Das Rekord-Turnier der World Series of Poker Europe ist entschieden. Beim €5.300 Main Event im King’s Casino Prag setzte sich der Litauer Marius Kudzmanas durch und krönte sich zum Main Event-Champion. Für diese Leistung kassierte er neben dem Bracelet sagenhafte €2.000.000 und wurde quasi über Nacht zum Multi-Millionär.
WSOP Europe (#5): €5.300 NLHE Main Event (€10.000.000 GTD)
Das €5.300 Main Event der WSOP Europe wird in die Annalen der Poker-Geschichte eingehen. Mit einer Rekord-Garantie von €10.000.000 hatte man sich große Ziele gesteckt, aber die Verantwortlichen sollten nicht enttäuscht werden. Der Umzug von Rozvadov nach Prag entpuppte sich als goldrichtige Entscheidung und die WSOPE entwickelte sich zum Turnier der Superlative.
Alleine beim Main Event kam es zu 2.617 Entries und die Rekord-Garantie wurde demnach mega easy pulverisiert. Mit einem Preispool von sage und schreibe €13.085.000 war es die größte jemals auf europäischen Boden ausgespielte Summe und auf den Sieger sollten €2.000.000 warten.
Insgesamt nahmen Spieler aus 71 verschiedenen Nationen teil und die Creme de la Creme war im King’s Casino Prag vor Ort. Vom amtierenden WSOP Main Event Champion – Michael Mizrachi – über Enfant Terrible Martin Kabrhel bis hin zum sensationellen Comeback des „norwegischen Wunderkind“ Annette Obrestad waren sie wirklich alle da.
Final Table
Nach acht langen und intensiven Tagen stand der Final Table endlich fest und wurde am gestrigen Freitag ausgetragen. Mit Spielern wie EPT Barcelona-Champion Thomas Eychenne, Brandon Sheilds ($2,6 Mio Live-Winnings), Marius Kudzmanas (2x Online WSOP-Titel) oder dem US-Amerikaner Chris Hunichen ($17,6 Mio Live-Winnings) war es ein extrem stark besetzter Finaltisch, welcher mit Spannung erwartet wurde.
Angeführt wurde das Feld von dem Finnen Hengtao Zhu. Zhu galt gleichzeitig als Top-Favorit, da er das Main Event die letzten beiden Tage dominierte und Tag 4 und 5 als Chipleader abschloss.
Alle Finalisten hatten mit €140.000 bereits ein nettes Sümmchen sicher und der Weg zum Multi-Millionär war zum Greifen nahe. Als Shortstack ging Joona Nyholm ins Rennen und es sollte ihn auch als erstes erwischen. Auf Platz 8 erwischte es überraschenderweise bereits Brandon Sheils. Er ging von Rang 3 in Chips an den Start, geriet aber in denkbar ungünstige Spots (ua. AQ vs AK) und lief zudem in die Asse von Chris Hunichen.

Richtig bitter sollte es für den EPT Barcelona Gewinner (2025) Eychenne laufen. Bei dem Franzosen ging gefühlt jeder Move daneben und als er dann endlich in den perfekten Spot geriet, wurde er übelst ausgesuckt (KK vs 99), sein Gegner floppte das Set und er musste bereits auf Platz 7 für €245,000 die Segel streichen. Nachdem er von Platz 2 im Chipcount gestartet war, war er anschließend verständlicherweise extrem enttäuscht.
Ähnlich erging es Hengtao Zhu, bei dem rein gar nichts zusammenlief und er schlussendlich auf Rang 6 für €320.000 vorlieb nehmen musste.

Anschließend erwischte es den Amateur Antonio Guimaraens, welcher für Platz 5 satte €425.000 einstreichen durfte. Im normalen Leben organisiert Antonio Festivals in Spanien und der Gewinn wird für ihn mit Sicherheit eine lebensverändernde Situation darstellen.
Auf Platz 4 sollte es für den Bulgaren Nikolay Bibov ein jähes Ende nehmen. Er geriet mit AQ vs AJ gegen Kudzmanas in einen Monsterpot und dominierte den Litauer mehr als deutlich. Der Pokergott schlug sich aber erneut auf die Seite von Kudzmanas und brachte den Buben. Für Bibov natürlich ultra bitter, aber mit €575.000 wurde der Suckout anständig vergütet.

Den Sprung aufs Podium und Platz 3 sollte Chris Hunichen schaffen. Nachdem er zwischenzeitlich mit 10 BB ultra short war, wird er mit der Platzierung mit Sicherheit zufrieden sein. Seine starke Main Event-Performace wurde mit €800.000 honoriert.
Im Heads-Up sollte es schließlich zum Duell zwischen Marius Kudzmanas und Akihiro Konishi kommen. Der Japaner ging als leichter Chipleader ins Finale, der erfahrene Kudzmanas sollte den Spieß aber relativ zügig umdrehen. Mit seiner super aggressiven Spielweise überrollte er den Japaner quasi und kürte sich am Ende hochverdient zum ersten WSOP Europe Main Event Champion in Prag.
Dennoch muss man hier klipp und klar festhalten, dass Kudzmanas den Pokergott direkt mehrfach auf seiner Seite hatte, aber um ein Turnier zu gewinnen, muss man auch mal eine Luckox sein.

Während Akihiro Konishi als Runner-Up €1.200.000 einstreichen durfte und als Millionär nach Hause ging, waren es für den Litauer sage und schreibe €2.000.000 Preisgeld, samt WSOP-Bracelet.



