Daniel Lee hat das Hauptturnier der erstmals ausgetragenen PGT Venetian Las Vegas Classic gewonnen. Der US-Amerikaner setzte sich in einem hochkarätigen Teilnehmerfeld von 418 Spielern durch und erhielt für den Sieg neben dem Titel auch ein Preisgeld in Höhe von 250.000 US-Dollar. Mit einem Buy-in von 3.300 Dollar wurde die garantierte Million deutlich übertroffen – insgesamt lag der Preispool bei 1.253.997 Dollar.
Der Finaltisch war prominent besetzt. Unter anderem saßen der sechsfache Bracelet-Gewinner Jeremy Ausmus, die erfahrene WPT-Finalistin Lily Kiletto, der kanadische Altmeister Doug Lee sowie WSOP-Veteran Ryan Leng unter den letzten neun. Auch WSOP-Main-Event-Dritter von 2023, Adam Walton, erreichte das offizielle Finale, schied allerdings bereits auf Rang acht aus.
Tiefpunkt zu Beginn – Höhenflug im Verlauf
Daniel Lee begann den letzten Tag als Schlusslicht im Chipcount, konnte sich jedoch schnell ins Spiel zurückarbeiten. Eine frühe Verdopplung gegen Ausmus mit König-Ass war der Startschuss. Auf einem River mit König traf Lee Toppair und bezahlte Ausmus’ Bluff mit Bube-Zehn. Damit war der Weg frei für seinen bemerkenswerten Aufstieg.
Nach mehreren Chipverschiebungen übernahm zunächst Lily Kiletto die Führung, unter anderem durch einen Doppelschlag gegen Doug Lee, bei dem sie mit Assen gegen ein Paar Jacks hielt und anschließend einen Bluff abgefangen hatte. Doug Lee erholte sich zwischenzeitlich ebenfalls und schickte Ausmus mit einer schwächeren Hand in einem klassischen Preflop-Flip letztlich aus dem Turnier – der ehemalige PGT-Spieler des Jahres belegte Platz sieben und sammelte 270 Punkte für die Player-of-the-Year-Wertung, wo er derzeit auf Rang zwölf liegt.
Nachdem Santiago Montes mit Ass-Dame an Lees Pocket-Tens scheiterte, ging es für Letzteren weiter aufwärts. In einem Duell mit Ryan Leng drehte Lee mit Ass-Bube einen Straight und eliminierte den dreifachen Bracelet-Gewinner auf Platz fünf.
Später traf Daniel Marcus auf Lee, verlor zunächst einen Großteil seiner Chips in einem Straight-over-Straight-Duell und wurde anschließend mit König-Sieben von Lees Ass-Bube eliminiert.
Das Heads-up: Ein Duell mit entscheidendem Showdown
Im Dreikampf war es erneut Kiletto, die Doug Lee in die Knie zwang, als ihre Hand mit König-Sieben dem zehntbesten Blatt des Kanadiers überlegen blieb. Damit war die Bühne für das abschließende Heads-up bereitet. Zu Beginn des direkten Duells verfügten beide Spieler über nahezu ausgeglichene Stacks.
Die entscheidende Hand ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem Lee auf einem Flop mit Bube, Acht und Vier seine Top-Pair mit K♠J♠ anspielte, entschied sich Kiletto mit K♣2♣ auf einem Flush-Draw für einen massiven Check-Raise bis zur All-in-Konfrontation. Lee callte und sah sich zunächst vorn. Da weder Turn noch River einen Club brachten, sackte er die große Potsumme ein und ließ Kiletto mit wenigen Chips zurück.
Diese gab sich jedoch nicht auf. Mit 5♣3♣ traf sie einen Flush gegen Lees Asse und verdoppelte. Ein weiteres Mal gelang ihr eine Verdopplung, diesmal mit Zwei-Pair, doch beim finalen All-in mit A♣10♦ war erneut Lee zur Stelle – sein K♥J♥ traf auf dem Board ein Bubenpaar, das den Turniersieg besiegelte.
Starke Leistungen am Finaltisch und bedeutender Karriereerfolg
Für den 34-jährigen Daniel Lee ist es der zweitgrößte Gewinn seiner Karriere. 2024 hatte er beim APT Manila Main Event mit 256.020 US-Dollar die größte Summe eingespielt. Mit dem Sieg in Las Vegas sammelte er zudem 1.080 Punkte für die Card Player Player-of-the-Year-Wertung sowie 250 Zähler für das PGT-Ranking.
Lily Kiletto konnte mit dem zweiten Platz ein Preisgeld von 170.000 Dollar mitnehmen. Es ist das zweithöchste Cash ihrer Laufbahn hinter ihrem zweiten Platz beim WPT Lucky Hearts Open im Jahr 2013. Doug Lee erhielt für seinen dritten Rang 120.000 Dollar. Ryan Leng, Daniel Marcus, Santiago Montes, Jeremy Ausmus, Adam Walton und Ryan Stiner machten die restlichen Plätze in den Top 9 unter sich aus.
Das Turnier unterstrich erneut die hohe Konkurrenzdichte bei Events der PokerGO Tour. Für Daniel Lee bleibt dieser Triumph ein wichtiger Meilenstein in einer bislang kontinuierlich aufstrebenden Karriere.
