Während Maurice Hawkins dieses Jahr durch diverse Erfolge bei der WSOP Schlagzeilen machte, sorgte vor allem sein Insolvenzantrag im April 2026 innerhalb der Poker-Community für großes Aufsehen. Der US-Profi beantragte beim Insolvenzgericht in Florida ein Verfahren nach Chapter 7, mit dem Ziel, sich von verschiedenen privaten Schulden befreien zu lassen.
Streit mit Randy Garcia im Mittelpunkt
Zu den größten offenen Verbindlichkeiten zählt der Rechtsstreit mit Pokerkollege Randy Garcia. Dieser hatte bereits ein Gerichtsurteil über mehr als $115.000 Dollar gegen Hawkins erwirkt.
Zwar hatte man sich geeinigt und Hawkins sich verpflichtet, $30.000 Dollar in monatlichen Raten von jeweils 2.500 Dollar zurückzuzahlen, doch laut Garcia wurden diese Zahlungen mittlerweile eingestellt. Daraufhin leitete Garcia weitere Eintreibungsmaßnahmen ein, die durch den Insolvenzantrag zunächst automatisch gestoppt wurden.
Hohe Turniergewinne werfen Fragen auf
Trotz des laufenden Insolvenzverfahrens zeigt sich Hawkins optimistisch. Nach eigenen Angaben rechnet er innerhalb von 60 Tagen mit einer vollständigen Restschuldbefreiung, obwohl das Anwaltsteam von Randy Garcia den Antrag weiterhin gerichtlich anfechtet.
Für zusätzliche Diskussionen sorgt zudem die finanzielle Entwicklung des Pokerprofis. Seit seinem Insolvenzantrag hat Hawkins bei Turnieren mehr als 800.000 Dollar gewonnen, darunter zwei Deepruns bei der WSOP für knapp $600k. Selbst nach Abzug der Buy-ins dürfte er damit deutlich im Plus liegen.
Und genau dieser Umstand sorgt in der Poker-Community natürlich für Kritik. Viele Beobachter fragen sich, weshalb Hawkins seine offenen Schulden nicht einfach begleicht. Ein solcher Schritt würde nicht nur den Gläubigern zugutekommen, sondern könnte auch sein öffentliches Ansehen verbessern und den langjährigen Rechtsstreit endgültig beenden.
Dass Hawkins diesen Weg bislang offenbar nicht einschlägt, wird von vielen Fans und Branchenbeobachtern kritisch bewertet und wirft erneut Fragen zu seinem Umgang mit finanziellen Verpflichtungen auf. Ob es in dem Fall noch zu einer überraschenden Wendung kommt ist eher unwahrscheinlich und es bleibt demnach ein mehr als fader Beigeschmack.

