- Deutscher Hoffnungsträger: Felix Kretschmann startet als Chipleader, scheitert aber auf Platz 4
- Märchenhaftes Finale: Jose Gomez Casillas gewinnt mit Q-5 gegen A-K durch Two Pair auf dem Flop
- Mexikanischer Meilenstein: Erstes WSOP-Bracelet für Mexiko seit 2010
Über 2.700 Teilnehmer wollten es, Jose Gomez Casillas hat es sich geschnappt: das goldene Bracelet im €550 No-Limit Hold’em Colossus-Event der WSOPE 2025. Im King’s Resort in Rozvadov dominierte der Mexikaner ein internationales Teilnehmerfeld und setzte sich im Heads-up gegen Claudio Daffina durch.

Unterstützt von einem lautstarken Fanblock mit mexikanischer Flagge, spielte Gomez Casillas mutig und provokant, oft mit spekulativen Händen, aber immer mit Druck auf seine Gegner. Am Ende standen 158.350 € Preisgeld und sein Eintrag in die mexikanischen Poker-Geschichtsbücher als erst vierter Bracelet-Gewinner seines Landes.
Seine Strategie? Einfach, aber effektiv. Ob mit Queen-Neun oder Jack-Deuce, Gomez Casillas übte konstant Druck aus, setzte große Raises und zwang seine Kontrahenten zu Fehlern. Besonders rund um die Bubble zur Main-Event-Ticketvergabe ließ er kaum eine Hand aus, was sich mehrfach auszahlte. Selbst gesundheitlich angeschlagen, nach eigener Aussage hatte er sich tags zuvor noch krank gefühlt, zeigte er am Finaltag eiserne Nerven und vor allem viel Spielfreude.
Zwei Deutsche am Final Table
Der Finaltag begann mit 23 verbliebenen Spielern. Felix Kretschmann aus Deutschland ging als Chipleader ins Rennen und sorgte mit einem Set auf dem Flop direkt für einen Doppel-Knockout. Dennoch sollte seine Dominanz nicht bis zum Ende halten. Als Gomez Casillas mit Ass-König gegen Kretschmanns Pocket Tens einen König auf dem Flop traf, war es für den Deutschen vorbei. Kretschmann musste sich mit Platz 4 begnügen, der Traum vom Bracelet war geplatzt.
Der zweifache deutsche Bracelet-Gewinner Manig Loeser scheiterte noch etwas früh. Seine Pocket-Deuces sahen kein Land gegen die Zehner von Gomez Casillas. Für ihn hieß es Platz 10.
Am Ende entschied Gomez Casillas das Event mit Q-5 gegen A-K von Daffina für sich. Er traf zwei Paar auf dem Flop. Damit konnte sein italienischer Kontrahent nicht mithalten und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.
Nächstes Ziel Paradise
Der Sieg war nicht nur ein persönlicher Triumph für Gomez Casillas, sondern ein kollektives Erlebnis für seine mitgereisten Freunde. Bereits bei einem vorherigen Deep Run eines Landsmanns hatten sie mitgefiebert, nun wurden sie Zeugen eines historischen Erfolgs. Für Gomez Casillas war der Trip nach Rozvadov ursprünglich gar nicht geplant. Erst ein Ticket-Deal in Malta brachte ihn kurzfristig ins Turnier.
Sein nächstes Ziel hat er bereits im Blick: Die WSOP Paradise auf den Bahamas im Dezember. Vielleicht weht die mexikanische Flagge ja bald erneut über einem Finaltisch.
Platz
Spieler
Nationalität
Preisgeld (€)
1
Jose Gomez Casillas
Mexiko
158.350 €
2
Claudio Daffina
Italien
108.850 €
3
Lulei Hu
Italien
82.650 €
4
Felix Kretschmann
Deutschland
63.650 €
5
Rifat Palevic
Schweden
50.150 €
6
Juan Velasco
Spanien
40.250 €
7
Marcin Kacprzak
Polen
33.150 €
8
Ivan Fedor
Slowakei
27.850 €
9
Manig Loeser
Deutschland
23.950 €