- Politischer Neustart: Regierung Orsi arbeitet an neuer Glücksspielregulierung
- Online-Poker im Gespräch: Noch keine Details, aber als Teil künftiger Plattformstrategie denkbar
- Fußballverband übt Druck aus: Forderung nach Marktöffnung für mehr Sponsoring-Einnahmen
In Uruguay nimmt die politische Diskussion um die Legalisierung und Regulierung des Online-Glücksspiels wieder an Fahrt auf. Präsident Yamandú Orsi und seine Regierung bereiten nach Angaben mehrerer Medien einen neuen Gesetzesentwurf vor, der voraussichtlich 2026 dem Parlament vorgelegt wird.

Ziel ist ein regulierter, transparenter Markt unter staatlicher Aufsicht. Bereits 2021 hatte eine ähnliche Initiative unter Ex-Präsident Luis Lacalle Pou die Zustimmung des Senats erhalten, scheiterte jedoch im Abgeordnetenhaus. Umstritten war damals vor allem die Frage, ob auch private Anbieter Lizenzen erhalten sollten. Dieser Streitpunkt brachte das Vorhaben letztlich zum Erliegen.
Mit dem Regierungswechsel im März 2025 ist die linke Partei Frente Amplio an die Macht zurückgekehrt, die bereits früher den Glücksspielmarkt stark regulierte. Beobachter werten dies als Chance, das Thema mit mehr parlamentarischer Rückendeckung neu aufzurollen. Dabei geht es möglicherweise auch um virtuelle Casinoangebote und damit auch um Online-Poker. Konkrete Regelungen sind bislang allerdings nicht bekannt.
Mehr Transparenz, mehr Kontrolle?
Der geplante Gesetzesentwurf sieht offenbar die Schaffung einer staatlich überwachten Plattform für Online-Wetten vor. Damit will die Regierung ein klares Signal setzen. Minderjährige sollen geschützt, Spielsucht bekämpft und der Markt aus dem Graubereich geholt werden. Senator Alejandro Caraballo sprach in diesem Zusammenhang von einer „strategischen Regulierung mit sozialer Verantwortung“.
Auch Generaldirektor Fernando Estévez vom nationalen Casinoverband bestätigte, dass aktuell an einem neuen Konzept gearbeitet werde. Dieses soll neben sozialpolitischen Zielen auch wirtschaftliche Chancen nutzen, ohne dabei in eine zu liberale Marktöffnung abzudriften.
Fußballverband und Finanzsektor drängen auf Reform
Ein entscheidender Treiber der aktuellen Initiative ist der wachsende wirtschaftliche Druck. Der uruguayische Fußballverband (AUF) fordert seit Jahren eine Reform, da er derzeit nur rund 500.000 US-$ pro Jahr über die staatliche Wettplattform Supermatch einnimmt. Im Vergleich zu liberalisierten Märkten sei das Potenzial um ein Vielfaches höher, so Branchenvertreter. Auch moderne Zahlungssysteme könnten den Sektor ankurbeln, wie Beispiele aus Brasilien und Kolumbien zeigen.
Laut Berichten von SBC Noticias und Tribuna.com laufen bereits Vorgespräche zwischen der Regierung, La Banca, Casino-Betreibern und anderen Stakeholdern.