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Vogelsangs Verhüllung bei Triton-Sieg entfacht Poker-Debatte neu

  • Debatte neu entfacht: Christoph Vogelsangs Vermummung beim 4.000.000-US-$-Sieg sorgt für hitzige Diskussionen.
  • Negreanu spricht Klartext: Der Pokerstar kritisiert Face-Coverings scharf und fordert strengere Regeln für Live-Events.
  • Geteilte Meinungen: Während manche Profis gelassen reagieren, fordern andere ein Verbot.

Christoph Vogelsang hat das 100.000-US-$-Main-Event der Triton Series in Jeju gewonnen und dabei satte 4.099.975 US-$ kassiert. Doch nicht nur der Sieg sorgte für Gesprächsstoff, sondern auch sein Auftritt. 

Christoph Vogelsang komplett verhüllt beim Triton in Jeju.
Christoph Vogelsang komplett verhüllt beim Triton in Jeju.

 

Wie so oft spielte der Deutsche mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze und dunkler Sonnenbrille, teilweise sogar so, dass sein Gesicht kaum noch zu erkennen war. Ein Foto dieser Szene kursierte anschließend auf X (ehemals Twitter) und löste eine altbekannte Diskussion neu aus: Sollte es erlaubt sein, sein Gesicht am Pokertisch derart zu verbergen?

Vogelsang verstößt nicht gegen Regelwerk

Rein regeltechnisch ist Vogelsangs Verhalten zulässig, zumindest nach den Richtlinien der Triton Series. Dort gibt es keine Einschränkungen, wie viel ein Spieler bedecken darf. Bei der World Series of Poker (WSOP) hingegen gilt eine klare Regel: Mund, Nase und Augen dürfen nicht gleichzeitig verdeckt sein. Zwei von drei sind erlaubt, aber nicht alle.

Ob diese Regel ausreicht, darüber scheiden sich die Geister. Jeremy Ausmus beispielsweise erfuhr erst von der WSOP-Regel, als er diesen Sommer selbst deswegen verwarnt wurde. Dennoch hält er die Einschränkung für sinnvoll. Daniel Negreanu hingegen geht das nicht weit genug: Selbst zwei von drei sei „zu viel“.

Pokergrößen uneins: Schutz oder Strategie?

Die Reaktionen der Pokergemeinde fallen derweil gespalten aus. Sam Greenwood zeigte sich unbeeindruckt und erklärte, er habe mit anderen Dingen am Tisch größere Probleme. Auch Juan Pardo relativierte die Diskussion. Jeder Profi könne sich ähnlich verhüllen, entscheide sich aber bewusst dagegen, also bestehe Chancengleichheit. 

Dem widersprach Mustapha Kanit prompt. Und auch Daniel Negreanu ließ keinen Zweifel an seiner Haltung: Vogelsangs Verhalten sei nett gemeint, aber am Pokertisch fehl am Platz. „Das sollte offensichtlich nicht erlaubt sein“, so der sechsfache Bracelet-Gewinner. Negreanu hatte Vogelsang bereits im Sommer bei der WSOP dazu gezwungen, sich teilweise zu „enttarnen“, sehr zum Amüsement aller Beteiligten.

Negreanu: „Wir sind keine Avatare“

In seinem Vlog zur WSOP erklärte Negreanu damals ausführlich, warum er das vollständige Verhüllen kritisch sieht. Live Poker sei kein Online-Spiel. Emotionen, Körpersprache und Mimik seien Teil des Spiels. Wenn sich Spieler komplett abschotten, gehe dieser Aspekt verloren.

Und gerade in High-Roller-Events, in denen viele ohnehin rational agieren und ihre Emotionen unter Kontrolle haben, könnten diese Nuancen das Zünglein an der Waage sein. Seine Botschaft an Vogelsang: Wenn alle so spielen würden, wäre das wirklich gut für das Spiel?

    Yannick Schroth

    Yannick findet man immer dort, wo das WLAN stabil ist und Poker gespielt wird. Als digitaler Nomade schreibt er seit Jahren über das, was ihn wirklich packt: spannende Hände, emotionale Showdowns und die Menschen hinter den Chips. Während des Studiums machte er sich selbständig, um seine Reisen mit dem Schreiben zu finanzieren, blieb dann aber zumindest journalistisch am Pokertisch hängen. Heute liefert er Hintergrundberichte, News und Momentaufnahmen aus der Szene.

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