- Einzigartiges Leben: Hendrix überlebte mit einer seltenen Krankheit, die meist im Kleinkindalter tödlich endet.
- Poker als Heimat: Trotz schwerer Behinderung gewann er Turniere und ließ die Krankheit am Tisch verschwinden.
- Inspirierendes Vermächtnis: Hendrix bleibt als mutiger Kämpfer, Gläubiger und Freund unvergessen.
Die Pokercommunity trauert um einen ihrer wohl außergewöhnlichsten Vertreter. David Hendrix, besser bekannt unter seinem Spitznamen „AtomBomb“, ist am 8. Oktober im Alter von nur 34 Jahren verstorben.

Der aus Mississippi stammende Spieler litt seit seiner Kindheit an Werdnig-Hoffmann-Krankheit, einer extrem schweren Form der spinalen Muskelatrophie, die in der Regel bereits im Kleinkindalter zum Tode führt.
Dass Hendrix dennoch ein solch langes und intensives Leben führen konnte, grenzt an ein medizinisches Wunder. In einem früheren Interview hatte er selbst gesagt: „Ich bin laut Ärzten der älteste lebende Mensch in den USA mit genau dieser Diagnose.“
Hendrix war aber nicht nur medizinisch eine Ausnahmeerscheinung, sondern auch am Pokertisch. Trotz seiner körperlichen Einschränkungen, er konnte etwa die Karten nicht selbst halten, gewann er 2021 das GulfCoastPoker.Net Pearl River Poker Open Event #4 mit 264 Teilnehmern. Dank seines unglaublichen Gedächtnisses, blitzschnellen Denkens und der Hilfe von Freunden gelang es ihm immer wieder, sich durchzusetzen. In seinen eigenen Worten: „Wenn ich am Tisch sitze, existieren Rollstuhl und Behinderung nicht. Ich bin in meinem Element, es fühlt sich an wie Zuhause.“
Auch abseits des Tischs ein Phänomen
Schon mit 14 Jahren hatte Hendrix durch Zufall im Buchladen Books-A-Million Doyle Brunsons Pokerklassiker „Super System“ entdeckt. Von da an war klar: Poker war als Ort, an dem körperliche Einschränkungen keine Rolle spielten, seine Bühne. Sein ganzes Leben wurde von einem unerschütterlichen Willen getragen, sich niemals durch äußere Umstände definieren zu lassen. Poker war für ihn der Beweis dafür, dass Einsatz, Disziplin und Leidenschaft alles verändern können.
Hendrix war ebenso ein tiefgläubiger Christ, ein Technikfan, ein leidenschaftlicher Gamer und ein Mensch, der Freunde überall fand, wo er hinkam. Als Mitglied der Bethel Apostolic Church in Amory, Mississippi, wurde er für seine positive Art und sein ansteckendes Lachen geliebt. Sein Umfeld beschreibt ihn als sozialen Magneten mit einem Herz aus Gold, als einen, der es verstand, Licht in den Alltag anderer zu bringen. Besonders eng war demnach seine Verbindung zu seinen Cousins Kelly, Chelsey, Jessica und Cody.
Pokerprofi Daniel Lowery sagte über ihn einmal: „Mohammed Ali hätte es schwer gehabt gegen diesen Kerl!“ Damit hatte er wohl recht.