- Private Poker Rooms legal: Nevada erlaubt exklusive Pokerrunden in Casinos ab 10.000 US-$ Buy-in
- Grauzone abgeschafft: Homegame-ähnliche Konstruktionen in öffentlichen Pokerräumen gehören der Vergangenheit an
- Politischer Druck: Gesetz SB459 zwang die Glücksspielaufsicht zur Umsetzung der neuen Regelungen
Erstmals dürfen Casinos in der Glücksspielmetropole Las Vegas offiziell private Pokerspiele veranstalten, vorausgesetzt, alle Teilnehmenden bringen mindestens 10.000 US-$ an den Tisch oder das Casino erhält eine Sondergenehmigung für niedrigere Buy-ins.

Möglich macht das eine Neufassung der „Gaming Salon“-Regelungen, die von der Nevada Gaming Commission am 25. September 2025 verabschiedet wurde. Damit wird Poker als zulässiges Spiel in den luxuriösen, bisher vor allem für Slot-Maschinen und Baccarat genutzten VIP-Räumen anerkannt.
Der Hintergrund: Die ursprüngliche Zugangsschwelle für Gaming Salons lag bei stolzen 300.000 US-$, zuvor sogar bei 500.000 US-$. Diese Schwelle wurde nun mit der Begründung, dass Poker mindestens zwei Spieler benötigt, die gemeinsam diese Summe einbringen, drastisch auf 20.000 US-$ gesenkt. Gleichzeitig wurden weitere Hürden abgebaut, etwa das Erfordernis eines Mindesteinsatzes bei Spielautomaten oder die bislang strikte Zeitbegrenzung für Salon-Gäste.
Grauzone wird zum offiziellen Angebot
Bisher bewegten sich private Pokerrunden in Casinos rechtlich in einem diffusen Bereich: Zwar waren Homegames erlaubt, solange kein Rake genommen wurde, doch in Casinos mussten Spiele technisch gesehen öffentlich sein. Findige High Roller umgingen dies, indem sie Wartelisten mit Vertrauten füllten, sodass Außenstehende trotz formeller Offenheit keinen Platz bekamen. Manche Runden operierten sogar mit „Ersatzspielern“, die temporär Plätze besetzten bis die eigentlichen Stammspieler erschienen.
Mit der neuen Regelung soll dieses Katz-und-Maus-Spiel ein Ende haben. Spieler mit hohem Budget und Wunsch nach Diskretion können sich nun offiziell in abgeschirmte Poker-Salons zurückziehen, inklusive professionellem Dealer, Casino-Sicherheit und ganz ohne rechtliche Grauzonen. Die Betreiber der Casinos, die mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen haben, erwarten dadurch eine Rückgewinnung von Kundschaft, die bislang auf private Spielorte auswich.
Kritik aus der Kommission
Ganz reibungslos verlief die Verabschiedung der Änderungen jedoch nicht. Zwar stimmte die Nevada Gaming Commission einstimmig für die neuen Richtlinien, doch vor allem Kommissar George M. Markantonis äußerte Unmut über die gesenkten Zugangshürden. Der frühere COO des Venetian erinnerte daran, dass die hohen Mindestbeträge ursprünglich eingeführt wurden, um selektive Angebote für wirklich zahlungskräftige Gäste zu schaffen und nicht als bequemer Rückzugsort für halbprominente Besucher.
Trotz Bedenken war die Kommission zur Umsetzung verpflichtet, denn die Änderungen basieren auf dem bereits im Mai verabschiedeten Gesetz SB459, eingebracht von Senatorin Nicole Cannizzaro. Letztlich einigte man sich auf minimale Anpassungen, darunter eine erweiterte Dokumentationspflicht für alle Gäste. Damit ist der Weg frei für eine neue Ära exklusiver Pokerrunden.