Steuerschock beim WSOP Main Event – Der Fiskus kassiert Millionen!

Der Gewinn des WSOP Main Events 2026 machte die neun Finalisten über Nacht zu Millionären. Insgesamt wurden am Finaltisch $30,25 Millionen Dollar an Preisgeldern ausgeschüttet, doch ein extrem großer Teil davon landete nicht auf den Konten der Spieler.

Je nach Wohnsitz und nationalem Steuersystem mussten die Finalisten unterschiedlich hohe Abgaben an den Fiskus leisten. Am Ende flossen unfassbare $12.273.963 Dollar an die jeweiligen Steuerbehörden, was einer durchschnittlichen Steuerlast von mehr als 40 Prozent entspricht. – Wahnsinn!

Lucas Jumalon verliert fast vier Millionen Dollar

Der große Gewinner der diesjährigen World Series of Poker war Lucas Jumalon. Der 22-jährige US-Amerikaner setzte sich nach elf langen Turniertagen durch und sicherte sich neben dem begehrten WSOP-Bracelet das Preisgeld von sagenhaften $10 Millionen Dollar. Da der neue Weltmeister im Bundesstaat Washington lebt, musste er keine Einkommensteuer auf Ebene des Bundesstaates zahlen. Dennoch griff der US-Fiskus – wie sollte es auch anders sein – kräftig zu. Für Bundessteuern und weitere Abgaben wurden exakt $3.990.826 Dollar fällig, sodass 39,91% seines Gewinns direkt an die Steuerbehörden gingen.

Auch dem Zweitplatzierte Lauri Saaskilahti erging es nicht besser und er musste einen erheblichen Teil seines Preisgeldes abgeben. Der Finne lebt inzwischen in Spanien und musste rund $2,77 Millionen Dollar von seinem Preisgeld in Höhe von sechs Millionen Dollar abtreten.

Kanadier kamen deutlich besser davon

Besonders interessant fiel der Vergleich mit den kanadischen Teilnehmern aus. Greg Mueller, der für seinen dritten Platz $3,75 Millionen Dollar einstrich, musste „nur“ 30 Prozent seines Gewinns versteuern. Damit gehörte der ehemalige Eishockeyprofi zu den Spielern mit der niedrigsten Steuerbelastung am Finaltisch.

Greg Mueller (CAN)

Auch Rami Hammoud profitierte von den kanadischen Regelungen. Als Amateur musste er von seinem $1,75 Mio Dollar Gewinn lediglich $522.000 Dollar Steuern zahlen und schnitt damit steuerlich besser ab als einige Spieler, die vor ihm ausgeschieden waren.

Steuerlast variierte je nach Wohnsitz erheblich

Wie groß die Unterschiede ausfallen können, zeigte sich auch bei den übrigen Finalisten. Michael Gagliano musste nach seinem vierten Platz 48,39 Prozent seines Preisgeldes an die Steuerbehörden der USA und des Bundesstaates New Jersey abführen.

Han Feng kam dagegen mit einer Steuerquote von 39,5 Prozent deutlich günstiger davon. Der Grund dafür liegt in seinem Wohnsitz in Texas, wo keine Einkommensteuer auf Ebene des Bundesstaates erhoben wird.

Han Feng (USA)

Am härtesten erwischte es Jamie Shaevel. Von seinem Preisgeld in Höhe von $1,5 Millionen Dollar musste er unverschämte $755.500 Dollar an Steuern zahlen. Seine Steuerquote von 50,37 Prozent war die höchste unter den amerikanischen Finalisten. Das muss man sich wirklich mal reinziehen. Über die Hälfte kassiert hier einfach der Staat!

Auch innerhalb Europas unterschieden sich die Belastungen deutlich. Mario Boos aus Frankreich verlor rund 48 Prozent seines Gewinns an den Fiskus, während Evagoras Evagorou aus Zypern lediglich etwa 35 Prozent versteuern musste. Obwohl Boos im Turnier einen Platz vor dem Zyprer landete und ursprünglich $250.000 Dollar mehr Preisgeld gewann, betrug der tatsächliche Unterschied nach Steuern nur noch rund $53.000 Dollar.

Mehr als zwölf Millionen Dollar gingen an den Fiskus

Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, welchen Einfluss der Wohnsitz auf den tatsächlichen Gewinn eines Pokerspielers haben kann. Von den insgesamt $30.250.000 Dollar, die am Finaltisch des WSOP Main Events 2026 ausgeschüttet wurden, wanderten $12.273.963 Dollar direkt an die jeweiligen Steuerbehörden.

Dabei ist ein weiterer wichtiger Faktor noch nicht berücksichtigt: Viele Profispieler verkaufen vor Turnierbeginn Anteile an ihrem Buy-in an Investoren oder Backer. Nach Abzug der Steuern müssen häufig auch diese Beteiligungen ausgezahlt werden, sodass der letztlich verbleibende Gewinn oftmals deutlich unter dem offiziell ausgewiesenen Preisgeld liegt. 

    Rerinko

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