- Gesetz unterzeichnet: Newsom macht Sweeps-Poker in Kalifornien ab 2026 illegal.
- Politische Einigkeit: Parlament stimmte einstimmig für das Gesetz AB 831.
- Rückzug: Anbieter wie Ruby Sweeps und High 5 Casino haben Kalifornien bereits verlassen.
Mit seiner Unterschrift unter das Gesetz AB 831 hat Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom am 11. Oktober 2025 für einen Paukenschlag in der US-Onlinepoker-Landschaft gesorgt. Das neue Gesetz verbietet ab dem 1. Januar 2026 jegliche Online-Glücksspiele mit dem sogenannten Sweeps-Modell.

Unter das Verbot fallen dann auch beliebte Poker-Seiten wie Global Poker, Clubs Poker oder ClubWPT Gold. Diese Plattformen nutzen ein duales Währungssystem aus Goldmünzen und „Sweeps Coins“, die gegen echte Geldpreise eingelöst werden können. Damit sei die Grenze zu illegalem Glücksspiel überschritten, heißt es im offiziellen Gesetzestext.
Einstimmige Zustimmung im Parlament
Bereits im Gesetzgebungsverfahren war das Votum im kalifornischen Parlament eindeutig: Sowohl Senat als auch Assembly stimmten mit 100 % Zustimmung für AB 831. Damit folgte Newsom trotz massiver Lobbyarbeit durch die Social Gaming Leadership Alliance (SGLA) einem politischen Schulterschluss.
Diese hatte in einem offenen Brief an Newsom vor wirtschaftlichen Schäden gewarnt und eine Modernisierung statt eines Verbots gefordert. Laut SGLA hätte Kalifornien das Potenzial gehabt, mit regulierten Sweeps-Modellen jährlich über eine Milliarde Dollar Wirtschaftswert und hunderte Millionen an Steuereinnahmen zu generieren. Trotzdem blieb Newsom jetzt hart.
Branchenrückzug hat bereits begonnen
Noch bevor das Gesetz in Kraft tritt, haben mehrere Anbieter bereits Konsequenzen gezogen. High 5 Casino, Carnival Citi, Dora Casino und Ruby Sweeps haben den kalifornischen Markt zum Teil schon im September freiwillig verlassen. Weitere Anbieter dürften in den kommenden Wochen folgen, darunter auch größere Plattformen mit Millionen Nutzern.
Beobachter rechnen damit, dass viele Anbieter Kalifornien noch vor Ende 2025 verlassen werden, um rechtlichen Risiken zuvorzukommen. Strafandrohungen bis zu 25.000 US-$ Geldbuße und bis zu ein Jahr Gefängnis gelten ab 2026 nicht nur für Betreiber, sondern auch für Zahlungsabwickler, Plattformtechnologie und sogar Affiliate-Partner.
Wie Anbieter versuchen, das Gesetz zu umschiffen
Einige Plattformen versuchen sich an kreativen Umgehungen. So hat ClubWPT Gold sein Modell bereits umgestellt: Statt Sweeps Coins und Echtgeldpreisen gibt es nun GTO-Trainingstools, Handanalyse-Credits und Spielchips, offiziell nur zur Verbesserung der eigenen Fähigkeiten. Ob dieses Modell den neuen gesetzlichen Anforderungen genügt, ist allerdings fraglich.
Fakt ist: Mit Newsoms Unterschrift beginnt ein neues Kapitel für die Regulierung von Onlinepoker in den USA, mit Kalifornien als Vorreiter eines deutlich restriktiveren Kurses.
Update vom 14.10.2025: ClubWPT Gold bestärkt Bestrebung, trotz Verbot weiterzumachen
Der Pokeranbieter ClubWPT erklärte in einem am 13. Oktober 2025 veröffentlichten Statement, dass man sich der neuen Gesetzeslage bewusst sei und bereits aktiv an einer Anpassung der Plattform arbeite, um „auch nach dem 1. Januar 2026 im Einklang mit kalifornischem Recht operieren zu können“.
Statt auf das klassische Zwei-Währungs-Modell mit Gold- und Sweeps-Coins zu setzen, kombiniert ClubWPT Gold nun Turnierteilnahmen mit sogenannten „Handanalyse-Credits“. Diese stammen aus der Übernahme der Trainingsplattform Upswing Poker und sollen das Angebot stärker in Richtung Pokerschulung verschieben. Zwar lassen sich weiterhin Chips gewinnen und gegen Preise eintauschen, doch das Unternehmen betont, dass die neue Struktur keinen illegalen Glücksspielelementen mehr unterliege.
Ob die Behörden diese Umstellung als gesetzeskonform akzeptieren, ist allerdings weiterhin offen.