem die Teilnehmer Geld für Familien sammeln wollten, deren Angehörige bei Motorradunfällen verletzt oder getötet wurden, sie selbst Opfer solch schwerer Verletzungen wurden.“
Sie fügte hinzu, dass man mit der Mindeststrafe von sechs Jahren eine angemessene juristische Konsequenz für das Verhalten des Angeklagten erreicht habe. „Wir sind froh, dass die Verletzten sich zumindest auf dem Weg der Besserung befinden, und wir wissen ihre Kooperation während des Verfahrens sehr zu schätzen“, so Hanlin weiter.
Solidarität im Gerichtssaal
Die Verhandlung zog zahlreiche Unterstützer der verletzten Motorradfahrer an. Viele von ihnen erschienen im Gerichtssaal, um im Namen der Geschädigten Präsenz zu zeigen. Ihr Erscheinen wurde von den Organisatoren des Poker Runs und der Staatsanwaltschaft als Zeichen der Solidarität und des Gemeinschaftsgeists gewertet – Eigenschaften, die in der Szene der Benefiz-Fahrten häufig eine große Rolle spielen.
Joseph Boyer wird seine Strafe ohne Möglichkeit auf eine vorzeitige Entlassung zunächst vollständig absitzen müssen. Das Urteil setzt damit auch ein Zeichen für die Konsequenzen von Unfällen mit schweren Personenschäden im Straßenverkehr – insbesondere dann, wenn sie im Zusammenhang mit organisierten Gruppenfahrten stehen.
Die Motorcycle Memorial Foundation äußerte sich zunächst nicht öffentlich zum Vorfall, hatte jedoch bereits im vergangenen Jahr betont, wie wichtig Sicherheitsvorkehrungen und verantwortungsvolles Verhalten im Rahmen solcher Events seien.
Die weiteren Entwicklungen in dem Fall, etwa mögliche Zivilklagen oder eine Berufung des Urteils, sind bislang nicht bekannt.
