WSOP POY 2026: Das engste Rennen um die Krone seit Jahren

Nach zwei intensiven Monaten in Las Vegas ist die World Series of Poker 2026 beendet. Der Kampf um den prestigeträchtigen Titel Player of the Year (POY) ist jedoch keineswegs entschieden – im Gegenteil: Vor dem großen Showdown bei der WSOP Paradise im Dezember trennen die drei Erstplatzierten im Leaderboard gerade einmal 29 Punkte.

Deebs Frühstart in Prag

Der Grundstein für die aktuelle Tabellenführung von Shaun Deeb wurde bereits im Frühjahr bei der WSOP Europe in Prag gelegt. Während viele US-Pros die Serie ausließen, sicherte sich Deeb durch starke Deep Runs – unter anderem einem zweiten Platz beim €3.300 PLO Mixed sowie dem Runner-Up-Finish im €565 Colossus – ein wichtiges Punktekontor im Voraus.

Kihara-Feuerwerk und die Foxen-Dominanz

In Las Vegas angekommen, übernahm zunächst Naoya Kihara das Kommando. Der Japaner erwischte einen Traumstart und sicherte sich innerhalb von nur drei Tagen zwei Bracelets in den anspruchsvollen $10.000 Championship-Events.

Wenig später zog jedoch Alex Foxen im Ranking vorbei. Mit konstanter Leistung, unzähligen Cashes und mehreren Final-Table-Teilnahmen erarbeitete er sich eine scheinbar komfortable Führung – bis zum allerletzten High-Roller-Event des Sommers.

Event #97: Der Showdown im $25K H.O.R.S.E.

Das vorletzte Event der Serie, das $25.000 High Roller H.O.R.S.E., entwickelte sich zur perfekten Bühne für das Titelrennen. Die drei Führenden im POY-Ranking trafen in der späten Turnierphase direkt im selben Feld aufeinander.

Spitzenreiter Alex Foxen erwischte es auf Platz 10 extrem bitter kurz vor dem offiziellen Final Table. Shaun Deeb nutzte das Aus seines Rivalen, zog an den Finaltisch ein und belegte Rang 8. Die dafür vergebenen Punkte reichten, um sich mit 3.410 Punkten die Gesamtführung zu sichern. Naoya Kihara marschierte sogar bis auf Platz 3 und schob sich mit 3.388 Punkten ebenfalls noch an Foxen vorbei.

Verfolger in Lauerstellung: Arieh, Negreanu und Lonis

Hinter dem Führungstrio klafft zwar eine Lücke von knapp 500 Punkten, doch dahinter lauert prominente Konkurrenz:

  • Joshua Arieh (Platz 5) unterstrich erneut seine Allround-Qualitäten in den Mixed Games und bleibt in Schlagdistanz.

  • Daniel Negreanu (Platz 6) feierte im Sommer sein 8. WSOP-Bracelet im PLO High Roller und bewies einmal mehr, dass man ihn bei der Vergabe des POY-Titels nie vorzeitig abschreiben darf.

  • Jesse Lonis (Platz 7) untermauerte mit einer fantastischen Serie seinen Status als einer der gefährlichsten und aktivsten High-Roller-Spieler der Gegenwart.

Die offizielle Top 10 der WSOP 2026 POY-Rangliste

Rang Spieler Punkte Vorläufige Prämie
1 Shaun Deeb (USA) 3.410 $100K Paradise Package + Titel POY
2 Naoya Kihara (JPN) 3.388 $100K Paradise Package
3 William „Alex“ Foxen (USA) 3.381 $100K Paradise Package
4 Justin Liberto (USA) 2.827 $30K Super Main Event Package
5 Joshua Arieh (USA) 2.750 $30K Super Main Event Package
6 Daniel Negreanu (CAN) 2.698 $30K Super Main Event Package
7 Jesse Lonis (USA) 2.674 $30K Super Main Event Package
8 Eelis Paerssinen (FIN) 2.638 $30K Super Main Event Package
9 Michael J. Moncek (USA) 2.592 $30K Super Main Event Package
10 Joshua Reichard (USA) 2.575 $30K Super Main Event Package

Fazit & Ausblick auf die Bahamas

Der Kampf um die Krone entscheidet sich im Dezember bei der WSOP Paradise im Atlantis Resort auf den Bahamas.

Für Shaun Deeb geht es um die historische Chance, als erster Spieler überhaupt drei WSOP-POY-Titel einzufahren. Naoya Kihara könnte als erster Japaner Geschichte schreiben, während Alex Foxen nach seinem knapp verpassten Finish im Sommer auf Revanche brennt. Bei den verbleibenden High-Roller-Events im Dezember wird voraussichtlich jeder einzelne Cash über den Gesamtsieg entscheiden.

    Davina Darr

    Zeige alle Posts von Davina Darr

    Abonnieren
    Benachrichtige mich bei
    0 Comments
    Inline Feedbacks
    View all comments