Tyro73

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  • als Antwort auf: Shorty am Final Table #559430

    Tyro73
    Teilnehmer

    Ok, danke euch.
    Gegner drehte A4o um. Am Flop 663 mit 3 Spades, aber am Turn ein As und am River kein Pik mehr.
    Mir war eigentlich instant klar, dass ich damit callen muss. Bescheuert, dass ich mich von den Reaktionen der anderen Spieler so habe verunsichern lassen…

    Gruß
    Der Tyro

    als Antwort auf: online "wow"hand #557934

    Tyro73
    Teilnehmer

    Hi,
    ich dachte auch, dass der Call mit JJ eigentlicher keiner, sondern ein klarer Fold ist.
    Das Turnier ist aber scheinbar mega-schnell (3-Min-Blinds?) und du bist mit JJ der Bigstack, der gegen drei Shortstacks antritt. Du kannst nicht rausfliegen und selbst wenn ein Shortie gewinnt, könntest du von den anderen den Überhang „abgreifen“ und gut aus der Sache rauskommen.
    Was müsstet ihr eurer Meinung nach halten, um hier callen zu können? Only Aces?
    Gruß
    Der Tyro

    als Antwort auf: Kovis Strategiefrage vom 11. Oktober, eine Analyse #526785

    Tyro73
    Teilnehmer

    Super, dass du die einzelnen Ausgänge dargestellt hast.

    als Antwort auf: HdW, Kovi auf der Bubble #523621

    Tyro73
    Teilnehmer

    Danke Seti für deine Erläuterungen.
    Ich spiele aufgrund Zeitmangels häufig Single-Table-SNGs und da sind die strategischen Überlegungen ziemlich deckungsgleich mit deinen hier.

    Gruß
    Der Tyro

    als Antwort auf: AQo am BU #423896

    Tyro73
    Teilnehmer

    Hi Ashes,

    Ich setze Villain nach deiner 3-Bet hier in erster Linie auf TT-QQ oder AK. Ebenfalls noch denkbar sind für mich AQ, AJs und maximal 88 und 99 und – bei einem ziemlich vorsichtigem Spieler – KK. Aber diese Hand und AA hätte er vermutlich als 4-Bet All-in gespielt. Ein tight-passiver Spieler spielt KK und AA selten slow preflop. Er wartet ja gerade auf diese Monster, um dann Bambule zu machen. Einem LAG könnte ich hier auch JTs geben (auf dem Flop relevant) oder auch ATs, aber dem tighten Spieler eher nicht.

    Der Flop ist hier ein echter Wendepunkt. Entweder ist Villain mit der Hand fertig (TT, JJ, 88), hat ein Monster (QQ, 99) oder eine brauchbare, aber in dieser Situation nicht sehr starke Hand (AK, AJ, AQ, AT). Lediglich JT drawt hier zu den Nuts und würde jedes Set überholen (ist aber nicht in meiner Range, die ich Villain gegeben habe). Deine Bet am Flop finde ich ok und in der Höhe gut, weil deine Hand zwar gut ist, aber du entweder weit vorne oder weit hinten bist. Darum wäre ein Check behind aus meiner Sicht das etwas bessere Play.
    Villain callt nur statt zu raisen. Ein Set sollte an sich auf dem Flop raisen, ABER:
    Villain ist allein schon durch den Call Pot-committed, d.h. er muss bereits an dieser Stelle davon ausgehen, dass am Turn alles reingeht. Er ist also bereit in den Showdown zu gehen. Wenn er schon am Flop pushen würde, hätte er maximale FE. Die scheint er aber nicht zu wollen, von daher klingeln bei mir die Alarmglocken. Andererseits macht der Call eine Hand JTs wieder etwas mehr wahrscheinlich, weil diese bei der Höhe der Flop-Bet oft noch callen. Weitere Calling-Hände wären AK, AQ und evtl. AJs und ATs.

    Der Turn ändert aus meiner Sicht nichts. JT sollte er nicht haben, KT in Herz auch nicht. Da du das Ah hältst und die Qh liegt, hat Villain keinen FD in Herz.

    Den Check behind finde ich insbesondere nach der Flop-Bet und dem Call gut. Aber auch, wenn ich den Flop gecheckt hätte, hätte ich in vielen Fällen den Turn ebenfalls behind gecheckt. Wenn du hier ein Push spielst, dann bekommst du JT und KT sowie vermutlich AT zum Folden (seltener AhTh). Stärkere Hände mit AQ aufwärts callen dich hier immer.

    Aufgrund des Pot-Commitments denke ich jedoch, dass Villain hier darauf spekuliert hat, dass du am Turn eine 2nd Barrel heraushaust und dann alles reingeht. Du checkst.

    Wenn Villain alles in die Mitte bringen will, dann muss es jetzt rein, weil du möglicherweise wieder behind checkst. Sein Plan am Turn bereits alles zu shoven würde auch erklären, wieso er nach deinem Check behind am Turn am River nicht überlegt, sondern gleich pusht. Ich sehe ihn hier in diesem Spot so gut wie nie bluffen, da du nur 27,5% brauchst um profitabel callen zu können. Ich habe hier kein gutes Gefühl und gebe dem Gegner am ehesten 99, dann QQ und schließlich AQ. AK und sogar AJ würden vermutlich checken um zu sehen, ob sie günstig zum SD kommen. Ich kann mir kaum eine T bei Villain vorstellen, die deine 3-Bet preflop oder die Bet auf dem Flop überlebt hätte. Wenn er AT hat, dann ist das mega-Pech für dich und natürlich wird er auch dann alles reinstellen. Auch JJ sehe ich nach dem Flop nicht mehr. Hat er doch AA preflop slow gespielt, dann hat er aus meiner Sicht alles richtig gemacht und du solltest den Spieler zwar als tight, aber auch als tricky einstufen.

    Das Rebuy spielt natürlich auch eine Rolle. Würde sich Villain wieder einkaufen wollen? Mit dann (Blinderhöhung!) etwa 30 BB? Falls eher nein, dann fold. Falls ja, dann eher call.

    Mein Bauch sagt mir hier „Fold“ (ich muss mit dem Kovi-Chicken verwandt sein). Die Odds sprechen eher für einen Call, da du AK, AJ schlägst und mit AQ teilst. Verlierst du aber, bist du crippelt und wirst dich vermutlich nicht wieder einkaufen können, da du noch Chips hast?! Dann folde das Ding. Wenn ein Fold eine Fehler ist, dann ist er aus meiner Sicht nicht sehr groß.

    Ich hätte die Hand preflop gegen den tighten Spieler vermutlich nur gecallt. Auch ein Fold (!!) hätte ich gegen diesen Gegener UTG in der Struktur bei diesen Stacks ernsthaft in Erwägung gezogen. Am Flop hätte ich behind gecheckt, am Turn auch bzw. c/c und am River je nach Aktion von Villain entschieden ob ich calle oder folde.

    Ich bin gespannt auf die Auflösung!

    Gruß
    Der Tyro

    als Antwort auf: KJ auf dem Button #421741

    Tyro73
    Teilnehmer

    dieser Hand war ich nur Beobachter. Mein Kumpel saß auf dem Button, ich als Dealer saß UTG gegenüber.

    Ich fand seinen Raise ok, da die beiden anderen Spieler mit hoher Wahrscheinlichkeit jeweils eine schlechtere Hand halten dürften,
    obwohl ich persönlich nur gecallt hätte – in Position eine schöne, spielbare Hand.
    Aufgrund der Calls erwarte ich bei den Gegnern kleinere bis mittlere Paare, suited connectors, suited Asse, Broadway-Karten.

    Der Flop ist ganz ok für Hero, aber UTG spielt – wenn auch klein – in beide Gegner und insbesondere in den Aggressor hinein. UTg+2 foldet, aber was hat Villain wohl?
    Gut, denke ich, er hat wohl getroffen, aber um Draws zu vertreiben reicht es nicht.

    Villain scheint hier um den Pot kämpfen zu wollen, aber Hero wird sich hier sicher verbessern müssen. Ich hätte KJ auf dem Flop nur gecallt. Das Reraise gefällt mir hier nicht.
    Villain callt, ich denke er hat eine Dame oder einen Draw.

    Der Turn hatte es in sich – denn als die Karte fiel, hatte ich sofort nach meinem Blick zu UTG den Gedanken: „Sch… der hat keine Dame, der hat ’ne drei!“ So nervös erschien er auf einmal auf mich.
    Ich war gespannt, ob mein Kumpel – der leider einen schlechten Blick auf Villain hatte und nicht wie ich frontal alle Eindrücke mitnehmen konnte – das auch so sehen würde.

    Villain checkte hier ohne allzu lange zu überlegen. FÜr Hero eigentlich ein Glücksfall, der hier meiner Meinung nach besser die Freecard genommen hätte.
    Wenn er auf dem Flop hinten war und Villain das Raise callt, dann gibt es kaum FE für eine Bet auf dem Turn.

    Hero barrelt weiter – an dieser Stelle callt Villain „nur“. Das irritierte mich, da ich noch immer sicher war, dass er eine 3 hielt. Ich hätte ein Raise erwartet, weil noch einige Draws unterwegs waren, die ihn hätten überholen können.

    Am River kommt der König und überholt viele bisherige Top-Pair. AdJd hätte nun die Straight, ebenso J9. Ein Flushdraw wäre allerdings geplatzt.
    Ich hatte vermutet, das Villain A3s hält. So richtig gut kann er sich bei dem River nicht mehr fühlen. Dennoch setzt er 2.500 Chips in den bisherigen Aggressor.

    Mein Freund schaute Villain an und sagte: „Du bluffst doch…!“ Dieser versteckte sich in seinem Schal und mein Kumpel sagte: „Ich call das.“
    Er hat mich schon oft mit Hero-Calls in Spots verblüfft, in denen ich bessere Hände als seine gemuckt hätte. Ein Teil von mir hoffte, dass Villain sich hier verblufft hatte…

    Ganz geschmeidig drehte Villain :3c: :Qh: um und sahnte mit seinem Full House einen fetten Pot ab.

    Wenn die Straight angekommen wäre, dann wäre mein Kumpel nach 20 Minuten wieder nach hause gefahren…

    Ich habe ihn dann hinterher gefragt, wie er das callen konnte, aber er sagte nur: „Wie soll ich wissen, dass er Q3o UTG limpt und dann noch gegen ein Button-Raise callt!? Ich dachte mir, dass er vermutlich auf einem geplatzten Flush-Draw sitzt.“
    Da ihr auch sagtet, dass ihr callen würdet, ist mir die Erkenntnis geblieben, dass ich vielleicht häufiger callen sollte.
    In diesem Fall aber war es zumindest ein tolles Gefühl, dass ich den Gegner intuitiv auf die fast korrekte Hand gesetzt habe!

    Aus diesem Grunde zum Abschluss der Hand zwei Fragen:
    Wie oft kommt es vor, dass ihr mit einem miesen Gefühl callt und dann die Hand dennoch gewinnt?
    Bzw. wie oft wäre es besser gewesen zu folden, weil das miese Gefühl recht hatte?

    Gruß
    Der Tyro

    als Antwort auf: KJ auf dem Button #421270

    Tyro73
    Teilnehmer

    Ich werde voraussichtlich heute am späten Abend auflösen.
    Ich spiele zuerst / parallel unser PS-Homegame.

    als Antwort auf: AQs #417949

    Tyro73
    Teilnehmer

    Hi all,

    ich hätte hier meist ebenfalls höher geraist, auf 6.000. Weil die Hand suited ist, spiele ich sie in etwa 20% der Fälle in Position gegen viele Spieler gerne auch mal nur als Check, um im Multiway-Pot die Chance auf einen richtig fetten Pot zu erhöhen.

    Aufgrund deiner Beobachtung vom Vortag kann Villain hier mit sehr vielen Händen callen, weil sie denkt, dass sie dich ausspielen kann. Trotzdem bedeutet ein Call ooP gegen ein knackiges Raise oft ein Pocket auf der Hand. Hier sehe ich jedes Pocket 22-77, maximal bis 99 hoch (88 und 99 würden oft raisen). Sicher auch in ihrer Range sind mittlere suited Connectors.

    Der Flop kommt für Villain eigentlich ganz gut; keine hohe Karte und nur kleine SD möglich. Für ein Pocket eine passende Situation für einen CR, wenn ich von AJ, AQ, AK noch ein C-Bet mitnehmen will. Ich denke, dass Villain genau das hat oder zumindest repräsentieren will. Wenn Villain kein Pocket hat (sie wird hier wohl kaum ein Pocket auf dem Flop folden), dann bist du mit AQ vorne, hat sie eins, bist du hinten und musst mit einem C/R rechnen. Da AQ Value besitzt in dieser Situation würde ich speziell gegen diesen Gegener oft checken.
    Aber es kommt wie beschrieben: du bettest, sie raist, du callst. Dabei schlägst du nur ihre Bluffing-Range, bist aber gegen ihre Paare deutlich hinten und auch gegen ihre Flush-Draws mit z.B. JdTd bist du NICHT Favorit, auch wenn du derzeit vorne bist.

    Der Vorteil für dich ist wohl, dass Villain dich jetzt viele eher auf ein Pocket oder einen FD setzt und deine Hand so besser einstuft, als sie tatsächlich ist. Die Dame könnte ihr nun dabei helfen, dich von einem mittleren bis kleinen Pocket herunter zu bekommen. Sie könnte auch etwas wie QT, oder QJ halten und versuchen ihre Hand zu schützen. Konsequenterweise setzt sie erstmals in dich hinein. Mit Two Pair, top Kicker hätte ich an dieser Stelle ein Raise gespielt. Ich habe hier Value gegen jede Q und jedes Pocket außer KK, AA, 33 und 22. Ich setze damit potenzielle Flushdraws unter Druck, die am Turn folden sollten. Ein Call auf dem Turn bewahrt lediglich die Chance, dass Villain auf dem River eine dritte Bluff-Barrel heraushaut. Daran glaube ich aber nicht, denn wir haben durch zwei Calls schon eine gewisse Stärke gezeigt und sie wird uns vermutlich nicht von der Hand herunterbekommen. Hat sie Value, wird sie versuchen günstig den Showdown zu sehen. Hat sie den FD, wird sie am River ansetzen, wenn er ankommt.

    Der River bringt den Flush, aber Villain setzt nicht an. Darum wird sie ihn im Regelfall nicht haben. Bei ihrer Spielweise könnte es allerdings sein, dass sie einen C/R-Bluff heraushaut – das wäre unschön, da Hero weder den Flush noch ein Full House schlagen kann. Außerdem ist eine ihrer potenziellen Hände QJ – nun besser als unsere. Theoretisch zwar auch JJ, aber bei der preflop-Action sehr unwahrscheinlich.

    Ich glaube nicht, dass sie unsere Hand im Moment schlägt. Andererseits muss sie auch uns QQ, JJ oder :As: :Js: + zutrauen, so dass ich glaube, dass sie jede schwache Q und jedes kleinere Pocket auf eine Bet hin folden würde.
    Außerdem will ich, dass sie im SD als erstes die Hand zeigen muss… 😉

    Darum „nur“ ein Check behind am River.

    Gruß
    Der Tyro

    als Antwort auf: JJ noch gut? #417027

    Tyro73
    Teilnehmer

    Na, das freut mich doch!

    Ich hoffe, dass meine Analysen mir irgendwann so weit in Fleich und Blut übergehen, dass ich die Fähigkeit schnell und eher instinktiv abrufen kann, wenn’s darauf ankommt: in der konkreten Spielsituation.

    Ich muss einfach mal häufiger ins Casino um meinen Skill auf die Probe zu stellen…

    Viele Grüße

    Tyro

    als Antwort auf: JJ noch gut? #416580

    Tyro73
    Teilnehmer

    Sorry für dein Bustout.

    In der Hand kann ich mir kaum vorstellen, dass er ein Set hier pushen würde. In der Situation ist Gewinnmaximierung angesagt, da darf die Angst vor einem Herz-FD nicht verhindern, dass du mit einem Set tausende Chips liegen lässt… meiner Meinung nach.

    Dein Min-Raise callt er mit AJs+, 88+. Spekualtive Hände wie suited connectors halte ich für sehr unwahrscheinlich aufgrund der Position. Deine 3-Bet-Range ist als Bigstack vermutlich etwas weiter, aber gegen einen soliden Spieler, der UTG raist, sollte diese in etwa TT+, AQ+ betragen.

    Da dein Gegner callt, gebe ich ihm entweder ein Paar 88-KK oder AQs+ (ganz vielleicht noch AJs).

    Den Check-Raise finde ich etwas zu aggressiv für Hände wie Sets oder auch AA. Er scheint ja die Fold Equity realisieren zu wollen. Von daher setze ich ihn hier eher auf 99er (er will AQ+ ohne Treffer runterbekommen, für bessere Hände hat er noch ein paar Outs), JJ (weniger wahrscheinlich wegen deiner Hand), QQ (unwahrscheinlich wegen der für mich zu hohen Bet am Flop), oder einen FD mit AhQh+.

    Gegen die von mir angenommene Range haben die Jacks lediglich 39,5 %. Die Pot-Odds verlangen gut 34%. Von diesen Zahlen her ein Call, aber ich sehe drei Gründe, in dieser Situation zu folden:
    1. Turnierstrategie I / Bubble Faktor: vermutlich seid ihr noch weit vom Geld weg, aber der BF ist auf jeden Fall größer als 1, so dass die Entscheidung dadurch noch knapper wird.
    2. Turnierstrategie II: grundsätzlich knappe Situation meiden und die Chips später in profitablere Situationen riskieren. Bei deinem Stack wird es die sicher später geben.
    3. Turnierstrategie III: du willst einem guten Spieler an deinem Tisch keine Gelegenheit geben an Chips zu kommen. Der setzt sie effektiv als Waffe ein. Du möchtest ihn lieber short halten.

    Ich halte die Entscheidung für knapp, aber gegen diesen Spieler – auch aus taktischen Gründen – einen Fold unter dem Strich für leicht besser.

    Gruß
    Der Tyro

    als Antwort auf: Pocket 6er im 8er SnG #414623

    Tyro73
    Teilnehmer

    Hier die Auflösung:

    Hero hat gecallt, ich war Villain und habe :3s: :3c: gezeigt.

    Hier meine Gedanken zur Hand:

    Ich sitze in Position auf Hero, der in Spielfreude ist und bereits einige Hände gezeigt hat, die schwierig gegen Druck weiterzuspielen sind, selbst wenn sie treffen (A8o, KTo). Als ich die Dreier finde, sehe ich mich gegen seine Range gleichauf und in Position im Vorteil. Mir ist klar, dass Hero einen Raise von mir vermutlich mit mittleren Paaren und Broadway-Kombos callen wird (Spiellaune, deep, „Lauf“), der Spieler in UTG aber gegen mich fast immer folden wird. Durch meine Preflop-Action möchte ich eine starke Hand repräsentieren, wie TT+, AQ+. Mache ich glücklich mein Set, gibt’s Action, aber auf 3er werde ich meist nicht gesetzt. Ziehe ich preflop die Blinds und die beiden Limps ab, auch gut.

    Der Flop kommt ganz ok für, obwohl ich lieber ein As oder König gesehen hätte. Andererseits sind meine Pockets TT+ als Overpairs immer noch plausibel.

    Die Donkbet von Hero irritiert mich etwas – ein Set sollte nicht anspielen, da keine hohen Karten liegen und ich AQ, AK am Flop easy entsorgen könnte. Da mich wiederum der Flop verfehlt, wenn ich hohe Karten hielte, vermutete ich ein Paar bei Hero – 77er, 99er, evtl. 10er – oder einen Bluff. Darum dachte ich, dass Hero die Hand am Flop beenden wollte. Deshalb entschied ich mich meinen ursprünglichen Plan – ein hohes Pocket zu reppen – fortzuführen und brachte einen Raise.

    Als Hero callt, wusste ich, dass er mich zu diesem Zeitpunkt geschlagen hatte: Overpair, Draw plus Hit, Two Pair oder Set. Als er den Turn checkt, habe ich eine kleine Bet hinterhergeschoben, weil

    1. Ein Set sich gegen einen Draw meinerseits hätte protecten sollen.
    2. Die Bet meine Geschichte von TT+ glaubhaft weitererzählt (ab der Turn-Bet eher QQ+). 9er, TT+, Top Pair, auch mit einer 7, und 77 könnten einen Fold finden.
    3. sie signalisiert, dass ich mit der Turn-Bet ein All-in auf dem River vorbereite. JJ+ sieht sich evtl. schon jetzt mit einem Set meinerseits konfrontiert und foldet.
    4. Sie verschleiert, dass ich noch Outs zu meinem Draw habe, weil die meisten Spieler die Freecard nehmen würden.

    Als ich den Call bekomme, ist mir klar, dass Hero keine Angst vor KK oder AA hat, somit vermutlich Two Pair (preflop sehr unwahrscheinlich) oder ein Set unterwegs ist oder er evtl. noch eine 7 mit Treffer hält. Die Hand ist für mich erledigt… bis der River kommt. 😯 😀

    Da ich bis hierher ein hohes Pocket repräsentiert habe, MUSS er aus meiner Sicht den River anspielen, wenn er wirklich die 7 hat, weil ich damit auf einen Check seinerseits zu 99% behind checke. Als er checkt, habe ich die sehr starke Vermutung, dass er KEINE 7 hat, er allerdings Angst davor hat, dass ich eine halte. An sich für mich auch eine gute Situation, um einen Bluff zu platzieren. Egal, ob er QQ+, Two Pair oder ein Set hat, mit meinem glücklichen Gutshot musste aus beiden Gründen nun die Valuebet raus. 3er gibt mir hier NIE jemand! Und irgendwie musste ich mein grausames – EV-Play am Flop und Turn  😯 ein wenig glätten, indem ich versuche Value herauszuholen…

    Hero hat am River lange überlegt und ich glaube, dass er im Casino oder auch im regulären Ranglistenturnier unseres Vereins einen Fold hätte finden können. So callte er – offensichtlich wider seines Bauchgefühls – mit einem „Ach, egal …“ und war dann der Shortstack am Tisch.

    Fazit:
    Ich hatte die Situation am Flop und Turn deutlich zu positiv eingeschätzt und gedacht, dass ich eine recht hohe FE hätte. Durch Glück habe ich dann am River alle meine Chips reinbekommen. Die gezeigt Hand (und eine weitere später, wo ich nach einer 3-Bet mit :7c: :2c: wieder die Straight mache) sorgt hoffentlich dafür, dass mein Image derart ramponiert ist, dass ich für meine wirklich starken Hände in meinem an sich TAG-Play zukünftig wieder mehr Action bekomme. 😉

    Danke euch beiden!

    Viele Grüße

    Der Tyro

    als Antwort auf: Pocket 6er im 8er SnG #414343

    Tyro73
    Teilnehmer

    @ Seti:
    Villain ist deutlich eher TAG(etwa 20% der Starthände am 8-er Tisch), aber Hero ist sich ziemlich sicher, dass Villain ab und an Bluffs genauso spielt wie seine Valuehände und so sein Image ausnutzt. Er ist ein thinking Player mit einem guten Gefühl dafür, wie stark die Hand des Gegner in etwa ist.

    @Kovi:
    Welche Range an Händen gibst du Villain Preflop, am Flop, Turn und River? Insbesondere, welche Hände gibst du ihm am River, dass du hier callen würdest?

    als Antwort auf: Pokeri mit Seti 15-2016 #413961

    Tyro73
    Teilnehmer

    Hi Seti,

    ich lese deinen Content auch sehr gerne und folge deinen Gedankengängen, aber meine Familie mit drei kleinen Kindern, meine Frau und mein Job verlangen mir sehr viel Zeit ab. Da bleibt für mein Hobby leider sehr wenig Zeit…

    Aber an dieser Stelle einmal vielen Dank für deine fachlich sehr wertvollen Artikel!

    Gruß
    Der Tyro

    als Antwort auf: Sunday Million 10Th #403236

    Tyro73
    Teilnehmer

    Aha, gerade auf Facebook gesehen: nanonoko, jamiestaples und …. Alex Stark?.

    als Antwort auf: Sunday Million 10Th #403235

    Tyro73
    Teilnehmer

    Gratulation an phillo, denn das CPT-LA Online-Turnier war echt stark besetzt!
    Vermutlich waren die Spieler im Schnitt sogar besser als im SM 😉

    Leider war an meinem Tisch kein Promi und mit meinen letzten 10 BB left lief ich mit 99 nach Push von mir in KK. Set Kings am Flop, das Wunder blieb aus, ich war auf 71 von knapp 300 raus.

    Später sagte man mir, ich hätte Martin Staszko vom Tisch genommen (Runner up hinter Pius Heinz WSOP 2011), aber leider gab es auf den kein Bounty. 🙁 Aber trotzdem cool. :mrgreen:

    Schade fand ich die Struktur. Mit 5-Min-Level ein absolutes Hyper-Turbo-Turnier, dass meiner SNG-Spezialisierung zwar entgegenkommt, aber eben auch einen hohen Glücksfaktor mit sich bringt. Ich habe bei Phillo ein bißchen gekiebitzt und festgestellt, dass er echt aggro die Situation und die Gegner gespielt hat. Muss dazu sagen, dass ich erst zusah, als er schon mit Abstand Chipleader war. Der Sieg ist durchaus verdient und gerechtfertigt!

    @phillo: welche Promis hast du gekickt?

    Gruß
    Tyro

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