WSOP-Finalisten: Mario Boos – der unerschrockene Franzose

Der geschichtsträchtige Final Table des WSOP Main Events 2026 steht. Aus einem gigantischen Feld von 9.208 Entries haben sich die letzten neun Spieler auf die wohl größte Bühne der Pokerwelt gekämpft. Dabei hat jeder von ihnen bereits $1.000.000 sicher.

In unserer Porträt-Serie stellen wir die Finalisten chronologisch vor – vom kleinsten Stack bis zum Chipleader. Nun wartet auf Platz 6 des Chipcounts ein französischer Spieler, der an Tag 8 alles riskierte und dafür belohnt wurde: Mario Boos.

Mario Boos

The Hard Facts

Name: Mario Boos
Herkunft: Frankreich (Wohnsitz: Las Vegas, NV / Frankreich)
Alter: 26 Jahre
Chip Count: 44.000.000 Chips (29 Big Blinds)
Bisherige Live Earnings (Hendon Mob): $239.888 (vor dem Main Event)
Größter bisheriger Live-Cash: $54.659 (6. Platz beim €380 Italian Poker Sport Main Event 2025)

Der Weg an den Final Table

Die Geschichte von Mario Boos beim diesjährigen Main Event ist eine reine Achterbahnfahrt der Gefühle. Sein Start in das Turnier verlief denkbar katastrophal. Am Tag 1D stürzte er zeitweise auf magere 27.000 Chips ab und fand sich fast am Ende des Feldes wieder. Doch ab Tag 2 zündete der Franzose den Turbo. Er spielte sich kontinuierlich nach oben und stand ab Tag 5 konstant in den Top-Rängen des Chipcounts.

Der absolute Schlüsselmoment, ereignete sich am dramatischen Tag 8 beim Spiel um den inoffiziellen Final Table. Es lief die Phase der letzten zehn Spieler. Der australische Short Stack Malcolm Trayner stand kurz vor dem Ausscheiden, was für alle anderen einen automatischen Preissprung von einer Viertelmillion Dollar bedeutet hätte. In genau diesem Augenblick fand Boos jedoch Pocket-Zehner und sah sich einem All-In des Texaners Han Feng gegenüber, der Ass-König hielt.

Anstatt den sicheren ICM-Fold zu wählen, um das Geld abzugreifen, entschied sich Boos für den ultimativen Coinflip. Glücklicherweise hielten seine Zehner, sodass er auf Kosten von Feng verdoppelte und sich seinen Platz im Finale sicherte. Gegenüber PokerNews erklärte er danach stolz:

„Es war eine unglaubliche Entscheidung. Malcolm war short und ich musste wählen: Nehme ich den sicheren Preissprung von $250.000 mit oder spiele ich auf Sieg? Ich habe mich für das Bracelet entschieden.“

Die Ausgangslage für August

Mit 29 Big Blinds startet Mario Boos aus einer hochspannenden Position im gesicherten Mittelfeld. Infolgedessen hat er genug Chips, um nicht sofort unter extremem Zugzwang zu stehen, liegt aber gleichzeitig in direkter Schlagdistanz zur Spitzengruppe.

Boos hat bewiesen, dass er keine Angst vor den ganz großen Momenten hat und bereit ist, maximale Risiken einzugehen, wenn er den Titel vor Augen hat. Unterstützt von einer lautstarken, die französische Flagge schwenkenden Fankurve, wird er im August im Horseshoe Casino in Las Vegas ein brandgefährlicher Kontrahent sein. Wer so furchtlos agiert, dem ist am Final Table absolut alles zuzutrauen.

Final Table Chipcounts:

Final Table Payouts:


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