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Studie aus Österreich wirft Fragen zum Glücksspielmarkt in Deutschland auf

Eine aktuelle Umfrage aus Österreich sorgt derzeit auch über die Landesgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit. Die Ergebnisse zeigen, wie groß der Anteil von Spielern ist, die online auf Plattformen unterwegs sind, die gar nicht im eigenen Land lizenziert sind. Ein Blick auf Deutschland legt nahe, dass viele der dort identifizierten Probleme auch hierzulande bekannt klingen dürften.

Viele Spieler landen unbewusst im Schwarzmarkt

Für die Untersuchung, die vom Institut IFDD im Auftrag der Wirtschaftskammer-Fachgruppe Glücksspiel durchgeführt wurde, wurden Spieler in Österreich zu ihrem Online-Spielverhalten befragt. Dabei zeigte sich zunächst, dass 38 Prozent der Österreicher im vergangenen Jahr online gespielt haben.

Interessant ist jedoch vor allem, wo sie gespielt haben. Mehr als 26 Prozent der Befragten gaben an, im gesamten Zeitraum kein einziges Mal beim staatlich erlaubten Anbieter Win2Day gespielt zu haben, während über 30 Prozent dort nur selten aktiv waren.

Ein weiteres Ergebnis unterstreicht die Orientierungslosigkeit vieler Spieler: 86 Prozent erklärten, dass es schwierig sei zu erkennen, welche Anbieter überhaupt legal sind, und 40 Prozent wussten nicht oder waren unsicher, dass es überhaupt illegale Online-Plattformen gibt.

Die Folge liegt auf der Hand – ein Teil der Spielerschaft bewegt sich im sogenannten Schwarzmarkt, oft ohne sich dessen bewusst zu sein.

Parallelen zur Situation in Deutschland

Auch in Deutschland wird seit Einführung des neuen Glücksspielstaatsvertrags immer wieder darüber diskutiert, wie gut der regulierte Markt tatsächlich funktioniert. Die Grundidee des Gesetzes ist es, Spieler auf lizenzierte Anbieter zu lenken und gleichzeitig problematisches Spielverhalten stärker zu kontrollieren.

Doch genau hier zeigt sich eine ähnliche Herausforderung wie in Österreich: Wenn legale Angebote aus Sicht vieler Spieler zu stark eingeschränkt sind oder sich kaum von internationalen Plattformen abheben, weichen manche Nutzer auf Angebote aus, die außerhalb des regulierten Systems operieren.

Dass Spieler dabei nicht immer bewusst zwischen legal und illegal unterscheiden können, legt die österreichische Umfrage eindrucksvoll nahe.

Marktöffnung als möglicher Ansatz

In Österreich wird deshalb derzeit darüber diskutiert, das bestehende Monopolmodell zu reformieren. Befürworter argumentieren, dass zusätzliche Lizenzen den legalen Markt attraktiver machen und gleichzeitig den Schwarzmarkt zurückdrängen könnten.

Schätzungen zufolge könnten dadurch bis zu 300 Millionen Euro zusätzliche Steuereinnahmen pro Jahr generiert werden.

Auch unter den Befragten zeigt sich Unterstützung für diesen Ansatz: Rund 60 Prozent glauben, dass ein stärker regulierter Markt mit mehreren Anbietern den illegalen Bereich verkleinern könnte, während 19 Prozent daran zweifeln.

Eine Debatte, die auch Deutschland betrifft

Die Ergebnisse aus Österreich liefern damit nicht nur eine Momentaufnahme eines einzelnen Marktes. Sie zeigen auch ein grundsätzliches Problem moderner Glücksspielregulierung: Wenn Spieler nicht klar erkennen können, welche Angebote legal sind – oder wenn der regulierte Markt nicht attraktiv genug wirkt – wächst automatisch der Raum für unregulierte Anbieter.

Genau diese Balance zwischen Spielerschutz, Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit beschäftigt derzeit viele europäische Länder. Deutschland bildet dabei keine Ausnahme.


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