- Sperren und Geldstrafen: Drei TSG-Hawks-Spieler wegen Online-Poker vom Spielbetrieb ausgeschlossen
- Agent unter Verdacht: Sportvermittler soll Einstieg ins Glücksspiel vermittelt haben
- Wiederholungsfall: Bereits 2024 wurden CPBL-Spieler wegen Poker sanktioniert
In Taiwans höchster Baseballliga, der Chinese Professional Baseball League (CPBL), hat ein neuer Glücksspielskandal für Unruhe gesorgt. Drei Pitcher der TSG Hawks, Guo Yu-yan, Chen Guan-hao und Wu Yu-cheng, wurden wegen Teilnahme an Online-Poker-Partien bestraft.

Guo soll dabei nicht nur selbst aktiv gespielt, sondern auch seine Teamkollegen zum Mitmachen animiert haben. Ihn trifft nun mit einer Sperre von zehn Spielen und einer Geldstrafe von 100.000 Taiwan-Dollar (etwa 2.800 €) die härteste Sanktion. Chen und Wu erhielten jeweils fünf Spielsperren und Strafen in Höhe von 50.000 Taiwan-Dollar (ca. 1.400 €).
Liga fordert härtere Kontrollen
Wie aus den Untersuchungen der CPBL hervorgeht, war ein Mitarbeiter der Taiyu Sports Agency maßgeblich an der Verstrickung beteiligt. Zwischen Januar und Juni dieses Jahres soll er Guo auf eine Poker-Plattform aufmerksam gemacht haben. Guo wiederum führte die Seite im März seinen beiden Mitspielern vor, die laut Ligaangaben jedoch nach kurzer Zeit wieder ausstiegen.
Die CPBL reagierte mit scharfer Kritik und appellierte an alle Teams, ihre Spieler intensiver zu betreuen und für das Verbot von Glücksspiel zu sensibilisieren. „Dieses Verhalten beschädigt das Ansehen des taiwanischen Baseballs“, so die klare Botschaft der Liga.
Erneuter Fall nach ähnlichem Vorfall 2024
Der aktuelle Vorfall ist kein Einzelfall. Bereits im August 2024 wurden vier andere CPBL-Spieler für das Spielen von Poker in Spielsalons sanktioniert. Der damalige Imageschaden hallt noch nach und hat die Sensibilität innerhalb der Liga erhöht.
Auch deshalb reagierte die CPBL nun konsequent und öffentlichkeitswirksam. Generalsekretär Yang Ching-lung bestätigte, dass ein anonymer Hinweis die Ermittlungen ins Rollen brachte.
Agent und Agentur weisen Vorwürfe zurück
Die betroffene Sportagentur Taiyu zeigt sich zwar kooperativ, bestreitet jedoch jede Schuld. In einer offiziellen Erklärung kündigte man an, im Rahmen der Ermittlungen mit der Liga sowie der Spielergewerkschaft zusammenzuarbeiten.
Der namentlich genannte Agent Cheng Ming-yang dementierte jegliche Beteiligung. Er habe weder Spieler zum Online-Poker eingeladen noch finanzielle Mittel weitergegeben oder vermittelt, um etwaige Verluste auszugleichen. Die Ermittlungen dauern zwar noch an, werfen aber bereits jetzt einen langen Schatten auf den Ruf des professionellen Baseballs in Taiwan.
Online-Poker in Taiwan
Der Fall wirft einmal mehr die Frage auf, wie Online-Poker in Taiwan rechtlich einzuordnen ist. Grundsätzlich ist Glücksspiel im Land verboten, sofern es nicht staatlich reguliert oder lizenziert ist. Online-Poker fällt unter diese Verbote, da es als Glücksspiel mit Geldeinsatz gewertet wird.
Zwar nutzen viele Spieler Plattformen, die außerhalb Taiwans gehostet werden, was die Strafverfolgung erschwert, doch das ändert nichts an der Illegalität der Teilnahme. Vor allem für Personen des öffentlichen Lebens, wie Profisportler, gelten besonders strenge Verhaltensregeln, die auch private Aktivitäten betreffen. Die CPBL macht deshalb klar: Wer online pokert, verletzt die ethischen Standards des Profisports.
Dass trotzdem internationale Pokerturniere wie die Asian Poker Tour (APT) in Taiwan ausgetragen werden, liegt an einer rechtlichen Grauzone: Live-Turniere mit festen Buy-ins, klar definierten Preispools und ohne Cashgames werden nicht als klassisches Glücksspiel gewertet, sondern eher als Geschicklichkeitswettbewerb.