- Illegale Werbung? Veikkaus bewirbt Pokerturniere auf Instagram und Facebook. Nun prüft die Polizei den Gesetzesverstoß.
- Behördliche Kritik: Die Polizeibehörde widerspricht Veikkaus’ Aussage, man habe sich im Vorfeld abgesprochen.
- Reform im Blick: Ab 2027 endet das Glücksspielmonopol in Finnland.
Finnlands staatlicher Glücksspielanbieter Veikkaus steht aktuell im Zentrum einer Untersuchung der Nationalen Polizeibehörde. Grund sind mehrere gesponserte Beiträge auf Plattformen wie Facebook und Instagram, mit denen Pokerturniere sowie Casino- und Automatenspiele beworben wurden.

Pikant daran ist, dass das finnische Lotteriegesetz Werbung für Casinospiele ausschließlich innerhalb von Spielstätten erlaubt. Öffentlich sichtbare Promotionen in sozialen Netzwerken könnten somit gegen die geltenden Regeln verstoßen.
Ein besonders auffälliger Beitrag präsentierte das Casino Helsinki mit goldfarbener Animation und dem Slogan „Casino-Unterhaltung im Stadtzentrum“. Ein anderer Clip lockte mit Musik und Verlinkung zu umliegenden Spielhallen. Da viele dieser Inhalte als „gesponsert“ gekennzeichnet waren, erschienen sie auch in den Feeds von Nutzern, die Veikkaus gar nicht folgen.
Polizei prüft rechtliche Konsequenzen
Laut der leitenden Inspektorin Johanna Syväterä bewegt sich Veikkaus damit auf einem schmalen Grat. Sobald Beiträge mit emotionalisierenden Elementen oder ästhetisch wirkungsvollen Gestaltungsmitteln arbeiten, könne aus einer zulässigen Mitteilung schnell unzulässige Reklame werden. Die Polizei prüft nun, ob Veikkaus gegen das Lotteriegesetz verstoßen hat und ob daraus Maßnahmen wie ein Werbeverbot oder sogar Bußgelder folgen müssen.
Veikkaus behauptete in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur STT, man habe sich im Vorfeld mit der Polizeibehörde abgestimmt. Diese wiederum dementierte das umgehend. Eine Vorabgenehmigung gebe es grundsätzlich nicht, betonte Syväterä. Damit steht Aussage gegen Aussage und der Druck auf das staatliche Unternehmen wächst.
Veikkaus gerät ins Wanken
Der Fall könnte kaum zeitlich brisanter sein. Ab 2027 plant Finnland die Abschaffung des Glücksspielmonopols für Online-Casinos. Stattdessen soll ein Lizenzsystem eingeführt werden, das auch private Anbieter auf den Markt lässt. Damit endet die Sonderrolle von Veikkaus im digitalen Raum. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz, Compliance und faire Werbepraxis. Gerade in dieser Übergangsphase dürfte der aktuelle Werbestreit für zusätzliche Unruhe sorgen.
Sollte die Untersuchung ergeben, dass die Social-Media-Kampagnen tatsächlich zu werblich waren, droht dem Konzern ein Imageschaden.