Das Verfahren gegen den bekannten Casino-Influencer Ron Bielecki ist beendet. Wie der Anwalt des Internet-Stars bekanntgab, wurde das Verfahren eingestellt. Im Gegenzug muss Ron Bielecki 5.000 € für gemeinnützige Zwecke spenden.
Im Raum stand seit 2022 allerdings ein Strafbefehl in Höhe von 480.000 €. Bielecki gilt nach Abschluss des Verfahrens als unschuldig. Für die Staatsanwaltschaft Berlin, die das Verfahren geführt hat, ist das Ergebnis enttäuschend.
Staatsanwaltschaft kommt mit Strafbefehl gegen Bielecki nicht durch
Als Anfang 2022 ein Strafbefehl in Höhe von 480.000 € gegen Ron Bielecki erlassen wurde, ging eine Schockwelle durch die Influencer-Szene. Worum ging es? Die Staatsanwaltschaft warf Ron Bielecki vor, unerlaubte Werbung für Glücksspiel betrieben zu haben. Zudem wurde ihm auch die Teilnahme an illegalem Glücksspiel vorgeworfen. Doch die rechtlichen Argumente für beide Vorwürfe standen offenbar auf tönernen Füßen.
Bieleckis Anwalt konnte bei der ersten Verhandlung im September 2023 darlegen, dass der Vorwurf der Werbung für unerlaubtes Glücksspiel nicht zutraf. Nach Angaben des Anwalts war entscheidend, dass der Wohnsitz nicht maßgeblich ist, sondern der Ort der Handlung. Die Staatsanwaltschaft Berlin konnte allerdings nicht nachweisen, dass der Beklagte in Deutschland war, wenn er sich beim Spielen in Online-Casinos in Streams zeigte.
Der Nachweis war schon aufgrund des zeitlichen Abstands zu den Taten, um die es im Verfahren ging, schwierig. Auch das Argument, dass der Streamer wohl kaum seinen Gaming-Stuhl mit auf Reisen nehmen würde, konnte entkräftet werden. Bieleckis Anwalt konnte nachweisen, dass sein Mandant mindestens sechs Gaming-Stühle an unterschiedlichen Orten hatte.
Zudem war aufgrund der Hintergründe ersichtlich, dass die Streams an verschiedenen Orten stattfanden. Im besten Falle wäre es vielleicht möglich gewesen, für einzelne Streams zu belegen, dass Bielecki in Deutschland war. Aber diesen Versuch unternahm die Staatsanwaltschaft am Ende nicht mehr.
Das Gericht wollte das Verfahren zunächst nicht beenden, sondern der Staatsanwaltschaft noch mehr Zeit für Ermittlungen einräumen. Allerdings kann die Staatsanwaltschaft Berlin wohl zu der Erkenntnis, dass weitere Ermittlungen nicht zielführend wären. Deswegen hat man sich nun auf ein Ende des Verfahrens geeinigt. Die Spende in Höhe von 5.000 €, die Ron Bielecki bezahlen muss, dürfte der erfolgreiche Influencer mühelos bezahlen können.
Von der Spende profitiert die Kinderstiftung „Arche“ mit einem Betrag von 3000 €. Die restlichen 2000 € gehen an „Frau am Ball“. Somit gibt es zumindest zwei Gewinner des aktuellen Verfahrens. Eine Verurteilung hat nicht stattgefunden, sodass Ron Bielecki weiterhin als unschuldig gilt. Allerdings dürfte Ron Bielecki eine beträchtliche Summe für Gerichts- und Anwaltskosten bezahlen.
Problematische Inhalte überwiegend nicht von Ron Bielecki
Im Verfahren gegen Ron Bielecki wurden interessante Details aufgedeckt. Die Staatsanwaltschaft Berlin fußte die Anklage zu erheblichen Teilen auf Clips, die bei YouTube und Twitch zu finden waren. Allerdings konnte Bieleckis Anwalt zeigen, dass es sich überwiegend um Content-Diebstahl handelte. Ohne Wissen und Genehmigung von Bielecki versuchten diverse Akteure mit den Inhalten des deutschen Influencers Geld zu verdienen.
Ein anderes Problem war, dass die Staatsanwaltschaft die vermeintlichen Tatzeitpunkte anhand der Clips, die nicht von Bielecki stammten, herleitete. Somit fielen auch diese Behauptungen in sich zusammen. Bieleckis Anwalt konnte alle wesentlichen Vorwürfe widerlegen, sodass am Ende nicht viel übrig blieb. Der Strafbefehl in Höhe von 480.000 € war somit nicht mehr zu rechtfertigen.

